Aug
15
Filed Under (Allgemein, thoughts) by yodahome on 15-08-2010

Tach, last things first, einen sehr schönen Blogpost über den phänomenalen Film “Inception” von Christopher Nolan findet ihr im ‘Moosbett’ bei Medienbildnerkollege Hartig. In der Tat ist der Beitrag so gut, dass ich mir einfach einen eigenen gespart habe. :-D Ich hab’ in den Comments auch gesagt, was ich zu nolan hatte, von daher: Thema beendet.

Google Streetview Art Car
Image via Wikipedia

Gestern früh musste ich den Artikel zu Google-Streetview in der *pfui* Bild sehen, der im Grunde aus Statements von mehr oder weniger (oder gar nicht) prominenten Menschen bestand, und zwar sowohl als Aufmacher auf dem Titel als auch hinten drin zur Rahmung des dürftigen Artikels, den man schon was als Aufruf zum Widerspruch fehlinterpretieren könnte. Unter den Fotos konnten die Protagonisten äußern, warum sie Einspruch erheben werden und verhindern wollen, dass ihr Haus bei Streetview gezeigt wird oder eben nicht.  Während man den Befürwortern durchaus anlesen konnte, dass es sie nicht unbedingt tangierte versammelte Bild für die Gegnerseite offenbar viele ignorante (das Thema betreffend) Leute. Während man diejenigen ja vielleicht noch verstehen kann, die ihr Haus auch von außen als Privatsphäre betrachten und sich darum bei Google Streetview unkenntlich machen lassen möchten, war das lediglich die Spitze des Eisbergs. Einige Promis wie z.B. Ministerin von der Leyen (prominent) oder Frau Biedermann (mäßig prominent) machten sich Sorgen, dass ihre Kinder beim Spielen gezeigt werden könnten oder man gar in das Haus selbst Einsicht nehmen könnte. Man werde sich daher in Streetview “Schwärzen” lassen, was ich als Sprachbild allein schon goldig finde. Andere argumentierten, sie hätten extra ein Grundstück, dass schwer einsehbar wäre und wollten diesen Luxus nicht für Google aufgeben.

Mal abgesehen davon, dass Streetview, wie man in den schon verfügbaren Ländern ja selbst testen kann, nur von der Straße aus fotografiert und es daher eher unwahrscheinlich ist, dass man etwas zu sehen bekommt, was arglose Fußgänger nicht auch sehen würden, gibt es offenbar grundsätzliche Unkenntnis über das Projekt und das obwohl Google mit einer Doppelseite im Spiegel der vergangenen Woche folgendes zu klären versucht hat:

1. Google Streetview ist nicht live und keine Video! Niemand kann sehen, was sie jetzt gerade in ihrem Garten anstellen, selbst wenn der zur Straße offen ist, es handelt sich lediglich um einen Bruchteil einer Sekunde Lebenszeit die irgendwann exakt einmal fotografiert wird. Und dann so bald nicht wieder.

2. Fotos in Streetview werden – so gut es geht – anonymisiert. Gesichter, Nummernschilder und ähnliches werden automatisch unkenntlich gemacht. Wo die Technik versagt ist hoffentlich auch noch jemand Menschliches zur Kontrolle vorhanden. Und sollte sich doch etwas Privates in ein Bild schleichen kann man diese Fehler immer noch bei Google melden.

Damit sind gefühlte zwei Drittel der Gegnerkommentare unzutreffend. Markus Lanz (unprominent) kritisiert ganz allgemein, dass wir zuviel Privatheit schon aufgegeben haben und das er deswegen nicht bei Streetview auftauchen wolle. Da hat er grundsätzlich Recht, jedoch ist die Kosten/Nutzen Rechnung bei Google eine andere als beispielsweise bei Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen oder dem berühmten “Punkte sammeln”, die Daten stehen ja der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung und der Nutzen ist klar umrissen. Google sammelt ja nicht nur für sich sondern für alle. Bei CCTV wird zwar immer gerne mit Sicherheit argumentiert aber was mit dem Material passiert weiß keiner und Einspruch erheben kann man auch nicht. Und außerdem, aber das ist meine Meinung, endet für mich mein privates Reich an meiner Wohnungstür. Solange also keiner von Google das Treppenhaus fotografieren kommt…
Außerdem muß man auch feststellen, dass Google nicht als einzige Firma Fotoautos um die Welt schickt und doch scheint ist, als drehe sich die mediale Entrüstung nicht allein um die Tatsache, dass für einen solchen Zweck fotografiert wird sondern halt ausgerechnet von Google. Dabei sammelt auch sightwalk.de und sicher wird auch Microsoft mit Bing Streetside irgendwann mal in Deutschland landen. Insofern muss man sich schon fragen, ob da nicht auch ein bißchen Panikmache vor der bösen, computerisierten und vernetzten Zukunft betrieben wird. Unsachlich weil von Ignoranz bestimmt ist die Diskussion ja ganz offensichtlich. Wie von Bild nicht anders zu erwarten.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Objektivität. Es geht mir auch weniger um ein Pro-Google-Plädoyer (die verderben es sich eh gerade) als darum, dass soviel massiv zur Schau gestellt Unkenntnis doch in die Verzweiflung treibt.

