Jul
27
Filed Under (Allgemein, Allgemeines, computer, english, thoughts) by yodahome on 27-07-2010
Cover of
Cover of Little Brother

Back from a short vacation to the sea I managed to read a book I had on my list for some time. “Little Brother” is a a hacker novel by Cory Doctorow. I wrote about him before (here (german) and here (german) for example) so I’m not going introduce him again and rather fast forward to the novel itself. It tells the story of protagonist Marcus Yallow aka w1n5t0n who is 17 years old and lives in San Francisco, has a thing for technology and manipulates so-called “security systems” as a hobby so he can get out of school unnoticed. One day after having done just that he and his friend witness a terrorist attack after which they’re taken in by the DHS. At a secret prison they’re interrogated for days but when they’re finally released Marcus’ best friend is missing.

This marks the beginning of a guerilla war against the DHS and an increasingly paranoid world that is willingly trading freedom for what they believe is security while it’s really general suspicion. Marcus fights back by making clever use of the enemy’s technology to turn it against him.

The story is aimed at young adults and it introduces the concept of security and cryptography on a level that is interesting, exciting and hands on. It’s modern science-fiction which for the science means that there are some gizmos that don’t really exist but easily could and most of them in fact do although they may go by a different name. For example there is an operating system called ParanoidLinux described in the book which actually motivated an equally named project to be started but it was abandoned pretty soon. However, many of the features are available in the Privatix linux distro. While SF is always thought to play in the future, “Little Brother’s” future is very much our present plus ten minutes. It describes security and control mechanisms that are already in place all around the planet aggregated in one area and how they may be used. It’s probably one of the coolest hacker books since  Cryptonomicon and it manages to communicate the dangers of the totally connected world we live in today which is especially hard to teach young people because most adults and teachers don’t really understand the subject. “Little Brother” however made me think about my privacy habits and it gives dozens of hints to get you started e.g. how to use The Onion Router to browse anonymously. A warning should be issued that you may get a little paranoid having read the book. But that’s not necessarily a bad thing.

As is usual with Doctorow’s books you can find an electronic version for free online. (Und es gibt auch eine deutsche Übersetzung). But because it’s a great book you may want to buy it.

For the Germans: Hier gibt es einen tollen Artikel der “Zeit” über das Buch.


Those links here take you to Amazon.de where you can buy the different versions of the book in German and English. I’d like to close with a quote by Benjamin Franklin, who famously said:

“They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.”

Enhanced by Zemanta

Microsoft, o que vem por aí?
Image by Daniel F. Pigatto via Flickr

Ich bin ein PC… und mir fällt nichts Neues ein.

Derzeit nervt Microsoft den geneigten Fernsehzuschauer mit seinen 7 Sekunden Demos (die als Film 15 s dauern), in denen einige der cutting-edge Features von Windows 7 vorgestellt werden sollen. Als da wären:

Achtung, subjektive Einschätzung voraus!

1. Windows Suche (START – tippen -fertig): Naja, klingt unheimlich nach Apples Spotlight (seit 10.4), mit dem Unterschied, dass ich dort tatsächlich meinen ganzen Computer durchsuche und viel mehr Dateitypen finden kann. Besser: Google Desktop Search.

2. Schnelles Starten: Mmh. Also Muttis neuer Laptop (Quadcore, 4 Gb Ram, dedizierte Grafik, Riesenungetüm, Windows 7) braucht sowohl aus’m Stand-by als auch aus dem Ruhezustand länger als 7 Sekunden. Und damit wesentlich länger als z.B. mein MacBook Pro. Vom Booten reden wir mal gar nicht.

3. Heimnetzgruppe: Wow, endlich finden sich Windows Rechner im Netzwerk! Ähm, naja Vista und 7 zumindest. Und alles andere (also mein NAS, Linux Rechner mit Samba und mein Macbook) dauert halt ein paar Sekunden. Halt mal, konnte das XP nicht auch schon?

