In meiner anhaltenden Suche nach festen Blogschemata eröffne ich hiermit die Serie Meinungsmontag, in der ich ungefragt meine Meinung zu aktuellen Themen preisgebe. So subtil wie möglich.

Kurz ge-zsf’t: CDU ganz groß verloren. Mmh. SPD real verloren, gefühlt gewonnen. Grüne ganz groß gewonnen (r+g), FDP und Linke mit drin und Andere ein bissl gewonnen (basiert auf vorläufigem Endergebnis). Rot-Grün möglich, Schwarz-gelb nicht. Bundesratmehrheit wohl futsch. Ist das ein Fortschritt?
Ohne allzu zynisch wirken zu wollen, für mich zeigt das nur, dass die Menschen unentschlossen sind. Genau so wie die großen Volksparteien, die sich ja schon seit Jahren immer mehr annähern. Wie lange noch bis Fusion zur Christlich-Demokratischen-SozialPädagogischen-Sozialistischen-Partei-Union (CDSPU)? Die Wähler wechseln ihre Meinung munter von einem Jahr auf’s andere und im Endeffekt sind die Parteien relativ hilflos. Sie laufen ihrem Klientel hinterher, wie die Manager ihren Aktionären. Oder die Geeks dem iPad. Oder die Verlage dem iPad. You get the point.
Politik, das heißt derzeit Manager von maroden Ist-Zuständen zu sein, Erhaltung überholter Systeme für ein wankelmütiges Volk. Das Spannungsfeld liegt irgendwo zwischen Arbeiternehmer und Arbeitgeber, Anleger und Kleinsparer, gesetzlich und privat versichert, selbstständig und arbeitslos, katholisch und islamistisch, Hauptschule und Gymnasium, Mac oder PC. Wer wollte da auch nur versuchen, die Masse mitzureißen?
Politik sollte aber sein, Ziele zu definieren und Zukunft zu gestalten. Oder wenigstens Gegenwart verstehen und darauf reagieren. Klappt super, wenn Frau Aigner den Bürgern nahelegt, in den Gemeinden Unterschriftenlisten(!) gegen Google Street View zu sammeln. Warum nicht wenigstens eine Mailingliste? Ein Forum? Ne’ Newsgroup? Ein im Anachronismus geeintes Volk. Nicht immer aber immer öfter.

Man stelle sich vor, eine Großfamilie (16 Leute, um viele Ecken verwandt), viele Jahre über die Welt verstreut gelebt, findet zusammen und möchte wieder engere Bande knüpfen. Sie verabreden z.B. gemeinsame Familienfeiern, tauschen Adressen aus und dann, weil sie nach außen Gemeinsamkeit zeigen wollen, gründen sie zusammen, ähm, sagen wir mal: eine gemeinsame Währung. Wir nenne sie den Euro. Olé, Olé, alles Super.
Alles ist klasse, die Familie benutzt die Währung und handelt kräftig, alle stehen scheinbar ziemlich gut da. Jeder hat ein paar Schulden, Kredite, Verpflichtungen, klar, wer hat die nicht? Aber alle haben Jobs, Einkommen größer Ausgaben, sie haben sich gegenseitig natürlich nicht die Kontoauszüge gezeigt, ist ja die Familie. Und es läuft.
8 Jahre später, es ist Krise, Finanzmarkt und so, die Familie trifft sich zum kleinen Fest, kommt ins Plaudern und raus kommt: Der Großonkel Calinichta hat ein paar mehr Schulden, als er verraten wollte. Lebt schon seit Jahren weit über seine Verhältnisse. Alle gucken betroffen und schlucken. Besonders Tanta Sampaio und Neffe Caruso. Allen geht irgendwie die Muffe, weil sie so richtig eigentlich doch nicht mal wissen, wie sie ihre eigenen Schulden zahlen sollen. Und was werden erst die Nachbarn sagen? Der Herr Johnson beispielsweise.
Also geben dem Onkel alle Familienmitglieder von dem Geld, dass sie nicht haben, was ab, damit die gemeinsame Währung vor den Nachbarn nicht schlecht da steht. Geht gar nicht? Richtig! Stattdessen geben die anderen Familienmitglieder das Versprechen ab dem Onkel Geld, das sie nicht haben, zu geben, wenn der es denn braucht. Doppel-Schwör! Außerdem schimpfen sie mit dem Onkel und der verspricht hoch und heilig, dass er mit Sparen anfängt. Auch wenn die Frau rebelliert. Und boa, wie die rebelliert.
