Feb
27
Filed Under (Allgemein, thoughts) by yodahome on 27-02-2010
Star Trek (film)

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Vor knapp einem Jahr, am 25 Mai, habe ich ein Review des letzten “Star Trek” Films gepostet, nachdem ich den Film erstmals im Kino gesehen hatte. Letzte Woche hab’ ich mir den Film nochmals auf DVD angesehen, komplett mit Wiederholung für den Audiokommentar. Es war der Versuch einer Versöhnung, weil es halt nun mal Star Trek ist und eine Fortsetzung ja schon in Arbeit ist (die Webbeweise dazu möge jeder selbst ergooglen). Read the rest of this entry »

Feb
04
Terry Gilliam at IFC Center:

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“Das Publikum ist träge. Man darf es nicht überfordern. ”
“Wir brauchen möglichst viele bekannte Stars.”
“Es gibt Gewohnheitsregeln der Wahrnehmung und Struktur, die einzuhalten sind.”
“Können wir nicht stattdessen eine Fortsetzung von was Bekanntem machen?”
“Das versteht doch keiner. Geht das nicht simpler?”
“Was ist eigentlich ihr Punkt? Was wollen sie sagen?”

Ich kann’s natürlich nicht beweisen, noch nicht mal aus Erfahrung sprechen, aber so oder so ähnlich stelle ich mir die Kommentare der großen Geldgeber des Film, der Studios und Produzenten, vor, wenn ihnen ein Filmemacher, der vielleicht etwas gegen den Strom schwimmt, begeistert Filmideen unterbreitet. Jeder Filmschaffende wird wohl sagen, dass es im Film Regeln gibt. Und dass man sie kennen muss, bevor man sie brechen kann. Eine solche Regel scheint zu sein, dass man sein Publikum nicht herausfordern darf, weil das so ähnlich klingt wie überfordern. Unterhaltung darf nicht anstrengend sein. Vor allem im deutschen Fernsehen hat man das verstanden. *g*

Aber um TV soll’s gar nicht gehen, sondern um den neuesten Film von Terry Gilliam mit dem herrlichen Titel ” Das Imaginarium des Doktor Parnassus“. Denn Terry Gilliam ist so ein Filmemacher, der nicht oft die Chance bekommt, ein Projekt bis zum Ende durchzubringen. Oft scheitert es am Studio, manchmal auch an höherer Gewalt. So wäre eben dieser Film beinahe am Tod eines seiner Hauptdarsteller – dem Schauspieler Heath Ledger – gescheitert. Offenbar aufgrund mangelnder Faszinativität – die angeborene Fähigkeit genuinen Fasziniertseins -  seitens einiger Redakteure, handelt beinahe jeder Artikel über den Film zu großem Teil oder ausschließlich von Ledgers Tod und seinen Auswirkungen, so dass es hier nicht nochmals aufgewärmt werden muss.

Ein Hauch von Story: Ein turmartiger Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, rollt durch die Straßen des heutigen Londons. Auf der fahrenden Bühne zeigt Dr. Parnassus – ein tausende Jahre alter, zumeist betrunkener, doch unsterblicher Schamane gespielt von Christopher Plummer – eine ebenso gealterte Show, die niemanden zu interessieren scheint. Unterstützt wird er von Anton (Andrew Garfield), einem Zwerg namens Percy (Verne Troyer) und seiner Tochter Valentina (Lily Cole). Das Zentrum dieser Show ist ein magischer Spiegel, durch welchen man in die Fantasiewelt des Doktors wechseln kann. Hier wird der Besucher in einer Begegnung mit sich selbst vor die Wahl zwischen leicht oder anstrengend, eigennützig oder freigiebig, kurz: gut oder böse gestellt.

