Feb
08
Filed Under (english, thoughts, tv) by yodahome on 08-02-2010
Taken before a taping of Inside the Actors Stu...
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I made it quite a habit to criticise televison. Mostly german television, which in my opinion does a great job at ignoring the audience most of the time. They cripple movies so they fit the ads, they replicate certain formats like crazy because they’re cheap and to some people at least create a fake impression of mild entertainment. And, for the most part, they import shows from abroad, shows that might actually be great but are put into the most invaluable timeslots. It takes some effort to find the gems on german television and they don’t always get the attention they deserve. Well, today I’d like to recommend a truly good program. And it’s not from Germany. *g*

I recently watched a number of episodes of “Inside the Actors Studio“, a remarkable television show that runs on its 16th season in the US right now and has been broadcasted in 125 countries. Funny enough although it used to be shown in Germany (on EinsFestival, an exclusive digital channel where the show is named “Ungeschminkt”) and it took about 9 years to make its way here, it’s not scheduled at the moment and I’ve never seen it on german tv which – once more – illustrates the state of the german tv cosmos. UPDATE: Just learned that it ran in german free tv as well but it’s not on at the moment.

So, what is it about? Well, during the course of every show one actor or actress, director, musician or comedian is interviewed by James Lipton about their lives and their art in chronological order beginning with birth and covering all mayor events that shaped the person and artist including their most outstanding works. In some cases groups of people visited the show for example the Cast of the Simpsons, the Cast of Family Guy or the members of Bon Jovi. The show typically lasts one hour – cut from a several hour interview – with some episodes being 90 minutes or even 2 hours long.

I understand the Actors Studio Drama school offers Master’s degree programs for actors, playwriters and directors and the interviews conducted by James Lipton, who is also the Dean Emiritus of the school, are considered classes for the students who are therefore the main live audience.
At the end of each interview there is a Q & A session with the students but before that Lipton asks the interviewee a recurring questionaire that was used for many years by Bernard Pivot on French television and is derived from the Proust questionaire. Those questions are:

  1. What is your favorite word?
  2. What is your least favorite word?
  3. What turns you on?
  4. What turns you off?
  5. What sound or noise do you love?
  6. What sound or noise do you hate?
  7. What is your favorite curse word?
  8. What profession other than your own would you like to attempt?
  9. What profession would you not like to participate in?
  10. If Heaven exists, what would you like to hear God say when you arrive at the Pearly Gates?
NEW YORK - SEPTEMBER 15:  TV personality James...

Image by Getty Images via Daylife

It is the simplicity of this concept and the purity of the presentation that makes this show extraordinary to me. But it’s hard to explain so I’d like to recommend just giving it a look. A number of episodes are scattered over YouTube in 10 minute clips so you might just have a look here and pick a show that features one of your favourite actors (over 200 guests have already been there). If you consider that too much work let me link you to the great interview with comedian Dave Chapelle (1st of 9 parts) from 2008 and furthermore to the 200th episode in which James Lipton himself is interviewed by Dave Chapelle and some of the greatest moments on the show are collaged together. There are also DVDs of some of the shows but – and I don’t usually recommend this – many more can be found as torrents.

James Lipton himself is a vital part of the phenomenon of the show as he is a respectful host and manages to have the person on the chair next to him open up as most talk shows – and/or host – don’t allow for. He’s famous (maybe even infamous) for thoroughly researching his guest’s life and preparing a huge deck of blue note cards on which quite often he collects the most private or obscure facts, repeatedly to the guest’s astonishment. He also wrote a book on the history of “Inside the Actors Studio” named “Inside Inside“.

So next time when you’re unhappy with the television program I hope you enjoy a few moments from “Inside the Actors Studio”.

Maybe next time, I’ll pick some of our national gems currently available. We’ll see.

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Feb
04
Terry Gilliam at IFC Center:

Image via Wikipedia

“Das Publikum ist träge. Man darf es nicht überfordern. ”
“Wir brauchen möglichst viele bekannte Stars.”
“Es gibt Gewohnheitsregeln der Wahrnehmung und Struktur, die einzuhalten sind.”
“Können wir nicht stattdessen eine Fortsetzung von was Bekanntem machen?”
“Das versteht doch keiner. Geht das nicht simpler?”
“Was ist eigentlich ihr Punkt? Was wollen sie sagen?”

