Spiegel Titel 33/09

Spiegel Titel 33/09

Im Spiegel der vorvorletzten Woche war eine Titelstory zum Thema Freiheit, Kontrolle und Recht im Internet mit dem griffigen Titel “Netz ohne Gesetz” (man beachte den beinahe lyrischen Ansatz, auch wenn’s faktisch falsch ist). Die Prämisse ist also in drei Worten formuliert und sie wird noch weiter aufgebaut. Das Netz wird charakterisiert als “Parallelwelt” in dem “das Recht nichts wert sei”. Es werden Beispiele von Rufmord, Diffamierungen, käuflichen Blogeinträgen etc. versammelt, die es zweifellos so gibt, aber was beweist das schon? Das Netz ist  so wenig Heilsbringer wie Apokalypse, es ist keine Parallelwelt, es ist die Welt – nur in digital. Alles, was man sich in der tatsächlichen (physischen) Realität vorstellen kann, findet auch im Internet statt. Diese Welt ist nicht virtuell, sie ist so real wie alles andere. Und das es dort keine Regeln gebe, ist deswegen schlichtweg falsch. Es sind andere Regeln und das Problem ist, das viele sie nicht kennen oder einhalten wollen. Dagegen muss man, das macht der Artikel auch zur zentralen Frage, durchaus etwas tun. Zustimmen muss man den Autoren dann auch, wenn sie feststellen, dass massive Aushandlungsprozesse in Gang sind: Welche Gesetze gelten im Netz? Wie setzt man sie durch? Wie schnappt man Täter, die sich überall auf der Welt befinden können?

Das ist natürlich irgendwie auch wieder typisch deutsch, dass man bei neuen Freiräumen erstmal fragt, wie man das kontrollieren kann. Wir leben nunmal in einem Land, in dem selbst das gemütliche Trinken eines Bieres auf öffentlichen Plätzen durch Verwaltung und Ordnungsamt reglementiert ist (just im Reality TV gesehen), in dem sich Nachbarn schon aus Gewohnheit vor Gericht treffen, wo jeder auf den Staat schimpft ohne zu merken, dass er selbst Staat ist und ja doch irgendwie auf dessen Regeln besteht. Der Staat (besonders der Regierungsapparat) ist wichtig, denn auch Datenschutz, der ebenfalls ein großes Problem im Internet ist, gibt’s nur per Gesetz. Das haben wir gerade wieder durch den Bericht über sogenannte Auskunfteien wie die SchuFa gesehen, Firmen steht das persönliche Recht auf die eigenen Daten eher im Weg. Im Moment ist der Staat, ja die gesamte Demokratie aber selbst in einer Art Identitätskrise (dazu später mehr).

Zentrales Problemkind sind natürlich die sogenannten Urheberrechte, die ja im Internet härter umkämpft sind als Ölquellen im Irak. Und die, so deutet man auch im Spiegel mit Verweis auf eine Rede von Reto Hilty (hier ein Interview), könnte durchaus dem Fortschritt im Weg stehen, weil sie Wissenfluß derzeit eher behindern als fördern. Und das ist in der sogenannten Wissensgesellschaft schon eine vitale Einschränkung. Dabei gibt es durchaus vernünftige Ansätze, wie man beispielsweise bei Larry Lessig oder Cory Doctorow immer wieder nachlesen kann, letzterer veröffentlich seine Romane zum Download unter Creative Commons-Lizenzen mit Derivatrecht und so entstehen Übersetzungen und sogar Hörbuchfassungen durch Dritte und stehen ebenfalls zum Download zur Verfügung. So sollte die Wissensgesellschaft funktionieren. Remixen, also das aufgreifen der Werke anderer in einem eigenständigen Werk, sollte z.B. für den privaten Gebrauch uneingeschränkt möglich sein. Wirkliche kommerzielle Nutzungen und damit verbundene Einschränkungen gibt es doch eigentlich nur zwischen Firmen. Warum muss ich als Privatperson trotzdem meterlangen Nutzungsbedingungen und Lizenzverträgen zustimmen, wenn ich mir ein Computerspiel kaufe oder Mitglied bei MySpace werde? Und auch für die Wissenschaft ist Copyright zunehmend problematisch, es führt beispielsweise dazu “[..], dass Forscher oft nicht genug Geld hätten, um die [Fach-]Zeitschriften zu abonnieren, in denen sie ihre eigenen, öffentlich finanzierten Ergebnisse publizieren.”