4. Vorschaufenster: Hübsch! Gibt’s natürlich auch schon bei der Konkurrenz, aber was solls. *g*

Dann gibt’s da noch die tolle Shake (Schüttel) und die Snap (Schnapp) Funktion. Damit kann man Fenster bloßstellen (also alle anderen Fenster verkleinern) und nebeneinander anordnen (gab’s auch schon in Windows 3.1 (F)enster -> nebeneinander anordnen). Dafür gibt’s aber in der Tat zwei kleine Innovationpunkte. Das Schnappen funktioniert allerdings nicht mit zwei Monitoren. :roll:

Ich bin kein PC… der steht hier vor mir.

Spielen für eine bessere Welt

Seit kurzem ist das Video von Jane McGonigals Vortrag auf der diesjährigen TED Konferenz online. Unter dem Titel “Gaming can make a better world” stellt die Forscherin ihre Versuche vor, mit digitalen Spielen Probleme der echten Welt zu lösen. Dazu gibt’s auf der Website eine lebhafte Diskussion.

Image via Wikipedia

Conan O’Brien twittert

Es war nicht wirklich lange ruhig um ihn, nachdem Moderator Conan O’Brien seinen Job als Gastgeber der Tonight Show an Jay Leno abgegeben hatte. Zunächst legte er sich einen Twitter-Account zu und versammelte dort mit täglichen Tweets bis heute über 720,000 Follower. Er selbst folgt nur einer zufällig ausgewählten Person, nämlich der Studentin Sarah Killen, die daraufhin selbst eine gewisse Prominenz erlangte.  Jetzt geht er, weil er bis September keine Fernsehshow moderieren darf unter dem Titel “Legally Prohibited From Being Funny on Television”, auf Comedy-Tournee in den USA. Bleibt zu hoffen, dass davon auch was im Netz landet.

Kopfschüttler des Monats

Den Kopfschüttler des Monats gewinnt wohl ganz klar eine Mediengeburt namens Gregor Glanz. Ich wußte gar nicht, dass wir nun auch schon ‘Germany’s next Peterudo Alexanderjürgens’ suchen…

Reblog this post [with Zemanta]
Feb
03
Filed Under (Allgemein, Allgemeines, Meinungen, deutsch, thoughts) by yodahome on 03-02-2010
no shitting

Image by reenoreluv via Flickr

Als ich vorgestern die Steinigstraße entlang ging, musste ich nicht nur des Schnee und Eises wegen auf meine Schrittfolge achten. Viel gefährlicher und ebenso prominent platziert bedrohten mich alle paar Schritte Darmabfallprodukte. Da ich davon ausgehe, dass die Bewohner nirgendwo in der Stadt einfach so auf die Straße kacken, schließe ich daraus, das es sich um Hundehaufen handelte.
Ich habe nun durchaus nichts gegen unsere vierbeinigen Freunde und sehe auch ein, dass sie ihr Geschäft verrichten müssen. Auch dass sie dafür nicht dem Menschen nacheifern und einfach ein Wasserklosett aufsuchen ist klar. Klar wie Kloßbrühe. Nicht einleuchten will mir aber, warum die Hundehalter es offenbar nicht für notwendig erachten Pfiffis Geschäft – soeben mitten auf dem Fußweg verrichtet – dann auch zu beseitigen. Es ist eure verdammte Pflicht!

Und an die lachenden Raucher unter euch, sei erwähnt, dass das Hinterlassen von Zigarettenresten der präferierten Marke noch nicht als urbane Alternative zum Markieren des Reviers durch körpereigene Hinterlassenschaften akzeptiert wird. Bleib’ sauber Magdeburg!

In einer perfekten Welt, so glaube ich, hätten wir anstelle von Ordnungsgeldern für derartige Verschmutzungen (wie sie auch anderenorts durchaus üblich sind) ein Gesetz, das verschmutzende Raucher zum Entfernen von Hundekot und uneinsichtige Hundehalter zum Sammeln von Zigarettenkippen im Rahmen von Sozialstunden verdonnern würde.

Soviel dazu…

Okt
19
Filed Under (Allgemeines, MagdeWiki, deutsch) by yodahome on 19-10-2009
Das MagdeWiki Logo

Das MagdeWiki Logo

Am letzten Donnerstag ist das Stadtwiki Magdeburg ein Jahr alt geworden. Das Projekt wurde am 15.10.2008 eigentlich relativ spontan gestartet und ist in einem Jahr auf 455 Artikel angewachsen, die mit derzeit 321 Bildern ergänzt werden. Wir haben die Absicht, relevante Information über, um und aus Magdeburg zu sammeln, die für die Wikipedia keine Relevanz haben. Unsere Artikel stehen unter einer Creative Commons Lizenz und können unter Angabe der Quelle anderweitig verwendet werden.