The Imaginarium of Doctor Parnassus

Image via Wikipedia

Parnassus hat die letzten Jahrtausende damit zugebracht mit dem Teufel aka  Mr.Nick (Tom Waits) Wetten abzuschließen und diese regelmäßig zu verlieren. So hat er als seinen letzten Wetteinsatz seine Tochter an Mr Nick. verloren, sobald sie 16 Jahre alt wird. Dieser Geburtstag steht kurz bevor, doch der wettsüchtige Teufel schlägt eine weitere Wette vor: Wer als erster fünf Seelen für sich gewinnen kann, bekommt Valentina. Die Karten stehen schlecht,  als die Schaustellertruppe den zwielichtigen Tony (Heath Ledger) findet, der halb tot am Strang von einer Brücke baumelt. Sie können ihn jedoch retten und als Dank, hilft er ihnen die Show zu ‘modernisieren’. Allein seine Beweggründe bleiben ein Rätsel, wenn auch nicht für lange…

Gilliam ist kein Freund von linearen Plots und klassischen Dreiaktern, seine vergangene Filme sind von daher oftmals schwer zugänglich. Seine Stärke hingegen ist das Visuelle. Das sagt er selbst, schon für Das Leben des Brian war er deswegen dem Regiestuhl ferngeblieben und hatte sich im Produktionsdesign ausgetobt. Filme wie Jabberwocky, seine Interpretation der Abenteuer des Baron Münchhausen oder Time Bandits zeigen die bildgewaltigen Welten, die nur Gilliam erschaffen kann. Auftragsarbeiten wie König der Fischer oder Twelve Monkeys waren kommerzielle Erfolge, aber seine eigenen Geschichten taten sich immer schwer im Mainstream, obwohl er besonders bei Literaten scheinbar großes Vertrauen genießt. So wollte J.K. Rowling eigentlich Gilliam den Potter verfilmen lassen, auch für Der goldene Kompass und Charlie und die Schokoladenfabrik war er Wunschkandidat, scheiterte jedoch immer an den Studios, die sich nach wie vor schwer tun, Gilliam richtig Geld in die Hand zu geben.

Auch dieses Imaginarium, welches im Grunde eine Parabel auf Gilliam selbst ist, entfaltet sich nur langsam vor den Augen des Zuschauers, aber es ist zugänglicher als viele andere seiner Filme. Diverse Reviews legen nahe, das Gilliam so diszipliniert wie selten vorgeht. Es geht um universelle Ideen, wie der nie endende Kampf von Gut und Böse, den Stellenwert von Fantasie und Vorstellungskraft in unserer Gegenwart und nicht zuletzt wie Menschen dazu im Verhältnis stehen. Mehr als einmal kommentiert der Film sich selbst, beispielsweise wenn Betrunkene zu Beginn Flaschen nach den Schaustellern werfen und sich niemand findet, der bereit ist, sich auf die Wunderwelt einzulassen. Oder am Schluß, wenn Parnassus von einem Jungen gefragt wird, ob es ein Happy End geben wird und er antwortet: “Dafür können wir nicht garantieren.”

Bei Gilliam gibt es kein Schema F und noch immer sucht er mit seinen Filmen ein Publikum, dass eine Herausforderung zu schätzen weiß. Das den Film nicht abspulen und vergessen sondern erleben und mitnehmen will. Während zwei Säale weiter Camerons 3D Ungetüm als der nächste revolutionäre Schritt des Kinos gefeiert wird (mit dem sich zudem vortrefflich Geld scheffeln läßt), wirkt der Fantasmus, die Brillianz und die Weirdness vom Imaginarium des Doktor Parnassus in der Tat hin und wieder wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, ähnlich wie das Wandertheater, welches er zum Inhalt hat. Doch täuschen sie nicht: Großartige Darsteller, berauschende Bilder und tragende Gedankengebäude machen dies zu einem Film  “voller halbfertiger und fertiger Ideen, was im Ganzen mehr Ideen sind, als andere Filme auch nur erwägen.” (frei übersetzt Boston Globe)

Fazit: Absolut empfehlenswert! Kein Popcorn nötig. *g*

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Jul
30
Harry Potter and the Half-Blood Prince
Image by drewesque via Flickr

Well, I just returned from cinema where I watched the latest installment of the Harry Potter series – known as “Harry Potter and the Half-Blood prince” in the original (=non-localized) version. I will first try to say something about the movie itself and then come to two thoughts that crossed my mind after I watched it.