Nachtrag 19:30: Wer sich das Elend anschauen will ohne die Bild gekauft zu haben, schaue hier. Und es gibt natürlich einen begleitenden Beitrag im Bildblog.

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Jun
07

Der Ex-Bundespräsident

The President of Germany Horst Köhler. Former ...
Image via Wikipedia

Wenn ich die Berichterstattung überblicke, ist die Republik gespalten in drei Gruppen: Da sind zum einen die Zustimmer, sie glauben Horst Köhler hat vollkommen zu Recht (nämlich, weil er den “Respekt vor seinem Amt” vermisse ) seinen Job als Bundespräsident gekündigt, sie haben Respekt vor seiner Entscheidung. Zum anderen sind da die Kopfschüttler, sie glauben der ehemalige Bundespräsident habe mit seinem Rücktritt überreagiert, womöglich habe er die amerikanische Schelte über den Ölkonzern BP fälschlicherweise auf sein Amt (BundesPräsident) bezogen. Sie argumentieren Köhler sei zu dünnhäutig, also quasi ein Weichei und kam sich in seinem Amt überflüssig vor, zumal ja selbst die Kanzlerin ihn nicht verteidigen mochte. Zumindest das Überflüssig-Sein kann man schwer wegreden, schon Rainald Grebe singt in seiner Hymne auf das Amt:

“Jetzt kommt ein Grußwort für Hartz IV-Empfänger
Ihr Schicksal trifft mich auch persönlich
Sie halten sich für überflüssig
Es geht mir da ganz ähnlich”

Dann gibt es eine dritte Gruppe, die Verschwörungstheoretiker. Sie kamen in den diversen Diskussionsrunden in der letzten Woche ausgiebig zu Wort. Ihnen allen gemein ist die Annahme, dass Köhler seinen Hut aus einem viel bedeutsameren Grund nahm, als den paar kritischen Stimmen ob seines mißglückten Kommentar zum deutschen Afghanistaneinsatz. Diesen Grund kann er freilich nicht nennen, wer weiß also, was tatsächlich auf dem Spiel steht? Was die Politik uns, also dem Souverän dieses Landes, verschweigt? Ich möchte mich letzterer Gruppe anschließen und vermute einfach mal ins Blaue hinein, dass die versammelte Waffenlobby dem Präsidenten mit Waffengewalt den Rücktritt nahegelegt hat, nachdem er mit seiner Aussage angedeutet hatte, es gäbe wirtschaftliche Interessen am Afghanistankonflikt. Noch bis kurz vor der Pressekonferenz hatten sie seine Frau als Geisel genommen und erst nachdem klar war, dass er den für ihn eiligst getippten Abschiedstext auch vor versammelter Presse vorlesen würden durfte Frau Köhler wieder an seine Seite, von welcher sie ja dann auch nicht mehr wich. Denn wirtschaftliche Interessen als Ursache für einen bewaffneten Konflikt, das wäre ja nun wirklich vollkommen unangemessen. Geradezu unvorstellbar!! Und damit das auch so bleibt, spricht man nicht darüber. So, wie man ja auch lange Zeit nicht von einem Krieg in Afghanistan sprach. Upps!

Werbung nervt

Egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, wer fernsieht oder Radio hört, wird lebendig beworben. Manchmal geben sich die Firmen ja durchaus Mühe, in den meisten Fällen aber eben nicht. Da ist die schlanke, optisch gesunde Frau, die sich beklagt, weil sie sich ja so aufgebläht fühle. Und noch bevor man ihr entgegenschreien kann, sie sollte doch mal gepflegt einen fahren lassen, da drückt sie schon die Packung kulturell wertvollen Joghurts gegen das Objektiv, den sie jetzt täglich esse und seitdem offenbar blähungsfrei daherkommt. Dass dieser  Wunderjoghurt nachweislich erstmal nur doppelt so teuer ist wie ‘normaler’ Joghurt aber daran gemessen nicht wesentlich besser für den Darm, dass verschweigt der Spot. Schnipp, da werde ich schon über Pierres BASE aufgeklärt. Das ist ja so flexibel, weil man alles mögliche dazu und wieder weg buchen kann. Toll, tangiert mich aber nicht, weil ich nicht jeden Monat aufs Neue mein Telefonnutzungsverhalten analysiere. Und keiner kann mir erzählen, dass unsere Babies plötzlich alle wahnsinnig Grips ansetzen, weil sie in ihren Mörderpampers die ganze Nacht durchstrullen können ohne davon wach zu werden. Meine Mutter hat meine Stoffwindeln (und die meiner Schwester) noch gewaschen und wiederverwendet! Hat auch nix geschadet, denn wenn man einmal daran gewöhnt ist, die Kacke einfach laufen zu lassen, kommt man nur ganz schwer wieder davon weg.. Wenn überhaupt, dann sollte man die Hightech-Windeln für die um sich greifende Doofheit der Leute verantwortlich machen. Richtig nerven tun auch die diversen Spots mit FIFA WM 2010-Bezug. Insbesondere wenn Michael Ballack, der alte Mit-Attest-zu-Hause-Bleiber, in die Kamera grinst, so als genösse er schon jetzt die Werbemillionen, die er sich trotz seiner WM-Abwesenheit verdient hat. Der gehört verpixelt!
Der Hammer ist aber ein BlendaMed-Spot, bei dem der Zuschauer aufgefordert wird, sich doch bei den tollen Wissenschaftlern zu bedanken, für die tolle Zahnpasta, die sie da ständig neu erfinden. Dazu sage ich nur: GEHT ES NOCH!! Da sitzen offenbar seit Jahrzehnten ausstudierte, vom Staat teuer finanzierte Zahnmediziner und Chemiker in einer Fabrik und basteln nicht anderes als neue Zahnpasten! Diese Menschen könnten Heilmittel für AIDS, Krebs oder Alzheimer suchen, sie könnten kranken Menschen helfen, von denen es ja zweifellos mehr als genug gibt. Stattdessen sitzen sie in der sterilen Umgebung eines Gewerbegebietes, abgeschirmt von der restlichen zivilisierten Welt und brüten über Farb- und Geschmackskombinationen für ZAHNPASTA!! Welche, so gut wie die mittlerweile ist, die Zähne schon blitzeblank reinigen müßte, WENN MAN NUR DIE TUBE MIT DEM KLEINEN ZEH BERÜHRT!

