Seit etwa 1,5 Jahren veranstaltet die Landesstelle für Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V. in Sachsen-Anhalt (und auch darüber hinaus) Computerspiel-Parties, auf denen Eltern und Lehrer unter fachkundiger Anleitung erste Schritte mit zeitgenössischer Entertainmentsoftware machen können.Wir reisen mit nahezu allen aktuellen Spielgeräten (Xbox360, Nintendo Wii und DS, Playstation, Laptops) und einer Auswahl von einsteigerfreundlichen Spielen an. Wir, dass sind üblicherweise ein Pädagoge der Landestelle und 4-6 Helfer, häufig Studenten aus naheliegenden Studiengängen (Medienbildung zum Beispiel) und/oder motivierte Computerspieler. Gemeinsam versuchen wir zu zeigen, dass Computerspiele Spass machen, wie sie funktionieren und geben Hinweise zum Umgang mit Jugendschutz und anderen wichtigen Themen.
Morgen, also am 16.10.2009 sind wir in Stendal, Osterburger Straße 3 zu Gast. Dort befinden sich, wenn ich nicht irre, die Berufsbildenden Schulen. Alle interessierten Erwachsenen (Kinder sind aus praktischen Gründen nicht zugelassen, die können das ja üblicherweise) sind herzlich eingeladen ihre Scheu gegenüber den neuen Medien abzubauen und sich mit anderen Eltern und Pädagogen in lockerer Atmosphäre auszutauschen. Beim Spielen. Bis zum Ende des Jahres finden noch einige weitere ECPs statt, die Termine gebe ich noch bekannt.
Disclaimer: Ich bin einer dieser fachkundigen Studenten, die beim Spielen und für Sachfragen während der Veranstaltungen zur Verfügung stehen und werde dafür entlohnt.

Mein allererster Computer war ein Robotron, die DDR-Variante eines C64, wenn man so will. Er konnte im Grunde nur ein rudimentäres BASIC, der Bildschirm war ein alter russischer Schwarz-Weiss-Fernseher und die Daten waren auf normalen Kassetten gespeichert. Wollte man z.B. ein Spiel spielen, legte man eine Kassette ein, tippte ein paar Befehle ein, ließ das Band laufen (das klang so ähnlich wie Modemgeräusche) und dann war das Programm im Speicher. Dann konnte man das Programm nutzen, schaltete man den Rechner ab, war alles wieder weg. Puff.
Später dann kam ein PC, MS DOS 5.0, dann das erste Windows (3.1), das nächste Windows (95), das nächste bessere Windows (98) und etwa zu dieser Zeit mein erster OS-Wechsel zu Linux. Debian auf meinem eigenen kleinen Server, das war eine vollständig neue Welt, denn jedes Betriebssystem benutzt andere Bedienmetaphern, die man erlernen muss. Unter Dos und Linux waren das noch eine teils recht unterschiedliche Sammlung von Textkommandos, die man auswendig lernen mußte. Seit Ende der 90er Jahre und dank der Evolution im Bereich der grafischen Benutzeroberflächen sieht das jetzt anders aus, zumindest teilweise, denn um Nutzerfreundlichkeit auszustrahlen, ist man als Hersteller dazu angehalten, sich an etablierten Standards zu orientieren. Die Fenstermetapher ist zum Beispiel mittlerweile universell auf allen Systemen umgesetzt. Ebenso wie Maussteuerung oder die Schreibtischmetapher (aka Desktop). Erfunden hat das eigentlich in weiten Teilen Apple. Microsoft hat das Konzept aber überzeugender an den Mann gebracht. Und in bunten Schachteln.
Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer eines 13” MacBook Pro, meinem ersten, neuen Laptop seit 2002. Damals hab’ ich mir bei einem Kaffeeanbieter, der nicht genannt werden will, für 1300 € (meinem ersten selbstverdienten Geld) einen Laptop von Medion gekauft, mit dem ich leidlich zufrieden war. Das kann man dem Gerät nicht unbedingt ankreiden, die Technik war wohl einfach noch nicht soweit. Die Laufzeit betrug im Maximum 2-2,5 Stunden, für jede sinnvolle Nutzung beispielsweise an der Uni deutlich zu wenig. (Heute schaffen das selbst billige Geräte mit links)
Die Gewöhnung an die neuen GUI von einem Mac OS X war, trotz einiger gravierender Unterschiede, erschreckend einfach. Beispiel: Programme schließt man mit CMD + Q, denn ein Klick auf das rote X schließt zwar das Fenster, behält aber die Applikation im Speicher. Menüleiste immer am oberen Bildschirmrand, das @-Zeichen auf dem L statt auf dem Q, keine rechte Maustaste bzw. keine Tasten unter dem Trackpad – es sind viele Kleinigkeiten, an die man sich auf den Mac erst gewöhnen muß. Spätestens aber, wenn man weiß, das man das Kontextmenü erreichen kann, wenn man mit zwei Fingern statt mit einem auf das Trackpad tippt, beginnt man sich zu fragen: Warum machen das nicht alle so?
Thema Software. Nahezu alle nötigen Programme, die ich schon auf PC nutze, gibt es auch für den Mac und dazu noch einige tolle Programme, die man unter Windows vergeblich sucht. Hier eine kleine Übersicht:

OpenOffice.org gibt es seit einiger Zeit auch für den Mac, NeoOffice ist ein Derivat von OpenOffice, welches auch spezielle Features des Mac ausnutzt und ansonsten voll kompatibel ist.
Evernote benutze ich unter Windows und auf meinem iPhone, es ist für Notizen und Mitschriften jeglicher Art sehr praktisch und darf deshalb natürlich auch auf dem Mac nicht fehlen. Obwohl Apple den wirklich auffallend schnellen Browser Safari mitliefert, ist auch die Nutzung von Firefox kein Problem. Mittels des noch in der Entwicklung befindlichen Weave-Plugins kann ich meine Browser sogar synchronisieren.
Auch andere Open Source Programme wie Gimp, Handbrake, Miro oder ScummVM sind auf dem Mac zuhause, andere wie den IM Klienten Adium, das Softwareaktualisierungstool Appfresh oder auch dem Texteditor Smultron gibt’s nur für Mac. Dazu kommen noch ein paar kommerzielle Programme, über die ich vielleicht später noch berichten werde.
Da Mac OS X auf einer Unixbasis steht, ist auch die Benutzung des Terminal, die man so auch aus Linux kennt, vollkommen unproblematisch. Diverse Softwarepakete gibt’s z.B. beim MacPorts Projekt, wer Pakete unter Debian oder Ubuntu installieren kann, der kriegt das hier auch hin.
Und auch für das kleine Spielchen zwischendurch bieten sich diverse Möglichkeiten an, einige Spiele von EA (Spore und Sims 3 beispielsweise) kommen schon Intel-Mac-kompatibel aus der Presse. Mit Darwine (dem Wine-Port für den Mac) kann man dann auch ohne Emulator Windowssoftware – und damit eine größere Auswahl an Spielen – auf dem Mac laufen lassen, das geht sogar auf dem Macbook recht gut.
Ich werde diesem Thema sicherlich noch einige Artikel widmen, zumal ich gerade erst beginne mir einen Überblick zu verschaffen. Klar scheint mir aber, dass es absolut keinen Grund gibt, dem Apple grundsätzlich den Rücken zuzudrehen, viele Kritikpunkte sind heute nur noch Vorurteile und wenn man das Geld investieren möchte, bietet der Apple gerade dem Computereinsteiger ein befriedigenderes Erlebnis als das Windows je konnte.
Nun ja, ich habe diesen neuen PC (das wäre durchaus auch noch einen Blogeintrag wert #notiert) und das bedeutet, dass ich einige Spieletitel, für die meine Hardware bislang nicht zugänglich war, endlich mal ausprobieren konnte. Und da hab’ ich dieses hier nach kurzem Anspielen gleich selbst erworben: Assassin’s Creed. Dabei handelt es sich essentiell um ein Jump’n'Run in 3D. Im Jahre des Herrn 1192 kontrolliert man den Assassinen Altair, dessen Aufgabe es ist Menschen umzubringen. Die ‘Killerspiel’-Fraktion darf dann jetzt mit lesen aufhören, sonst wird das Bild womöglich zu differenziert. Alle weg? Gut.