Instead of doing a review-like article – which I usually write – I’d like to try out a more ‘ethnographical’ approach and describe the audiences’ reaction to the movie as I observed it including my own reactions. I try to be as non-spoilerish as possible. First of all, I don’t know the books. That’s probably important to know because the climax of the movie – which really is a low point moodwise – and other information is known to those watching the movie with the book in the back of the head. I didn’t have that but I watched the five movies – in order – during the first halve of this year to prepare for the sixth thereby seeing the fourth and fifth movie for the very first time.
As this picture was featured on several occasions across the media, I knew it would be much darker and dense which is building upon the mood that was created during the last movie. The whole series took a spin to a more serious tone which I like very much as in my opinion the plot scheme became to obviously repetitive and boring with the third movie.
However, there was much laughing during the show, sometimes shortly after very dramativ parts, so the movie manages well to some how linger between this serious tone and humorous relief. Love is a big subject in the movie, as all the main characters are involved in relationship troubles, and it’s the main thing that counters the rather dramatic, even shocking events during the second half of the film enough to still keep the audience from being totally depressed after watching. The movie never really reaches a light or too funny tone or to say it differently, there always is some hint that something dark and evil is coming. All the colours are pretty cold, all the characters are kind of darker, there are no children anymore – although of course there are some because it’s a school but they’re left out – they all have aged and this is also referred to in certain dialogue sentences. The relationship between Harry and Dumbledore is played out very detailed and certainly is the mysterious role of Severes Snape. Jim Broadbent in the role of Professor Slughorn is a great addition to the cast, his character has both a rather funny and a very dramatic side.

Harry Potter and the Half-Blood Prince

Image by Pessimist Huang via Flickr

During the movie I could not hear much talking – although there were not that many people in the room – nor eating and drinking which I find a sign that a movie really catches an audience well. I myself nipped on my cola only during the break. In the end when you-know-who is killed there was dead silence in the cinema, although I had been told that it would happen, I still found myself surprised, shocked and – by the end – exhausted. I think it’s a great movie, probably better than certain other episodes from the series, but of course it has the privilege to build upon all the things – characters, story, look, relationships – established during the other five movies. You should watch those before seeing this one. This movie already was quite long – as I mentioned there was a 10-minute break, so i spent about 3 hours in cinema – and you may have already heard that the last book will be made into two movies coming in 2010 and 2011.

This brings me to my first thought which is rooted in a more common observation: Serials are big in the media nowadays! (No, I could not come up with something more obvious!) I’m not sur since when, might be the early days of mass media or even earlier but I find this interesting to see. Be it movies, tv shows, books or computer games – they all are more and more relying on the premise ‘to go on’ or ‘to be continued’. There are of course economic reasons for this but it strikes me as being merely the symptom because those products wouldn’t be commercially successful if people wouldn’t want to see them. I wondered – as I was confronted with the perceived insecurity of our modern world as an academic subject during the past year – whether we actually want our virtual media worlds to deliver a kind of anchor, reliability and continuity that we miss in our real world. My place, my time and my life-parameters in the real world can be changing – and they do – but the patterns in my favourite sitcom(s), soap opera(s), movie(s) or game(s) are always the same or they change quite slowly. Also if they change, the change is controlled and never to overwhelming. Especially with “Harry Potter” it’s pretty obvious. The movies grow with their audience, children who have seen the first movie in 2001 are teenagers or young adults by now and the whole franchise is build to grow with them. This seems to be important. Many older franchises from the 70s or 80s (Star Trek, Star Wars, Battlestar Galactica, just to name a few) were relaunched to connect with old and new audiences raising awareness for the old stuff in young people and continue nurturing the already existing audience. It’s a bit like grandpa telling stories to the young ones at the firesite in the evening but adding new parts to the narration everytime to keep it interesting. There are probably people already analysing this phenomenon, perhaps I should research that a little. Maybe this is a reason why makers of serials become more courageous in truly continuing story arcs over many episodes like the ones found in tv shows like Lost, Heroes and Babylon 5 or movies like Matrix and Lord of the Rings. And maybe it explains why those are so enormously successful.

Choice by anajazz65@flickr.com

"Choice" by anajazz65@flickr.com

The second thought came to me because of a certain sentence that was said in the movie – if you’re bored by know please don’t continue – which I can’t recall exactly but it was something like ‘If we don’t make the choices in our lives our fate will be completely lost to chance.’ It probably sounded better than that. However the point is that it reminded me of discussions I had with people whether there is something like fate and our life is determined or whether there’s something like chance and so we have the ability to actually make profound choices and therefore steer our life ourselves. I usually argue that I don’t think chance exists – in form of a law of nature, as most people imagine it – but life’s parameters are just to complex for us to grasp so we can’t know or for the most part explain why things happen the way they do. Just because we don’t know the reasons or the chain of causality it doesn’t mean there is none. Which is basically an argument I borrowed from religion where god exists although we have no proof of that because we can also not prove he’s not there.
I’m not trying to make a point here, I was just wondering about the oddity of the thought that we put so much effort in our choices – so much in fact, that the freedom of choosing is no longer making us happy as Barry Schwartz explains in his book -  because we expect them to shape our future and then there is at least the possibility that – maybe – they don’t really matter as much as we believe.