Und alle leben glücklich bis an ihr seliges Ende. Hehe.
Noch im letzten Jahr erklärten Experten lang und breit, dass ein Staat nicht bankrott gehen kann. Aber von Staatengemeinschaft war nie die Rede!
Steve mag Flash nicht. Weil, ähem, es ist nicht frei! Welch’ edles Motiv! Ja, es ist kein offener Standard. Und es zieht zu viel Strom auf mobilen Geräten. Oho, das ist schlecht für den Konsumenten! Flashapplikationen sind für Mäuse gemacht und nicht so richtig toll zum antouchen. Und obendrein funktioniert es einfach nicht! Jaha!!! Oh, one more thing: Eszerstörtunsunsertolles-abgeschlossenesökosystem-wowireinschweinegeldmitverdienentun. Die ersten sind aber wichtiger. Klar. Denn, wenn Apple etwas ist, dann frei! Die würden nie, beispielsweise, bestimmte Apps aus ihrem AppStore verbannen. Oder dafür sorgen, dass ihre Software nur auf ihrer Hardware läuft. Oder verhindern, dass man gekaufte Inhalte tauscht. Also: Wer im Glashaus sitzt (schon mal einen Apple Store gesehen?), sollte nicht mit iPods werfen.
Hammer ist aber: Flash-Evangelist (=Typ, der wo echt gute Stimmung für Flash machen soll) versucht eine Flash-Beta auf einem Android-Phone zu zeigen. Vor Publikum und so. Öffnet Seite in Browser. Browser stürzt ab. Öffnet Seite erneut, stürzt wieder ab. Fragt Publikum was er öffnen soll. “Hulu” (amerikanische Videoportal Anm. der Red.) Antwort: “Hulu doesn’t work”. Demo Ende. Fail!
Am Ende muss man konstatieren: 0 Punkte beide. Setzen. Sechs.
Anmerkung: Ich mag Apple. Wegen der Produkte und der Konvenienz in der Nutzung. Aber das Apple seine Marktmacht nutzt, um Freiheit zu propagieren, gar ohne Eigennutz zu fordern, sehe ich nicht. Die anderen Kritikpunkte aus Jobs’ Brief treffen aber zu.
Und Flash mochte ich noch nie.
Jepp, lange nichts mehr über Musik gebloggt. Das können wir ändern: Ich habe eben eine neue Wiedergabeliste mit dem schönen Titel “building-up”. Die Idee dabei ist, Lieder aus meiner Datenbank zu fischen, die sich von einer minimalistischen-leisen-zurückhaltenden Stimmung in eine breite-multiinstrumentelle-wildeverzweigte Klangfläche hineinsteigern. Dabei nimmt sie den Hörer (meiner Meinung nach) im besten Fall emotional auf eine – möglicherweise kurze – Reise mit. Auf Genres, Stile, Länge oder Qualität wird dabei keine Rücksicht genommen. Es muß noch nicht mal Musik sein. Bislang sind da 14 Stücke drin, die ich gerne auflisten und kurz kommentieren würde. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja ein Kleinod. *g*
1. The Blower’s Daughter (von Damien Rice)
Toller Herzschmerz-Song, der mir im Film “Closer” (zu Deutsch: Hautnah) erstmals aufgefallen ist. Von einem minimalistischen Thema, fast versteckter Gitarre und einer passiven Stimme hin zu subtilen Streichern, einer kontrastierenden Frauenstimme (in der Studioversion). Auch inhaltlich: Während der Protagonist zunächst -nur- seine Augen nicht von ihr lassen kann (“I can’t take my eyes off of you”), ist er am Schluß vollständig in ihrem Bann gefangen (“I can’t take my mind off of you”). Die letzte Zeile bringt allerdings die Wendung (“‘Til I find somebody new”).