Ich kann’s natürlich nicht beweisen, noch nicht mal aus Erfahrung sprechen, aber so oder so ähnlich stelle ich mir die Kommentare der großen Geldgeber des Film, der Studios und Produzenten, vor, wenn ihnen ein Filmemacher, der vielleicht etwas gegen den Strom schwimmt, begeistert Filmideen unterbreitet. Jeder Filmschaffende wird wohl sagen, dass es im Film Regeln gibt. Und dass man sie kennen muss, bevor man sie brechen kann. Eine solche Regel scheint zu sein, dass man sein Publikum nicht herausfordern darf, weil das so ähnlich klingt wie überfordern. Unterhaltung darf nicht anstrengend sein. Vor allem im deutschen Fernsehen hat man das verstanden. *g*

Aber um TV soll’s gar nicht gehen, sondern um den neuesten Film von Terry Gilliam mit dem herrlichen Titel ” Das Imaginarium des Doktor Parnassus“. Denn Terry Gilliam ist so ein Filmemacher, der nicht oft die Chance bekommt, ein Projekt bis zum Ende durchzubringen. Oft scheitert es am Studio, manchmal auch an höherer Gewalt. So wäre eben dieser Film beinahe am Tod eines seiner Hauptdarsteller – dem Schauspieler Heath Ledger – gescheitert. Offenbar aufgrund mangelnder Faszinativität – die angeborene Fähigkeit genuinen Fasziniertseins -  seitens einiger Redakteure, handelt beinahe jeder Artikel über den Film zu großem Teil oder ausschließlich von Ledgers Tod und seinen Auswirkungen, so dass es hier nicht nochmals aufgewärmt werden muss.

Ein Hauch von Story: Ein turmartiger Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, rollt durch die Straßen des heutigen Londons. Auf der fahrenden Bühne zeigt Dr. Parnassus – ein tausende Jahre alter, zumeist betrunkener, doch unsterblicher Schamane gespielt von Christopher Plummer – eine ebenso gealterte Show, die niemanden zu interessieren scheint. Unterstützt wird er von Anton (Andrew Garfield), einem Zwerg namens Percy (Verne Troyer) und seiner Tochter Valentina (Lily Cole). Das Zentrum dieser Show ist ein magischer Spiegel, durch welchen man in die Fantasiewelt des Doktors wechseln kann. Hier wird der Besucher in einer Begegnung mit sich selbst vor die Wahl zwischen leicht oder anstrengend, eigennützig oder freigiebig, kurz: gut oder böse gestellt.

The Imaginarium of Doctor Parnassus

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Parnassus hat die letzten Jahrtausende damit zugebracht mit dem Teufel aka  Mr.Nick (Tom Waits) Wetten abzuschließen und diese regelmäßig zu verlieren. So hat er als seinen letzten Wetteinsatz seine Tochter an Mr Nick. verloren, sobald sie 16 Jahre alt wird. Dieser Geburtstag steht kurz bevor, doch der wettsüchtige Teufel schlägt eine weitere Wette vor: Wer als erster fünf Seelen für sich gewinnen kann, bekommt Valentina. Die Karten stehen schlecht,  als die Schaustellertruppe den zwielichtigen Tony (Heath Ledger) findet, der halb tot am Strang von einer Brücke baumelt. Sie können ihn jedoch retten und als Dank, hilft er ihnen die Show zu ‘modernisieren’. Allein seine Beweggründe bleiben ein Rätsel, wenn auch nicht für lange…

Gilliam ist kein Freund von linearen Plots und klassischen Dreiaktern, seine vergangene Filme sind von daher oftmals schwer zugänglich. Seine Stärke hingegen ist das Visuelle. Das sagt er selbst, schon für Das Leben des Brian war er deswegen dem Regiestuhl ferngeblieben und hatte sich im Produktionsdesign ausgetobt. Filme wie Jabberwocky, seine Interpretation der Abenteuer des Baron Münchhausen oder Time Bandits zeigen die bildgewaltigen Welten, die nur Gilliam erschaffen kann. Auftragsarbeiten wie König der Fischer oder Twelve Monkeys waren kommerzielle Erfolge, aber seine eigenen Geschichten taten sich immer schwer im Mainstream, obwohl er besonders bei Literaten scheinbar großes Vertrauen genießt. So wollte J.K. Rowling eigentlich Gilliam den Potter verfilmen lassen, auch für Der goldene Kompass und Charlie und die Schokoladenfabrik war er Wunschkandidat, scheiterte jedoch immer an den Studios, die sich nach wie vor schwer tun, Gilliam richtig Geld in die Hand zu geben.

