Feb
18
Filed Under (Allgemein, deutsch, games, thoughts) by yodahome on 18-02-2010

Mahlzeit!

Vor fast exakt genau einer Woche startete die TED-Konferenz in Long Beach. Von Mittwoch bis Samstag versammelte sich die TED-Community um inspirierende Vorträge der besten Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten zu sehen und zu hören. Und überall auf der Welt versammelten sich Mitglieder der erweiterten TED-Community um im Web die Konferenz zu verfolgen. Ich hatte als Helfer im TED Translation Projekt ebenfalls die Möglichkeit der Konferenz live im Web beizuwohnen.

TED ist eine überaus exklusive Konferenz, jegliche Form der Mitgliedschaft schlägt mit relativ hohen Beiträgen zu Buche. Hier versammeln sich die einflussreichsten und auch wohlhabendsten Individuen Amerikas und der Welt um Ideen auszutauschen. “Ideas worth spreading.” Das mag vielleicht elitär wirken, tatsächlich bemüht sich TED mehr und mehr über verschiedene Programme (quasi Stipendien) interessanten Mensch den Zugang zu ermöglichen. Insofern ist Ideenreichtum wohl  wichtiger als Wohlstand. Nichtsdestotrotz, die TED Foundation ist eine Non-Profit-Gesellschaft und alle Einnahmen kommen den zahlreichen Projekten zugute.

Tatsächlich werden, wie schon seit 2006, die herausragendsten Beiträge in den nächsten Monaten auf der TED Website veröffentlicht und stehen damit allen zur Verfügung. Ich möchte kurz einen Überblick über die Themen geben, die mir persönlich im Gedächtnis geblieben sind.

TED Prize – Jamie Oliver

Der Höhepunkt der Veranstaltung war wohl Jamie Olivers Beitrag, der als TED Prize-Gewinner seinen Wunsch vor allen Anwesenden formulieren konnte. Er sprach über das Ernährungsproblem, das in Amerika (aber im Grunde auch allen anderen Industriestaaten) offensichtlich ist aber scheinbar kaum beachtet wird. Wie auch schon in Großbritannien hat Oliver wieder ein Fernsehsendung gemacht, in der er die Ernährung an einer amerikanische Schule reformieren will. Er plädierte eindrucksvoll für bessere Erziehung zum Thema Ernährung und gesünderes Essen in Mensen und Cafeterien, wo es Schülern, Studenten oder Mitarbeitern tagtäglich angeboten wird. Der Beitrag ist schon online bei TED verfügbar, ich empfehle unbedingt sich das mal anzuschauen.

Jane McGonigal

Jane McGonigal delivers URGENT EVOKE at TED 2010
Image by Avant Game via Flickr

Einer der wenigen Beiträge, der ein der Medienbildung nahestehendes Thema behandelte. McGonigal macht Computerspiele, die Spielern die Möglichkeit geben sollen, Probleme der echten Welt zu lösen. Im ersten Teil ihres Vortrags argumentierte sie, dass Spieler innerhalb der Spielwelt bereit sind komplexe Probleme zu lösen und das es tatsächlich bestimmte Fähigkeiten gezielt fördert. Beispielsweise neigen Computerspieler dazu, ein Problem solange anzugehen, bis es gelöst ist. Sie wissen, dass es lösbar ist, denn ein Spiel bietet nur lösbare Probleme an, oft mit vielen möglichen Lösungswegen. Diesen Problemoptimismus vermisst man im realen Leben oft. Die Frage ist also, wie man diese Kraft aus der Spieltwelt in die reale Welt holen kann, und darauf zielen McGonigals Spiele ab.

So war beispielsweise das Szenario in “World Without Oil” eine globale Ölkrise. Die Spieler waren aufgerufen die ersten 37 Wochen dieser Krise mitzuerleben. Sie konnten im Rahmen des Spieles die Konsequenzen für ihr eigenes Leben feststellen und im Laufe der Zeit sollten sie Beobachtungen, Lösungen und Erfahrungen in das Spiel zurückmelden. Dazu konnten sie jede Medienform nutzen, die sie wollten. Alle Geschichten der Spieler sind noch immer im Archiv vorhanden und man kann, obwohl das Spiel schon beendet ist, nachvollziehen, wie es funktioniert hat.

Interessante Gedanken, vor allem wenn man bedenkt, auf welcher Ebene sich die Diskussion um Computerspiele hierzulande abspielt. Da wird es noch eine Weile dauern, bis man sich fragt, wie man sich das Phänomen Computerspiele nutzbar machen kann.