2. Heart And Soul (von Gary Go)
Eine dieser Überraschungssongs von einem Album, dass man eigentlich nur aus Neugier gekauft hat. (Oder nicht gekauft hat. *g*) Für mich ein Mutmach-Lied, dass auch unabhängig von seinem Text, der sich wie ein Mantra über die tongebende Melodie legt, super eignet um schlechte Stimmung zu beseitigen. Toller Muntermacher, wenn ich fröhlich Samstags früh um 4.00 zur Arbeit trotte.
3. Mixtape (von Jamie Cullum)
Ich liebe Klavier. Schon allein deswegen ein Favourite. Tolles Tempo zum Wachwerden, kleine Soloeinlagen bauen die Stimmung zum orchestralen Finale auf. Beste Textstelle: “You’re the only angel in headphones”. Hat ein bißchen was von Elton John, finde ich. Den Schluß kann man toll mitsingen (wenn keiner in der Nähe ist, der einen verklagen kann).
4. Central Services / The Office (von Michael Kamen)
Ja, der Klang von Schreibmaschinen… War im Trailer von WALL-E und ich habe ewig danach gesucht, weil es dann im Film und im Soundtrack nicht auftauchte. Kann auch nicht, ist ja schon auf einem anderen Soundtrack! Nämlich dem von “Brazil” aus 1985, Regisseur ist niemand geringerer als Terry Gilliam. Den Film muss ich noch sehen. Die Musik fetzt schon mal. (Warum sagt man das eigentlich nicht mehr?)
5. The Planet Krypton (von John Williams)
Uih, jetzt kommen viele Soundtracks. Dieser Track stammt aus ‘Superman’ von 1976 und besonders mag ich die ersten 90 Sekunden. Williams pirscht sich mit wenigen Instrumenten von hinten an, steigert sich ins ganze Orchester hinein und haut zu. Dann fährt alles wieder zurück, während wir im Film die spannenden Ereignisse auf Kal-Els Heimatplaneten verfolgen. Zum Schluß wird’s dann wieder etwas aufgeregter, aber der erste Teil ist das Beste.
6. Run Forrest Run (von Alan Silvestri)
Eine der tollsten Szenen im Film “Forrest Gump“, nicht nur musikalisch. Die Musik kommt hier verhalten daher und steigert sich relativ fix zu einem Punkt, wo einen die Bläser vom Platz fegen. Da krieg’ ich fast immer Gänsehaut. Kann man nicht beschreiben, muss man hören.
7. Goodbye Lenin (von Yann Tiersen)
Yann Tiersen ist der Meister im musikalischen Minimalismus, hier ein perfektes Beispiel aus “Goodbye, Lenin”. Er beginnt nur mit dem Klavier hinzu kommen Streicher. Die Spannungskurve der Szene, als Alex’ Mutter erstmals ihr Zimmer verläßt, auf die Straße geht (in einer Welt, die sie noch immer für die DDR hält) und dort der fliegenden Statue von Lenin begegnet ist hier perfekt eingefangen. Die Musik nimmt einen vollkommen in Beschlag und läßt erst 30 Sekunden vor Schluß wieder locker. Und Luftholen. Auch toll und in der Liste: Mother’s Journey (was man nur am Klavier erreichen kann).
8. Ich bin ein Wochenendseminar (von Rainald Grebe)
Unauffällig vom Klavier begleitet handelt es sich weniger um Musik als um untermalte Poesie. Die besten Stücke von Rainald Grebe sind die, wo er ganz unscheinbar ein Thema zusammenhanglos beginnt und dann peu á peu mit immer absurderen Assoziationen um sich wirft, ohne das es wirklich sinnfrei wird. Man kann ihm folgen, wenn man will. Er nimmt den Zuschauer ungefragt mit (“Wir geben unserem Atem einen neuen Namen…”), wirbelt durch die Gegend (“..wir atmen einen Lutz”) und läßt ihn nach drei Minuten irgendwo sitzen. Und man wundert sich nur, wie man da hin gekommen ist. Anderes Beispiel: Dr. Fuchs vom letzten Album, ein Streifzug durch die bunte Werbewelt. Kann ich immer wieder hören. (“Würden sie ihr Kind in Dornkaart baden?”)
9. Everloving (von Moby)
Wieder zurück zur Musik, Moby kennt man vielleicht eher aus der Technoecke (war mal in im letzten Jahrtausend), aber dieser Song vom 98′er Erfolgsalbum “Play” kommt zunächst nur mit einer Gitarre daher. Später gesellen sich eine Beat und diverse Klangfarben hinzu und der Song, der Moby-typisch intrumental ist, nimmt erst richtig Form an.