LONDON, ENGLAND - MARCH 25: In this photo illu...
Image by Getty Images via Daylife

Als ein weiteres Problem wird die Einhaltung der Privatheit genannt. Gerade lief im Mittagprogramm der Privaten [ha,  zwei Definitionen von privat, wie schön] wieder eine Pseudoreportage, wie leicht es doch wäre ‘private’ Informationen fremder Menschen aus Profilen bei StudiVZ, Facebook oder MySpace zu gewinnen. Alter, Freunde,Fotos, Job, Interessen und mehr kann man meist problemlos herauskriegen, jeder weiß, was du letzten Samstag getan hast. Die Lehre: Wir müssen aufpassen, was wir ins Netz einstellen.
Bullshit!!! Natürlich ist das leicht, das ist die Idee dieser sozialen Netzwerke. Einen der wenigen vernünftigen Beiträge zu diesem Thema liest man auf Spiegel Online unter dem Titel “Warum die Dummheit des Internets ein Segen ist“. Punkt 4: “Wir sollten aufhören, den Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen schamlos und ohne jede Hemmung durchs Wohnzimmerfenster starren“. Und in der Tat, ich kann auch im Café, im Kino und auf der Strasse Menschen belauschen und private Details über sie erfahren. Ich arbeite ja auch in einem Buchladen und selbst dort erzählen die Menschen mir oft unaufgefordert viele private Details. Mich interessieren die eher selten, aber was wenn ich Böses im Schilde führen würde? Und so macht auch der Artikel eindeutig klar:

Wer bei Facebook, StudiVZ oder MySpace Bilder von sich ins Netz stellt, wer von der rauschenden Party am Vorabend berichtet, der ist in der Regel keineswegs “exhibitionistisch”, wie das in den vergangenen Jahren in nahezu jedem Artikel über die Jugend und das Netz zu lesen war. Die Leute, die da kommunizieren (denn nichts anderes geschieht dort), reden ja gar nicht mit Ihnen. Sondern mit ihren eigenen Freunden und Bekannten. Ihrem privaten Umfeld. Wenn im Park jemand auf einer Bank sitzt und seinem besten Freund Fotos von der Party gestern Abend zeigt, setzt man sich ja auch nicht daneben und glotzt.

Exakt. Also, liebe faule Redakteure und liebe neugierige Personalchefs: Finger weg von meinen privaten Profilen, was ihr wissen müßt steht bei xing und wenn das nicht reicht, ich komme gerne zum persönlichen Gespräch vorbei!
Nichtsdestotrotz schadet es natürlich auch nichts, wenn man auch die Privacy Funktionen der diversen Netzwerke kennt und nutzt. Andererseits würde es einem in der physischen Welt durchaus als Verfolgungswahn ausgelegt werden, wenn man keine Gespräche mehr an öffentlichen Orten führt und dafür immer alle Türen und Fenster schließt.

Zurück zum einleitenden Gedanken: Die Demokratie ist in der Krise oder wie Hans-Ulrich Jörges es formuliert: Das entmündigte Volk. Money Quote: “Deutschland hat ein Demokratiedefizit. Es ist nur noch Zuschauerdemokratie.” Und das Gefühl kann man durchaus bekommen, wenn man die im Artikel versammelten Beispiele liest und dann noch ein paar eigene Erinnerungen dazu wirft.

Meine Hoffnung ist darum, durch die Diskussion um das Netz die Karten neu verteilt werden, denn zumindest einige der offenbar schon etabliert geglaubten Regeln kommen wieder auf den Tisch und werden neu verhandelt. Sie mobilisieren sogar eine neue politische Gruppe. Insofern sind die Fragen, die das Internet aufwirft, möglicherweise wichtige Schritte in eine neue Welt mit neuen Regeln. Denn schon Albert Einstein wußte: ” The significant problems we have cannot be solved at the same level of thinking with which we created them.”