Auch dieses Imaginarium, welches im Grunde eine Parabel auf Gilliam selbst ist, entfaltet sich nur langsam vor den Augen des Zuschauers, aber es ist zugänglicher als viele andere seiner Filme. Diverse Reviews legen nahe, das Gilliam so diszipliniert wie selten vorgeht. Es geht um universelle Ideen, wie der nie endende Kampf von Gut und Böse, den Stellenwert von Fantasie und Vorstellungskraft in unserer Gegenwart und nicht zuletzt wie Menschen dazu im Verhältnis stehen. Mehr als einmal kommentiert der Film sich selbst, beispielsweise wenn Betrunkene zu Beginn Flaschen nach den Schaustellern werfen und sich niemand findet, der bereit ist, sich auf die Wunderwelt einzulassen. Oder am Schluß, wenn Parnassus von einem Jungen gefragt wird, ob es ein Happy End geben wird und er antwortet: “Dafür können wir nicht garantieren.”

Bei Gilliam gibt es kein Schema F und noch immer sucht er mit seinen Filmen ein Publikum, dass eine Herausforderung zu schätzen weiß. Das den Film nicht abspulen und vergessen sondern erleben und mitnehmen will. Während zwei Säale weiter Camerons 3D Ungetüm als der nächste revolutionäre Schritt des Kinos gefeiert wird (mit dem sich zudem vortrefflich Geld scheffeln läßt), wirkt der Fantasmus, die Brillianz und die Weirdness vom Imaginarium des Doktor Parnassus in der Tat hin und wieder wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, ähnlich wie das Wandertheater, welches er zum Inhalt hat. Doch täuschen sie nicht: Großartige Darsteller, berauschende Bilder und tragende Gedankengebäude machen dies zu einem Film  “voller halbfertiger und fertiger Ideen, was im Ganzen mehr Ideen sind, als andere Filme auch nur erwägen.” (frei übersetzt Boston Globe)

Fazit: Absolut empfehlenswert! Kein Popcorn nötig. *g*

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Feb
03
Filed Under (Allgemein, Allgemeines, Meinungen, deutsch, thoughts) by yodahome on 03-02-2010
no shitting

Image by reenoreluv via Flickr

Als ich vorgestern die Steinigstraße entlang ging, musste ich nicht nur des Schnee und Eises wegen auf meine Schrittfolge achten. Viel gefährlicher und ebenso prominent platziert bedrohten mich alle paar Schritte Darmabfallprodukte. Da ich davon ausgehe, dass die Bewohner nirgendwo in der Stadt einfach so auf die Straße kacken, schließe ich daraus, das es sich um Hundehaufen handelte.
Ich habe nun durchaus nichts gegen unsere vierbeinigen Freunde und sehe auch ein, dass sie ihr Geschäft verrichten müssen. Auch dass sie dafür nicht dem Menschen nacheifern und einfach ein Wasserklosett aufsuchen ist klar. Klar wie Kloßbrühe. Nicht einleuchten will mir aber, warum die Hundehalter es offenbar nicht für notwendig erachten Pfiffis Geschäft – soeben mitten auf dem Fußweg verrichtet – dann auch zu beseitigen. Es ist eure verdammte Pflicht!

Und an die lachenden Raucher unter euch, sei erwähnt, dass das Hinterlassen von Zigarettenresten der präferierten Marke noch nicht als urbane Alternative zum Markieren des Reviers durch körpereigene Hinterlassenschaften akzeptiert wird. Bleib’ sauber Magdeburg!

In einer perfekten Welt, so glaube ich, hätten wir anstelle von Ordnungsgeldern für derartige Verschmutzungen (wie sie auch anderenorts durchaus üblich sind) ein Gesetz, das verschmutzende Raucher zum Entfernen von Hundekot und uneinsichtige Hundehalter zum Sammeln von Zigarettenkippen im Rahmen von Sozialstunden verdonnern würde.