10. On a Day Like Today (von Keane)
Ein perfektes Beispiel für Einfachheit sowohl was den Text betrifft als auch die Melodie. Es beginnt lediglich mit Beat, Gesang und ein wenig Synthies. Über die 5:27 wächst es sich aber in ein musikalisches Mantra mit diversen Klanglinien aus, über allem steht die Stimme von Tom Chaplin.
11. Exogenesis: Symphony, Part 3 (Redemption) (von Muse)
Zunächst unverfängliches Piano (tolle Melodie), wird dann aber zur Rock Symphonie. Vom aktuellen Album “The Resistance” mein absoluter Lieblingssong.
Längster Titel in der Liste! Ein Song über Veränderung, der von einer eher versönlichen Stimmung in nahezu aggressive Tendenzen verfällt. War glaube ich im Soundtrack von “Ab durch die Hecke”. Und wieder ein Klavier.
“Even the things that seems still, are still changing.” Konnte ich nicht in der vollständigen Version auf YouTube finden, hier isses komplett (LastFm).
Wahrscheinlich gibt’s noch Hunderte mehr, aber mit dieser knappen Stunde Musik sei die Klasse entlassen. Was würdet ihr zu dieser Playlist hinzufügen? Kommentare erwünscht!
Liebe/r Leser/in,
ich begrüße dich im neuen Jahr 2010, dem Jahr der Fussball-WM in Südafrika, dem finalen Abschluss der Agenda 2010, dem erste Jahr der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts.
Man sollte das neue Jahr vielleicht mit leichtem Lesestoff beginnen, etwas unterhaltsam Erbauliches oder etwas, das die eigene Humorzentrale in Schwingungen versetzt. Stattdessen möchte eine Buch (und ein Hörbuch) vorschlagen, welches Faszinierendes zum philosophischen Fundament unserer Gesellschaft anzumerken hat. Es handelt sich um ein Buch von Scott Adams, der dir, geneigte/r Leser/in, möglicherweise von seinem erfolgreichen Comic “Dilbert” und den diversen dazu erschienenen Büchern bekannt ist. “God’s debris – A Thought Experiment” hat mit Dilbert aber überhaupt nichts zu tun, es zeigt vielmehr die philosophische Seite von Adams, der auch in seinem Blog immer wieder seine Leser mit wilden Theorien und Gedankenexperimente konfrontiert, ohne sich selbst und seinen Standpunkt dabei allzu ernst zu nehmen.
Die beiden Hauptcharaktere des Buches sind gleichsam auch die einzigen Charaktere. Der Protagonist ist ein Paketlieferant, der ein Paket an einen alten Mann genannt Avatar ausliefert. Dieser verwickelt ihn in ein Gespräch um Gott und die Welt, der daraus folgende Dialog ist zentraler Gegenstand des Buches.
Der Avatar diskutiert zunächst einige zentrale Begriffe wie “freien Willen” (free will) und das K0nzept “Gott”. Er argumentiert außerdem dafür, dass das menschliche Gehirn lediglich ein Täschungsgenerator (delusion generator) ist, weil es nicht dazu in der Lage ist, die komplexe Welt tatsächlich zu verstehen und als Ersatz dafür vereinfachte Modelle schafft.
Basierend auf diesen Grundmotiven behauptet der Avatar, dass anzunehmen ist, dass es für einen allmächtigen Gott nur eine wirkliche Herausforderung, nur eine Motivation geben kann: Selbstzerstörung. Daraus folgert er, dass Gott sich selbst zerstört hat und alles was existiert (inklusive der Menschen) Gottes Trümmer sein müssen. Diese bestehen aus zwei Komponenten: Materie, in einer uniformen stofflichen Form, die so klein ist, dass wir sie noch nicht entdeckt haben, und Wahrscheinlichkeit (Probability). Aus dieser Annahme speisen sich die folgenden Theorien und Erklärungen, die sich über astronomische und physischen, gesellschaftliche und philosophische Sphären erstrecken. Letztendlich schickt sich der Avatar an, uralte philosophische Fragen zu diskutieren, wobei er immer wieder darauf verweist, sich auf die einfachsten möglichen Erklärungen zu berufen.
