
Mein allererster Computer war ein Robotron, die DDR-Variante eines C64, wenn man so will. Er konnte im Grunde nur ein rudimentäres BASIC, der Bildschirm war ein alter russischer Schwarz-Weiss-Fernseher und die Daten waren auf normalen Kassetten gespeichert. Wollte man z.B. ein Spiel spielen, legte man eine Kassette ein, tippte ein paar Befehle ein, ließ das Band laufen (das klang so ähnlich wie Modemgeräusche) und dann war das Programm im Speicher. Dann konnte man das Programm nutzen, schaltete man den Rechner ab, war alles wieder weg. Puff.
Später dann kam ein PC, MS DOS 5.0, dann das erste Windows (3.1), das nächste Windows (95), das nächste bessere Windows (98) und etwa zu dieser Zeit mein erster OS-Wechsel zu Linux. Debian auf meinem eigenen kleinen Server, das war eine vollständig neue Welt, denn jedes Betriebssystem benutzt andere Bedienmetaphern, die man erlernen muss. Unter Dos und Linux waren das noch eine teils recht unterschiedliche Sammlung von Textkommandos, die man auswendig lernen mußte. Seit Ende der 90er Jahre und dank der Evolution im Bereich der grafischen Benutzeroberflächen sieht das jetzt anders aus, zumindest teilweise, denn um Nutzerfreundlichkeit auszustrahlen, ist man als Hersteller dazu angehalten, sich an etablierten Standards zu orientieren. Die Fenstermetapher ist zum Beispiel mittlerweile universell auf allen Systemen umgesetzt. Ebenso wie Maussteuerung oder die Schreibtischmetapher (aka Desktop). Erfunden hat das eigentlich in weiten Teilen Apple. Microsoft hat das Konzept aber überzeugender an den Mann gebracht. Und in bunten Schachteln.
Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer eines 13” MacBook Pro, meinem ersten, neuen Laptop seit 2002. Damals hab’ ich mir bei einem Kaffeeanbieter, der nicht genannt werden will, für 1300 € (meinem ersten selbstverdienten Geld) einen Laptop von Medion gekauft, mit dem ich leidlich zufrieden war. Das kann man dem Gerät nicht unbedingt ankreiden, die Technik war wohl einfach noch nicht soweit. Die Laufzeit betrug im Maximum 2-2,5 Stunden, für jede sinnvolle Nutzung beispielsweise an der Uni deutlich zu wenig. (Heute schaffen das selbst billige Geräte mit links)
Die Gewöhnung an die neuen GUI von einem Mac OS X war, trotz einiger gravierender Unterschiede, erschreckend einfach. Beispiel: Programme schließt man mit CMD + Q, denn ein Klick auf das rote X schließt zwar das Fenster, behält aber die Applikation im Speicher. Menüleiste immer am oberen Bildschirmrand, das @-Zeichen auf dem L statt auf dem Q, keine rechte Maustaste bzw. keine Tasten unter dem Trackpad – es sind viele Kleinigkeiten, an die man sich auf den Mac erst gewöhnen muß. Spätestens aber, wenn man weiß, das man das Kontextmenü erreichen kann, wenn man mit zwei Fingern statt mit einem auf das Trackpad tippt, beginnt man sich zu fragen: Warum machen das nicht alle so?
Thema Software. Nahezu alle nötigen Programme, die ich schon auf PC nutze, gibt es auch für den Mac und dazu noch einige tolle Programme, die man unter Windows vergeblich sucht. Hier eine kleine Übersicht:

OpenOffice.org gibt es seit einiger Zeit auch für den Mac, NeoOffice ist ein Derivat von OpenOffice, welches auch spezielle Features des Mac ausnutzt und ansonsten voll kompatibel ist.
Evernote benutze ich unter Windows und auf meinem iPhone, es ist für Notizen und Mitschriften jeglicher Art sehr praktisch und darf deshalb natürlich auch auf dem Mac nicht fehlen. Obwohl Apple den wirklich auffallend schnellen Browser Safari mitliefert, ist auch die Nutzung von Firefox kein Problem. Mittels des noch in der Entwicklung befindlichen Weave-Plugins kann ich meine Browser sogar synchronisieren.