Soviel dazu…

Jan
28
SAN FRANCISCO - JANUARY 27:  Apple Inc. CEO St...
Image by Getty Images via Daylife

As you know I am an Apple fanboy. I own a Macbook Pro since July, I love it for it does everything I wanted it to – just better – and a massive amount of stuff that makes life convenient and using computers fun. I do run a hackintosh as well. I do have my second iPod, of which I think it’s the definitive portable music player. And I do have the iPhone 3G (although it came to me more by accident) which is a nice gadget to have with great usability and it introduced this huge trend of multitouch screens along with an accessible UI and a platform for apps that today suits every imaginable need. There is – imho – still no serious competitor on the market, with the Android phones probably being rather close but not there yet.

Now, yesterday Apple presented a product called the iPad, a portable computer with a multitouch display and – at least by what you see from the outside – pretty much nothing else. Since this product has been rumored for years, many people during the last 24 hours already laid hand on it, reviewed it and there is as much information on the internet now that after much reading and watching videos I feel as informed as if I had touched one myself. :-D
Still I feel a bit disapointed by it and here’s why:

lcars_star_terk_padd

Image by AWWS via Flickr

In my understanding a Pad-like computer is every geeks dream since Star Trek TNG (I think there were similar devices in TOS but they rather looked like Etch-a-Sketches), where every crew member ran around the Enterprise with devices commonly known as PADDs (Personal Access Display Device).They came in several shapes and could obviously used for anything from accessing ship data to writing your personal journal.
They were easily exchanged, it seemed like nobody actually owned his PADD or was technically bound to it. Obviously they could easily be replicated as they were lying around anywhere. Note that they were not only used by humans but also by the other races although their design differed.

There has been work on real PADDs for some time now actually, notice the Apple Newton or Palm PDAs. Of course there also has been much improvement over the years. So, in this regard the iPad is a logical next step and the expected answer to the Amazon Kindle, which was made to be the ultimate digital reading device.

If you look at the features and specifications of the iPad you see it’s a quite impressive list for a device of its size. But then again – as many blogs noticed – the iPad looks like an oversized iPhone. And the worrying thing it isn’t even that. Although it comes in a WiFi and 3G version, you won’t have the native ability to phone with it, although you easily could connect a headset via cable or bluetooth. It has no camera (not on the back, not on the front, no photo, no video). And it runs iPhone apps of which there are plenty of but it will probably take some time until there are worthy apps tailored to the specific device.

It’s advertised with about 10 hours of battery life which seems good enough if it lives up to that. What I wonder about is why they promote stand-by time. While it makes sense with phones where you can still be reached because of long stand-by battery life I don’t really see the benefit of not using a device for a month so it still has power.

Then there is the storage: 16, 32 and 64 GB flash memory are the options to choose from which is the same as you can get in iPod touches at the moment. As you can software-wise use the iPad to have full iPod functionality (which means storing music, video, gaming and podcasts), you can put your photos on it, use the internet (download?) and even have newly designed iWork apps on the device along with the new Bookstore (+ebooks) and of course other apps I doubt that 64 GB is anywhere near the amount of space necessary. It took me mere weeks to fill the 160 GB of my Macbook. I can’t really take my whole media library with me on the iPhone right now.
Also I wonder what writing really common – which means intensely text-based – documents on the on-screen keyboard feels like. Note that during the demos nobody really did that during the presentation. It might be really nice for emails but how good does it perform when writing, let’s say, on a master thesis? You probably need to buy that keyboard accessory.
And then this the question occurred to me: If all I can do on the iPad is basically iPhone or iPod touch functionality (book reading on the big screen being the only exception i see), well, why not buy an iPhone or an iPod touch, which you can actually take with you? I doubt realy cineast will watch movies on it, jsut like real audiophils probably won’t hear their music with it (you need to connect it to good speakers, so it’s no longer wireless).

I simply feel that – apart from this being a cool, thoughtfully designed product – either the iPad is – yes, I dare saying it – redundant to a notable degree or it is aimed at a rather small group of customers for which it fills a gap between iPod and book reader that I don’t really see yet. At 499$ in the smallest incarnation and about 800$ for the all-in-variant it seems just not as useful as the other products in the line up. I may be wrong here.