So wird im Buch das Leben und unsere Existenz als ein Prozess des Wieder-Zusammen-Setzens von Gott interpretiert, weil scheinbar nur auf diese Weise eine erklärbare Motivation für unsere Existenz vorhanden wäre.
Der Untertitel “Ein Gedankenexperiment” ist hier nicht nur inhaltlich zu sehen: Das gesamte Buch fordert den Leser dazu auf, zunächst andere Erklärungen und Denkansätze zu akzeptieren und die eigenen Überzeugungen kritisch zu prüfen. Letztendlich sollen aber keine Antworten gegeben sondern neue Fragen aufgeworfen werden. Die ‘einfachen’ Erklärungen sind interessante Möglichkeiten, aber nicht unbedingt viel mehr.
Mich persönlich haben einige Gedanken durchaus fasziniert, teilweise stößt man mit ein bißchen Überlegung auch schnell an Grenzen. Gibt es eine natürliche Tendenz zu einfachen Erklärungen? Und hat das überhaupt Konsequenzen für das Individuum? Adams behauptet außerdem, er habe beim Schreiben des Buches eine Hypnosetechnik eingebaut, die dem Leser ein positives Gefühl des Erkenntnisgewinnes geben soll. Eine gewisse erleuchtende Wirkung kann man durchaus verspüren, ob das Aha-Erlebnis durch die Hypnose ausgelöst wird, kann natürlich kaum belegt werden.
Wer gerne geistige Luftschlösser baut oder einreißt, sollte hier unbedingt mal seine Nase reinstecken, das Werk liegt aussließlich im Englischen vor, dafür ist das eBuch sogar gratis herunterladbar. Nichtsdestotrotz kann man es auch käuflich erwerben. Ich persönlich habe es mir vorlesen lassen, ein Hörbuch ist bei Audible über den iTunes Store für knappe 4 € zu erstehen. Es gibt auch eine Fortsetzung mit dem Titel “The Reglion War”, dies sei jedoch nur der Vollständigkeit wegen erwähnt, ich habe es nicht gelesen. Bis jetzt.
Liebe Grüße!
…pflegt ein ehemaliger Arbeitskollege zu sagen, wenn wir uns über besonders lustige oder befremdliche Ereignisse aus dem Alltag eines Einzelhändlers unterhalten. Und in der Tat, Kunden bzw. Kundinnen (eine Unterscheidung in maskulin und feminin ist aus Erfahrung nicht relevant, weshalb im folgenden die männliche Form die weibliche impliziert) sind nicht einfach nur eine beschränkte Subklasse in der Gattung Mensch sondern davon auch eine der Interessantesten.
Kunde wird man, wenn man eine für den Verkauf von Ware jeglicher Art genutzte Gewerbefläche betritt. Ich vermute, dass, würde man das Gehirn eines durchschnittlichen Menschen, der zum Kunden wird, während dieses Vorganges mit bildgebenden Verfahren auswerten, man feststellt, dass zentrale Funktionen des menschlichen Denkapparates schlagartig ihren Dienst einstellen. Insbesondere der sogenannten gesunde Menschenverstand leidet darunter. Das zumindest läßt sich aufgrund meiner intensiven teilnehmende Beobachtung während der letzten sieben Jahre attestieren.
Aus meiner Erfahrung im Bahnhofsbuchhandel habe ich zahlreiche verschiedene Kundentypen dieser speziellen Umgebung herausgearbeitet, einige davon möchte ich hier gerne spezifizieren.