Das Credo der Assassinen lautet so lautlos und unauffällig wie möglich vorzugehen und niemals Unschuldige zu töten. Um seinen Job zu erledigen muss man zunächst Informationen über sein Opfer sammeln und die Lage sondieren. Dazu gibt es kleine Quests wie Taschendiebstähle, Flaggen sammeln oder auch mal kleine Morde unter Freunden. Hauptwaffen sind dabei Schwert, Messer und dergleichen. Die Devise lautet: Nicht erwischen lassen! Im Grunde wie im richtigen Leben, ist einem sofort die Stadtwache auf den Fersen, wenn man bei einem Verbrechen beobachtet wurde. Dann muss man so schnell wie möglich außer Sichtweite laufen und in Heuballen oder inmitten einer Gruppe Menschen untertauchen, bis sich alle wieder beruhigt haben (was zum Glück meist nicht länger als 10 Sekunden dauert).
Der eigentliche Clou sind aber die wunderschönen Klettereinlagen. Um die Umgebung zu erkunden (wo beispielsweise Quests sind und um bedrohte Bürger auszumachen) muss man in diversen mittelalterlichen Städten wie Damaskus und Jerusalem Türme und andere hohe Gebäude erklimmen um dort seinen Adlerblick schweifen zu lassen. Das sich Altair an fast jedem Vorsprung festzuhalten vermag, kann man beinahe jede Wand oder Mauer im Spiel beklettern, was sich auch bei der Flucht oder beim allgemeinen Durchstreifen der Städte sehr gut macht und einem auch visuell ein tollen Blick ermöglicht. Zwischendurch darf man dann noch das Umland auf dem Rücken eines Pferdes durchstreifen um von A nach B zu kommen, mit jedem neuen Mordauftrag rückt man so immer mehr einer eigenartigen Verschwörung auf die Pelle. Um was es sich dabei handelt, weiß ich selbst noch nicht, denn so weit habe ich noch nicht gespielt. 
Die Rahmengeschichte für dieses Szenario erklärt die futuristische Oberfläche, denn eigentlich seid ihr nicht Altair sondern einer seiner sehr späten Nachfahren im (geschätzten) 21. Jahrhundert und werdet gezwungen euch in einem Gerät namens Animus eurer genetischen Erinnerungen an Altair gewahr zu werden. Je synchroner ihr euch zu den Erinnerungen verhaltet, desto besser. Wenn man zu stark verletzt wird, verliert man Synchronität (nicht etwa Lebenspunkte) und fliegt quasi aus dem Simulator. So erklären die Macher mehr oder weniger glaubwürdig die zahlreichen Hilfen wie eine digitale Karte, farbige Markierungen im Bild, das HUD und dergleichen, die es so im Mittelalter eben nicht gegeben haben kann. Spannend ist das allemal, wenngleich das auch ein bissl konstruiert wirkt, so als ob die Entwickler hier noch eine Schicht Story eingezogen haben, um mehr Distanz zum eigentlichen Inhalt zu schaffen. (Warum würde man das wollen?)
Wie auch immer, nach etwa 15 Stunden spielen, muss ich feststellen, dass das alles sehr viel Spass macht und sehr detailliert umgesetzt wurde. In weiten Teilen lässt das Spiel offen, wie aggressiv/gewaltätig man sich verhalten will, lediglich einzelne Quests und die Hauptziele des Assassinen muss man tatsächlich töten, ansonsten kann man das sehr wohl vermeiden und im Zweifel einfach weglaufen. Das ist nicht feige, sondern Teil des Spielprinzips und damit schon fast ein mutiges Features.