Technische Demos

Es gab einige spannende Vorführungen neuer Technologien bei TED, unter anderem einige erstaunliche Erweiterungen für Bing Maps, die als Video schon online verfügbar sind.

Darüberhinaus zeigte John Underkoffler ein bewegungssensibles Interface um Computer sogar in 3D zu steuern. Wer sich darunter nichts vorstellen kann erinnere sich bitte an den Film Minority Report und visualisiere kurz das dortige Computersystem. Hier ein Demo-Video.

g-speak overview 1828121108 from john underkoffler on Vimeo.

Und der Rest

Es gab noch Dutzende spannende Themen, leider konnte auch ich nicht alle Beiträge sehen. Viel Diskussionen löste wohl der Beitrag von Sarah Silverman aus, leider hab’ ich den verpasst und möglicherweise wird er auch nicht online verfügbar sein. Aber Techcrunch hat die Aufregung ganz gut zusammengefasst. Besonders gefreut hab’ ich mich auf Sir Ken Robinson, der seinen Auftritt von 2006 nahtlos fortgesetzt hat. Wenngleich sein Anliegen noch immer das alte ist, kaum jemand versteht es die Dinge so auf den Punkt zu bringen. Vollkommen überraschend toll war der Vortrag von Adora Svitak (12 Jahre alt) die das Wort für den Ideenreichtum der Kinder ergriff. Ebenso überrascht hat mich der Vortrag von James Cameron, der nur sehr beiläufig über seine unverschämt erfolgreichen Filme sprach sondern erklärte, wo sein eigentliches Interesse liegt.

Wenn nach und nach die Videos dieser Konferenz veröffentlicht werden, komme ich gerne dezidiert auf die einzelnen Themen zurück. Insgesamt muss ich sagen war es ein überwältigendes Erlebnis und eine große Inspiration.

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Image by USV via Flickr

I’m reading a book  at the moment called “The Element” by Sir Ken Robinson. The subtitle says “How finding your passion changes everything”. I have blogged about Sir Ken Robinson before because of his marvelous talk at the TED conference. Many points he made there are in this book that he kind of announces during the talk.
He has a simple yet powerful message: Everybody is born creative but many of us are educated out of our native creativity. He claims that school systems are predetermined on a certain type of intelligence thereby ignoring other forms and sorting out people who rely on them. According to him three features seem to be similar across school system around the world:

“First, there is the preoccupation with certain sorts of academic ability, I know that academic ability is very important. But school system tend to be preoccupied with certain sorts of critical analysis and reasoning, particularly with words and numbers. Important as those skills are, there is much more to human intelligence than that. [..] The second feature is the hierarchy of subjects. At the top of the hierarchy are mathematics, science, and language skills. In the middle are the humanities. At the bottom are the arts. In the arts, there is another hierarchy: music and visual arts normally have a higher status than theater and dance. In fact, more and more schools are cutting the arts out of the curriculum altogether. A hugh high school might have only one fine arts teacher, and even elementary school children get very little time to simply paint and draw.
The third feature is the growing reliance on particular types of assessment. Children everywhere are under intense pressure to perform at higher and higher levels on a narrow range of standardized tests.”

If you think about this for a second you immediately realise it is true. For example I went to a catholic school that focuses especially on languages and arts (and religion, which is not that important in this context). However, while we always had math, physics, chemistry up to three times a week each, languages, history and geography took place -  as far as I can remember – two times weekly at maximum while we had music and art (and sports) once a week. And in the final ‘Abitur‘ you could only have sciences and languages as primary written exams, humanities and arts were just allowed as secondary or oral exams. Dance and theater were not taught as subjects (although they had brilliant teachers ready to do it) and were rather offered as after-school activities. Same goes for sports. Also, there were much more and more intense formal exams in sciences and languages than in the other subjects. And by the end of school I guess I (and most of the other students) had learned at least unconsciously that those things were simply valued more by society. But already – after being out of school for only 7 years – I realise that this is plain wrong. My advanced level courses were math and chemistry in which I scored 8 out of 15 points in the final exams – obviously a bad choice on my part – , both of which I don’t need today studying media literacy. My basic level courses English (15 points) and Ethics (11 points) were much more relevant, yet the knowledge in computers and media that I rely on today was not formally taught at school, I did it mostly on my own. I was at a pretty good school though and we were offered a great variety of after-school courses by highly motivated teachers, but I know for a fact that this was not common on public schools back then and it probably isn’t today.