Sparpaket

Eigentlich nicht überraschend, sondern lange, lange überfällig. Mich hat schon immer geärgert, dass ein Staat Geld raushaut – mithin sicherlich sinnvoll, aber auch nicht immer – , das er nicht hat. Gerade berichtet das Nachtmagazin, dass man sich in Europa final für einen ‘Rettungsschirm’ des Euro geeinigt hat. Tolle Sache, die allerdings gar nicht nötig wäre, wenn alle ein bisschen vernünftiger mit ihren Budgets umgehen würden. Nun hat heute die Regierung Pläne für umfangreiche Einsparungen vorgelegt, viel im Bereich Arbeit und Soziales, Subventionen abbauen, Atomkraftwerke zahlen für Störfälle. Oder so. Toll dabei: keine Einsparungen für Bildung und Forschung (sehr vernünftig) und keine Steuererhöhungen. Bankensteuer gibt’s leider immer noch keine (international traut man sich auch nicht so recht) und die Reichen besteuern mag man auch nicht, gut, die Jammern ja nun mindestens doppelt so laut, wie die armen Leute. Insgesamt augenscheinlich eine durchdachte Sache, die natürlich noch durch den Praxistest muss. Das hält aber die Opposition (=die Leute, die von Haus aus dagegen sein müssen) nicht davon ab, der Regierung an allen Ecken und Enden versagen vorzuwerfen. DGB-Chef Sommer, der für den ersten Satz seiner Erklärung drei Anläufe brauchte, die live bei Phoenix übertragen wurden. Ganz großes Kino!

Meine Frage an die Meckerpötte: Wäre es zuviel verlangt, bei solch grundlegenden, wichtigen Themen ein wenig Kooperation zu zeigen? Nur ein kleines bisschen?? Natürlich macht Sparen keinen Spaß, aber es muss nun mal sein. Und darauf, dass das alles nicht allzu unsozial wird, kann die Opposition ja konstruktiv einwirken. Wenn sie nicht zu sehr mit sinnlosen Streikforderungen beschäftigt sind. Oder damit ihre Reden auswendig zu lernen. Nah, wohl nicht.

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Jun
04
Filed Under (Medien, Meinungen, deutsch, thoughts) by yodahome on 04-06-2010
Cover of
Cover of Be Kind Rewind

Ich bin im Grunde ein bissl stolz darauf, immer mal wieder auf bestimmte Filme, Musik oder andere Medien mit Verzögerung aufmerksam zu werden. Wenn etwas neu ist gibt es immer einen – kleinen oder großen – Hype und erst mit etwas Abstand kann man einigermaßen objektiv Tolles und Blödes auseinanderhalten. So war beispielsweise ein Film wie “Blade Runner” trotz Hype in der Presse nur mäßig erfolgreich an den Kinokassen. Mittlerweile wird er aber weithin als Kultfilm verehrt. Was sich auch positiv auf VHS und DVD Verkäufe ausgewirkt hat. :-)