Now, what’s great is that the iPad uses and elaborates on the great keyboard-&-mouse-less user interface ideas used on the other Apple touch devices. I do believe many people will love to use it because of that especially if they have shied away from using any laptops or computers up to now. It might be perfect for my mum! But me, myself and I will probably stick with a real computer (which of course could be married with the multi-touch display at some point) for now. Note also that Apple not really markets the iPad as an ebook reader but as a missing link between smartphone and laptop. However to me it can not really replace either of them easily. Therefore it would need custom browsers like Firefox, Wireless syncing, more storage, more connectivity. It is a small step forward but no huge leap in my opinion. Of course that might be a by-product of the hype that has wildly gone crazy during recent weeks. Still I’m excited to see this product evolve.

Update: I finally saw the Keynote and to a large degree, I believe it proved my point. They tried to set first foot into a niche that does not necessarily exist naturally but probably grows now that the iPad is there.

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Jan
05
Filed Under (Bücher, deutsch, life, thoughts) by yodahome on 05-01-2010
God's Debris
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Liebe/r Leser/in,

ich begrüße dich im neuen Jahr 2010, dem Jahr der Fussball-WM in Südafrika, dem finalen Abschluss der Agenda 2010, dem erste Jahr der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts.

Man sollte das neue Jahr vielleicht mit leichtem Lesestoff beginnen, etwas unterhaltsam Erbauliches oder etwas, das die eigene Humorzentrale in Schwingungen versetzt. Stattdessen möchte eine Buch (und ein Hörbuch) vorschlagen, welches Faszinierendes zum philosophischen Fundament unserer Gesellschaft anzumerken hat. Es handelt sich um ein Buch von Scott Adams, der dir, geneigte/r Leser/in, möglicherweise von seinem erfolgreichen Comic “Dilbert”  und den diversen dazu erschienenen Büchern bekannt ist. “God’s debris – A Thought Experiment” hat mit Dilbert aber überhaupt nichts zu tun, es zeigt vielmehr die philosophische Seite von Adams, der auch in seinem Blog immer wieder seine Leser mit wilden Theorien und Gedankenexperimente konfrontiert, ohne sich selbst und seinen Standpunkt dabei allzu ernst zu nehmen.

Die beiden Hauptcharaktere des Buches sind gleichsam auch die einzigen Charaktere. Der Protagonist ist ein Paketlieferant, der ein Paket an einen alten Mann genannt Avatar ausliefert. Dieser verwickelt ihn in ein Gespräch um Gott und die Welt, der daraus folgende Dialog ist zentraler Gegenstand des Buches.
Der Avatar diskutiert zunächst einige zentrale Begriffe wie “freien Willen” (free will) und das K0nzept “Gott”. Er argumentiert außerdem dafür, dass das menschliche Gehirn lediglich ein Täschungsgenerator (delusion generator) ist, weil es nicht dazu in der Lage ist, die komplexe Welt tatsächlich zu verstehen und als Ersatz dafür vereinfachte Modelle schafft.

Basierend auf diesen Grundmotiven behauptet der Avatar, dass anzunehmen ist, dass es für einen allmächtigen Gott nur eine wirkliche Herausforderung, nur eine Motivation geben kann: Selbstzerstörung. Daraus folgert er, dass Gott sich selbst zerstört hat und alles was existiert (inklusive der Menschen) Gottes Trümmer sein müssen. Diese bestehen aus zwei Komponenten: Materie, in einer uniformen stofflichen Form, die so klein ist, dass wir sie noch nicht entdeckt haben, und Wahrscheinlichkeit (Probability). Aus dieser Annahme speisen sich die folgenden Theorien und Erklärungen, die sich über astronomische und physischen, gesellschaftliche und philosophische Sphären erstrecken. Letztendlich schickt sich der Avatar an, uralte philosophische Fragen zu diskutieren, wobei er immer wieder darauf verweist, sich auf die einfachsten möglichen Erklärungen zu berufen.
So wird im Buch das Leben und unsere Existenz als ein Prozess des Wieder-Zusammen-Setzens von Gott interpretiert, weil scheinbar nur auf diese Weise eine erklärbare Motivation für unsere Existenz vorhanden wäre.