Anlässlich des Jahrestages haben wir eine Rundumerneuerung gemacht. Die Software wurde erneuert, wir haben einen neuen Server und auch der optisch Auftritt wurde überarbeitet. Besonders stolz sind wir auf unser neues Logo, dass wir im Rahmen eines Wettbewerbes aus 10 Vorschlägen ausgewählt haben.

Das schöne Wetter des Sommers hat wohl dazu geführt, dass sich eher weniger neue Artikel ins Wiki verirrt haben, aber wir hoffen, dass mit den verregneten Herbsttagen nun doch die Lust wieder steigt, dem eigenen Verein, der Firma oder einer Sehenswürdigkeit einen Artikel  im Wiki zu widmen.

Zusätzlich planen wir einen neuen Bereich einzuführen, in dem Zeitzeugen persönliche Erlebnisse mit geschichtlicher Relevanz einstellen können, ohne dabei auf die Anforderungen achten zu müssen, die für normale Lexikonartikel gelten. Auf diversen Veranstaltungen, auf denen ich das Projekt schon vorstellen konnte und in Gesprächen ist mir immer wieder großes Interesse an der Idee des Regional- und Stadtwikis begegnet und ich glaube, wir sind trotz einiger Widerstände immer noch auf einem guten Weg. Selbst auf Spiegel Online taucht das Thema schon auf und es gab unlängst das erste RegioWiki Camp an der Fachhochschule Furtwangen, zu dessen Besuch ich leider keine Zeit hatte. Die Zukunft für RegioWikis sieht also sehr interessant aus, da sollte das MagdeWiki keine Ausnahme machen.

Wir brauchen euch! Falls ihr Fragen zum Projekt MagdeWiki habt oder euch beteiligen möchtet (dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, auch wenn ihr keine Artikel schreiben wollt), dann gibt’s Infos im Wiki oder ihr mailt an jens(at)magdewiki.de .

Reblog this post [with Zemanta]
Der neue Kunde

Offenbar nur dem Harvard Business Manager bekannt: "Der neue Kunde"

…pflegt ein ehemaliger Arbeitskollege zu sagen, wenn wir uns über besonders lustige oder befremdliche Ereignisse aus dem Alltag eines Einzelhändlers unterhalten. Und in der Tat, Kunden bzw. Kundinnen (eine Unterscheidung in maskulin und feminin ist aus Erfahrung nicht relevant, weshalb im folgenden die männliche Form die weibliche impliziert) sind nicht einfach nur eine beschränkte Subklasse in der Gattung Mensch sondern davon auch eine der Interessantesten.

Kunde wird man, wenn man eine für den Verkauf von Ware jeglicher Art genutzte Gewerbefläche betritt. Ich vermute, dass, würde man das Gehirn eines durchschnittlichen Menschen, der zum Kunden wird, während dieses Vorganges mit bildgebenden Verfahren auswerten, man feststellt, dass zentrale Funktionen des menschlichen Denkapparates schlagartig ihren Dienst einstellen. Insbesondere der sogenannten gesunde Menschenverstand leidet darunter. Das zumindest läßt sich aufgrund meiner intensiven teilnehmende Beobachtung während der letzten sieben Jahre attestieren.
Aus meiner Erfahrung im Bahnhofsbuchhandel habe ich zahlreiche verschiedene Kundentypen dieser speziellen Umgebung herausgearbeitet, einige davon möchte ich hier gerne spezifizieren.