Es geht aber um einen ganz anderen Film und der beschäftigt sich thematisch mit High-Tech aus dem letzten Jahrhundert: VHS!
Der Film heißt zu deutsch “Abgedreht” was sehr uninspiriert erscheint in Anbetracht des Originaltitels: “Be Kind Rewind“. Das heißt übersetzt “Seid nett und spult zurück” und bezieht sich auf die gute alte Videokasette, wie sie jahrzehntelang in den Videotheken leihbar war. Der Film spielt dann auch in einer solchen, sie befindet sich im Örtchen Passaic (New Jersey) und gehört Herr Fletcher (gespielt von Danny Glover). Während der verreist ist soll sein Angestellter Mike (Mos Def) das dahinsiechende Lädchen beaufsichtigen und insbesondere seinen Freund Jerry (Jack Black) fernhalten. Dieser lädt sich prompt magnetisch auf und löscht so im vorbeigehen sämtliche Videobänder. Mike und Jerry stehen nun in Zugzwang und beschließen mit einfachsten Mitteln die Filme nachzudrehen. (Screenshots!) Als erstes drehen sie “Ghostbusters” in wenigen Stunden nach, weil Frau Falewicz (Mia Farrow) den Film bestellt hat. Sie nennen diese spezielle ‘Technik’ “schweden” und begründen damit die Wartezeit auf die Filme. Überraschend kommen die nachgedrehten Filme bei den Kunden an und immer mehr Filme werden bestellt, der Laden läuft auf Hochtouren. Das ist umso erfreulicher, da das Gebäude dringend renoviert werden muß und Fletcher dazu das Geld fehlt. Die Leute zahlen sogar dafür, in den geschwedeten Filmen mitzuspielen. Doch dann schlägt die Filmindustrie gnadenlos zu und alle Filme werden wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht vernichtet. Die Enttäuschung wärt nur kurz, dann entschließen sich Mike und Jerry die Lebensgeschichte der Jazz-Ikone Thomas “Fatts” Waller zu verfilmen und damit das fehlende Geld zu verdienen. Der Film endet unkonventionell und unerwartet, wie genau soll aber noch nicht verraten werden.

Gondry-Mos-Def-Be-Kind
Image via Wikipedia

Regisseur Michel Gondry (Vergiss mein nicht) hat insbesondere mit den kongenialen Filmen-im-Film etwas geschaffen, dass das Zeug zum Klassiker hat, wenn auch durchaus die Handlung insgesamt ein bissl löchrig ist. Seinen Charme entfaltet der Streifen im Grunde dann, wenn sich Mos Def und Jack Black in die selbstgebastelten Kostüme werfen und mit simpelsten visuellen und praktischen Tricks ihre Versionen bekannter Filmklassiker verwirklichen. Dazu gibt es eine geniale schnittfreie Sequenz, die zeigt wie mehrere Filme gleichzeitig “geschwedet” werden. Klar, einige werden Jack Black zu albern oder die Geschichte zu anspruchslos finden. Aber wie der Film es schafft die Remix-Kultur der Gegenwart aufzugreifen und trotzdem in ein organisches, erstaunlicherweise undigitales Setting zu transferieren, hat zweifellos Respekt verdient. Der Trend des “Schwedens” hat auch auf YouTube Niederschlag gefunden. Unabhängig davon hat der Film auch eine rührselige Seite und thematisiert den nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Zugegeben, dass klingt alles ein bißchen nach Anachronismus und vielleicht ist es das sogar, aber es erinnert uns doch daran, das früher halt nicht alles schlecht war.

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Mai
10
Filed Under (Allgemein, deutsch, thoughts) by yodahome on 10-05-2010

In meiner anhaltenden Suche nach festen Blogschemata eröffne ich hiermit die Serie Meinungsmontag, in der ich ungefragt meine Meinung zu aktuellen Themen preisgebe. So subtil wie möglich.

1. Landtagswahl NRW

129/365
Image by orarewedancer via Flickr

Kurz ge-zsf’t: CDU ganz groß verloren. Mmh. SPD real verloren, gefühlt gewonnen. Grüne ganz groß gewonnen (r+g), FDP und Linke mit drin und Andere ein bissl gewonnen (basiert auf vorläufigem Endergebnis). Rot-Grün möglich, Schwarz-gelb nicht. Bundesratmehrheit wohl futsch. Ist das ein Fortschritt?
Ohne allzu zynisch wirken zu wollen, für mich zeigt das nur, dass die Menschen unentschlossen sind. Genau so wie die großen Volksparteien, die sich ja schon seit Jahren immer mehr annähern. Wie lange noch bis Fusion zur Christlich-Demokratischen-SozialPädagogischen-Sozialistischen-Partei-Union (CDSPU)? Die Wähler wechseln ihre Meinung munter von einem Jahr auf’s andere und im Endeffekt sind die Parteien relativ hilflos. Sie laufen ihrem Klientel hinterher, wie die Manager ihren Aktionären. Oder die Geeks dem iPad. Oder die Verlage dem iPad. You get the point.
Politik, das heißt derzeit Manager von maroden Ist-Zuständen zu sein, Erhaltung überholter Systeme für ein wankelmütiges Volk. Das Spannungsfeld liegt irgendwo zwischen Arbeiternehmer und Arbeitgeber, Anleger und Kleinsparer, gesetzlich und privat versichert, selbstständig und arbeitslos, katholisch und islamistisch, Hauptschule und Gymnasium, Mac oder PC. Wer wollte da auch nur versuchen, die Masse mitzureißen?
Politik sollte aber sein, Ziele zu definieren und Zukunft zu gestalten. Oder wenigstens Gegenwart verstehen und darauf reagieren. Klappt super, wenn Frau Aigner den Bürgern nahelegt, in den Gemeinden Unterschriftenlisten(!) gegen Google Street View zu sammeln. Warum nicht wenigstens eine Mailingliste? Ein Forum? Ne’ Newsgroup? Ein im Anachronismus geeintes Volk. Nicht immer aber immer öfter.