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Theatrical release poster for the Tim Burton filmImage via Wikipedia Um es noch mal in meinem Blog zu verewigen (für später *g*): Ich habe meine Bachelorarbeit fertig und auch schon abgegeben, von dem abschließenden Kolloquium also mal abgesehen, liegt die Verantwortung nicht mehr in meiner Hand, was irgendwie auch ganz entspannend ist.

Darum war ich gestern (eigentlich vorgestern) mal endlich wieder im Tschinema und habe “Star Wars: Clone Wars” geguckt, einen CGI-Trickfilm aus dem Hause Lucasfilm, der sich thematisch mit den faszinierenden Ereignissen der Klonkriege beschäftigt, die sich zwischen den Filmepisoden Nummer 2 und 3 ereignen.
Nun bin ich ja durchaus voreingenommen, wenn es um Star Wars geht und so muß ich vorausschicken, dass ich die Geschichte schon ziemlich gut fand. Die Grafik war überwiegend auch toll, besonders während der zahlreichen Kampf- und Actionszenen, bei denen eine virtuelle Kamera ja wahnwitzige Möglichkeiten hat, aber bei einigen Nahaufnahmen sahen die 3D Gesichter und Figuren nicht ganz so überzeugend aus. Ohne den Inhalt zu verraten, es geht primär um Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker, die sich im Krieg gegen die Separatisten befinden. Anakin bekommt einen Padawan zugeteilt und muß Verantwortung übernehmen, eine interessante Facette, die in den Filmen doch gefehlt hat. Beide müssen massig Droiden plattmachen und eine Intrige des sinistren Count Dooku aufdecken.
Andere Figuren wie Padmé, Mace Windu, C3PO und R2D2 tauchen auch auf, es ist ein nettes Stell-dich-ein alter Bekannter. Tatsächlich hat man (zum Glück) nicht versucht, den Filmen nachzueifern, und so stellt sich Clone Wars eher als eine langen Folge einer Fernsehserie dar (die es nach meinem Verständnis ja auch werden sollte oder noch soll), mit einem zufriedenstellenden Ende, aber keinen tiefschürfenden Charakterdarstellungen oder cineastischen Kunstgriffen. Für alle, die Star Wars mögen und gerne sehen möchten, wie die Geschichte nach Episode II weitergeht, überaus empfehlenswert, gerade für Kinder sicher ein Brüller, die sind nach meiner Schätzung wohl auch das Zielpublikum.

Heute (also eigentlich gestern) abend hab’ ich mir dann “Sweeney Todd” reingetan, einer der vielen Filme, die ich wider besseren Vorsatzes nicht im Kino gesehen habe. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Musical und wurde von einem meiner Lieblingsregisseure – Tim Burton – inszeniert. Der holte sich nicht irgendeinen Depp sondern den Johnny gleichen Nachnahmes ins Boot, der wiederum hat wahrscheinlich sein Frau Helena (Bonham Carter) mitgebracht und zusammen haben sie eine dunkelschaurigschöne Musicaltragödie zusammengezimmert. Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an den Film, immerhin sind dunkle Schauergeschichten eine Spezialität des Burton-Depp-Teams (siehe Edward mit den Scherenhänden, The Corpse Bride, Sleepy Hollow) und ich kann sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Gewöhnungsbedürftig sind sicherlich die Hunderte von Litern Blut, die während des Films effektvoll vergossen werden, was mich doch sehr an die Blut und ‘Gore’-Filme erinnert, die ich sonst eher meide.
Die Story: Depp spielt einen ehemals schönen, erfolgreiche Barbier in London, der Frau und Tochter und ein gutes Leben hatte, aber dann aufgrund falscher Anklage verhaftet wurde und fliehen mußte. Dahinter steckt der abstoßende Richter Turpin, der selbst an der Frau interessiert ist, sie weißt ihn aber ab. 15 Jahre später kehrt der Mann nach London zurück und nennt sich fortan Sweeney Todd. Er erfährt, dass seine Frau sich selbst vergiftet und der Richter seine Tochter daraufhin adoptiert hat. Um seinen Durst nach Rache zu stillen, will der Barbier den Richter in seine Stube locken, leider kommt er nicht so richtig zum Zug, ist aber gezwungen sich alter Bekannter zu erledigen, die seine Tarnung auffliegen lassen könnten.
Zusammen mit seiner Nachbarin, der Bäckerin Ms. Lovett (Bonham Carter), wie offenbar in Todd verliebt ist,  ‘entwickelt’ der Barbier eine hilfreiche Geschäftsidee, um die Leichen verschwinden zu lassen.
Das Ende hält dann einige Überraschungen bereit, weshalb ich es hier auch nicht weiter erläutere…