1. Der “Ich-nehme-nix-von-oben”-Typ auch genannt der Schieber

Einige Kunden sind offenbar der Meinung ein besonderes Anrecht auf möglichst frische Ware zu haben. Wir sprechen hier wohlgemerkt von alltäglichen Presseerzeugnissen (Tagespresse, Zeitschriften). Darum greifen sie vom Stapel des verfügbaren Produktes nicht wie man vermuten würde das obere Exemplar sondern schieben dieses – häufig mit geübtem Griff – beiseite, um das darunter liegenden Exemplar zu vereinnahmen.  Der Schieber nimmt offenbar an, das obere Exemplar sei eine Art Leseexemplar, wobei er eben nicht berücksichtigt, dass das Lesen von Tagespresse ohne Kauf im Allgemeinen nicht erwünscht ist und geahndet wird (siehe Der Leser). Eune andere Vermutung wäre, dass der Schieber feinste Nyancen in der Abnutzung von Presseerzeugnissen binnen Bruchteilen von Sekunden visuell wahrnehmen kann. Nach intensiven Beobachtungen dieses Verhaltens habe ich persönlich ein Experiment etabliert, bei dem ich die oberen Exemplare von Zeitungsstapeln bei Gelegenheit vertausche. Ergebnisse stehen noch aus.

Zeitschriftenregal

Ordnung im Regal ist eine Wissenschaft für sich

2. Der “Ich-spreche-nicht-mit-jedem”-Typ auch genannt der Schweiger

Einkaufen ist ein sozialer Prozess – insbesondere der Bezahlvorgang. Während viele Kunden schon beim Betreten grüßen und auch ihren Einkaufswunsch in klarer Sprache formulieren können, gibt es eine beachtliche Gruppe von Kunden, die, trotz offenbar vorhandener grundlegender Artikulationsfähigkeit, es nicht vermögen, ihrem Wunsch nach finanzieller Veränderung an der Kasse akustisch Ausdruck zu verleihen. Wir als Personal gleichen dies aus, indem wir auf non-verbale Hinweise achten, wie etwa das Ablegen eine Produktes auf dem Tresen. Schlecht, wenn der Kunde auch dazu nicht Willens oder in der Lage ist. Gerne spielen wir auch “Rate, was ich kaufen will” wenn der Kunde das Produkt gekonnt verbirgt und eine abgezählte Menge Bargeld bereit hält, in der Annahme, wir würden daraus schließen können, um welche Ware es sich handelt.  Auch offensive Kontaktversuche wie eine Begrüßung oder Rückfragen (“Darf es noch etwas sein?” oder “Das ist alles dann?”) verfehlen hier oft ihre Wirkung und werden nicht als Kommunikationsangebot aufgefasst. Der Schweiger ist erkennbar an seinem demonstrativ mürrischen Gesichtsausdruck, allgemeiner Bewegungsarmut und zumindest in Magdeburg besonders häufig aber nicht ausschließlich in den frühen Morgenstunden (wir öffnen um 4.30 Uhr) anzutreffen.

3. Der “Offline-Illegal-Downloader” auch genannt der Leser

Nicht alle Kunden kennen den Unterschied zwischen einer Buchhandlung und einer Bibliothek, die Unterschiede sind – zugegeben – teils auch sehr subtil. Der zentrale Unterschied: In einer Bibliothek sind sie als Besucher eingeladen die vorhandene Literatur, auch Presse, direkt vor Ort zu konsumieren, außer einer Mitgliedsgebühr entstehen dafür keine zusätzlichen Kosten. Nicht so in einer Buchhandlung. Hier sind sie als Kunde aufgerufen, die Ware käuflich zu erwerben bevor sie sie anderenorts konsumieren können. Um ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern kann die Ware bei uns in Augenschein genommen werden, Titelseiten, Klappentexte und Inhaltverzeichnisse geben ihnen in Kürze einen Eindruck vom Inhalt des Produktes. Aus Kulanz können sie bei uns darüberhinaus Bücher und hochpreisige Presseerzeugnisse anlesen. Also nicht nur Gucken, sondern auch Anfassen. Wo gibt’s das sonst schon noch bei Produkten aus dem Convenience-Bereich?
Vielen Kunden scheint das nicht genug zu sein, besonders am Bahnhof werden Wartezeiten gerne mit Auszügen aus einem guten Buch oder einer Zeitschrift überbrückt, denn wenn man sie im Laden liest, dann kostet es ja nichts, oder? Falsch kann ich da nur sagen, doch wird der Leser vor Ort auf seinen Irrtum hingewiesen (ja, es fällt auf wenn man zwanzig Minuten regungslos mit einer Zeitschrift vor einem Regal verweilt), reagiert er zumindest irritiert, häufig beleidigt und manchmal schlichtweg beleidigend.
Darum an dieser Stelle einige Hinweise: Das Lesen von Tagespresse ist grundsätzlich nicht erwünscht, auch wenn sie nur “diesen einen Artikel suchen” oder “die Inserate nach XYZ absuchen wollen”. Schon gar nicht, wenn sie dafür mehrere Zeitungen durchblättern wollen. Tagespresse enthält die Neuigkeiten des (vorhergehenden) Tages und kostet üblicherweise weniger als zwei Euro. Die Kaufentscheidung sollte entsprechend simpel sein und sichtbar gelesene Ware ist für uns schwer verkäuflich (siehe der Schieber). Und wir haben keine Zeitungen von gestern. Ehrlich.
Es gibt keine Ecke im Laden, in der sie ungestört stehen können. Und wir sind nicht begeistert, wenn sie in den Regalen sitzen. Auf dem Boden ebenso wenig. Und nein, wir servieren keine Getränke. Unser Tipp: Kaufen sie doch das Produkt und gehen sie in ein Café!
Wir wären ihnen sehr verbunden, wenn sie angelesene Ware wieder an die Stelle ins Regal stellen könnten, aus der sie sie entnommen haben. Ja, die exakte Stelle, nicht nur ungefähr dasselbe Regal. Guter Tipp: Gleiche Produkte sehen exakt gleich aus. Danke.

