I made it quite a habit to criticise televison. Mostly german television, which in my opinion does a great job at ignoring the audience most of the time. They cripple movies so they fit the ads, they replicate certain formats like crazy because they’re cheap and to some people at least create a fake impression of mild entertainment. And, for the most part, they import shows from abroad, shows that might actually be great but are put into the most invaluable timeslots. It takes some effort to find the gems on german television and they don’t always get the attention they deserve. Well, today I’d like to recommend a truly good program. And it’s not from Germany. *g*
I recently watched a number of episodes of “Inside the Actors Studio“, a remarkable television show that runs on its 16th season in the US right now and has been broadcasted in 125 countries. Funny enough although it used to be shown in Germany (on EinsFestival, an exclusive digital channel where the show is named “Ungeschminkt”) and it took about 9 years to make its way here, it’s not scheduled at the moment and I’ve never seen it on german tv which – once more – illustrates the state of the german tv cosmos. UPDATE: Just learned that it ran in german free tv as well but it’s not on at the moment.
So, what is it about? Well, during the course of every show one actor or actress, director, musician or comedian is interviewed by James Lipton about their lives and their art in chronological order beginning with birth and covering all mayor events that shaped the person and artist including their most outstanding works. In some cases groups of people visited the show for example the Cast of the Simpsons, the Cast of Family Guy or the members of Bon Jovi. The show typically lasts one hour – cut from a several hour interview – with some episodes being 90 minutes or even 2 hours long.
I understand the Actors Studio Drama school offers Master’s degree programs for actors, playwriters and directors and the interviews conducted by James Lipton, who is also the Dean Emiritus of the school, are considered classes for the students who are therefore the main live audience.
At the end of each interview there is a Q & A session with the students but before that Lipton asks the interviewee a recurring questionaire that was used for many years by Bernard Pivot on French television and is derived from the Proust questionaire. Those questions are:
It is the simplicity of this concept and the purity of the presentation that makes this show extraordinary to me. But it’s hard to explain so I’d like to recommend just giving it a look. A number of episodes are scattered over YouTube in 10 minute clips so you might just have a look here and pick a show that features one of your favourite actors (over 200 guests have already been there). If you consider that too much work let me link you to the great interview with comedian Dave Chapelle (1st of 9 parts) from 2008 and furthermore to the 200th episode in which James Lipton himself is interviewed by Dave Chapelle and some of the greatest moments on the show are collaged together. There are also DVDs of some of the shows but – and I don’t usually recommend this – many more can be found as torrents.
James Lipton himself is a vital part of the phenomenon of the show as he is a respectful host and manages to have the person on the chair next to him open up as most talk shows – and/or host – don’t allow for. He’s famous (maybe even infamous) for thoroughly researching his guest’s life and preparing a huge deck of blue note cards on which quite often he collects the most private or obscure facts, repeatedly to the guest’s astonishment. He also wrote a book on the history of “Inside the Actors Studio” named “Inside Inside“.
So next time when you’re unhappy with the television program I hope you enjoy a few moments from “Inside the Actors Studio”.
Maybe next time, I’ll pick some of our national gems currently available. We’ll see.
“Das Publikum ist träge. Man darf es nicht überfordern. ”
“Wir brauchen möglichst viele bekannte Stars.”
“Es gibt Gewohnheitsregeln der Wahrnehmung und Struktur, die einzuhalten sind.”
“Können wir nicht stattdessen eine Fortsetzung von was Bekanntem machen?”
“Das versteht doch keiner. Geht das nicht simpler?”
“Was ist eigentlich ihr Punkt? Was wollen sie sagen?”
Ich kann’s natürlich nicht beweisen, noch nicht mal aus Erfahrung sprechen, aber so oder so ähnlich stelle ich mir die Kommentare der großen Geldgeber des Film, der Studios und Produzenten, vor, wenn ihnen ein Filmemacher, der vielleicht etwas gegen den Strom schwimmt, begeistert Filmideen unterbreitet. Jeder Filmschaffende wird wohl sagen, dass es im Film Regeln gibt. Und dass man sie kennen muss, bevor man sie brechen kann. Eine solche Regel scheint zu sein, dass man sein Publikum nicht herausfordern darf, weil das so ähnlich klingt wie überfordern. Unterhaltung darf nicht anstrengend sein. Vor allem im deutschen Fernsehen hat man das verstanden. *g*
Aber um TV soll’s gar nicht gehen, sondern um den neuesten Film von Terry Gilliam mit dem herrlichen Titel ” Das Imaginarium des Doktor Parnassus“. Denn Terry Gilliam ist so ein Filmemacher, der nicht oft die Chance bekommt, ein Projekt bis zum Ende durchzubringen. Oft scheitert es am Studio, manchmal auch an höherer Gewalt. So wäre eben dieser Film beinahe am Tod eines seiner Hauptdarsteller – dem Schauspieler Heath Ledger – gescheitert. Offenbar aufgrund mangelnder Faszinativität – die angeborene Fähigkeit genuinen Fasziniertseins - seitens einiger Redakteure, handelt beinahe jeder Artikel über den Film zu großem Teil oder ausschließlich von Ledgers Tod und seinen Auswirkungen, so dass es hier nicht nochmals aufgewärmt werden muss.