Mal abgesehen davon, dass die CGI Effekte in diesem Film an einigen Stellen etwas zu sichtbar sind (was aber möglicherweise dem ungeübten Auge nicht weiter auffällt) ist der Film perfekt für Paare geeignet: Liebe, Romantik, Gesang und Johnny Depp für die Damen, massenhaft Blut, Spannung, Tragik und Johnny Depp für die Herren (*g*). Zugegeben, wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist, wird man an den zumeist gesungenen Texten nicht viel Freude haben (ich hab’ die DVD auf englisch geguckt, aber auch auf deutsch, sind die Lieder nur untertitelt). Aber das Lernen lohnt sich, denn wenn schon Musical dann bitte mit diesen Bildern. Der Film ist absolut empfehlenswert, wenn man bereit ist Gesang und Gemetzel in Kombination zu genießen. Meine Meinung.

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Google Analytics - Number NerdImage by LollyKnit via Flickrkriegs-recht.de : Datenschützer: Google Analytics rechtswidrig

Aufmerksam geworden bin ich auf den Artikel erst durch joeriben. Hier noch mehr Infos.

Kurz zusammengefasst gibt es da offenbar ein einzelnes deutsches Urteil, dass besagt, eine Websitebetreiber habe die IP eines Besucher zu löschen nachdem dieser Nutzer die Seite verlassen hat und darf diese nicht speichern.

Daraufhin haben sich Datenschützer auf das Statistiktool Google Analytics gestürzt, weil es genau das tut: Für die Erstellung der Statistiken über Besucherströme auf der Website speichert GA alle IPs der Besucher.

Nun scheint mir hier ein deutlicher Mangel an technischem Grundverständnis zu fehlen (zumindest wird da einiges zusammengeworfen), denn jeder Websitebetreiber bzw. jeder Webserver führt IMMER ein Log der Zugriffe mit. Solch ein Eintrag sieht üblicherweise so aus:

208.80.193.47 – - [12/Jul/2008:11:34:06 +0200] “GET / HTTP/1.0″ 200 7881 “-” “Mozilla/4.0 (compatible; MSIE 7.0; Windows NT 5.1; .NET CLR 1.0.3705; .NET CLR 1.1.4322; Media Center PC 4.0; .NET CLR 2.0.50727; SpamBlockerUtility 4.8.4; InfoPath.2)”

Wie man sieht geht daraus nicht nur die IP hervor, sondern neben Datum und Uhrzeit auch das Ziel und die Art der Anfrage sowie der benutzte Browser samt Betriebssystem. Anhand der IP kann ein Auswertungsprogramm wie AWStats ermitteln, ob es sich um einen eindeutigen Besucher handelt (also mehrere Zugriffe eines Users bzw. eine zusammenhängende Session), was für ein Host es ist (also den Namen auflösen, damit kann man ggf. den Anbieter des Inet-Zugangs ablesen) und wo dieser herkommt (über GeoIP zumindest grob das Land, bei Google Analytics wohl noch genauer). Das ist eine ganz gängige Praxis. Man kann das intern auf dem eigenen Server mit den Logfiles analysieren, ohne externe Dienste. (Noch mehr Infos)