Der Untertitel “Ein Gedankenexperiment” ist hier nicht nur inhaltlich zu sehen: Das gesamte Buch fordert den Leser dazu auf, zunächst andere Erklärungen und Denkansätze zu akzeptieren und die eigenen Überzeugungen kritisch zu prüfen. Letztendlich sollen aber keine Antworten gegeben sondern neue Fragen aufgeworfen werden. Die ‘einfachen’ Erklärungen sind interessante Möglichkeiten, aber nicht unbedingt viel mehr.

Scott Adams, MBA 1986, creator of the comic st...

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Mich persönlich haben einige Gedanken durchaus fasziniert, teilweise stößt man mit ein bißchen Überlegung auch schnell an Grenzen. Gibt es eine natürliche Tendenz zu einfachen Erklärungen? Und hat das überhaupt Konsequenzen für das Individuum? Adams behauptet außerdem, er habe beim Schreiben des Buches eine Hypnosetechnik eingebaut, die dem Leser ein positives Gefühl des Erkenntnisgewinnes geben soll. Eine gewisse erleuchtende Wirkung kann man durchaus verspüren, ob das Aha-Erlebnis durch die Hypnose ausgelöst wird, kann natürlich kaum belegt werden.

Wer gerne geistige Luftschlösser baut oder einreißt, sollte hier unbedingt mal seine Nase reinstecken, das Werk liegt aussließlich im Englischen vor, dafür ist das eBuch sogar gratis herunterladbar. Nichtsdestotrotz kann man es auch käuflich erwerben. Ich persönlich habe es mir vorlesen lassen, ein Hörbuch ist bei Audible über den iTunes Store für knappe 4 € zu erstehen. Es gibt auch eine Fortsetzung mit dem Titel “The Reglion War”, dies sei jedoch nur der Vollständigkeit wegen erwähnt, ich habe es nicht gelesen. Bis jetzt.

Liebe Grüße!

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Dez
31
Filed Under (Allgemein) by yodahome on 31-12-2009
2008 Taipei City New Year Countdown Party: The...
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Es ist Silvester, das Jahre 2009 neigt sich dem Ende entgegen während das Jahr 2010 schon in den Startlöchern (es knallt immer häufiger vor meiner Wohnung). Die letzten Jahresrückblicke (oder Wiederholungen schon gesendeter Rückblicke) werden versendet, nur unterbrochen von “Dinner for One“. Und darum gibt’s auch hier “the same procedure as every year”.

Zum Überblick: Ich habe in diesem Jahr (inklusive dieses Postings) 68 Beiträge in die Gegend geschossen und damit 9 Beiträge mehr als im letzten Jahr. (Vorsatz mehr zu bloggen – check) Dabei hatte ich im Schnitt 5 Subscriber und ca. 20 Klicks pro Beitrag. Das ist ganz ok, die maximale Abonnentenzahl war 24 und insgesamt gibt es einen konstanten Zuwachs insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. 3 Beiträge haben es übrigens nicht über das Entwurfsstadium hinaus geschafft. Außerdem hab’ ich ja auch semi-fleißig getwittert, mal schauen, was das nächste Jahr an neuen Web-Innovationen bringt.

Das Jahr hat sich ja vor allem durch ‘Krisen’ (deutscher Jargon für mit Sicherheit bevorstehender Weltuntergang) hervorgetan, durch beinharte Auseinandersetzung um die Persönlichkeitsrechte in der analogen und in der WWWelt sowie als “Superwahljahr”. Auch persönlich gab’s einige Katastrophen, letztendlich leben wir aber alle noch und die Wohnung ist warm, so schlimm war’s dann also doch nicht. Angela hält gerade ihre Rede, also mach’ ich’s kurz:

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahrzehnt und einen guten Start mit 2010 (sprich Zwanzig-Zehn). Viel Erfolg mit eurer persönlichen Agenda!

PS: Für’s neue Jahr androhen kann ich ja schonmal eine Blog-Serie zum Thema “Präsentationen halten” mit dem Titel ‘Presentation Camp’, die ich mit meinem Co-Autor Dan von pixelspace.org erarbeite.