Ein Hauch von Story: Ein turmartiger Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, rollt durch die Straßen des heutigen Londons. Auf der fahrenden Bühne zeigt Dr. Parnassus – ein tausende Jahre alter, zumeist betrunkener, doch unsterblicher Schamane gespielt von Christopher Plummer – eine ebenso gealterte Show, die niemanden zu interessieren scheint. Unterstützt wird er von Anton (Andrew Garfield), einem Zwerg namens Percy (Verne Troyer) und seiner Tochter Valentina (Lily Cole). Das Zentrum dieser Show ist ein magischer Spiegel, durch welchen man in die Fantasiewelt des Doktors wechseln kann. Hier wird der Besucher in einer Begegnung mit sich selbst vor die Wahl zwischen leicht oder anstrengend, eigennützig oder freigiebig, kurz: gut oder böse gestellt.
Parnassus hat die letzten Jahrtausende damit zugebracht mit dem Teufel aka Mr.Nick (Tom Waits) Wetten abzuschließen und diese regelmäßig zu verlieren. So hat er als seinen letzten Wetteinsatz seine Tochter an Mr Nick. verloren, sobald sie 16 Jahre alt wird. Dieser Geburtstag steht kurz bevor, doch der wettsüchtige Teufel schlägt eine weitere Wette vor: Wer als erster fünf Seelen für sich gewinnen kann, bekommt Valentina. Die Karten stehen schlecht, als die Schaustellertruppe den zwielichtigen Tony (Heath Ledger) findet, der halb tot am Strang von einer Brücke baumelt. Sie können ihn jedoch retten und als Dank, hilft er ihnen die Show zu ‘modernisieren’. Allein seine Beweggründe bleiben ein Rätsel, wenn auch nicht für lange…
Gilliam ist kein Freund von linearen Plots und klassischen Dreiaktern, seine vergangene Filme sind von daher oftmals schwer zugänglich. Seine Stärke hingegen ist das Visuelle. Das sagt er selbst, schon für Das Leben des Brian war er deswegen dem Regiestuhl ferngeblieben und hatte sich im Produktionsdesign ausgetobt. Filme wie Jabberwocky, seine Interpretation der Abenteuer des Baron Münchhausen oder Time Bandits zeigen die bildgewaltigen Welten, die nur Gilliam erschaffen kann. Auftragsarbeiten wie König der Fischer oder Twelve Monkeys waren kommerzielle Erfolge, aber seine eigenen Geschichten taten sich immer schwer im Mainstream, obwohl er besonders bei Literaten scheinbar großes Vertrauen genießt. So wollte J.K. Rowling eigentlich Gilliam den Potter verfilmen lassen, auch für Der goldene Kompass und Charlie und die Schokoladenfabrik war er Wunschkandidat, scheiterte jedoch immer an den Studios, die sich nach wie vor schwer tun, Gilliam richtig Geld in die Hand zu geben.
Auch dieses Imaginarium, welches im Grunde eine Parabel auf Gilliam selbst ist, entfaltet sich nur langsam vor den Augen des Zuschauers, aber es ist zugänglicher als viele andere seiner Filme. Diverse Reviews legen nahe, das Gilliam so diszipliniert wie selten vorgeht. Es geht um universelle Ideen, wie der nie endende Kampf von Gut und Böse, den Stellenwert von Fantasie und Vorstellungskraft in unserer Gegenwart und nicht zuletzt wie Menschen dazu im Verhältnis stehen. Mehr als einmal kommentiert der Film sich selbst, beispielsweise wenn Betrunkene zu Beginn Flaschen nach den Schaustellern werfen und sich niemand findet, der bereit ist, sich auf die Wunderwelt einzulassen. Oder am Schluß, wenn Parnassus von einem Jungen gefragt wird, ob es ein Happy End geben wird und er antwortet: “Dafür können wir nicht garantieren.”
Bei Gilliam gibt es kein Schema F und noch immer sucht er mit seinen Filmen ein Publikum, dass eine Herausforderung zu schätzen weiß. Das den Film nicht abspulen und vergessen sondern erleben und mitnehmen will. Während zwei Säale weiter Camerons 3D Ungetüm als der nächste revolutionäre Schritt des Kinos gefeiert wird (mit dem sich zudem vortrefflich Geld scheffeln läßt), wirkt der Fantasmus, die Brillianz und die Weirdness vom Imaginarium des Doktor Parnassus in der Tat hin und wieder wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, ähnlich wie das Wandertheater, welches er zum Inhalt hat. Doch täuschen sie nicht: Großartige Darsteller, berauschende Bilder und tragende Gedankengebäude machen dies zu einem Film “voller halbfertiger und fertiger Ideen, was im Ganzen mehr Ideen sind, als andere Filme auch nur erwägen.” (frei übersetzt Boston Globe)
Fazit: Absolut empfehlenswert! Kein Popcorn nötig. *g*
Liebe/r Leser/in,
ich begrüße dich im neuen Jahr 2010, dem Jahr der Fussball-WM in Südafrika, dem finalen Abschluss der Agenda 2010, dem erste Jahr der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts.