Der besondere Knackpunkt bei Google Analytics (und das wird meiner Meinung nach ungenügend herausgearbeitet) ist, dass Google ggf. auch aus den anderen Datenerhebungen wie Google Suche, Google Toolbar oder anderer Google Dienste desselben Nutzers (der dann meist an einem eindeutigen Cookie identifiziert wird) Daten für die statistische Auswertung nutzen kann und dies wohl nach eigener Aussage auch tut. In der Tat gibt aber auch die GA Statistik nicht mehr Infos als eine AWStats Analyse, sie wird nur schöner präsentiert und ist leichter zu installieren. Folglich müsste mit dieser Begründung jegliche Analysesoftware und -service auf die Auswertung anhand von IPs verzichten.

Obwohl ich durchaus ein Freund von Datenschutz bin und die Gefahr durch die vielen Datenquellen innerhalb von Google auch mit wachem Blick verfolge, scheint mir hier ein übertriebenes Urteil gefällt worden zu sein das obendrein von technisch nicht sehr sachverständigen Menschen interpretiert wurde und jetzt wird die Google Sau durchs Dorf getrieben (weil man die ja eh schon auf dem Kieker hat).
Zunächst mal ist es vollkommen unmöglich für Webmaster, die IPs ihrer Besucher zu löschen, wenn man den Server nicht selbst betreut (und wer macht das schon). Der Webhoster speicherts definitiv ab, meiner (1&1) erstellt daraus für mich ebenfalls Statistiken bzw. erlaubt mir den Zugriff auf die Logfiles um dies selbst zu tun. Ich denke, als Betreiber ist das auch mein gutes Recht, schließlich darf ich mir zuhause auch merken, wer schon in meiner Wohnung war und wenn ich daraus eine Liste mache und die grafisch auswerte ist das auch meine Sache. Zugegeben, wenn ich jetzt einen Detektiv beauftrage um noch mehr über meinen Besuch herauszufinden, wird’s kriminell, aber da sehe ich auch keine Parallele, denn GA generiert mir kein Nutzerprofil einzelner Nutzer.

Ein etwas stärkerer Punkt, an dem sich die Rechtsprechung offenbar ja besonders stört, ist der Zusatz “ohne die Zustimmung des Besuchers”, aber ist es nicht eine Frage der Medienkompetenz zu wissen, dass die eigene IP auf Servern, die man besucht, gespeichert wird? Wenn ich das nicht möchte, kann ich einen Proxyserver oder Anonymisierungsdienst nutzen oder dem Internet ganz und gar fernbleiben.

Es ist überaus interessant was für ein Aufschrei durch Datenschutzdeutschland geht angesichts so einer, für meine Begriffe nicht neuen und seit langer Zeit gängigen Praxis, während sich niemand daran stört, dass Verbraucheranalysen per Payback et al oder Finanzdaten per Schufa gesammelt, ausgewertet und verteilt werden (und zumindest letzterem kann man meines Wissen nach in keinster Weise fernbleiben!)

Fazit: Ich nutze Google Analytics auch weiterhin und wundere mich eigentlich schon lange nicht mehr über die völlig unkundige und sachfremde Jurisdiktion in bestimmten Fachbereichen. Achja, und: Typisch deutsch!

Sollte ich da faktisch was in den falschen Hals gekriegt haben, dann bitte ich um Aufklärung.

Zemanta Pixie
Apr
01
Filed Under (criticism, movies, thoughts) by yodahome on 01-04-2008

Michael BayImage from WikipediaOn Sunday I wrote a little rant on “Transformers” (the movie) under the impression of just having seen it for the first time. Now a little time passed and I decided to watch the movie again with director Michael Bay’s commentary because it’s probably the least immersive way to watch a movie.
There are basically two subjects to the commentary: First is about how thankful Bay is to have all this realistic military stuff and real military personnel on the picture. He brags about having a good connection to the poeple of the Pentagon, Army and Air Force because of his earlier projects (e.g. Pearl Harbor) so he could show the most state of the art killing machines and film on location at various military bases (of course he had to accept certain concessions story-wise as a counter-favour). Second subject is how he was bashed by the fans during production for probably not making a good movie or getting things wrong.
Well, as I said before Michael Bay does action movies and therefore little else than action in movies. What I completely overlooked is that Bay is fond of making military movies (Remember “Armageddon” or “The Rock”?) . And by that I mean completely-pro-military-and-not-deadly- realistic-like-Saving-Private-Ryan type of movies. For Teenagers. Full Stop.