2. Griechenland Bailout

March 25 - Greece Independence Day
Image by Aster-oid via Flickr

Man stelle sich vor, eine Großfamilie (16 Leute, um viele Ecken verwandt), viele Jahre über die Welt verstreut gelebt, findet zusammen und möchte wieder engere Bande knüpfen. Sie verabreden z.B. gemeinsame Familienfeiern, tauschen Adressen aus und dann, weil sie nach außen Gemeinsamkeit zeigen wollen, gründen sie zusammen, ähm, sagen wir mal: eine gemeinsame Währung. Wir nenne sie den Euro. Olé, Olé, alles Super.

Alles ist klasse, die Familie benutzt die Währung und handelt kräftig, alle stehen scheinbar ziemlich gut da. Jeder hat ein paar Schulden, Kredite, Verpflichtungen, klar, wer hat die nicht? Aber alle haben Jobs, Einkommen größer Ausgaben, sie haben sich gegenseitig natürlich nicht die Kontoauszüge gezeigt, ist ja die Familie. Und es läuft.
8 Jahre später, es ist Krise, Finanzmarkt und so, die Familie trifft sich zum kleinen Fest, kommt ins Plaudern und raus kommt: Der Großonkel Calinichta hat ein paar mehr Schulden, als er verraten wollte. Lebt schon seit Jahren weit über seine Verhältnisse. Alle gucken betroffen und schlucken. Besonders Tanta Sampaio und Neffe Caruso. Allen geht irgendwie die Muffe, weil sie so richtig eigentlich doch nicht mal wissen, wie sie ihre eigenen Schulden zahlen sollen. Und was werden erst die Nachbarn sagen? Der Herr Johnson beispielsweise.
Also geben dem Onkel alle Familienmitglieder von dem Geld, dass sie nicht haben, was ab, damit die gemeinsame Währung vor den Nachbarn nicht schlecht da steht. Geht gar nicht? Richtig! Stattdessen geben die anderen Familienmitglieder das Versprechen ab dem Onkel Geld, das sie nicht haben, zu geben, wenn der es denn braucht. Doppel-Schwör! Außerdem schimpfen sie mit dem Onkel und der verspricht hoch und heilig, dass er mit Sparen anfängt. Auch wenn die Frau rebelliert. Und boa, wie die rebelliert.
Und alle leben glücklich bis an ihr seliges Ende. Hehe.
Noch im letzten Jahr erklärten Experten lang und breit, dass ein Staat nicht bankrott gehen kann. Aber von Staatengemeinschaft war nie die Rede!

3. Apple vs. Flash

The Apple Store on Fifth Avenue
Image via Wikipedia

Steve mag Flash nicht. Weil, ähem, es ist nicht frei! Welch’ edles Motiv! Ja, es ist kein offener Standard. Und es zieht zu viel Strom auf mobilen Geräten. Oho, das ist schlecht für den Konsumenten! Flashapplikationen sind für Mäuse gemacht und nicht so richtig toll zum antouchen. Und obendrein funktioniert es einfach nicht! Jaha!!! Oh, one more thing: Eszerstörtunsunsertolles-abgeschlossenesökosystem-wowireinschweinegeldmitverdienentun. Die ersten sind aber wichtiger. Klar. Denn, wenn Apple etwas ist, dann frei! Die würden nie, beispielsweise, bestimmte Apps aus ihrem AppStore verbannen. Oder dafür sorgen, dass ihre Software nur auf ihrer Hardware läuft. Oder verhindern, dass man gekaufte Inhalte tauscht. Also: Wer im Glashaus sitzt (schon mal einen Apple Store gesehen?), sollte nicht mit iPods werfen.

Hammer ist aber: Flash-Evangelist (=Typ, der wo echt gute Stimmung für Flash machen soll) versucht eine Flash-Beta auf einem Android-Phone zu zeigen. Vor Publikum und so. Öffnet Seite in Browser. Browser stürzt ab. Öffnet Seite erneut, stürzt wieder ab. Fragt Publikum was er öffnen soll. “Hulu” (amerikanische Videoportal Anm. der Red.) Antwort: “Hulu doesn’t work”. Demo Ende. Fail!

Am Ende muss man konstatieren: 0 Punkte beide. Setzen. Sechs.

Anmerkung: Ich mag Apple. Wegen der Produkte und der Konvenienz in der Nutzung. Aber das Apple seine Marktmacht nutzt, um Freiheit zu propagieren, gar ohne Eigennutz zu fordern, sehe ich nicht. Die anderen Kritikpunkte aus Jobs’ Brief treffen aber zu.
Und Flash mochte ich noch nie.

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Apr
10
Filed Under (computer, deutsch, thoughts) by yodahome on 10-04-2010
SAN FRANCISCO - JANUARY 27:  An event guest pl...
Image by Getty Images via Daylife

Fürwar, ich entbiete Grüße an die versammelte Geekheit und das verehrte Nerdtum!
Auch die Gilde der Medienbildner sei willkommen geheißen, so dies nicht der Redundanz anheim fällt.