Man sollte das neue Jahr vielleicht mit leichtem Lesestoff beginnen, etwas unterhaltsam Erbauliches oder etwas, das die eigene Humorzentrale in Schwingungen versetzt. Stattdessen möchte eine Buch (und ein Hörbuch) vorschlagen, welches Faszinierendes zum philosophischen Fundament unserer Gesellschaft anzumerken hat. Es handelt sich um ein Buch von Scott Adams, der dir, geneigte/r Leser/in, möglicherweise von seinem erfolgreichen Comic “Dilbert” und den diversen dazu erschienenen Büchern bekannt ist. “God’s debris – A Thought Experiment” hat mit Dilbert aber überhaupt nichts zu tun, es zeigt vielmehr die philosophische Seite von Adams, der auch in seinem Blog immer wieder seine Leser mit wilden Theorien und Gedankenexperimente konfrontiert, ohne sich selbst und seinen Standpunkt dabei allzu ernst zu nehmen.
Die beiden Hauptcharaktere des Buches sind gleichsam auch die einzigen Charaktere. Der Protagonist ist ein Paketlieferant, der ein Paket an einen alten Mann genannt Avatar ausliefert. Dieser verwickelt ihn in ein Gespräch um Gott und die Welt, der daraus folgende Dialog ist zentraler Gegenstand des Buches.
Der Avatar diskutiert zunächst einige zentrale Begriffe wie “freien Willen” (free will) und das K0nzept “Gott”. Er argumentiert außerdem dafür, dass das menschliche Gehirn lediglich ein Täschungsgenerator (delusion generator) ist, weil es nicht dazu in der Lage ist, die komplexe Welt tatsächlich zu verstehen und als Ersatz dafür vereinfachte Modelle schafft.
Basierend auf diesen Grundmotiven behauptet der Avatar, dass anzunehmen ist, dass es für einen allmächtigen Gott nur eine wirkliche Herausforderung, nur eine Motivation geben kann: Selbstzerstörung. Daraus folgert er, dass Gott sich selbst zerstört hat und alles was existiert (inklusive der Menschen) Gottes Trümmer sein müssen. Diese bestehen aus zwei Komponenten: Materie, in einer uniformen stofflichen Form, die so klein ist, dass wir sie noch nicht entdeckt haben, und Wahrscheinlichkeit (Probability). Aus dieser Annahme speisen sich die folgenden Theorien und Erklärungen, die sich über astronomische und physischen, gesellschaftliche und philosophische Sphären erstrecken. Letztendlich schickt sich der Avatar an, uralte philosophische Fragen zu diskutieren, wobei er immer wieder darauf verweist, sich auf die einfachsten möglichen Erklärungen zu berufen.
So wird im Buch das Leben und unsere Existenz als ein Prozess des Wieder-Zusammen-Setzens von Gott interpretiert, weil scheinbar nur auf diese Weise eine erklärbare Motivation für unsere Existenz vorhanden wäre.
Der Untertitel “Ein Gedankenexperiment” ist hier nicht nur inhaltlich zu sehen: Das gesamte Buch fordert den Leser dazu auf, zunächst andere Erklärungen und Denkansätze zu akzeptieren und die eigenen Überzeugungen kritisch zu prüfen. Letztendlich sollen aber keine Antworten gegeben sondern neue Fragen aufgeworfen werden. Die ‘einfachen’ Erklärungen sind interessante Möglichkeiten, aber nicht unbedingt viel mehr.
Mich persönlich haben einige Gedanken durchaus fasziniert, teilweise stößt man mit ein bißchen Überlegung auch schnell an Grenzen. Gibt es eine natürliche Tendenz zu einfachen Erklärungen? Und hat das überhaupt Konsequenzen für das Individuum? Adams behauptet außerdem, er habe beim Schreiben des Buches eine Hypnosetechnik eingebaut, die dem Leser ein positives Gefühl des Erkenntnisgewinnes geben soll. Eine gewisse erleuchtende Wirkung kann man durchaus verspüren, ob das Aha-Erlebnis durch die Hypnose ausgelöst wird, kann natürlich kaum belegt werden.
Wer gerne geistige Luftschlösser baut oder einreißt, sollte hier unbedingt mal seine Nase reinstecken, das Werk liegt aussließlich im Englischen vor, dafür ist das eBuch sogar gratis herunterladbar. Nichtsdestotrotz kann man es auch käuflich erwerben. Ich persönlich habe es mir vorlesen lassen, ein Hörbuch ist bei Audible über den iTunes Store für knappe 4 € zu erstehen. Es gibt auch eine Fortsetzung mit dem Titel “The Reglion War”, dies sei jedoch nur der Vollständigkeit wegen erwähnt, ich habe es nicht gelesen. Bis jetzt.
Liebe Grüße!
WARNUNG: Dieser Beitrag ist NICHT Spoilerfrei sondern nimmt dezidiert Inhalte des besprochenen Films vorweg, wenn sie den Film also nicht gesehen haben udn sich den Spass nicht verderben wollen, lesen sie einfach nicht weiter.
Mit etwas Verspätung bin ich dann gestern doch einmal ins Tschinema gegangen, um mich mit dem neuen “Star Trek”-Film mit dem unsubtil-offensichtlich-neu-definitorischen Titel “Star Trek” sowohl inhaltlich als auch formal auseinanderzusetzen. Ich bin großer Star Trek – Fan, mit TNG aufgewachsen und war spätestens mit Ende des Teenagerzeitalters komplett im Star Trek – Universum sozialisiert. Insofern war meine Ausgangsmeinung eher kritisch, zumal der letzte Star Trek Streifen (“Nemesis”) zwar gute Momente hatte, mich insgesamt aber doch sehr enttäuscht hatte.