And so “Transformers” boils down to being a 2-hour-advertisement for toys and the military services of the USA (which, as we all know, is in desperate need of some more soldiers). I’m completely disappointed by Steven Spielberg being a producer for this kind of crap. It’s so obvious: the movie is rated PG-13 in the US (12 in Germany) but totally made up as a ‘realistic’ movie (Bay states several times during the commentary that he’s very proud of the realism, the intense use of non-digital fx etc.) so that young people won’t have problems to connect it to the real world. That’s probably also the reason why unknown and imho untalented (at least in this piece) but young and good-looking actors are starring in that ad (quote from movie:”You’re a soldier now.”). If you look at some of the final scenes they very much look like “Black Hawk Down” but in a sci-fied, almost lightly we-cannot-be-harmed-although-everything-blows-up kind of way. It’s close to disgusting. I could have not disliked it better if it just would have been a bad movie.

Money quote: “I make movies for teenage boys. Oh, dear, what a crime.” I wish it would be.

Mrz
29
Filed Under (Film, criticism, movies) by yodahome on 29-03-2008

Source: FlickrI’m a little behind with most blockbuster movies (see my pretty recent discovery of Lord of the Rings) so tonight I watched Transformers on DVD. Usually I would prefer watching it on the big screen, but it’s different with Michael Bay movies. “The Island” was the first movie ever where I had to leave the cinema for a few minutes because the picture really made me feel dizzy and sick during the action scenes in the second half.
I feel the same now I finished watching “Transformers” although it’s not as strong (I think that’s because of the smaller screen *g*).

My opinion is as follows: Michael Bay movies tend to be based largely on action. That’s a fact I think everybody agrees upon. Therefore the story cues are usually bundled up to packages of 10 minutes and put in somewhere between the action scenes. As most geeks in my age I’ve watched the tv shows (actually all the toy advertisement shows that were running in the Nineties, of course not realizing the ad part until a later age) and they tend to have the same structure, also starting and finishing off with an action sequence. There are too many characters in the movie and although the humans are there for identification they didn’t make me care for them as much as the robots. And in the end I felt like something was missing. I guess you could have done something much more profound in a motion picture and so the story is imho not so great. But here’s the weird part: The action isn’t too. Because you actually can’t see it. That’s what makes me feel sick, the pictures are cut so ridiculously quickly that I realized you cannot see anything really. Whenever you see some robot being hit, tranforming, breaking or something alike the camera angle, speed and the length of the cut make it impossible to grasp the visual information presented so it becomes noise, at least for me. It may actually depend on my very viewing habits, but it makes you feel disoriented and in fact I mostly only realized what happened afterwards. Which makes the whole experience a bit disappointing.

Thinking about it I realize that it might become a trend to waste good visual effects (or probably bad visual effects, you can’t really tell) by actually not exposing them. My favourite movies of the last years all manage to present the visuals in a way you actually get much information of any picture and you can even find more if you watch it a few times. Star Wars, The Matrix, Lord of the Rings or (as a classic) Blade Runner all invested massive work in the visual fx and they show it off. Plus they all have great story moments. I’m not sure I will watch “Transformers” again (as there are no good story moments I like, even the love scenes seemed a bit off) but maybe something like that would happen, too. It’s a long way of saying I didn’t like the film to much but I wanted to make it clear, that it’s for a reason.

I’m feeling much better now so I’m going to eat something.