Seher und Schreiber berichten uns, dass also in den Vereinigten Staaten jenseits des großen Wassers das sagenumwobene iPad erschienen sei. Es ersetze die Laute, das Pergament, so manches Kinderspiel gar. Man solle sogar an des Priesters statt in der Lage sein, unsichtbares Wissen aus der Luft zu sehen, so man seine Hand über das magische Glas zu bewegen versteht.
Und es schicken sich Millionen an dem heiligen Jobs zu huldigen, der mit Hundertausenden der Wunderplatten vom ‘Infinite Loop’ stieg und sie seinen Schäfchen im Tausch gegen einen Heidenberg von Talern überlies. In nicht allzu ferner Zukunft vermag das Wunder auch die hiesigen Gefilde zu erreichen. Allerdings wird es nicht die gesammelten Schriften unserer Sprache enthalten. (Die Verhandlungen mit den Verlagen für deutsche eBooks laufen wohl noch.) Schon unlängst predigte ich euch, meinen Jüngern, von den Werken des Einen und äußerte meine bescheidenen Gedanken. Read the rest of this entry »

Feb
27
Filed Under (Allgemein, thoughts) by yodahome on 27-02-2010
Star Trek (film)

Image via Wikipedia

Vor knapp einem Jahr, am 25 Mai, habe ich ein Review des letzten “Star Trek” Films gepostet, nachdem ich den Film erstmals im Kino gesehen hatte. Letzte Woche hab’ ich mir den Film nochmals auf DVD angesehen, komplett mit Wiederholung für den Audiokommentar. Es war der Versuch einer Versöhnung, weil es halt nun mal Star Trek ist und eine Fortsetzung ja schon in Arbeit ist (die Webbeweise dazu möge jeder selbst ergooglen). Read the rest of this entry »

Feb
18
Filed Under (Allgemein, deutsch, games, thoughts) by yodahome on 18-02-2010

Mahlzeit!

Vor fast exakt genau einer Woche startete die TED-Konferenz in Long Beach. Von Mittwoch bis Samstag versammelte sich die TED-Community um inspirierende Vorträge der besten Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten zu sehen und zu hören. Und überall auf der Welt versammelten sich Mitglieder der erweiterten TED-Community um im Web die Konferenz zu verfolgen. Ich hatte als Helfer im TED Translation Projekt ebenfalls die Möglichkeit der Konferenz live im Web beizuwohnen.

TED ist eine überaus exklusive Konferenz, jegliche Form der Mitgliedschaft schlägt mit relativ hohen Beiträgen zu Buche. Hier versammeln sich die einflussreichsten und auch wohlhabendsten Individuen Amerikas und der Welt um Ideen auszutauschen. “Ideas worth spreading.” Das mag vielleicht elitär wirken, tatsächlich bemüht sich TED mehr und mehr über verschiedene Programme (quasi Stipendien) interessanten Mensch den Zugang zu ermöglichen. Insofern ist Ideenreichtum wohl  wichtiger als Wohlstand. Nichtsdestotrotz, die TED Foundation ist eine Non-Profit-Gesellschaft und alle Einnahmen kommen den zahlreichen Projekten zugute.

Tatsächlich werden, wie schon seit 2006, die herausragendsten Beiträge in den nächsten Monaten auf der TED Website veröffentlicht und stehen damit allen zur Verfügung. Ich möchte kurz einen Überblick über die Themen geben, die mir persönlich im Gedächtnis geblieben sind.

TED Prize – Jamie Oliver

Der Höhepunkt der Veranstaltung war wohl Jamie Olivers Beitrag, der als TED Prize-Gewinner seinen Wunsch vor allen Anwesenden formulieren konnte. Er sprach über das Ernährungsproblem, das in Amerika (aber im Grunde auch allen anderen Industriestaaten) offensichtlich ist aber scheinbar kaum beachtet wird. Wie auch schon in Großbritannien hat Oliver wieder ein Fernsehsendung gemacht, in der er die Ernährung an einer amerikanische Schule reformieren will. Er plädierte eindrucksvoll für bessere Erziehung zum Thema Ernährung und gesünderes Essen in Mensen und Cafeterien, wo es Schülern, Studenten oder Mitarbeitern tagtäglich angeboten wird. Der Beitrag ist schon online bei TED verfügbar, ich empfehle unbedingt sich das mal anzuschauen.

Jane McGonigal

Jane McGonigal delivers URGENT EVOKE at TED 2010
Image by Avant Game via Flickr

Einer der wenigen Beiträge, der ein der Medienbildung nahestehendes Thema behandelte. McGonigal macht Computerspiele, die Spielern die Möglichkeit geben sollen, Probleme der echten Welt zu lösen. Im ersten Teil ihres Vortrags argumentierte sie, dass Spieler innerhalb der Spielwelt bereit sind komplexe Probleme zu lösen und das es tatsächlich bestimmte Fähigkeiten gezielt fördert. Beispielsweise neigen Computerspieler dazu, ein Problem solange anzugehen, bis es gelöst ist. Sie wissen, dass es lösbar ist, denn ein Spiel bietet nur lösbare Probleme an, oft mit vielen möglichen Lösungswegen. Diesen Problemoptimismus vermisst man im realen Leben oft. Die Frage ist also, wie man diese Kraft aus der Spieltwelt in die reale Welt holen kann, und darauf zielen McGonigals Spiele ab.