Soviel für heute, beim nächsten Mal stelle ich dann den Händler, den Flüchtling und den Orientierungslosen vor.

Reblog this post [with Zemanta]
Spiegel Titel 33/09

Spiegel Titel 33/09

Im Spiegel der vorvorletzten Woche war eine Titelstory zum Thema Freiheit, Kontrolle und Recht im Internet mit dem griffigen Titel “Netz ohne Gesetz” (man beachte den beinahe lyrischen Ansatz, auch wenn’s faktisch falsch ist). Die Prämisse ist also in drei Worten formuliert und sie wird noch weiter aufgebaut. Das Netz wird charakterisiert als “Parallelwelt” in dem “das Recht nichts wert sei”. Es werden Beispiele von Rufmord, Diffamierungen, käuflichen Blogeinträgen etc. versammelt, die es zweifellos so gibt, aber was beweist das schon? Das Netz ist  so wenig Heilsbringer wie Apokalypse, es ist keine Parallelwelt, es ist die Welt – nur in digital. Alles, was man sich in der tatsächlichen (physischen) Realität vorstellen kann, findet auch im Internet statt. Diese Welt ist nicht virtuell, sie ist so real wie alles andere. Und das es dort keine Regeln gebe, ist deswegen schlichtweg falsch. Es sind andere Regeln und das Problem ist, das viele sie nicht kennen oder einhalten wollen. Dagegen muss man, das macht der Artikel auch zur zentralen Frage, durchaus etwas tun. Zustimmen muss man den Autoren dann auch, wenn sie feststellen, dass massive Aushandlungsprozesse in Gang sind: Welche Gesetze gelten im Netz? Wie setzt man sie durch? Wie schnappt man Täter, die sich überall auf der Welt befinden können?

Das ist natürlich irgendwie auch wieder typisch deutsch, dass man bei neuen Freiräumen erstmal fragt, wie man das kontrollieren kann. Wir leben nunmal in einem Land, in dem selbst das gemütliche Trinken eines Bieres auf öffentlichen Plätzen durch Verwaltung und Ordnungsamt reglementiert ist (just im Reality TV gesehen), in dem sich Nachbarn schon aus Gewohnheit vor Gericht treffen, wo jeder auf den Staat schimpft ohne zu merken, dass er selbst Staat ist und ja doch irgendwie auf dessen Regeln besteht. Der Staat (besonders der Regierungsapparat) ist wichtig, denn auch Datenschutz, der ebenfalls ein großes Problem im Internet ist, gibt’s nur per Gesetz. Das haben wir gerade wieder durch den Bericht über sogenannte Auskunfteien wie die SchuFa gesehen, Firmen steht das persönliche Recht auf die eigenen Daten eher im Weg. Im Moment ist der Staat, ja die gesamte Demokratie aber selbst in einer Art Identitätskrise (dazu später mehr).