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Jun
15

Jaja, eigentlich wollte ich den zweiten Teil schon viel früher fertig schreiben. Aber was lange währt, wird endlich fertig. Viel Freude!

17 Tage nach Auferstehung

Teamwork! Hätte ich viel eher drauf kommen können. Wenn meine Texte nicht gut genug sind, warum soll ich sie selbst verfassen? Sind doch genug talentierte Jünger da, also hab’ ich heute verkündet, ich möchte gerne, dass jeder der schreiben kann, ein Evangelium verfasst. Über mein Leben. Hauptsächlich. Da kam Johannes gleich von wegen “Bäh, wie langweilig.” und “Wo bleibt die künstlerische Freiheit?”. Hab’ dann gemeint, da kann ruhig jeder selbst was draus machen, sich was einfallen lassen und interpretieren. “Überrascht mich!” Als Beispiel hab’ ich dann noch die Geschichte vom See Genezareth erzählt. Da bin ich ja mal voll aus dem Boot gefallen, weil wir alle mächtig einen im Tee hatten. “Nun stellt euch mal vor, da wäre ein mächtiger Sturm gewesen oder so. Da kann man doch was draus machen! Seid mal kreativ! Überhöht das Ganze ein bißchen!” Johannes hat wieder den Vogel abgeschossen: “Na, was zum Beispiel. Das du über’s Wasser läufst?” Alle haben gelacht, aber im Nachhinein dachte ich: Gar nicht mal so übel. Vater steht ja auf solche Sachen. Ich wollte es gleich twittern, musste dann aber feststellen, dass wir Twitter ja erst in 1977 Jahren geplant haben. Schon doof, wenn man so gar kein Zeitgefühl hat. Mal schauen was draus wird.

20 Tage nach Auferstehung

Zeit für Musik! dachte ich heute früh und fing an ein paar Songtexte für das Christentum zu schreiben. Besondere Herausforderung, denn sie sollten Ohrwurmqualitäten haben, müssen aber in viele Sprachen übersetzbar sein, wie die Evangelien auch. Babylon sei Dank… Habe jetzt was auf Hebräisch und Latein. Um die Musik kümmere ich mich aber nicht, Vater hat gesagt, dafür hätte ich wenigstens Klavierstunden haben müssen. Abgesehen davon ist das zu sehr vom Zeitgeist abhängig. Meint er auch. Naja, bastele noch an ein paar Texten für Requiems – hab’ ‘Pie Jesu‘ gestern Johannes gezeigt, er meinte das hat Hitpotential – und dann kämpfe ich mich mal an was Modernes vor, mir schwirrt da was im Kopf herum wie “Rock my soul” oder “He’s got the whole world in his hands”. Überlege, ob’ ich den Aposteln sagen soll in die Evangelien auch ein paar Songtexte einzubauen, so wie die Psalmen, aber weniger “in the face”. Schließlich soll uns die Geschichte ja auch in tausend Jahren noch einer abnehmen.

30 Tage nach Auferstehung

Hab’ heute die Apostel in die Spur gesetzt, von wegen predigen und taufen und so. Wollte fast eine flammende Rede anstimmen, aber die hebe ich mir lieber für die Himmelfahrt auf. Dann hab’ ich mir sechs Jünger beiseite genommen und sie wegen der Evangelien instruiert. Hab’ letztendlich entschieden, wir werden einfach mehrere Leute schreiben lassen und gucken was dabei rauskommt. Im Grunde eine Art Casting, wenn man so will. Aber wenn man gar keinen Input gibt, scheinen sie auch ein bissl denkfaul zu sein. Also habe ich gesagt, ich rezitiere noch mal ein paar Statitionen meiner Reisen. Wie ich Aussätzige heile beispielsweise. Haben sich auch alle fleissig Notizen gemacht, allerdings hab’ ich immer ein bissl das Gefühl, dass die auch untereinander abschreiben. Vor allem Markus, Lukas und Johannes. Matthäus ist auch ein bissl faul. Ich hoffe aber, die lassen sich auch selbst was einfallen. Auch damit die Historiker und Theologen später schön dran zu knabbern haben. Vater sagt, je uneindeutiger wir das schreiben, desto größer wird der Spaß. Ist ein bißchen wie ein chaotisches Pendel, wenn es richtig anstellt, kann nach ein paar Bewegung keiner mehr voraussagen, was als nächstes passiert. Ansonsten werden wir morgen ein Brainstorming machen, wir brauchen noch ein Symbol für das Christentum. Ich hab’ ein paar Designer und natürlich Jünger zum Brunch eingeladen, mal schauen was wir uns so einfallen lassen. Ich mach jetzt noch eine Mindmap, damit ich nichts vergesse. Viel Zeit ist ja nicht mehr. Immer dieser Termindruck! Das nervt…