Auch andere Open Source Programme wie Gimp, Handbrake, Miro oder ScummVM sind auf dem Mac zuhause, andere wie den IM Klienten Adium, das Softwareaktualisierungstool Appfresh oder auch dem Texteditor Smultron gibt’s nur für Mac. Dazu kommen noch ein paar kommerzielle Programme, über die ich vielleicht später noch berichten werde.
Da Mac OS X auf einer Unixbasis steht, ist auch die Benutzung des Terminal, die man so auch aus Linux kennt, vollkommen unproblematisch. Diverse Softwarepakete gibt’s z.B. beim MacPorts Projekt, wer Pakete unter Debian oder Ubuntu installieren kann, der kriegt das hier auch hin.
Und auch für das kleine Spielchen zwischendurch bieten sich diverse Möglichkeiten an, einige Spiele von EA (Spore und Sims 3 beispielsweise) kommen schon Intel-Mac-kompatibel aus der Presse. Mit Darwine (dem Wine-Port für den Mac) kann man dann auch ohne Emulator Windowssoftware – und damit eine größere Auswahl an Spielen – auf dem Mac laufen lassen, das geht sogar auf dem Macbook recht gut.
Ich werde diesem Thema sicherlich noch einige Artikel widmen, zumal ich gerade erst beginne mir einen Überblick zu verschaffen. Klar scheint mir aber, dass es absolut keinen Grund gibt, dem Apple grundsätzlich den Rücken zuzudrehen, viele Kritikpunkte sind heute nur noch Vorurteile und wenn man das Geld investieren möchte, bietet der Apple gerade dem Computereinsteiger ein befriedigenderes Erlebnis als das Windows je konnte.
Jaja, eigentlich wollte ich den zweiten Teil schon viel früher fertig schreiben. Aber was lange währt, wird endlich fertig. Viel Freude!
17 Tage nach Auferstehung
Teamwork! Hätte ich viel eher drauf kommen können. Wenn meine Texte nicht gut genug sind, warum soll ich sie selbst verfassen? Sind doch genug talentierte Jünger da, also hab’ ich heute verkündet, ich möchte gerne, dass jeder der schreiben kann, ein Evangelium verfasst. Über mein Leben. Hauptsächlich. Da kam Johannes gleich von wegen “Bäh, wie langweilig.” und “Wo bleibt die künstlerische Freiheit?”. Hab’ dann gemeint, da kann ruhig jeder selbst was draus machen, sich was einfallen lassen und interpretieren. “Überrascht mich!” Als Beispiel hab’ ich dann noch die Geschichte vom See Genezareth erzählt. Da bin ich ja mal voll aus dem Boot gefallen, weil wir alle mächtig einen im Tee hatten. “Nun stellt euch mal vor, da wäre ein mächtiger Sturm gewesen oder so. Da kann man doch was draus machen! Seid mal kreativ! Überhöht das Ganze ein bißchen!” Johannes hat wieder den Vogel abgeschossen: “Na, was zum Beispiel. Das du über’s Wasser läufst?” Alle haben gelacht, aber im Nachhinein dachte ich: Gar nicht mal so übel. Vater steht ja auf solche Sachen. Ich wollte es gleich twittern, musste dann aber feststellen, dass wir Twitter ja erst in 1977 Jahren geplant haben. Schon doof, wenn man so gar kein Zeitgefühl hat. Mal schauen was draus wird.
20 Tage nach Auferstehung
Zeit für Musik! dachte ich heute früh und fing an ein paar Songtexte für das Christentum zu schreiben. Besondere Herausforderung, denn sie sollten Ohrwurmqualitäten haben, müssen aber in viele Sprachen übersetzbar sein, wie die Evangelien auch. Babylon sei Dank… Habe jetzt was auf Hebräisch und Latein. Um die Musik kümmere ich mich aber nicht, Vater hat gesagt, dafür hätte ich wenigstens Klavierstunden haben müssen. Abgesehen davon ist das zu sehr vom Zeitgeist abhängig. Meint er auch. Naja, bastele noch an ein paar Texten für Requiems – hab’ ‘Pie Jesu‘ gestern Johannes gezeigt, er meinte das hat Hitpotential – und dann kämpfe ich mich mal an was Modernes vor, mir schwirrt da was im Kopf herum wie “Rock my soul” oder “He’s got the whole world in his hands”. Überlege, ob’ ich den Aposteln sagen soll in die Evangelien auch ein paar Songtexte einzubauen, so wie die Psalmen, aber weniger “in the face”. Schließlich soll uns die Geschichte ja auch in tausend Jahren noch einer abnehmen.