Zentrales Problemkind sind natürlich die sogenannten Urheberrechte, die ja im Internet härter umkämpft sind als Ölquellen im Irak. Und die, so deutet man auch im Spiegel mit Verweis auf eine Rede von Reto Hilty (hier ein Interview), könnte durchaus dem Fortschritt im Weg stehen, weil sie Wissenfluß derzeit eher behindern als fördern. Und das ist in der sogenannten Wissensgesellschaft schon eine vitale Einschränkung. Dabei gibt es durchaus vernünftige Ansätze, wie man beispielsweise bei Larry Lessig oder Cory Doctorow immer wieder nachlesen kann, letzterer veröffentlich seine Romane zum Download unter Creative Commons-Lizenzen mit Derivatrecht und so entstehen Übersetzungen und sogar Hörbuchfassungen durch Dritte und stehen ebenfalls zum Download zur Verfügung. So sollte die Wissensgesellschaft funktionieren. Remixen, also das aufgreifen der Werke anderer in einem eigenständigen Werk, sollte z.B. für den privaten Gebrauch uneingeschränkt möglich sein. Wirkliche kommerzielle Nutzungen und damit verbundene Einschränkungen gibt es doch eigentlich nur zwischen Firmen. Warum muss ich als Privatperson trotzdem meterlangen Nutzungsbedingungen und Lizenzverträgen zustimmen, wenn ich mir ein Computerspiel kaufe oder Mitglied bei MySpace werde? Und auch für die Wissenschaft ist Copyright zunehmend problematisch, es führt beispielsweise dazu “[..], dass Forscher oft nicht genug Geld hätten, um die [Fach-]Zeitschriften zu abonnieren, in denen sie ihre eigenen, öffentlich finanzierten Ergebnisse publizieren.”

LONDON, ENGLAND - MARCH 25: In this photo illu...
Image by Getty Images via Daylife

Als ein weiteres Problem wird die Einhaltung der Privatheit genannt. Gerade lief im Mittagprogramm der Privaten [ha,  zwei Definitionen von privat, wie schön] wieder eine Pseudoreportage, wie leicht es doch wäre ‘private’ Informationen fremder Menschen aus Profilen bei StudiVZ, Facebook oder MySpace zu gewinnen. Alter, Freunde,Fotos, Job, Interessen und mehr kann man meist problemlos herauskriegen, jeder weiß, was du letzten Samstag getan hast. Die Lehre: Wir müssen aufpassen, was wir ins Netz einstellen.
Bullshit!!! Natürlich ist das leicht, das ist die Idee dieser sozialen Netzwerke. Einen der wenigen vernünftigen Beiträge zu diesem Thema liest man auf Spiegel Online unter dem Titel “Warum die Dummheit des Internets ein Segen ist“. Punkt 4: “Wir sollten aufhören, den Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen schamlos und ohne jede Hemmung durchs Wohnzimmerfenster starren“. Und in der Tat, ich kann auch im Café, im Kino und auf der Strasse Menschen belauschen und private Details über sie erfahren. Ich arbeite ja auch in einem Buchladen und selbst dort erzählen die Menschen mir oft unaufgefordert viele private Details. Mich interessieren die eher selten, aber was wenn ich Böses im Schilde führen würde? Und so macht auch der Artikel eindeutig klar:

Wer bei Facebook, StudiVZ oder MySpace Bilder von sich ins Netz stellt, wer von der rauschenden Party am Vorabend berichtet, der ist in der Regel keineswegs “exhibitionistisch”, wie das in den vergangenen Jahren in nahezu jedem Artikel über die Jugend und das Netz zu lesen war. Die Leute, die da kommunizieren (denn nichts anderes geschieht dort), reden ja gar nicht mit Ihnen. Sondern mit ihren eigenen Freunden und Bekannten. Ihrem privaten Umfeld. Wenn im Park jemand auf einer Bank sitzt und seinem besten Freund Fotos von der Party gestern Abend zeigt, setzt man sich ja auch nicht daneben und glotzt.