33 Tage nach Auferstehung

Ein Kreuz!! Ausgerechnet das will er. Wir haben jetzt zwei Tage lang die aberwitzigsten Symbole gedanklich durchgespielt, ein Dreieck, wegen der heiligen Dreifaltigkeit. Einen Fuss auf dem Wasser – die Idee kam von Johannes, er schreibt ernsthaft eine Geschichte für das Evangelium, wo ich über’s Wasser gehe – Stilisierte Weintrauben, wegen der Wasser-zu-Wein-Story. Wir hatten alle geometrischen Formen und Kombinationen, wir hatten Farbstreifen und allen möglichen Kram, einiges war gar nicht so schlecht. Aber Vater will unbedingt das Kreuz. Weiß gar nicht wer die Idee hatte, aber weil ich ja gekreuzigt wurde und so, wäre das ja wohl naheliegend und es wäre so schön einfach herzustellen. Kann man auch schnell mal aus zwei Hölzern zimmer (Josef wird sich freuen). Und schön einfach zu malen, schreiben und zeichnen. Da könnte man schöne Merchandisingartikel mit machen. Einfaches aber starkes Design, blah, blah. Ich fand’s dröge, wir haben uns dann aber geeinigt, dass ich auch dranhängen darf. Das stimmte mich dann doch Milde, immerhin bin ich dann sowas wie ein Rockstar, posthum. Überall werden die Leute mich sehen, dass ist schon eine tolle Aussicht. Vater hat gesagt übermorgen wird er mir seine Planung für die nächsten 200 Jahre schicken, nur damit ich es im Hinterkopf habe für meine große Rede. Na dann Prost…

35 Tage nach Auferstehung

Mein Gott (*g*), hat er sich ganz schön reingehangen, muß man sagen. Respekt. Action ist ziemlich viel drin, “Kreuzzüge” hat er das genannt und diverse Glaubenskriege. Und einen ganzen bürokratischen Apparat hat er auch entwickelt, Papst, Kardinäle, Bischöfe und was weiß ich nicht. Und viele meiner Vorschläge hat er auch eingebaut, es wird eine Spaltung der Kirchen geben im zweiten Jahrtausend und da kommen dann meine Ideen unter. Da wird es mehr um die Gemeinde gehen, viele der Traditionen werden abgebaut und auch die Bürokratie. Cool, sogar die Ideen der anderen Konfessionen hat er mit eingebaut. Reichlich Auswahl für die Menschen, ich hoffe das reicht für ein paar tausend Jahre. Denn so bald möchte ich eigentlich so ein Brimborium nicht veranstalten. Und Vater wohl auch nicht. Wir überlegen schon, wie wir die freie Zeit nutzen. Ich habe vorgeschlagen wir könnten ja mal Leben in anderen Sternensystemen erschaffen. Da hat er aber nur mit den Augen gerollt.