30 Tage nach Auferstehung
Hab’ heute die Apostel in die Spur gesetzt, von wegen predigen und taufen und so. Wollte fast eine flammende Rede anstimmen, aber die hebe ich mir lieber für die Himmelfahrt auf. Dann hab’ ich mir sechs Jünger beiseite genommen und sie wegen der Evangelien instruiert. Hab’ letztendlich entschieden, wir werden einfach mehrere Leute schreiben lassen und gucken was dabei rauskommt. Im Grunde eine Art Casting, wenn man so will. Aber wenn man gar keinen Input gibt, scheinen sie auch ein bissl denkfaul zu sein. Also habe ich gesagt, ich rezitiere noch mal ein paar Statitionen meiner Reisen. Wie ich Aussätzige heile beispielsweise. Haben sich auch alle fleissig Notizen gemacht, allerdings hab’ ich immer ein bissl das Gefühl, dass die auch untereinander abschreiben. Vor allem Markus, Lukas und Johannes. Matthäus ist auch ein bissl faul. Ich hoffe aber, die lassen sich auch selbst was einfallen. Auch damit die Historiker und Theologen später schön dran zu knabbern haben. Vater sagt, je uneindeutiger wir das schreiben, desto größer wird der Spaß. Ist ein bißchen wie ein chaotisches Pendel, wenn es richtig anstellt, kann nach ein paar Bewegung keiner mehr voraussagen, was als nächstes passiert. Ansonsten werden wir morgen ein Brainstorming machen, wir brauchen noch ein Symbol für das Christentum. Ich hab’ ein paar Designer und natürlich Jünger zum Brunch eingeladen, mal schauen was wir uns so einfallen lassen. Ich mach jetzt noch eine Mindmap, damit ich nichts vergesse. Viel Zeit ist ja nicht mehr. Immer dieser Termindruck! Das nervt…
33 Tage nach Auferstehung
Ein Kreuz!! Ausgerechnet das will er. Wir haben jetzt zwei Tage lang die aberwitzigsten Symbole gedanklich durchgespielt, ein Dreieck, wegen der heiligen Dreifaltigkeit. Einen Fuss auf dem Wasser – die Idee kam von Johannes, er schreibt ernsthaft eine Geschichte für das Evangelium, wo ich über’s Wasser gehe – Stilisierte Weintrauben, wegen der Wasser-zu-Wein-Story. Wir hatten alle geometrischen Formen und Kombinationen, wir hatten Farbstreifen und allen möglichen Kram, einiges war gar nicht so schlecht. Aber Vater will unbedingt das Kreuz. Weiß gar nicht wer die Idee hatte, aber weil ich ja gekreuzigt wurde und so, wäre das ja wohl naheliegend und es wäre so schön einfach herzustellen. Kann man auch schnell mal aus zwei Hölzern zimmer (Josef wird sich freuen). Und schön einfach zu malen, schreiben und zeichnen. Da könnte man schöne Merchandisingartikel mit machen. Einfaches aber starkes Design, blah, blah. Ich fand’s dröge, wir haben uns dann aber geeinigt, dass ich auch dranhängen darf. Das stimmte mich dann doch Milde, immerhin bin ich dann sowas wie ein Rockstar, posthum. Überall werden die Leute mich sehen, dass ist schon eine tolle Aussicht. Vater hat gesagt übermorgen wird er mir seine Planung für die nächsten 200 Jahre schicken, nur damit ich es im Hinterkopf habe für meine große Rede. Na dann Prost…
35 Tage nach Auferstehung
Mein Gott (*g*), hat er sich ganz schön reingehangen, muß man sagen. Respekt. Action ist ziemlich viel drin, “Kreuzzüge” hat er das genannt und diverse Glaubenskriege. Und einen ganzen bürokratischen Apparat hat er auch entwickelt, Papst, Kardinäle, Bischöfe und was weiß ich nicht. Und viele meiner Vorschläge hat er auch eingebaut, es wird eine Spaltung der Kirchen geben im zweiten Jahrtausend und da kommen dann meine Ideen unter. Da wird es mehr um die Gemeinde gehen, viele der Traditionen werden abgebaut und auch die Bürokratie. Cool, sogar die Ideen der anderen Konfessionen hat er mit eingebaut. Reichlich Auswahl für die Menschen, ich hoffe das reicht für ein paar tausend Jahre. Denn so bald möchte ich eigentlich so ein Brimborium nicht veranstalten. Und Vater wohl auch nicht. Wir überlegen schon, wie wir die freie Zeit nutzen. Ich habe vorgeschlagen wir könnten ja mal Leben in anderen Sternensystemen erschaffen. Da hat er aber nur mit den Augen gerollt.