Now in the book Ken Robinson collected stories from several people like Gillian Lynne or Matt Groening explaining how they found their “element” or their talent/passion and how it changed their lifes. He also stresses the point that those talents could have been overlooked easily due to the nature of the educational systems and uniform approach to learning. I remember I used to draw a lot when I was small, maybe five or six years old. I wasn’t particularly fond of going outside and so I spend my time drawing, I had a lot of fantasy and made up stuff. When I got into primary school and we started getting drawing lessons I probably noticed for the first time that my drawing was not so good because I started to get bad grades (not really that bad but bad compared what I usually expected). But even more I realised I couldn’t do what we were supposed to do. We were told to draw certain things and I didn’t understand how to do it properly. And I could no longer choose what to draw. Everybody else seemed to get it. I didn’t. And over time I lost interest and joy in drawing which only slightly started to come back two or three years before school was over when I already had found other things I was interested in and was good at doing. Today I’m quite sure drawing is not a particular talent of mine, but then again who knows? Maybe I would have needed another approach to learning to draw.  Maybe I was just not interested in the kind of drawing we practised during the lessons. I will never be able to restore the state of mind I was in when I was a child and drew all day long. Robinson now claims that this is no error in the system but rather that the system is designed to work just that way. It’s the believe that the world consists of essential and non-essential knowledge and that we just need to feed children the essential stuff – and doing that in an uniform way – to prepare them for the future – a future we can’t possibly imagine – and the believe that there is only one relevant form of intelligence. These believes are profoundly wrong. And we start to see the symptoms.

I share this view and although I believe many good teachers know this and try to improve the educational experience  the system they rely on does not give them the freedom and ressources to properly fullfil their profession. It’s a sad fact – facing the national election here in Germany tomorrow – that none of the parties so far have actually made education a core subject in their programmes or have expressed clear ideas on what education should be like apart from the will “to improve” the situation and to raise availability and quality of education. Whatever that means. (Please feel free to prove me wrong  here!!)

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Okt
14
Filed Under (education, event, life) by yodahome on 14-10-2008
Magdeburger Open Source Tag

Magdeburger Open Source Tag

Letzten Samstag (11.10.) fand der allererste Magdeburger Open Source-Tag statt, der sich auf die Fahne geschrieben hatte, freie Softwareprojekte, freie Inhalte und neue Medien zu versammeln und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.  Ich selbst war dort organisatorisch aktiv und beteiligte mich außerdem mit einem Einführungsvortrag zum Thema Wikis. Aus meiner persönlichen Wahrnehmung war die Veranstaltung erfolgreich, besonders der Gedanke einer ausgewogenen Mischung von Vorträgen für Einsteiger und Fortgeschrittene wurde ziemlich gut umgesetzt. Insgesamt war die Resonanz, trotz der Themenmischung und den doch sehr populären anwesenden Projekten – unter anderem konnten wir Vertreter von Wikipedia, OpenStreetMap, OpenOffice und SkoleLinux begrüßem – nicht ganz so hoch wie erhofft, was verschiedene Gründe hatte, unter anderem das überraschend gute Wetter aber auch möglicherweise zu subtile Promotion im Vorfeld. Auf dem Social Event am Abend teilten eigentlich alle Anwesenden diese Wahrnehmung, weshalb schon so gut wie sicher ist, dass es im nächsten Jahr wieder einen MOST (2.0?) geben wird. Termin dafür gibt es noch nicht, aber wer Interesse hat, sich zu beteiligen, möge sich schon jetzt melden.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, live Fotos und Kommentare zu twitterbloggen (ein paar gibt’s auch), war aber dann zum einen zu beschäftigt und zum anderen (ja, ich muß es zugeben) mit diesem iPhone – an das ich im Grunde gekommen bin, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde – und seinen Tools noch nicht so vollends vertraut, wie es für einen produktiven Einsatz nötig gewesen wäre. Man lernt halt nie aus. *g*

Ganz anderes Thema: Vor einigen Wochen verteidigte ich erfolgreich meine BA – Arbeit und heute habe ich mein Zeugnis in Empfang nehmen können. Damit habe ich meinen ersten akademischen Grad nun auch schriftlich (in zweifacher Ausfertigung) und freue mich wie ein Schneekönig. :-)

Viel besser kann die Woche – die gleichzeitig meine erste im Masterstudium ist – kaum werden.

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