Die Grafik ist sehr schön anzusehen (siehe auch den HD Trailer) und zusammen mit dem Sound wird eine sehr schöne Atmosphäre geschaffen, die zumindest vom Gefühl her dem Mittelalter sehr nahe kommt. Das muss deswegen hervorgehoben werden, weil ja viel zu viele Hersteller von Unterhaltungssoftware selbiges von ihren Produkten behaupten und das häufig zu Unrecht. Bei Assassin’s Creed wird das Hinsehen aber schlichtweg nicht langweilig. Und wenn man sonst gar keine Lust hat dem Spiel zu folgen, kann man einfach ein paar Sprünge über die Dächer von Damaskus machen, immer dem Sonnenuntergang entgegen oder mal eben den höchsten Turm der Stadt erklimmen, nur der Aussicht wegen. Nach meiner Meinung sind es diese Freiheiten, die einen erst richtig in die Welt versetzen. Außerdem zeigt es, dass die Designer richtig Arbeit in die Details gesteckt und keine Angst haben müssen, wenn der Spieler alles genau unter die Lupe nimmt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu der “Prince of Persia“-Reihe, die sich ebenfalls durch sehr flüssige Bewegung und Gymnastikeinlagen auszeichnet, ist nicht zu leugnen, immerhin stammt es vom selben Hersteller. Da freut es zu hören, dass ein Sequel schon in der Mache ist (siehe Link am Ende).
Insgesamt bekommt Assassin’s Creed von mir den Daumen hoch (79 von 100 Punkten bei metacritics). Es ist durchaus ein Spiel für zwischendurch, denn die Aufträge sind schon relativ abwechslungsarm und man muß nicht groß umdenken, wenn man einen Auftrag erledigt hat. Die Vehemenz des Widerstandes durch die Wachen nimmt im Laufe des Spieles zu, allerdings auch die eigenen Fähigkeiten und so sieht man sich eigentlich immer einer realistischen Herausforderung gegenüber. Die Motivation kommt für mich aus der Inszenierung + spannender Story + tolles, sauberes Gameplay, da können sich andere Spiele was abgucken. Nach Super Mario Galaxy ist Assassin’s Creed ein tolles Jump’n'Run für die Großen (in D ab 16 freigegeben, PEGI ab 18) und momentan auch zum Budgetpreis erhältlich, so dass eigentlich kein realistischer Grund existieren dürfte, es nicht zu kaufen.

Assassin’s Creed ist für PC, XBOX360 und Playstation 3 erschienen.
Na, da geht doch einiges im Staate Deutschland. Heutiges Thema (auf vielfachen Wunsch, war schon mehrfach dabei, darum bitte nicht wiederwählen): Killerspiele
Als Student der Medienbildung hatte und habe ich die eher zweifelhafte Freude mit der öffentlichen, wissenschaftlichen und medienjournalistischen Diskussion zum Thema Computerspiele eng vertraut zu sein. Ich kenne den Forschungstand, die Position gewisser Medien und einzelner Protagonisten und auch die der Gamer. Ich selbst zähle mich vor allem zur letzten Gruppe (immerhin bin ich schon sehr viel länger Computerspieler als ich Student bin), allerdings hege ich selbst kein großes Interesse an Computerspielen mit Gewaltthematik. Ich habe durchaus Wolfenstein 3D gespielt, Doom, Half Life II, Dark Forces und andere Spiele, in denen Gewalt inszeniert wird und die zum Teil indiziert sind. Allerdings machen mir Adventures, Simulationen und Strategiespiele wie Sim City, Civilization, Super Mario Galaxy, Spore, Monkey Island, Geheimakte Tunguska etc. in der Regel mehr Spaß.
Das vorausgeschickt, ich bin durchaus der Meinung, es gibt zu viele dämliche Egoshooter oder Kriegssimulationen. Dämlich nicht etwa weil sie Gewalt zeigen, sondern weil sie ein hinreichend ausgeschöpftes Spielprinzip zum x-ten Mal ideenlos und unkreativ aufwärmen. Dasselbe kann man aber auch über Filme, Bücher, Fernsehsendungen und alle weiteren Medien sagen.
Die Diskussion um die Medienwirkung, also wie derlei Spiele auf Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, wirken und ob sie ihre Entwicklung beeinflussen können, ist immer wieder dann entflammt, wenn Gewaltverbrechen angeblich eindeutig aus der Nutzung von Computerspielen resultiert haben sollen. Erfurt im Jahre 2002 war das erste medial intensiv aufbereitete Beispiel in Deutschland, es folgten einige weitere. Die öffentliche Diskussion – will man sie so nennen – hält – dank einiger nimmermüder Protagonisten – bis heute an, wird sogar erneut angeheizt von dem jetzt formulierten “Kölner Aufruf”.