38 Tage nach Auferstehung
Heute große Party! Yeah, wir treffen uns nachher zum allerletzten Abendmahl. Werde dort allen erklären, was sie machen sollen. Ein letztes Mal. Und in zwei Tagen dann werde ich nach Hause fahren. Ich wollte einfach verschwinden, still und leise. Aber Vater hat schon eine Choreografie ausgearbeitet, mit Spezialeffekten und was er immer so drauf hat. Wenn’s denn sein muss. Die Aufgaben sind so gut wie verteilt, ich hoffe nur die kriegen’s auch alle hin. Ansonsten werde ich heute abend noch mal den “weltlichen” Freuden fröhnen, wer weiß, wann ich dann wieder dazu komme. Vater und ich haben uns noch was Feines für nach meiner Himmelfahrt ausgedacht. “Pfingsten” wird es heißen und wir werden allen “Christen” ein bißchen heiligen Geist schicken. Ich dachte – eher so als Purist – wir machen das ohne großes Aufsehen, aber Vater will wieder ein Feuerwerk entfachen. Naja, soll er doch. Ich muß ja nicht dabei sein, ich mache da schon Urlaub auf Alpha Centauri. Manchmal ist es schon cool, Gottes Sohn zu sein.
40 Tage nach Auferstehung
Puh, was eine Auftritt. Vater hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Engel flogen aus einer brennenden Wolke hernieder und breiteten eine Decke aus Wolken aus, auf der ich dann langsam emporstieg. Die Apostel haben ihre Münder nicht wieder zugekriegt. Und ich habe ihnen zugerufen: “Ich bin am dritten Tag auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.
Ich sitze zur Rechten des Vaters und werde wiederkommen in Herrlichkeit zu Richten die Lebenden und die Toten; meiner Herrschaft wird kein Ende sein.” Hatte mir lange überlegt, ob das nicht zu dick aufgetragen ist. Aber was solls, das macht dann auch nichts mehr. Ich bin fertig, ich brauche Urlaub.
Und hier noch ein bißchen interessante Lektüre zum Thema:
Nun ja, ich habe diesen neuen PC (das wäre durchaus auch noch einen Blogeintrag wert #notiert) und das bedeutet, dass ich einige Spieletitel, für die meine Hardware bislang nicht zugänglich war, endlich mal ausprobieren konnte. Und da hab’ ich dieses hier nach kurzem Anspielen gleich selbst erworben: Assassin’s Creed. Dabei handelt es sich essentiell um ein Jump’n'Run in 3D. Im Jahre des Herrn 1192 kontrolliert man den Assassinen Altair, dessen Aufgabe es ist Menschen umzubringen. Die ‘Killerspiel’-Fraktion darf dann jetzt mit lesen aufhören, sonst wird das Bild womöglich zu differenziert. Alle weg? Gut.