Die Kunde verbreitet sich ja rasend schnell im Internetzeitalter und ich hatte also schon aus diversen Quellen positive Kritiken vernommen, freute mich also durchaus auf den Film und auch darüber, die englische Originalversion zu konsumieren. Synchronisation wirken immer ein bißchen entrückt zumindest wenn man die Möglichkeit hat mit den Original zu vergleichen, weswegen ich bisweile gleich darauf verzichte und mich lieber damit abfinde, dass ich bestimmte Sätze erst beim zweiten Mal komplett verstehe. Manchmal.
Die Sprache sollte sich aber im Verlauf auch gar nicht als so großes Problem erweisen, denn die Dialoge sind durchaus nicht das Herzstück des neuen “Star Trek”s. Die Geschichte ‘kurz’ umrissen:
In der Zukunft (24. Jahrhundert, also zu Zeiten von Picard und Co.) ist Spock Botschafter bei den Romulanern, warnt diese vor dem drohenden Kollaps der Sonne und will zu deren Rettung vulkanische Technologie einsetzen. Große Unterstützung erfährt er dabei nicht, nur ein junger Captain eines Bohrschiffes ist von seinen Absichten überzeugt. Jener Captain (“Nero”) bringt Spock nach Vulkan, der bedient sich eines neuen Schiffes und sogenannter “roter Materie” und macht sich auf, die Supernova aufzuhalten, weil sie auch den Rest des Quadranten bedroht. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf, die Sonne wird zur Nova, Romulus wird zerstört. Nero schwört Rache an Spock, baut sein Schiff um und malt sich das Gesicht an, während Spock seinen Auftrag ausführt, nur eben etwas zu spät. Beide werden durch das Schwarze Loch unabsichtlich in die Vergangenheit versetzt, wo sich dadurch eine alternative Zeitlinie etabliert. - Dieser Teil der Geschichte kann im Star Trek – Countdown Comic detailliert nachgelesen werden, er wird im Film selbst auch eher undeutlich rekonstruiert. -
Nero greift die U.S.S. Kelvin an, auf der George Kirk kurzerhand zum Captain wird und die gesamte Besatzung, unter ihnen seine Frau mit dem noch ungeborenen James T. Kirk, rettet, indem er selbst zurückbleibt und die Kelvin mit dem Feindschiff kollidieren läßt. Wir werden Zeugen wie Kirk auf der Erde und Spock auf Vulkan aufwachsen, beide als Außenseiter in ihren jeweiligen Welten, wie beide zur Sternenflotte kommen und sich dort begegnen. Von Freundschaft kann keine Rede sein. Sprung, schon muß die brandneue Enterprise (unter Captain Pike) ihre Jungfernfahrt zur Verteidigung des Planeten Vulkan antreten, der von Neros Bohrschiff angegriffen wird. Trotz spektakulären Einsatzes von Kirk (erster Offizier nicht Captain) und der restlichen Crew, wird Vulkan mittels der “roten Materie” ebenfalls spektakulär zerstört, Spock (jetzt Captain, weil Pike von Nero gefangen) kann seinen Vater aber nicht seine Mutter retten. Kirk und Spock streiten sich über den Fortgang der Mission, Spock setzt Kirk außer Gefecht und läßt ihn auf einem Eisplaneten zurück(!) wo er erst den Zukunfts-Spock (Leonard Nimoy) und dann Scotty trifft, letzterer beamt ihn und sich nicht aber den alten Spock auf die Enterprise (während Warpgeschwindigkeit!). Kirk provoziert Spock -jung-, der muß daraufhin den Stuhl räumen, Kirk ist Captain und befiehlt das Bohrschiff anzugreifen. In einem furiosem Endkampf sabotieren Kirk, Spock et al das Schiff, verhindern den Untergang der Erde und retten den Tag. Letztendlich begegnen sich noch der alte und der junge Spock, Kirk wird offiziell Captain der Enterprise und das Ende ist offen. Puh.
Ja, das ist echt viel Story für einen einzigen Film und so hetzt man auch von einem Plotpunkt zum nächsten. Die Bildinszenierung unterstützt das auch durch wesentlich hektischere Actionszenen, die den Film weitgehend dominieren. Der Look ist gut, nicht un-trekkisch auf alle Fälle, viele Aspekte der klassischen Serie wurden wenn auch modernisiert übernommen, hier gibt es nichts zu meckern. Anders bei der Story, es gibt immer wieder Situationen die arg konstruiert wirken, man bemerkt unangenehm, wie J.J. Abrams da offenbar eine mentale Strichliste abgearbeitet hat. Viel steckt drin, darum auch einige schöne Momente, und das Filmerlebnis ist überaus atemberaubend, visuell wie akustisch. Doch am Ende des Tages stellen sich dem Zuschauer Fragen: Bei all dem Stress, was ist eigentlich der Payoff? Vulkan zerstört, die Zeitlinie offenbar permanent verändert, alles ist anders, aber heißt das auch besser? Und: Ist das jetzt Star Trek? Um es kurz zumachen, ich denke: Nein. Und das hat man ja auch im Vorhinein kommuniziert, ein Film für alle sollte es werden, für neue Fans, mehr wie Star Wars, massenkompatibler, weniger verkopft und intellektuell. Hmm, aber ist nicht genau das die Essenz von Star Trek?