Ja, lang ist’s her da kündigte Will Wright – Schöpfer von Sim City und den weltberühmten Sims – sein Projekt einer Evolutionssimulation an, dass den Spieler durch verschiedene Stufen an der Entwicklung seiner höchst-eigenen Rasse beteiligen sollte. Dann folgten Gameplay Videos, die den umfangreichen Editor zeigten und viele gute Ideen, die es so noch nicht gegeben hat. Wright, der offenbar als einer der wenigen Leute in der Branche Narrenfreiheit geniesst, was neue Projekte angeht (und das unter dem Dach der ansonsten so kontrollwütigen Brigade EA), innovierte vor allem im technischen Bereich munter drauf los und das Ergebnis hat heute, nach nicht weniger als 5 Jahren, das Licht der Welt erblickt.
Beeindruckend ist auch, dass Brian Eno für die Generative Musik in Spore verantwortlich zeichnet (Video mit Wright und Eno).
So bin ich denn heute auch munter in den nächsten ******-Markt gegangen, wo das Spiel derzeit für 44 Euro (günstigstes mir bekanntes Angebot) feil geboten wird und habe es käuflich erworben. Etwa acht Stunden lang habe ich bislang mit meiner neuen Rasse – den Cuonecs – verbracht und möchte an dieser Stelle meine Meinung kundtun.
Technische Ärgernisse
Zunächst mal wurde meine Spielfreude jäh getrübt, weil die Server bei EA offenbar massiv überlastet waren und ich keine Verbindung bekam. Hierzu sei gesagt, dass das Spiel online aktiviert werden muß, was aber sinn macht, weil es im Hintergrund die eigenen Rassen, Gebäude und andere Machwerke mit dem Rest der Spore-Welt austauscht. So landen denn auch Kreationen anderer Spieler im eigenen Spiel. Trotzdem die Verbindung also streikte, konnte ich problemlos mit dem Spiel beginnen (halt ohne Online-Anbindung), was mich allerdings wunderte, da ja überall massiv über die einmalige Onlineaktivierung gemotzt worden war. Ich habe nichts davon bemerkt, offenbar passiert das vollkommen unbemerkt. Von mir dazu also keine Schelte, Pech (zumindest wohl kurzzeitig) für die Raubkopierer.
Übrigens war der Server dann kurzzeitig ganz weg, jetzt (23:58 Uhr) läuft die Sache wieder rund aber die Community-Website (“MySpore”) ist noch weg.
Wie spielt es sich
Wenn man dann ein neues Spiel startet beginnt alles Leben im Wasser. Man steuert ein winziges Wesen in 2D (Vogelperspektive) durch das Wasser und sammelt Nahrung (Pflanzen oder Tiere), mit der man dann Evolutionspunkte sammelt und die eigene Kreatur mit neuen körperlichen Eigenschaften ausstatten kann. Sehr simpel, macht aber Spass und ist relativ schnell vorbei. Je mehr man isst, desto mehr wächst man und die Kamera zoomt immer weiter heraus. Ist die Stufe geschafft, bekommt man sein erstes Paar Beine (oder auf Wunsch auch mehrere) und findet sich an Land wieder.
Auch hier steuert wann weiterhin ein Exemplar der Spezies, soll aber nun fremde Spezies kennenlernen. Man kann sich anfreunden oder auch feindlich nähern, je nach Ausstattung der Kreatur fällt das eine leichter als das andere. Man trifft also bewusst die Entscheidung, wie sich die eigene Schöpfung verhalten soll. Im eigenen Nest schlüpfen derweil die ersten Babys, man kann dorthin zurückkehren, um die durch Interaktion gewonnenen DNA Punkte in Körpererweiterungen zu investieren. Sowohl für den friedlichen als auch den feindseligen Weg gibt es Aktionen, mit denen man fremde Rassen dann beeindrucken oder eben besiegen muss. Derer gibt es im Umkreis einige und immer mal wieder zieht die Gruppe samt Nest in eine neue Nachbarschaft. In dieser Phase wird nur die Kreatur regelmäßig modifiziert, am Ende läßt sich der Stamm nieder und eine neue Phase beginnt.