38 Tage nach Auferstehung

Heute große Party! Yeah, wir treffen uns nachher zum allerletzten Abendmahl. Werde dort allen erklären, was sie machen sollen. Ein letztes Mal. Und in zwei Tagen dann werde ich nach Hause fahren. Ich wollte einfach verschwinden, still und leise. Aber Vater hat schon eine Choreografie ausgearbeitet, mit Spezialeffekten und was er immer so drauf hat. Wenn’s denn sein muss. Die Aufgaben sind so gut wie verteilt, ich hoffe nur die kriegen’s auch alle hin. Ansonsten werde ich heute abend noch mal den “weltlichen” Freuden fröhnen, wer weiß, wann ich dann wieder dazu komme. Vater und ich haben uns noch was Feines für nach meiner Himmelfahrt ausgedacht. “Pfingsten” wird es heißen und wir werden allen “Christen” ein bißchen heiligen Geist schicken. Ich dachte  – eher so als Purist – wir machen das ohne großes Aufsehen, aber Vater will wieder ein Feuerwerk entfachen. Naja, soll er doch. Ich muß ja nicht dabei sein, ich mache da schon Urlaub auf Alpha Centauri. Manchmal ist es schon cool, Gottes Sohn zu sein.

40 Tage nach Auferstehung

Puh, was eine Auftritt. Vater hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Engel flogen aus einer brennenden Wolke hernieder und breiteten eine Decke aus Wolken aus, auf der ich dann langsam emporstieg. Die Apostel haben ihre Münder nicht wieder zugekriegt. Und ich habe ihnen zugerufen: “Ich bin am dritten Tag auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.
Ich sitze zur Rechten des Vaters und werde wiederkommen in Herrlichkeit zu Richten die Lebenden und die Toten; meiner Herrschaft wird kein Ende sein.” Hatte mir lange überlegt, ob das nicht zu dick aufgetragen ist. Aber was solls, das macht dann auch nichts mehr. Ich bin fertig, ich brauche Urlaub.

Und hier noch ein bißchen interessante Lektüre zum Thema:

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Feb
27
Filed Under (Allgemeines, computer, deutsch, games) by yodahome on 27-02-2009
Image via Wikipedia

Nun ja, ich habe diesen neuen PC (das wäre durchaus auch noch einen Blogeintrag wert #notiert) und das bedeutet, dass ich einige Spieletitel, für die meine Hardware bislang nicht zugänglich war, endlich mal ausprobieren konnte. Und da hab’ ich dieses hier nach kurzem Anspielen gleich selbst erworben: Assassin’s Creed. Dabei handelt es sich essentiell um ein Jump’n'Run in 3D. Im Jahre des Herrn 1192 kontrolliert man den Assassinen Altair, dessen Aufgabe es ist Menschen umzubringen. Die ‘Killerspiel’-Fraktion darf dann jetzt mit lesen aufhören, sonst wird das Bild womöglich zu differenziert. Alle weg? Gut.

Das Credo der Assassinen lautet so lautlos und unauffällig wie möglich vorzugehen und niemals Unschuldige zu töten. Um seinen Job zu erledigen muss man zunächst Informationen über sein Opfer sammeln und die Lage sondieren. Dazu gibt es kleine Quests wie Taschendiebstähle, Flaggen sammeln oder auch mal kleine Morde unter Freunden. Hauptwaffen sind dabei Schwert, Messer und dergleichen. Die Devise lautet: Nicht erwischen lassen! Im Grunde wie im richtigen Leben, ist einem sofort die Stadtwache auf den Fersen, wenn man bei einem Verbrechen beobachtet wurde. Dann muss man so schnell wie möglich außer Sichtweite laufen und in Heuballen oder inmitten einer Gruppe Menschen untertauchen, bis sich alle wieder beruhigt haben (was zum Glück meist nicht länger als 10 Sekunden dauert).

Der eigentliche Clou sind aber die wunderschönen Klettereinlagen. Um die Umgebung zu erkunden (wo beispielsweise Quests sind und um bedrohte Bürger auszumachen) muss man in diversen mittelalterlichen Städten wie Damaskus und Jerusalem Türme und andere hohe Gebäude erklimmen um dort seinen Adlerblick schweifen zu lassen. Das sich Altair an fast jedem Vorsprung festzuhalten vermag, kann man beinahe jede Wand oder Mauer im Spiel beklettern, was sich auch bei der Flucht oder beim allgemeinen Durchstreifen der Städte sehr gut macht und einem auch visuell ein tollen Blick ermöglicht. Zwischendurch darf man dann noch das Umland auf dem Rücken eines Pferdes durchstreifen um von A nach B zu kommen, mit jedem neuen Mordauftrag rückt man so immer mehr einer eigenartigen Verschwörung auf die Pelle. Um was es sich dabei handelt, weiß ich selbst noch nicht, denn so weit habe ich noch nicht gespielt. 