Erfolg ist wichtig, zweifellos, und das eine Neuauflage alter Inhalte großartig klappen kann, hat man bei Ronald D. Moores ‘reimagined’ Battlestar Galactica sehen können. – Moore war übrigens ein wichtiger Autor für Star Trek TNG, DS9 und Voyager. Wer hätte das gedacht… – Ich glaube aber, Star Trek ist eben nicht Star Wars. Star Trek verkörpert die Idee von Gene Roddenberry, dass der Mensch sich in einer nahen, vorstellbaren Zukunft nicht nur technologisch sondern auch als Gesellschaft, Gemeinschaft und Rasse weiterentwickelt. Star Trek ist Hoffnung und hat nicht nur die Welt des Films sondern die ganze Welt entscheidend beeinflusst. Es war immer eine Parabel auf unseren Planeten und seine Mißstände, oft mit deutlichen Verknüpfungen und politischen Auseinandersetzungen. Und Probleme löste man nicht – oder nicht nur – mit dem Phaser, sondern durch Verstehen, Denken, Selbsterkenntnis und, oh welch’ ein Frevel, in dem man Dialoge führte. Auch gerne mal während man sich beschoss. Star Wars hat durchaus auch eine Geschichte zu erzählen, aber im Vergleich zu den meist profunden moralischen Erkenntnissen aus Star Trek, den über Jahrzehnte ausgestalteten Charakteren und den üblicherweise eher sinnbildlichen Kämpfen, ist diese schlicht volkstümlich und simple Unterhaltung. Durchaus wie die vom neuen “Star Trek”-Film.
Der Kunstgriff ist hier in der Tat, alles Bekannte explizit beiseite zu schieben und aus Versatzstücken ein neues Franchise zu kreieren, mit dem man ein neues Publikum erreicht und Geld verdienen kann. Das kann man aber eben, wie BSG zeigt, auch mit intelligenten Geschichten und ohne so durch den Plot zu hetzen. Letztlich ist der -vermutlich- erste Film des neuen Star Trek Universums eine zweistündige Exposition, es geht primär um Kirk und Spock und um die Etablierung einer neuen Basis, einer neuen Bildsprache, eines neuen Kontextes. “Star Trek” wie wir es noch nie gesehen haben, war das Versprechen. Irgendwas-das-entfernt-an-Star-Trek-erinnern-könnte wurde geliefert. Man hat auch durchaus einige Perlen für Fans in den Film eingestreut (z.B. spricht Majel Barett Roddenberry zum letzten Mal den Schiffscomputer der Enterprise), aber das Gefühl der Hoffnung, die positive Idee von einer Zukunft, in der die Menschen besser sind, daran konnte der Film zumindest für mich nicht anknüpfen. Zugegeben, es ist ein schweres Erbe, aber vielleicht hätte man weniger Wert auf die Effekte und mehr Wert auf eine Geschichte legen sollen, die des Franchises würdig ist.
Als letzte Note bleibt auch die Musik von Michael Giacchino (u.a. “Ratatouille”) stark hinter den tollen Soundtracks von Alexander Courage (welcher wenigstens zitiert wird), oder Jerry Goldsmith zurück, mehr Percussion als alles andere, bombastisch wie das visuell omnipräsente Linsenflimmern, aber letztlich nicht markant, erhaben oder irgendwie emotional. Ich hoffe, dass “Star Trek” in Zukunft die neue Dynamik mit der alten Bedeutungshaftigkeit verknüpfen kann, solange scheint mir aber die Arbeit am Franchise noch in der Beta-Phase und das Universum ist, wie die frühen Trailer des Filmes es formulierten, noch “Under Construction”.
Fazit: Toller Sound, tolle Effekte, tolles Popcorn-Kino, wenig Star Trek
Nun ja, ich habe diesen neuen PC (das wäre durchaus auch noch einen Blogeintrag wert #notiert) und das bedeutet, dass ich einige Spieletitel, für die meine Hardware bislang nicht zugänglich war, endlich mal ausprobieren konnte. Und da hab’ ich dieses hier nach kurzem Anspielen gleich selbst erworben: Assassin’s Creed. Dabei handelt es sich essentiell um ein Jump’n'Run in 3D. Im Jahre des Herrn 1192 kontrolliert man den Assassinen Altair, dessen Aufgabe es ist Menschen umzubringen. Die ‘Killerspiel’-Fraktion darf dann jetzt mit lesen aufhören, sonst wird das Bild womöglich zu differenziert. Alle weg? Gut.