Das Credo der Assassinen lautet so lautlos und unauffällig wie möglich vorzugehen und niemals Unschuldige zu töten. Um seinen Job zu erledigen muss man zunächst Informationen über sein Opfer sammeln und die Lage sondieren. Dazu gibt es kleine Quests wie Taschendiebstähle, Flaggen sammeln oder auch mal kleine Morde unter Freunden. Hauptwaffen sind dabei Schwert, Messer und dergleichen. Die Devise lautet: Nicht erwischen lassen! Im Grunde wie im richtigen Leben, ist einem sofort die Stadtwache auf den Fersen, wenn man bei einem Verbrechen beobachtet wurde. Dann muss man so schnell wie möglich außer Sichtweite laufen und in Heuballen oder inmitten einer Gruppe Menschen untertauchen, bis sich alle wieder beruhigt haben (was zum Glück meist nicht länger als 10 Sekunden dauert).
Der eigentliche Clou sind aber die wunderschönen Klettereinlagen. Um die Umgebung zu erkunden (wo beispielsweise Quests sind und um bedrohte Bürger auszumachen) muss man in diversen mittelalterlichen Städten wie Damaskus und Jerusalem Türme und andere hohe Gebäude erklimmen um dort seinen Adlerblick schweifen zu lassen. Das sich Altair an fast jedem Vorsprung festzuhalten vermag, kann man beinahe jede Wand oder Mauer im Spiel beklettern, was sich auch bei der Flucht oder beim allgemeinen Durchstreifen der Städte sehr gut macht und einem auch visuell ein tollen Blick ermöglicht. Zwischendurch darf man dann noch das Umland auf dem Rücken eines Pferdes durchstreifen um von A nach B zu kommen, mit jedem neuen Mordauftrag rückt man so immer mehr einer eigenartigen Verschwörung auf die Pelle. Um was es sich dabei handelt, weiß ich selbst noch nicht, denn so weit habe ich noch nicht gespielt. 
Die Rahmengeschichte für dieses Szenario erklärt die futuristische Oberfläche, denn eigentlich seid ihr nicht Altair sondern einer seiner sehr späten Nachfahren im (geschätzten) 21. Jahrhundert und werdet gezwungen euch in einem Gerät namens Animus eurer genetischen Erinnerungen an Altair gewahr zu werden. Je synchroner ihr euch zu den Erinnerungen verhaltet, desto besser. Wenn man zu stark verletzt wird, verliert man Synchronität (nicht etwa Lebenspunkte) und fliegt quasi aus dem Simulator. So erklären die Macher mehr oder weniger glaubwürdig die zahlreichen Hilfen wie eine digitale Karte, farbige Markierungen im Bild, das HUD und dergleichen, die es so im Mittelalter eben nicht gegeben haben kann. Spannend ist das allemal, wenngleich das auch ein bissl konstruiert wirkt, so als ob die Entwickler hier noch eine Schicht Story eingezogen haben, um mehr Distanz zum eigentlichen Inhalt zu schaffen. (Warum würde man das wollen?)
Wie auch immer, nach etwa 15 Stunden spielen, muss ich feststellen, dass das alles sehr viel Spass macht und sehr detailliert umgesetzt wurde. In weiten Teilen lässt das Spiel offen, wie aggressiv/gewaltätig man sich verhalten will, lediglich einzelne Quests und die Hauptziele des Assassinen muss man tatsächlich töten, ansonsten kann man das sehr wohl vermeiden und im Zweifel einfach weglaufen. Das ist nicht feige, sondern Teil des Spielprinzips und damit schon fast ein mutiges Features.