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Dez
29
Film poster for The Boat That Rocked - Copyrig...
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Jepp, ein letztes Mal vor dem Jahreswechsel möchte ich euch einen tollen Film aus diesem Jahr ans Herz legen. Der Film heißt in Deutschland aus unerfindlichen Gründen Radio Rock Revolution (OT: The Boat that rocked) und ist das letzte Machwerk von Regisseur Richard Curtis (bekannt durch Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Notting Hill, Bridget Jones aber auch Serien wie Mr. Bean und Blackadder). Neben

Der Film spielt Ende der 1960er Jahre auf einem Schiff in der Nordsee wo eine Gruppe verrückter Radiomoderatoren den Piratensender Radio Rock betreibt. Das Phänomen der Piratensender, die beinahe überall von der gesamten Bevölkerung heimlich gehört werden und eine fanatische Fangemeinde haben, stört die Regierungsbehörden, die fieberhaft nach einer Möglichkeit suchen, die Sender zu verbieten und stillzulegen.

23 March 2009

Image by adambowie via Flickr

Auf dem Boot spielen die Radio-DJs um Manager Quentin (Nill Nighy) die großen Rock-Hits der Sechziger rauf und runter, legen reihenweise Groupies flach und haben auch sonst viel Spaß auf hoher See. Da passt es eigentlich nicht wirklich, dass der 18-jährige Carl (Neffe von Quentin) von seiner Mutter auf das Boot geschickt wird, um einen klaren Kopf zu bekommen. Dort lernt er die farbenfrohen Charaktere wie den Count (Philip Seymour Hoffman) oder David (Nick Frost) kennen. Währenddessen arbeiten Minister Dormandy (Kenneth Branagh) und sein Lakai Titten (Jack Davenport) an einem Gesetz zur Elimierung der Piratensender.

Es handelt sich um eine britische Komödie mit entsprechend schwarzem Humor in kleinen Episoden und viel Musik. Der große Plot ist eigentlich nicht so bedeutsam, außerdem ist der Film zu gut zum Spoilern. *g* Für Freunde und Fans der Serie The IT-Crowd soll erwähnt werden, dass Chris O’Dowd im Film den Radiomoderator ‘Simple’ Simon spielt und Katherine Parkinson die lesbische Köchin Felicity. Der Film lebt von seinem außergewöhnlichen Ensemble und dem britischen Flair der Komik, aber er hat auch seine dramatischen Höhepunkte. Für mich die größte Szene im Film ist, als Simon – nachdem er von einer Frau verlassen wurde – zu Beginn seiner Radiosendung das Lied Stay with me baby mimisch interpretiert. Aber es gibt sicherlich genug andere Höhepunkte für jeden. *g*

Der Film ist mittlerweile schon als DVD verfügbar mit Audiokommentar und nahezu einer Stunde an entfallenen Szenen, die wirklich toll anzuschauen sind. Ebenso lohnt sich meiner Meinung nach auch der Soundtrack (Doppel-CD) mit Klassikern von u.a. The Kinks, Jeff Beck, The Who, Procol Harum und Jimi Hendrix. Wer diese Standardwerke der Rockmusic noch nicht besitzt, hat hier eine gute Möglichkeit einzusteigen. Groovy!

Mein nächster Post wird dann wohl der obligatorische Jahresrückblick.

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Dez
28
Filed Under (Allgemein) by yodahome on 28-12-2009
Fröhliche Weihnachten!

Fröhliche Weihnachten!

Ich wünsche allen meinen regelmäßigen Lesern (laut Feedburner derzeit 13 *g*) und natürlich auch allen anderen besinnliche Feiertage und viel Freude beim Begehen eines religiösen oder weltlichen Festes ihrer Wahl.

Die diesjährige virtuelle Weihnachtskarte (mit traditionallem Grundmotiv) ist ein Mosaik (40×40) aus ca. 200 eigenen Bildern und mehr als 1000 Flickr-Fotos zum Thema Weihnachten.

Update: Weil’s mit dem Blog einige technische Probleme um die Feiertage gab, steht der Beitrag ein bissl spät online. Sorry!