Assassin's Creed - Turm

Die Rahmengeschichte für dieses Szenario erklärt die futuristische Oberfläche, denn eigentlich seid ihr nicht Altair sondern einer seiner sehr späten Nachfahren im (geschätzten) 21. Jahrhundert und werdet gezwungen euch in einem Gerät namens Animus eurer genetischen Erinnerungen an Altair gewahr zu werden. Je synchroner ihr euch zu den Erinnerungen verhaltet, desto besser. Wenn man zu stark verletzt wird, verliert man Synchronität (nicht etwa Lebenspunkte) und fliegt quasi aus dem Simulator. So erklären die Macher mehr oder weniger glaubwürdig die zahlreichen Hilfen wie eine digitale Karte, farbige Markierungen im Bild, das HUD und dergleichen, die es so im Mittelalter eben nicht gegeben haben kann. Spannend ist das allemal, wenngleich das auch ein bissl konstruiert wirkt, so als ob die Entwickler hier noch eine Schicht Story eingezogen haben, um mehr Distanz zum eigentlichen Inhalt zu schaffen. (Warum würde man das wollen?)

Erfüllter Auftrag - auch das Erklimmen der Türme ist ein explizites Spielziel

Erfüllter Auftrag - auch das Erklimmen der Türme ist ein explizites Spielziel

Wie auch immer, nach etwa 15 Stunden spielen, muss ich feststellen, dass das alles sehr viel Spass macht und sehr detailliert umgesetzt wurde. In weiten Teilen lässt das Spiel offen, wie aggressiv/gewaltätig man sich verhalten will, lediglich einzelne Quests und die Hauptziele des Assassinen muss man tatsächlich töten, ansonsten kann man das sehr wohl vermeiden und im Zweifel einfach weglaufen. Das ist nicht feige, sondern Teil des Spielprinzips und damit schon fast ein mutiges Features.
Die Grafik ist sehr schön anzusehen (siehe auch den HD  Trailer) und zusammen mit dem Sound wird eine sehr schöne Atmosphäre geschaffen, die zumindest vom Gefühl her dem Mittelalter sehr nahe kommt. Das muss deswegen hervorgehoben werden, weil ja viel zu viele Hersteller von Unterhaltungssoftware selbiges von ihren Produkten behaupten und das häufig zu Unrecht. Bei Assassin’s Creed wird das Hinsehen aber schlichtweg nicht langweilig. Und wenn man sonst gar keine Lust hat dem Spiel zu folgen, kann man einfach ein paar Sprünge über die Dächer von Damaskus machen, immer dem Sonnenuntergang entgegen oder mal eben den höchsten Turm der Stadt erklimmen, nur der Aussicht wegen. Nach meiner Meinung sind es diese Freiheiten, die einen erst richtig in die Welt versetzen. Außerdem zeigt es, dass die Designer richtig Arbeit in die Details gesteckt und keine Angst haben müssen, wenn der Spieler alles genau unter die Lupe nimmt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu der “Prince of Persia“-Reihe, die sich ebenfalls durch sehr flüssige Bewegung und Gymnastikeinlagen auszeichnet, ist nicht zu leugnen, immerhin stammt es vom selben Hersteller. Da freut es zu hören, dass ein Sequel schon in der Mache ist (siehe Link am Ende).

Insgesamt bekommt Assassin’s Creed von mir den Daumen hoch (79 von 100 Punkten bei metacritics). Es ist durchaus ein Spiel für zwischendurch, denn die Aufträge sind schon relativ abwechslungsarm und man muß nicht groß umdenken, wenn man einen Auftrag erledigt hat. Die Vehemenz des Widerstandes durch die Wachen nimmt im Laufe des Spieles zu, allerdings auch die eigenen Fähigkeiten und so sieht man sich eigentlich immer einer realistischen Herausforderung gegenüber. Die Motivation kommt für mich aus der Inszenierung + spannender Story + tolles, sauberes Gameplay, da können sich andere Spiele was abgucken. Nach Super Mario Galaxy ist Assassin’s Creed ein tolles Jump’n'Run für die Großen (in D ab 16 freigegeben, PEGI ab 18) und momentan auch zum Budgetpreis erhältlich, so dass eigentlich kein realistischer Grund existieren dürfte, es nicht zu kaufen.

Assassin’s Creed ist für PC, XBOX360 und Playstation 3 erschienen.

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