So war beispielsweise das Szenario in “World Without Oil” eine globale Ölkrise. Die Spieler waren aufgerufen die ersten 37 Wochen dieser Krise mitzuerleben. Sie konnten im Rahmen des Spieles die Konsequenzen für ihr eigenes Leben feststellen und im Laufe der Zeit sollten sie Beobachtungen, Lösungen und Erfahrungen in das Spiel zurückmelden. Dazu konnten sie jede Medienform nutzen, die sie wollten. Alle Geschichten der Spieler sind noch immer im Archiv vorhanden und man kann, obwohl das Spiel schon beendet ist, nachvollziehen, wie es funktioniert hat.

Interessante Gedanken, vor allem wenn man bedenkt, auf welcher Ebene sich die Diskussion um Computerspiele hierzulande abspielt. Da wird es noch eine Weile dauern, bis man sich fragt, wie man sich das Phänomen Computerspiele nutzbar machen kann.

Technische Demos

Es gab einige spannende Vorführungen neuer Technologien bei TED, unter anderem einige erstaunliche Erweiterungen für Bing Maps, die als Video schon online verfügbar sind.

Darüberhinaus zeigte John Underkoffler ein bewegungssensibles Interface um Computer sogar in 3D zu steuern. Wer sich darunter nichts vorstellen kann erinnere sich bitte an den Film Minority Report und visualisiere kurz das dortige Computersystem. Hier ein Demo-Video.

g-speak overview 1828121108 from john underkoffler on Vimeo.

Und der Rest

Es gab noch Dutzende spannende Themen, leider konnte auch ich nicht alle Beiträge sehen. Viel Diskussionen löste wohl der Beitrag von Sarah Silverman aus, leider hab’ ich den verpasst und möglicherweise wird er auch nicht online verfügbar sein. Aber Techcrunch hat die Aufregung ganz gut zusammengefasst. Besonders gefreut hab’ ich mich auf Sir Ken Robinson, der seinen Auftritt von 2006 nahtlos fortgesetzt hat. Wenngleich sein Anliegen noch immer das alte ist, kaum jemand versteht es die Dinge so auf den Punkt zu bringen. Vollkommen überraschend toll war der Vortrag von Adora Svitak (12 Jahre alt) die das Wort für den Ideenreichtum der Kinder ergriff. Ebenso überrascht hat mich der Vortrag von James Cameron, der nur sehr beiläufig über seine unverschämt erfolgreichen Filme sprach sondern erklärte, wo sein eigentliches Interesse liegt.

Wenn nach und nach die Videos dieser Konferenz veröffentlicht werden, komme ich gerne dezidiert auf die einzelnen Themen zurück. Insgesamt muss ich sagen war es ein überwältigendes Erlebnis und eine große Inspiration.

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Feb
15
Filed Under (Allgemein, fun, life, music, nerdy, thoughts) by yodahome on 15-02-2010

Jepp, lange nichts mehr über Musik gebloggt. Das können wir ändern: Ich habe eben eine neue Wiedergabeliste mit dem schönen Titel “building-up”. Die Idee dabei ist, Lieder aus meiner Datenbank zu fischen, die sich von einer minimalistischen-leisen-zurückhaltenden Stimmung in eine breite-multiinstrumentelle-wildeverzweigte Klangfläche hineinsteigern. Dabei nimmt sie den Hörer (meiner Meinung nach) im besten Fall emotional auf eine – möglicherweise kurze – Reise mit. Auf Genres, Stile, Länge oder Qualität wird dabei keine Rücksicht genommen. Es muß noch nicht mal Musik sein. Bislang sind da 14 Stücke drin, die ich gerne auflisten und kurz kommentieren würde. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja ein Kleinod. *g*

1. The Blower’s Daughter (von Damien Rice)

Toller Herzschmerz-Song, der mir im Film “Closer” (zu Deutsch: Hautnah) erstmals aufgefallen ist. Von einem minimalistischen Thema, fast versteckter Gitarre und einer passiven Stimme hin zu subtilen Streichern, einer kontrastierenden Frauenstimme (in der Studioversion). Auch inhaltlich: Während der Protagonist zunächst -nur- seine Augen nicht von ihr lassen kann (“I can’t take my eyes off of you”), ist er am Schluß vollständig in ihrem Bann gefangen (“I can’t take my mind off of you”). Die letzte Zeile bringt allerdings die Wendung (“‘Til I find somebody new”).

2. Heart And Soul (von Gary Go)

Eine dieser Überraschungssongs von einem Album, dass man eigentlich nur aus Neugier gekauft hat. (Oder nicht gekauft hat. *g*) Für mich ein Mutmach-Lied, dass auch unabhängig von seinem Text, der sich wie ein Mantra über die tongebende Melodie legt, super eignet um schlechte Stimmung zu beseitigen. Toller Muntermacher, wenn ich fröhlich Samstags früh um 4.00 zur Arbeit trotte. :-)

3. Mixtape (von Jamie Cullum)

Ich liebe Klavier. Schon allein deswegen ein Favourite. Tolles Tempo zum Wachwerden, kleine Soloeinlagen bauen die Stimmung zum orchestralen Finale auf. Beste Textstelle: “You’re the only angel in headphones”. Hat ein bißchen was von Elton John, finde ich. Den Schluß kann man toll mitsingen (wenn keiner in der Nähe ist, der einen verklagen kann).