1. Der “Ich-nehme-nix-von-oben”-Typ auch genannt der Schieber
Einige Kunden sind offenbar der Meinung ein besonderes Anrecht auf möglichst frische Ware zu haben. Wir sprechen hier wohlgemerkt von alltäglichen Presseerzeugnissen (Tagespresse, Zeitschriften). Darum greifen sie vom Stapel des verfügbaren Produktes nicht wie man vermuten würde das obere Exemplar sondern schieben dieses – häufig mit geübtem Griff – beiseite, um das darunter liegenden Exemplar zu vereinnahmen. Der Schieber nimmt offenbar an, das obere Exemplar sei eine Art Leseexemplar, wobei er eben nicht berücksichtigt, dass das Lesen von Tagespresse ohne Kauf im Allgemeinen nicht erwünscht ist und geahndet wird (siehe Der Leser). Eune andere Vermutung wäre, dass der Schieber feinste Nyancen in der Abnutzung von Presseerzeugnissen binnen Bruchteilen von Sekunden visuell wahrnehmen kann. Nach intensiven Beobachtungen dieses Verhaltens habe ich persönlich ein Experiment etabliert, bei dem ich die oberen Exemplare von Zeitungsstapeln bei Gelegenheit vertausche. Ergebnisse stehen noch aus.
2. Der “Ich-spreche-nicht-mit-jedem”-Typ auch genannt der Schweiger
Einkaufen ist ein sozialer Prozess – insbesondere der Bezahlvorgang. Während viele Kunden schon beim Betreten grüßen und auch ihren Einkaufswunsch in klarer Sprache formulieren können, gibt es eine beachtliche Gruppe von Kunden, die, trotz offenbar vorhandener grundlegender Artikulationsfähigkeit, es nicht vermögen, ihrem Wunsch nach finanzieller Veränderung an der Kasse akustisch Ausdruck zu verleihen. Wir als Personal gleichen dies aus, indem wir auf non-verbale Hinweise achten, wie etwa das Ablegen eine Produktes auf dem Tresen. Schlecht, wenn der Kunde auch dazu nicht Willens oder in der Lage ist. Gerne spielen wir auch “Rate, was ich kaufen will” wenn der Kunde das Produkt gekonnt verbirgt und eine abgezählte Menge Bargeld bereit hält, in der Annahme, wir würden daraus schließen können, um welche Ware es sich handelt. Auch offensive Kontaktversuche wie eine Begrüßung oder Rückfragen (“Darf es noch etwas sein?” oder “Das ist alles dann?”) verfehlen hier oft ihre Wirkung und werden nicht als Kommunikationsangebot aufgefasst. Der Schweiger ist erkennbar an seinem demonstrativ mürrischen Gesichtsausdruck, allgemeiner Bewegungsarmut und zumindest in Magdeburg besonders häufig aber nicht ausschließlich in den frühen Morgenstunden (wir öffnen um 4.30 Uhr) anzutreffen.
3. Der “Offline-Illegal-Downloader” auch genannt der Leser
Nicht alle Kunden kennen den Unterschied zwischen einer Buchhandlung und einer Bibliothek, die Unterschiede sind – zugegeben – teils auch sehr subtil. Der zentrale Unterschied: In einer Bibliothek sind sie als Besucher eingeladen die vorhandene Literatur, auch Presse, direkt vor Ort zu konsumieren, außer einer Mitgliedsgebühr entstehen dafür keine zusätzlichen Kosten. Nicht so in einer Buchhandlung. Hier sind sie als Kunde aufgerufen, die Ware käuflich zu erwerben bevor sie sie anderenorts konsumieren können. Um ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern kann die Ware bei uns in Augenschein genommen werden, Titelseiten, Klappentexte und Inhaltverzeichnisse geben ihnen in Kürze einen Eindruck vom Inhalt des Produktes. Aus Kulanz können sie bei uns darüberhinaus Bücher und hochpreisige Presseerzeugnisse anlesen. Also nicht nur Gucken, sondern auch Anfassen. Wo gibt’s das sonst schon noch bei Produkten aus dem Convenience-Bereich?
Vielen Kunden scheint das nicht genug zu sein, besonders am Bahnhof werden Wartezeiten gerne mit Auszügen aus einem guten Buch oder einer Zeitschrift überbrückt, denn wenn man sie im Laden liest, dann kostet es ja nichts, oder? Falsch kann ich da nur sagen, doch wird der Leser vor Ort auf seinen Irrtum hingewiesen (ja, es fällt auf wenn man zwanzig Minuten regungslos mit einer Zeitschrift vor einem Regal verweilt), reagiert er zumindest irritiert, häufig beleidigt und manchmal schlichtweg beleidigend.