Das Credo der Assassinen lautet so lautlos und unauffällig wie möglich vorzugehen und niemals Unschuldige zu töten. Um seinen Job zu erledigen muss man zunächst Informationen über sein Opfer sammeln und die Lage sondieren. Dazu gibt es kleine Quests wie Taschendiebstähle, Flaggen sammeln oder auch mal kleine Morde unter Freunden. Hauptwaffen sind dabei Schwert, Messer und dergleichen. Die Devise lautet: Nicht erwischen lassen! Im Grunde wie im richtigen Leben, ist einem sofort die Stadtwache auf den Fersen, wenn man bei einem Verbrechen beobachtet wurde. Dann muss man so schnell wie möglich außer Sichtweite laufen und in Heuballen oder inmitten einer Gruppe Menschen untertauchen, bis sich alle wieder beruhigt haben (was zum Glück meist nicht länger als 10 Sekunden dauert).
Der eigentliche Clou sind aber die wunderschönen Klettereinlagen. Um die Umgebung zu erkunden (wo beispielsweise Quests sind und um bedrohte Bürger auszumachen) muss man in diversen mittelalterlichen Städten wie Damaskus und Jerusalem Türme und andere hohe Gebäude erklimmen um dort seinen Adlerblick schweifen zu lassen. Das sich Altair an fast jedem Vorsprung festzuhalten vermag, kann man beinahe jede Wand oder Mauer im Spiel beklettern, was sich auch bei der Flucht oder beim allgemeinen Durchstreifen der Städte sehr gut macht und einem auch visuell ein tollen Blick ermöglicht. Zwischendurch darf man dann noch das Umland auf dem Rücken eines Pferdes durchstreifen um von A nach B zu kommen, mit jedem neuen Mordauftrag rückt man so immer mehr einer eigenartigen Verschwörung auf die Pelle. Um was es sich dabei handelt, weiß ich selbst noch nicht, denn so weit habe ich noch nicht gespielt. 
Die Rahmengeschichte für dieses Szenario erklärt die futuristische Oberfläche, denn eigentlich seid ihr nicht Altair sondern einer seiner sehr späten Nachfahren im (geschätzten) 21. Jahrhundert und werdet gezwungen euch in einem Gerät namens Animus eurer genetischen Erinnerungen an Altair gewahr zu werden. Je synchroner ihr euch zu den Erinnerungen verhaltet, desto besser. Wenn man zu stark verletzt wird, verliert man Synchronität (nicht etwa Lebenspunkte) und fliegt quasi aus dem Simulator. So erklären die Macher mehr oder weniger glaubwürdig die zahlreichen Hilfen wie eine digitale Karte, farbige Markierungen im Bild, das HUD und dergleichen, die es so im Mittelalter eben nicht gegeben haben kann. Spannend ist das allemal, wenngleich das auch ein bissl konstruiert wirkt, so als ob die Entwickler hier noch eine Schicht Story eingezogen haben, um mehr Distanz zum eigentlichen Inhalt zu schaffen. (Warum würde man das wollen?)
Wie auch immer, nach etwa 15 Stunden spielen, muss ich feststellen, dass das alles sehr viel Spass macht und sehr detailliert umgesetzt wurde. In weiten Teilen lässt das Spiel offen, wie aggressiv/gewaltätig man sich verhalten will, lediglich einzelne Quests und die Hauptziele des Assassinen muss man tatsächlich töten, ansonsten kann man das sehr wohl vermeiden und im Zweifel einfach weglaufen. Das ist nicht feige, sondern Teil des Spielprinzips und damit schon fast ein mutiges Features.
Die Grafik ist sehr schön anzusehen (siehe auch den HD Trailer) und zusammen mit dem Sound wird eine sehr schöne Atmosphäre geschaffen, die zumindest vom Gefühl her dem Mittelalter sehr nahe kommt. Das muss deswegen hervorgehoben werden, weil ja viel zu viele Hersteller von Unterhaltungssoftware selbiges von ihren Produkten behaupten und das häufig zu Unrecht. Bei Assassin’s Creed wird das Hinsehen aber schlichtweg nicht langweilig. Und wenn man sonst gar keine Lust hat dem Spiel zu folgen, kann man einfach ein paar Sprünge über die Dächer von Damaskus machen, immer dem Sonnenuntergang entgegen oder mal eben den höchsten Turm der Stadt erklimmen, nur der Aussicht wegen. Nach meiner Meinung sind es diese Freiheiten, die einen erst richtig in die Welt versetzen. Außerdem zeigt es, dass die Designer richtig Arbeit in die Details gesteckt und keine Angst haben müssen, wenn der Spieler alles genau unter die Lupe nimmt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu der “Prince of Persia“-Reihe, die sich ebenfalls durch sehr flüssige Bewegung und Gymnastikeinlagen auszeichnet, ist nicht zu leugnen, immerhin stammt es vom selben Hersteller. Da freut es zu hören, dass ein Sequel schon in der Mache ist (siehe Link am Ende).
Insgesamt bekommt Assassin’s Creed von mir den Daumen hoch (79 von 100 Punkten bei metacritics). Es ist durchaus ein Spiel für zwischendurch, denn die Aufträge sind schon relativ abwechslungsarm und man muß nicht groß umdenken, wenn man einen Auftrag erledigt hat. Die Vehemenz des Widerstandes durch die Wachen nimmt im Laufe des Spieles zu, allerdings auch die eigenen Fähigkeiten und so sieht man sich eigentlich immer einer realistischen Herausforderung gegenüber. Die Motivation kommt für mich aus der Inszenierung + spannender Story + tolles, sauberes Gameplay, da können sich andere Spiele was abgucken. Nach Super Mario Galaxy ist Assassin’s Creed ein tolles Jump’n'Run für die Großen (in D ab 16 freigegeben, PEGI ab 18) und momentan auch zum Budgetpreis erhältlich, so dass eigentlich kein realistischer Grund existieren dürfte, es nicht zu kaufen.