4. Central Services / The Office (von Michael Kamen)

Ja, der Klang von Schreibmaschinen… War im Trailer von WALL-E und ich habe ewig danach gesucht, weil es dann im Film und im Soundtrack nicht auftauchte. Kann auch nicht, ist ja schon auf einem anderen Soundtrack! Nämlich dem von “Brazil” aus 1985, Regisseur ist niemand geringerer als Terry Gilliam. Den Film muss ich noch sehen. Die Musik fetzt schon mal. (Warum sagt man das eigentlich nicht mehr?)

5. The Planet Krypton (von John Williams)

Uih, jetzt kommen viele Soundtracks. Dieser Track stammt aus ‘Superman’ von 1976 und besonders mag ich die ersten 90 Sekunden. Williams pirscht sich mit wenigen Instrumenten von hinten an, steigert sich ins ganze Orchester hinein und haut zu. Dann fährt alles wieder zurück, während wir im Film die spannenden Ereignisse auf Kal-Els Heimatplaneten verfolgen. Zum Schluß wird’s dann wieder etwas aufgeregter, aber der erste Teil ist das Beste.

6. Run Forrest Run (von Alan Silvestri)

Eine der tollsten Szenen im Film “Forrest Gump“, nicht nur musikalisch. Die Musik kommt hier verhalten daher und steigert sich relativ fix zu einem Punkt, wo einen die Bläser vom Platz fegen. Da krieg’ ich fast immer Gänsehaut. Kann man nicht beschreiben, muss man hören.

7. Goodbye Lenin (von Yann Tiersen)

Yann Tiersen ist der Meister im musikalischen Minimalismus, hier ein perfektes Beispiel aus “Goodbye, Lenin”. Er beginnt nur mit dem Klavier hinzu kommen Streicher. Die Spannungskurve der Szene, als Alex’ Mutter erstmals ihr Zimmer verläßt, auf die Straße geht (in einer Welt, die sie noch immer für die DDR hält) und dort der fliegenden Statue von Lenin begegnet ist hier perfekt eingefangen. Die Musik nimmt einen vollkommen in Beschlag und läßt erst 30 Sekunden vor Schluß wieder locker. Und Luftholen. Auch toll und in der Liste: Mother’s Journey (was man nur am Klavier erreichen kann).

8. Ich bin ein Wochenendseminar (von Rainald Grebe)

Unauffällig vom Klavier begleitet handelt es sich weniger um Musik als um untermalte Poesie. Die besten Stücke von Rainald Grebe sind die, wo er ganz unscheinbar ein Thema zusammenhanglos beginnt und dann peu á peu mit immer absurderen Assoziationen um sich wirft, ohne das es wirklich sinnfrei wird. Man kann ihm folgen, wenn man will. Er nimmt den Zuschauer ungefragt mit (“Wir geben unserem Atem einen neuen Namen…”), wirbelt durch die Gegend (“..wir atmen einen Lutz”) und läßt ihn nach drei Minuten irgendwo sitzen. Und man wundert sich nur, wie man da hin gekommen ist. Anderes Beispiel: Dr. Fuchs vom letzten Album, ein Streifzug durch die bunte Werbewelt. Kann ich immer wieder hören. (“Würden sie ihr Kind in Dornkaart baden?”)

9. Everloving (von Moby)

Wieder zurück zur Musik, Moby kennt man vielleicht eher aus der Technoecke (war mal in im letzten Jahrtausend), aber dieser Song vom 98′er Erfolgsalbum “Play” kommt zunächst nur mit einer Gitarre daher. Später gesellen sich eine Beat und diverse Klangfarben hinzu und der Song, der Moby-typisch intrumental ist, nimmt erst richtig Form an.

10. On a Day Like Today (von Keane)

Ein perfektes Beispiel für Einfachheit sowohl was den Text betrifft als auch die Melodie. Es beginnt lediglich mit Beat, Gesang und ein wenig Synthies. Über die 5:27 wächst es sich aber in ein musikalisches Mantra mit diversen Klanglinien aus, über allem steht die Stimme von Tom Chaplin.

11. Exogenesis: Symphony, Part 3 (Redemption) (von Muse)

Zunächst unverfängliches Piano (tolle Melodie), wird dann aber zur Rock Symphonie. Vom aktuellen Album “The Resistance” mein absoluter Lieblingssong.

12. Still (von Ben Folds)

Längster Titel in der Liste! Ein Song über Veränderung, der von einer eher versönlichen Stimmung in nahezu aggressive Tendenzen verfällt. War glaube ich im Soundtrack von “Ab durch die Hecke”. Und wieder ein Klavier. ;-) “Even the things that seems still, are still changing.” Konnte ich nicht in der vollständigen Version auf YouTube finden, hier isses komplett (LastFm).

Wahrscheinlich gibt’s noch Hunderte mehr, aber mit dieser knappen Stunde Musik sei die Klasse entlassen. Was würdet ihr zu dieser Playlist hinzufügen? Kommentare erwünscht!

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