Feb
23

Deutsches Fernsehen ist eine sehr eigenartige Angelegenheit. Qualität ist offenbar für viele Verantwortliche ein Fremdwort. Obwohl fast alle großen Privatsender mit ihren tollen Spielfilmen um Zuschauer werben kann kein Sender diese tatsächlich qualitativ hochwertig verwerten. Ein 90 Minuten Spielfilm wird Dank sinnfreier Werbeunterbrechungen zu 120 bis 130 Minuten aufgeplustert, wenn der Film länger ist, wird er auch schon mal gekürzt, damit die Werbung Platz findet. Damit kein Mißverständnis aufkommt, ich sehe durchaus ein, dass die Sender das Geld durch die Werbung verdienen und bei normalen ausschließlich für das Fernsehen produzierten Sendungen wie Shows oder Serien, die zum Teil sogar die Werbepausen dramaturgisch mit einbauen (siehe Heroes oder 24 im Original), kann man gegen die Werbung auch kaum was sagen. Wenn eine Sendung von 30 bis 45 Minuten einmal durch Werbung unterbrochen wird fällt das wirklich kaum ins Gewicht. Aber Kinofilme sind einfach nicht auf das Fernsehen zugeschnitten und auch durch wildes Geschnippel ändert sich das kaum. Folglich reißt einen die Werbung (bei deren Einfallslosigkeit mir eh schon regelmäßig das Essen hochkommt) jedes mal genüsslich aus dem Filmerlebnis, weshalb ich schon seit geraumer Zeit auf Kinofilme im Fernsehen verzichte. (Ätsch, keine Werbeeinnahmen auf meine Kosten!).

Trotzdem müssen die Sender ja irgendwas zeigen, zumal sie sich alle verpflichtet fühlen 24 Stunden Vollprogramm zu senden. Also werden aufgrund innerdeutschen Ideenmangels kräftig Serien aus dem Ausland importiert, leider immer mit mindestens einem Jahr Verzögerung, weshalb die echten Fans üblicherweise das Original schon lange auf DVD besitzten bevor es bei irgendeinem Sender lieblos im Sonntag Vormittag versendet wird (oder wann immer Platz ist). Weeklys werden schon bei der Erstausstrahlung zu Dailys umfunktioniert, die Synchro tut ihr übriges, auch deutsches Importfernsehen siecht vor sich hin. Wie schön wenn dann mal eine Serie ins deutsche Fernsehen kommt, die den persönlichen Geschmack trifft und außerdem noch unbekannt ist, so geschehen im Fall von “Doctor Who”, einer britischen Science-Fiction Serie, die dort seit 1963 produziert wird. (Infos aus Wikipedia) Ich hab’s mir sofort angeschaut, alle sechs Folgen, denn danach war ProSieben offenbar klar, dass kaum einer zuguckt und sie haben es wieder aus dem Programm genommen. Puff, einfach so, stattdessen wiederholen wir dann Drecksperate Houseschweiß bis zum erbrechen. Nach dem traurigen Abklatsch “Das iTeam” auf Sat 1, der zu 100% von der genialen britischen TV Serie “The IT Crowd” abgekupfert war (und zwar mies), ist das nun der zweite Fall von richtig schlechter Programmgestaltung, der mir auf den Magen schlägt. Warum kann es sein, dass in dem Land mit der größten Senderdichte (ich empfange über Analog-Satellit etwa 40 Sender, über digital gibt’s ja wohl noch wesentlich mehr) soviel Scheiße im Fernsehen läuft und wir uns die Qualitätsware auch noch im Ausland besorgen müssen?
Und wenn wir das dann schon müssen, warum nicht richtig? Tolle Synchronisation kann doch nicht so schwer sein und im Zweifel, warum eine Serie nicht einfach schon mal im Original nachts senden? Meinetwegen auf Neun Live (gehört zu ProsiebenSat1), nachdem bei den Jürgen nach 2 Stunden immer noch keiner angerufen oder der Hot Button nicht zugeschlagen hat.