Die Grafik ist sehr schön anzusehen (siehe auch den HD Trailer) und zusammen mit dem Sound wird eine sehr schöne Atmosphäre geschaffen, die zumindest vom Gefühl her dem Mittelalter sehr nahe kommt. Das muss deswegen hervorgehoben werden, weil ja viel zu viele Hersteller von Unterhaltungssoftware selbiges von ihren Produkten behaupten und das häufig zu Unrecht. Bei Assassin’s Creed wird das Hinsehen aber schlichtweg nicht langweilig. Und wenn man sonst gar keine Lust hat dem Spiel zu folgen, kann man einfach ein paar Sprünge über die Dächer von Damaskus machen, immer dem Sonnenuntergang entgegen oder mal eben den höchsten Turm der Stadt erklimmen, nur der Aussicht wegen. Nach meiner Meinung sind es diese Freiheiten, die einen erst richtig in die Welt versetzen. Außerdem zeigt es, dass die Designer richtig Arbeit in die Details gesteckt und keine Angst haben müssen, wenn der Spieler alles genau unter die Lupe nimmt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu der “Prince of Persia“-Reihe, die sich ebenfalls durch sehr flüssige Bewegung und Gymnastikeinlagen auszeichnet, ist nicht zu leugnen, immerhin stammt es vom selben Hersteller. Da freut es zu hören, dass ein Sequel schon in der Mache ist (siehe Link am Ende).
Insgesamt bekommt Assassin’s Creed von mir den Daumen hoch (79 von 100 Punkten bei metacritics). Es ist durchaus ein Spiel für zwischendurch, denn die Aufträge sind schon relativ abwechslungsarm und man muß nicht groß umdenken, wenn man einen Auftrag erledigt hat. Die Vehemenz des Widerstandes durch die Wachen nimmt im Laufe des Spieles zu, allerdings auch die eigenen Fähigkeiten und so sieht man sich eigentlich immer einer realistischen Herausforderung gegenüber. Die Motivation kommt für mich aus der Inszenierung + spannender Story + tolles, sauberes Gameplay, da können sich andere Spiele was abgucken. Nach Super Mario Galaxy ist Assassin’s Creed ein tolles Jump’n'Run für die Großen (in D ab 16 freigegeben, PEGI ab 18) und momentan auch zum Budgetpreis erhältlich, so dass eigentlich kein realistischer Grund existieren dürfte, es nicht zu kaufen.

Assassin’s Creed ist für PC, XBOX360 und Playstation 3 erschienen.

Wenn Großeltern – beispielsweise meine Omas – von ihrem Leben erzählen, sprechen sie häufig von der Zeit vor, während oder nach “dem Krieg”. ‘Der Krieg’, das bezieht sich üblicherweise auf den 2. Weltkrieg (1939-1945) , hin und wieder auch auf den 1. (1914-1918). Das sind zweifellos die beiden zentralen Zeitmarken des 20. Jahrhunderts, besonders aber in der Jugendzeit der betroffenen Generation.
Große Teile der westlichen Welt haben daraus gelernt und lassen zumindest keine Kriege mehr auf ihrem Territorium stattfinden. Sie verlegen sie einfach, so geschehen im aktuell noch stattfindenden Irakkrieg der Amerikaner. Vietnam, Golfkriege, Grenzkonflikte wie im nahen Osten und allerhand andere militärische Auseinandersetzung, die man durchaus nicht kleinreden sollte, zeigen, dass man an vielen Orten in der Welt die Botschaft der Weltkriege nicht mehr präsent zu haben scheint oder gar niemals verstanden hatte. Und die Tatsache, dass Kriege viel kürzer und wesentlich fragmentierter stattfinden als noch vor 70 Jahren, scheint die Akzeptanz auch noch zu steigern. Für uns, die wir nicht in Kriegsgebieten leben, ist der abendliche 3-Minuten Zusammenschnitt meist entschärfter, autorisierter Bilder in den Nachrichten, offenbar nicht mehr als eine Simulation, eine Inszenierung von vielen, denen wir kaum noch Beachtung und – teilweise mit Recht – auch keinen Glauben mehr schenken und damit ausblenden, dass um uns herum in der Welt jeden Tag sinnlos Menschen sterben.