Assassin’s Creed ist für PC, XBOX360 und Playstation 3 erschienen.
So, ich wollte einen kleinen Überblick über meine aktuellsten Anschaffungen im Spielebereich geben und fange mal mit etwas Beiläufigem an (= Casual). Das Spiel heißt “World of Goo” und ist ein physikalisches Puzzlespiel. Aus verschiedenen kleinen Kugeln, die aus einer rätselhaften Masse besteht und untereinander feste Verbindungen eingehen können, bastelt man sich Gebilde um zwei Punkte miteinander zu verbinden.
Schon der Prototyp “Tower of Goo”, bei dem man einfach einen möglichst hohen Turm bauen sollte, machte irrsinnig Spaß, “World of Goo” ergänzt das geniale Spielprinzip durch ein abwechslungsreiches Level-Design und eine abgedrehte Story, die die Levels untereinander inhaltlich verknüpft. (Hier mehr Infos zur Entstehung von WOG -englisch-)
Das Spiel ist das erste Produkt des unabhängigen Spielentwickler 2D Boy. Den Prototyp hatte man für ein Rapid-Prototyping-Projekt (wo es Ziel ist, so schnell wie möglich ein grobes Spielkonzept zu entwickeln und umzusetzen, also quasi einen Wegwerf-Prototypen zu erstellen) entworfen und das fertige Spiel hat aus allen Richtungen eigentlich nur Lob eingeheimst. Diverse Preise u.a. bei den Independent Games Awards 2008 und hohe Bewertungen sprechen im Grunde für sich. Ein paar Videos tun möglicherweise ihr Übriges.
Meine Meinung: Das Spiel ist grafisch sehr einfallsreich (nur eben in 2D, was heutzutage ja als Gedanke an sich schon selten wenn nicht gar innovativ ist) und das Gameplay fetzt einfach. Mit den verschiedenen Goo Bällen und den aberwitzigen Levelideen (und den bisweilen verwirrenden Hinweisschildern) wird aus der simplen Idee ein sehr schönes Spiel mit mehreren Stunden Potential. Die Story verbindet die Levels und Spielbereiche nicht nur einfach sondern ist wirklich liebevoll ausgetüftelt. Toll auch der freie Modus, bei dem man auch übriggebliebenen Goo-Bällen einen möglichst hohen Turm bauen soll dessen Höhe dann mit anderen Spielern per Internet verglichen wird.
Von mir gibt’s dafür 5 Sterne und daumen hoch, soviel Spaß mit Casual Gaming gab’s zuletzt bei Bejeweled (und Wii Music, was ich später auch noch bespreche *g*). Und es ist ein tolles Beispiel, dass es wieder gute Spiele jenseits des Mainstream gibt.
“World of Goo” gibt’s auf PC online bei Steam, auf der Wii als WiiWare-Titel und auch klassisch als Schachtel für 19,99 € (z.B. bei Amazon).

Wenn Großeltern – beispielsweise meine Omas – von ihrem Leben erzählen, sprechen sie häufig von der Zeit vor, während oder nach “dem Krieg”. ‘Der Krieg’, das bezieht sich üblicherweise auf den 2. Weltkrieg (1939-1945) , hin und wieder auch auf den 1. (1914-1918). Das sind zweifellos die beiden zentralen Zeitmarken des 20. Jahrhunderts, besonders aber in der Jugendzeit der betroffenen Generation.
Große Teile der westlichen Welt haben daraus gelernt und lassen zumindest keine Kriege mehr auf ihrem Territorium stattfinden. Sie verlegen sie einfach, so geschehen im aktuell noch stattfindenden Irakkrieg der Amerikaner. Vietnam, Golfkriege, Grenzkonflikte wie im nahen Osten und allerhand andere militärische Auseinandersetzung, die man durchaus nicht kleinreden sollte, zeigen, dass man an vielen Orten in der Welt die Botschaft der Weltkriege nicht mehr präsent zu haben scheint oder gar niemals verstanden hatte. Und die Tatsache, dass Kriege viel kürzer und wesentlich fragmentierter stattfinden als noch vor 70 Jahren, scheint die Akzeptanz auch noch zu steigern. Für uns, die wir nicht in Kriegsgebieten leben, ist der abendliche 3-Minuten Zusammenschnitt meist entschärfter, autorisierter Bilder in den Nachrichten, offenbar nicht mehr als eine Simulation, eine Inszenierung von vielen, denen wir kaum noch Beachtung und – teilweise mit Recht – auch keinen Glauben mehr schenken und damit ausblenden, dass um uns herum in der Welt jeden Tag sinnlos Menschen sterben.