In puncto Film is mir ja schon klar, dass die Sender, die ja auch alle irgendwie am Digitalfernsehen beteiligt sind und ihren Content meistbietend auf den Markt werfen wollen, uns alle lieber ins Pay TV abschieben möchten, wo die Risiken geringer sind, weil man ja nicht immer hoffen muss, dass den Blockbuster auch soundsoviel Millionen Leute sehen, es bezahlen ja eh alle pro Monat ob sie nun gucken oder nicht. Aber dafür absichtlich schlechteres Programm machen ist schon unter aller Kanone, genauso wie möglicherweise interessante Sendungen ausschließlich im kostenpflichtigen Digitalfernsehen zu versenden. Wo bleibt das Fernsehen über Internet? Ich habe kein Kabel und ich schaffe mir mit Sicherheit keine neue Schüssel samt Receiver an, wo doch die Verbindunggeschwindigkeit meines DSL Anschlusses Downloads und Streaming von Video in TV Qualität längst erlaubt. Ich zeichne viele Sendungen eh schon über meinen Online Videorekorder auf und schaue sie mir später an (kann man auch die Werbung überspringen).
Das ist die technische Dimension, noch trauriger ist die Tatsache, dass interessante Serien wie Doctor Who eingestellt werden und das Nachmittagprogramm aller Sender gleichzeitig voll ist mit Reality-Scheiß (Gerichtsshows, Kochsshows, Auswanderungsshows, SendungmitderMausfürErwachseneshows, LeckmichamArschwassindwirfüreinAssozialesPackshows, Hausbaushows, Umräumshows, Stylingshows, Modelsuchshows, Popstarsuchshows und der ganze andere Mist in dem Leute sich für wenig Geld zum Vollhorst machen). Wenn ich bei Galileo sehe, dass ein Koch versucht den berühmten Burger einer “amerikanischen Fast-Food-Kette” nachzubauen, der dann aber erbarmungslos beim”Wopper” genannt wird, dann finde ich sollte das obligatorische “Dauerwerbesendung” wieder eingeblendet werden, wie’s früher beim Glücksrad, Der Preis ist heiss oder Geh aufs Ganze üblich war. Ich hab’s trotzdem zugesehen, wußte aber, dass es einfach um die Werbung geht.

Ich denke auch man kann nur endlich viele Sendungen über XXL Steaks, Pizza, Schnitzel, Würste, Burger und Eintöpfe und deren Zubereitung machen oder anschauen, bevor sich einem der Magen umdreht. Bei mir isses jedenfalls bald soweit. Man verzeihe mir übrigens, dass ich auf ein ganz schlimmes Stück deutscher Fernsehkultur, namentlich “interaktive Call-In Shows” hier nur tangential eingegangen bin, ein Sender mit dem Schund reicht völlig, Kommentar Ende. Skurile Unterhaltung bietet übrigens auch “Kanal Telemedial”, der bei mir abends nach dem Kinderkanal läuft, aber Vorsicht, die Preise für das frei empfangbare Pay TV sind durchaus angesalzen. (Hier ein Artikel aus der Stuttgarter Zeitung) Ob man das gut findet oder nicht ist wie bei Neun Live wohl Geschmackssache. Unterhaltsam isses hin und wieder schon.

Ich persönlich ziehe mich jetzt mit meiner DVD der Serie”Quantum Leap” (zu deutsch: Zurück in die Vergangenheit“) zurück, einer wirklich faszinierenden Serie, die ich im deutschen Fernsehen lange nicht gesehen habe, genau wie Doogie Howser MD, Ein Grieche erobert Chicago, Der kleine Vampir oder auch der 6-Millionen-Dollar-Mann (nur so als Vorschlag, falls mal keine Auswanderer sich mehr filmen lassen wollen, und wo sind eigentlich die ganzen Star Trek Serien hin verschwunden??) und harre der Zeiten, in der “Verliebt in Berlin” nicht mehr die Spitze der in Deutschland produzierten TV Unterhaltung darstellt. Übrigens gibt es eine Online-Petition von Fans um Doctor Who wieder zurück ins Programm zu kriegen. Allerdings wäre das ja wohl das erste Mal seit langer Zeit, dass ein Fernsehsender auf seine Zuschauer hört. Um die geht es schließlich nicht.