Ich glaube ja, dass man im Leben niemals ernsthaft etwas abschließt sondern es lediglich für eine Zeit x links liegen läßt. So führe ich diverse Listen von angefangenen Gedanken und Vorhaben, die ich dann meist schnell vergesse bis sie mich irgendwie wieder einholen. “Understanding Comics” ist so ein Fall. Das Buch bzw. der Titel sind mir schon mindestens zwei Mal über den Weg gelaufen, beide Male als Buchtipps eines Dozenten bzw. eines Referenten aus der Computerspielebranche. Ich habe mir immer Notizen gemacht mit der Absicht das Buch zu lesen. Jetzt endlich hab’ ich das tatsächlich auch geschafft. *g*

Understanding Comics. The Invible Art” oder zu deutsch “Comics richtig lesen. Die unsichtbare Kunst” ist ein Comic über Comics von Scott McCloud. McCloud ist Comic-Zeichner und versucht in diesem Buch dem Comic als -scheinbar- noch recht jungem neuen Medium auf die Spur zu kommen. Das ist schon deswegen spannend, weil neben den großen visuellen Technikmedien wie Film, dem Web oder Internet die breite Palette der “Sequentiellen Kunst”, wie McCloud es neutraler benennt, gerne übersehen wird. Beginnend mit der historischen Entwicklung arbeitet sich das Buch, welches schon 1993 erschienen ist, durch alle wichtigen Fragen die Comics aufwerfen: Was bewirken Panels, wie stellt man Zeitverläufe und Bewegung dar oder wie wirken sich verschiedene Darstellungen auf die Interpretation des Lesers aus? Der Autor selbst führt dabei (als Comicfigur) durch seine Gedanken und bedient sich allerhand Beispiele verschiedener Künstler. Dabei soll das Buch keine Sammlung von unumstößlichen Wahrheiten darstellen, es versucht vielmehr eine überfällige Diskussion um ein recht unterschätztes Medium anzustoßen und war darin auch durchaus erfolgreich. Es folgten noch zwei weitere Bücher: Reinventing Comics (2000) und Making Comics (2006). Die muss ich dann wohl auch noch lesen (Notiz an mich…)

Besonders interessant ist das Buch insbesondere auch für Nicht-Comic-Geeks wegen seiner interessanten Ausführungen was das Konzept von Zeichen und Ikonografie beziehungsweise ihre Funktionen zum Transport von Bedeutung betrifft. Denn in Comics kann nur über die visuelle Darstellung und über Sprache – auch nur eine Sammlung abstrakter visueller Repräsentationen für Laute – kommuniziert werden. McCloud zieht dabei eine Ebene (“The picture plane”) zwischen

1. dem Ab-Bild, das eine Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit herstellt

2. der Bedeutung, welche durch ein Symbol repräsentiert wird, das keine Ähnlichkeit mit dem eigentlich Gegenstand hat (z.B. das Bild eines Gesichts und das Wort ‘Gesicht’) und

3. Der abstrakten Darstellung, die weder Ähnlichkeit noch Bedeutung haben muss.

Hier geht es also um essentielle Fragen der visuellen Kommunikation. So visualisiert McCloud beispielsweise die These, dass Bild und Text in einer Balance stehen und sich in verschiedenen Weisen aufeinander beziehen können um daraus spezifische Wirkungen abzuleiten. Wenn man bedenkt, dass wir uns in einer dominant visuellen Kultur bewegen und dazu die Gedanken des Buches aufnimmt, fragt man sich, warum unsere gesellschaftliche Idee von (Aus-)Bildung – ja liebe Insider, nicht im Sinne der StruMebi – so textlastig ausfällt.
Wie gesagt, man kann bestimmte Schlußfolgerungen kritisch betrachten, viele der Grundannahmen sind aber verstehenswert und können auch für andere Themenbereiche – beispielsweise die visuell-unterstützte Präsentation – wertvolle Anregungen geben. In diesem Zusammenhang werde ich dann bestimmt einige Ausführungen nochmals zu Tage fördern.

Scott McCloud hat auch einen faszinierenden Vortrag bei TED gehalten, der im folgenden zur Ansicht bereit steht, für alle, die das Thema gerne vertiefen möchten. (Und wehe ihr möchtet nicht!) Achja, und dann gibt’s natürlich überall im Text noch die Links zu den Büchern bei Amazon, bei denen ich immer ein Kleinigkeit mitverdiene, wenn ihr was bestellt. *g* Danke.

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Nov
24
Filed Under (Allgemein, thoughts, video) by viaYouTube on 24-11-2009

via YouTube – Face-Off With a Deadly Predator

Lange nichts gebloggt… und auch heute nur ein kurzes Video von Youtube.
Aber ein Faszinierendes aus dem Fundus von National Geographic.