Exakt. Also, liebe faule Redakteure und liebe neugierige Personalchefs: Finger weg von meinen privaten Profilen, was ihr wissen müßt steht bei xing und wenn das nicht reicht, ich komme gerne zum persönlichen Gespräch vorbei!
Nichtsdestotrotz schadet es natürlich auch nichts, wenn man auch die Privacy Funktionen der diversen Netzwerke kennt und nutzt. Andererseits würde es einem in der physischen Welt durchaus als Verfolgungswahn ausgelegt werden, wenn man keine Gespräche mehr an öffentlichen Orten führt und dafür immer alle Türen und Fenster schließt.

Zurück zum einleitenden Gedanken: Die Demokratie ist in der Krise oder wie Hans-Ulrich Jörges es formuliert: Das entmündigte Volk. Money Quote: “Deutschland hat ein Demokratiedefizit. Es ist nur noch Zuschauerdemokratie.” Und das Gefühl kann man durchaus bekommen, wenn man die im Artikel versammelten Beispiele liest und dann noch ein paar eigene Erinnerungen dazu wirft.

Meine Hoffnung ist darum, durch die Diskussion um das Netz die Karten neu verteilt werden, denn zumindest einige der offenbar schon etabliert geglaubten Regeln kommen wieder auf den Tisch und werden neu verhandelt. Sie mobilisieren sogar eine neue politische Gruppe. Insofern sind die Fragen, die das Internet aufwirft, möglicherweise wichtige Schritte in eine neue Welt mit neuen Regeln. Denn schon Albert Einstein wußte: ” The significant problems we have cannot be solved at the same level of thinking with which we created them.”

Reblog this post [with Zemanta]
Aug
15

Das schöne am Web 2.0 ist, dass man sich auf Millionen verschiedene Arten zum Klops machen kann. Dies ist ein EXPERIMENT und zwar in jeglicher Hinsicht. Es ist mit Sicherheit nicht gut, aber ich wollte mal sehen, wie lange so’n Podcast basteln in etwa dauert und ähnlich wie meine ersten Websites kann ich in ein paar Jahren diesen Clip vielleicht als tolles Beispiel irgendwo zeigen. Also, als tolles Negativ-Beispiel natürlich. Anmerkungen und Kritik (insbesondere, aber nicht nur die von der ernsthaften Sorte) gerne hier in den Kommentarbereich.

Achtung: Aufgrund von Problemen mit dem PodPress Plugin, hab’ ich diese Funktion wieder deaktiviert.

Die Bücher, über die ich da quatsche sind:

Barry Schwartz - The Paradox of choice

Anleitung zur Unzufriedenheit (das erste auf deutsch)

Brenda Ueland - If You Want To Write

Reblog this post [with Zemanta]
Aug
13
Filed Under (Allgemein, Allgemeines, blog, blog announcement, deutsch) by yodahome on 13-08-2009
Altes Layout- Wech!

Altes Layout - Wech!

Eigentlich ist es ja schon ein bissl spät für den Frühjahrsputz, trotzdem habe ich mich kurzentschlossen an die komplette Erneuerung meines geliebten – wenn auch durchaus vernachlässigten – Blogs gemacht. Das alte System war nach und nach doch sehr langsam geworden und mein Theme ging mir mittlerweile auch auf die Nerven. Also komplett neues WordPress installiert, überflüssige Plugins rausgeworfen oder bessere gesucht, alte Posts importiert, neues Theme gesucht (weil K2 im Grunde keinen Vorteil mehr bietet und unnötigen Bauchspeck darstellt) – et Voilá!!
Nachteil ist, ich muß das Thema demnächst auch für mein Wiki umsetzen (des einheitlichen Looks wegen).

Und weil es albern wäre, nicht gleich neuen Schnickschnack einzubauen, wenn ich denn schon mal am Basteln bin, unterstützt mein Blog jetzt auch [Tataaah] Google Friend Connect. Klingt komisch, ist aber so. Außerdem möchte ich noch auf das Amazon MP3 Widget hinweisen, dass ich jetzt immer mit Lieblingsmusik bestücke (persönlich, nix automatisch). Die kann man dann übrigens auch online erwerben, besonders wenn man mir was Gutes tun möchte. :-)

Update: Ich hoffe, ich habe alles mitgenommen, was irgendwie für den Blog wichtig war. Falls ihr irgendwo Fehler oder Ungereimtheiten bemerkt, die nicht auf den Autor zurückzuführen sind, bitte mit Mails werfen. Danke!

Reblog this post [with Zemanta]