Momentan können wir medial miterleben, wie Israel mit einem massiven Militäreinsatz gegen die Hamas vorgeht, eine Terrororganisation, die offenbar für Israel eine latente Gefahr darstellt und das schon seit längerer Zeit. Das Problem im nahen Osten ist allerdings schon mehr als 60 Jahre alt (der Wikipedia-Artikel über Israel bietet eine guten Überblick) und wird auch mit dem angestrebten Ende der Hamas wohl kaum gelöst werden. Aber wie so oft im wahren Leben, gibt es keine White-Hats und Black-Hats in diesem Konflikt, denn die Reaktion Israels auf die durchaus nachvollziehbare Bedrohung scheint mir vollkommen unangemessen und es ist wohl deutlich, dass Kräfte auf beiden Seiten die Auseinandersetzung immer wieder anheizen. Israel hat nur aus historischen Gründen das Verständnis und die Unterstützung der Staatengemeinschaft, moralisch ist das Vorgehen höchst zweifelhaft.
Israel hat die beste Armee- und Militäraustattung der Region, sie haben sehr wahrscheinlich sogar Atomwaffen, trotzdem sieht man sich offenbar immer noch in der Opferrolle, stellt die Militäraktion als Verteidigung dar. Ich finde das eigenartig. Kanzlerin Merkel macht die Hamas für die erneute Eskalation des Konfliktes verantwortlich, was mich persönlich schon enttäuscht, aber alles andere wäre womöglich politisch unkorrekt gewesen. Tatsache ist, dass man keiner der beteiligten Parteien eine Schuld absprechen kann oder gar den Sieg wünscht.
Und so bleibt am Ende nur die Feststellung, dass so kurz nach Weihnachten offenbar die Welt schon wieder in ihre alten Verhaltensmuster verfällt und letztendlich unsere Aufmerksamkeit den unschuldigen Zivilisten gelten muß, die die wahren Opfer des Konfliktes sind und noch werden.
Ich bin sicher politisch nicht uninteressiert, dennoch finde ich das internationale oder speziell das deutsche Interesse an der Präsidentenwahl in den USA und globale Wichtigkeit, die da – meiner Meinung nach unberechtigt – hineininterpretiert wird, immer noch etwas befremdlich. In diversen Online-Tests hat man mir allerdings eine beträchtliche Nähe zu Barack Obama attestiert, weshalb also auch ich mich durchaus freue, dass er nun auch die Wahl (mit Abstand) gewonnen hat und der arme Präsident wird, der George W. Bush ablösen muss. Andererseits auch eine dankbare Aufgabe, die Erwartungen sind wohl denkbar niedrig, viel mehr falsch machen kann man auch kaum. Auch vor diesem Hintergrund hat Bush seinem Nachfolger “Viel Spass” gewünscht.
Für die Amis freuen wir uns, aber nur kurz, denn wir selbst haben immer noch Frau Merkel, Herr Steinmeier und den restlichen Clan. Und für dieses Personal kann sich offenbar keiner (ob im In- oder Ausland) so richtig erwärmen. Zumindest nicht so extrovertiert.
In anderen, persönlicheren Nachrichten habe ich heute – einigen technischen Problemen bei der Post zum Trotz – meine DVD Box “Der kleine Vampir” aus der Packstation geholt. Da ich inhaltlich ja schon eine ganze Seite zum Thema produiziert habe und auch schon darüber gebloggt habe, hier nur ein kurzes Review:
Die Box besteht aus 4 DVDs mit allen 13 Folgen, es liegen sowohl die deutsche als auch die originale englische Sprachversion vor. Die Tonqualität der deutschen Tonspur ist deutlich besser, aber da man seit 23 Jahren erstmals das englische Original hören kann, ist das eine verschmerzbarer Einschränkung. Auf der letzten DVD gibt es dann noch die Dokumentation “Der kleine Vampir hat auch eine Mutter” über die Autorin Angela Sommer-Bodenburg. Die Bildqualität ist im Grunde gut, allerdings läßt das Ausgangsmaterial zu wünschen übrig, wobei ich nicht einschätzen kann, wie stark man da hätte noch nachbearbeiten können. Rauschen gibt es nicht, aber eine chronische Unschäre und Verwischtheit. Ich persönlich empfinde das aber als liebenswerte Erinnerung und kann damit gut leben. Insgesamt eben immer noch eine Box, auf die wir – die Fans – viel zu lange gewartet haben, da kann man qualitative Abstriche machen. Schade finde ich nur, dass man auf Untertitel vollständig verzichtet hat.