In der Stammesphase gilt es, alle anderen Stämme entweder niederzumetzeln oder sich mit ihnen anzufreunden. Daneben existieren noch wilde Kreaturen, die man domestizieren kann. Diese Phase ist in der Tat ein bissl schwach, man baut entweder Hütten für Waffen oder Musikintrumente, mit denen man dann (erraten!) entweder erobert oder beeindruckt. Da wäre mit Vorbildern wie die Siedler, Black & White oder auch Populous durchaus mehr drin gewesen, dafür geht die Phase aber auch relativ schnell vorbei. Die Kreatur selbst kann hier nicht mehr modifiziert werden, wohl aber deren Aussstattung und Kleidung. Am Ende ist die eigenen Rasse die dominierende auf dem Planeten.
Es folgt die Zivilisationphase und es müssen Städte erbaut werden. Die bestehen aus Häusern, welche wir wiederum in einem Editor aus unzähligen Bausteinen zusammensetzen können. Ressourcen müssen mit – ebenfalls selbstkreierten – Fahrzeuge abgebaut werden. Andere Städte werden von ihrer Rasse gegründet und treten dann – so glaube ich jedenfalls – in Konkurrenz zu ihrer eigenen Stadt.
Das ist der Punkt, wo ich dann auch aufhören muß, denn an genau dieser Stelle im Spiel bin ich dann erstmal für’s Abendbrot ausgestiegen. Den Rest des Spiels werde ich dann später wiedergeben.
Keine B-Wertung
Ich war eingeschränkt befremdet, dass Spore in der PC Games nur 73% bekommen hat, in der Gamestar steht es mit 79% etwas besser da. Die ComputerbildSpiele konnte sich gar nicht zu einem Test in ihrer aktuellen Ausgabe durchringen (wird für die nächste Nummer angekündigt). Sicher hat das Spielprinzip stark repitiven Charakter, allerdings finde ich das auch bei Titeln wieCommand & Conqueronquer oder Far Cry (bzw. fast allen anderen Shootern) und die kopieren dabei auch noch dasselbe Spielprinzip zum x-ten Mal während Spore so wirklich innovativ ist.
Was Spore besonders gut kann, ist eine Verbindung zwischen Spieler und Spielfigur herzustellen, denn der Spieler schafft sich Schritt für Schritt ja die Figur, die er haben will. Und egal welche Kombination der Hunderten von Bauteile man wählt, es kommt immer eine Kreatur dabei heraus, die man lieb gewinnt und es entsteht eine empatische Ebene, die sich immer weiter verfestigt. Das funktioniert ähnlich wie immer Rollenspiel. Der Genre-Mix ist aber natürlich primär bestimmt durch seine Editorfunktionen und beflügelt den Wunsch des Spielers, das Spiel (das sich ja selbst nicht verändert) mit anderen Kreaturen nochmal zu spielen. Das ist zumindest meinen Vermutung, mich persönlich juckt es schon, den Lebensweg nochmal mit einer eher agressiven Rasse zu beschreiten, nachdem ich mich doch erstmal sehr friedlich verhalten habe.
Wer eher fortschrittsorientiert spielt wird wahrscheinlich nicht so viel Spass haben, es macht mehr Sinn absichtlich länger in den Stufen zu verweilen, die Welt zu erkunden, alle Rassen kennenzulernen und -zumindest in den ersten beiden Stufen – alle Teile zu finden.
Insofern ist die im Text der PC Games formulierte Kritik an Spore durchaus berechtigt (die Wertung aber nicht), dieses Spiel hat kein Ziel, braucht auch keines und ist als einen Art Baukasten (so wie Lego) zu betrachten, mit dem man sich austoben kann und das, meiner Meinung nach, immer und immer wieder. Es ist kein richtig anspruchsvolles Strategiespiel, keine komplexe Aufbausimulation, keine tiefgründiges Rollenspiel und es erzählt keine mitreissende Story aber es vereint bestandteile aller Bereiche in einer Form, die vor allem für Casual Gamer besonders zugänglich sein dürfte. Der Hardcore Gamer sich von bekannten Strukturen verabschieden, wenn er mit “Spore” Spaß haben will.
Mir fallen wahrscheinlich dutzende Dinge ein, die man noch hätte einbauen können – und wer weiß, vielleicht werkelt man schon an Upgrades wie bei “Die Sims” – aber das Spiel funktioniert für mich auch so.
To be continued