Momentan können wir medial miterleben, wie Israel mit einem massiven Militäreinsatz gegen die Hamas vorgeht, eine Terrororganisation, die offenbar für Israel eine latente Gefahr darstellt und das schon seit längerer Zeit. Das Problem im nahen Osten ist allerdings schon mehr als 60 Jahre alt (der Wikipedia-Artikel über Israel bietet eine guten Überblick) und wird auch mit dem angestrebten Ende der Hamas wohl kaum gelöst werden. Aber wie so oft im wahren Leben, gibt es keine White-Hats und Black-Hats in diesem Konflikt, denn die Reaktion Israels auf die durchaus nachvollziehbare Bedrohung scheint mir vollkommen unangemessen und es ist wohl deutlich, dass Kräfte auf beiden Seiten die Auseinandersetzung immer wieder anheizen. Israel hat nur aus historischen Gründen das Verständnis und die Unterstützung der Staatengemeinschaft, moralisch ist das Vorgehen höchst zweifelhaft.
Israel hat die beste Armee- und Militäraustattung der Region, sie haben sehr wahrscheinlich sogar Atomwaffen, trotzdem sieht man sich offenbar immer noch in der Opferrolle, stellt die Militäraktion als Verteidigung dar. Ich finde das eigenartig. Kanzlerin Merkel macht die Hamas für die erneute Eskalation des Konfliktes verantwortlich, was mich persönlich schon enttäuscht, aber alles andere wäre womöglich politisch unkorrekt gewesen. Tatsache ist, dass man keiner der beteiligten Parteien eine Schuld absprechen kann oder gar den Sieg wünscht.
Und so bleibt am Ende nur die Feststellung, dass so kurz nach Weihnachten offenbar die Welt schon wieder in ihre alten Verhaltensmuster verfällt und letztendlich unsere Aufmerksamkeit den unschuldigen Zivilisten gelten muß, die die wahren Opfer des Konfliktes sind und noch werden.
Man kann mir zweifellos vorwerfen, dass ich nicht unbedingt immer auf dem Laufenden bin, selbst bei Themen, die mich für gewöhnlich interessieren. Science-Fiction beispielsweise fasziniert mich eigentlich unheimlich, aber es passiert immer wieder, dass mir da aktuelle Trends entgehen. Zum Beispiels Cory Doctorow.
Doctorow (englisch ausgesprochen, also doktorou) ist nicht nur ein sehr populärer zeitgenössischer Autor von Science-Fiction Literatur. Er ist auch ein Aktivist für Informationsfreiheit, Öffnung des Copyrights und gegen DRM, außerdem ist er einer der bekanntesten Blogger. Derzeit habe ich seinen Roman “Backup” (Originaltitel: Down and Out in the Magic Kingdom) beim Wickel, der aus dem Jahre 2003 stammt und mir von daher schon hätte schon länger bekannt sein können. Zumal Doctorow alle seine Romane mit einer Creative Commons Lizenz (Attribution-ShareAlike-Noncommercial) veröffentlicht, sie stehen auch als Download auf seiner Website zur Verfügung (gleiches gilt für viele der Übersetzungen).
habe ich innerhalb von ein paar Tagen im Urlaub gelesen, das ist mir schon seit Langem nicht mehr passiert, aber das Szenario ist einfach so abgefahren und die Charaktere so passig, dass ich gar nicht aufhören konnte, und das obwohl die Sprache möglicherweise etwas unter der Übersetzung leidet. Es spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der kein Mangel herrscht und sich die Bitchun-Society in der Welt ausgebreitet hat. Die Menschen – die natürlich vollständig mit dem Netz verschmolzen sind – speichern regelmäßig ihre Gedächtnisse und lassen sich im Todesfall in geklonter Form mit den Backups wiederherstellen. Wer keinen Bock hat, läßt sich für ein paar Jahrhunderte einfrieren, sterben muß man nicht – es sei denn man will. Außerdem gibt es keine mangelbasierte Wirtschaft und kein Geld mehr, jeder Mensch hat einen “Woppel” (im Original: Whuffie,) eine sich ständig anpassende Wertschätzung durch andere Menschen, das kennen wir ansatzweise aus dem Web 2.0. Die Geschichte spielt fast ausschließlich in Walt Disney World. Mehr will ich von der Geschichte nicht verraten, sie ist unbedingt lesenswert und spannend!!
Doctorow schreibt außerdem beim Blog BoingBoing mit, kann also durchaus als eine lebende Legende in Bloggerkreisen bezeichnet werden. Ferner schreibt er Essays und interessant Fachlektüre eben auch zum Bloggen, über Science-Fiction, DRM usw. , gerade ist eine Sammlung unter dem Titel “Content: Selected Essays on Technology, Creativity, Copyright, and the Future of the Future” erschienen, die ebenfalls ziemlich interessant ist.
In Deutschland scheint Doctorow noch nicht besonders aufgefallen zu sein, das zweite mir bekannte Werk auf deutsch ist “Upload”, welches auch im Heyne Verlag erschienen und folglich hier auch als Download verfügbar. Trotzdem würde ich den Kauf nahelegen, wenn ihr es euch leisten könnt und auf Science-Fiction steht. Die doch etwas einfallslosen Ein-Wort-Titel, die sich scheinbar nicht am Original orientieren kann man mal entschuldigen.
Zugegebenermaßen bin ich jetzt auch wirklich wieder motiviert auch selbst was zu schreiben, hoffentlich findet sich die Zeit dafür.