Darum an dieser Stelle einige Hinweise: Das Lesen von Tagespresse ist grundsätzlich nicht erwünscht, auch wenn sie nur “diesen einen Artikel suchen” oder “die Inserate nach XYZ absuchen wollen”. Schon gar nicht, wenn sie dafür mehrere Zeitungen durchblättern wollen. Tagespresse enthält die Neuigkeiten des (vorhergehenden) Tages und kostet üblicherweise weniger als zwei Euro. Die Kaufentscheidung sollte entsprechend simpel sein und sichtbar gelesene Ware ist für uns schwer verkäuflich (siehe der Schieber). Und wir haben keine Zeitungen von gestern. Ehrlich.
Es gibt keine Ecke im Laden, in der sie ungestört stehen können. Und wir sind nicht begeistert, wenn sie in den Regalen sitzen. Auf dem Boden ebenso wenig. Und nein, wir servieren keine Getränke. Unser Tipp: Kaufen sie doch das Produkt und gehen sie in ein Café!
Wir wären ihnen sehr verbunden, wenn sie angelesene Ware wieder an die Stelle ins Regal stellen könnten, aus der sie sie entnommen haben. Ja, die exakte Stelle, nicht nur ungefähr dasselbe Regal. Guter Tipp: Gleiche Produkte sehen exakt gleich aus. Danke.
Soviel für heute, beim nächsten Mal stelle ich dann den Händler, den Flüchtling und den Orientierungslosen vor.
Im Spiegel der vorvorletzten Woche war eine Titelstory zum Thema Freiheit, Kontrolle und Recht im Internet mit dem griffigen Titel “Netz ohne Gesetz” (man beachte den beinahe lyrischen Ansatz, auch wenn’s faktisch falsch ist). Die Prämisse ist also in drei Worten formuliert und sie wird noch weiter aufgebaut. Das Netz wird charakterisiert als “Parallelwelt” in dem “das Recht nichts wert sei”. Es werden Beispiele von Rufmord, Diffamierungen, käuflichen Blogeinträgen etc. versammelt, die es zweifellos so gibt, aber was beweist das schon? Das Netz ist so wenig Heilsbringer wie Apokalypse, es ist keine Parallelwelt, es ist die Welt – nur in digital. Alles, was man sich in der tatsächlichen (physischen) Realität vorstellen kann, findet auch im Internet statt. Diese Welt ist nicht virtuell, sie ist so real wie alles andere. Und das es dort keine Regeln gebe, ist deswegen schlichtweg falsch. Es sind andere Regeln und das Problem ist, das viele sie nicht kennen oder einhalten wollen. Dagegen muss man, das macht der Artikel auch zur zentralen Frage, durchaus etwas tun. Zustimmen muss man den Autoren dann auch, wenn sie feststellen, dass massive Aushandlungsprozesse in Gang sind: Welche Gesetze gelten im Netz? Wie setzt man sie durch? Wie schnappt man Täter, die sich überall auf der Welt befinden können?
Das ist natürlich irgendwie auch wieder typisch deutsch, dass man bei neuen Freiräumen erstmal fragt, wie man das kontrollieren kann. Wir leben nunmal in einem Land, in dem selbst das gemütliche Trinken eines Bieres auf öffentlichen Plätzen durch Verwaltung und Ordnungsamt reglementiert ist (just im Reality TV gesehen), in dem sich Nachbarn schon aus Gewohnheit vor Gericht treffen, wo jeder auf den Staat schimpft ohne zu merken, dass er selbst Staat ist und ja doch irgendwie auf dessen Regeln besteht. Der Staat (besonders der Regierungsapparat) ist wichtig, denn auch Datenschutz, der ebenfalls ein großes Problem im Internet ist, gibt’s nur per Gesetz. Das haben wir gerade wieder durch den Bericht über sogenannte Auskunfteien wie die SchuFa gesehen, Firmen steht das persönliche Recht auf die eigenen Daten eher im Weg. Im Moment ist der Staat, ja die gesamte Demokratie aber selbst in einer Art Identitätskrise (dazu später mehr).
Zentrales Problemkind sind natürlich die sogenannten Urheberrechte, die ja im Internet härter umkämpft sind als Ölquellen im Irak. Und die, so deutet man auch im Spiegel mit Verweis auf eine Rede von Reto Hilty (hier ein Interview), könnte durchaus dem Fortschritt im Weg stehen, weil sie Wissenfluß derzeit eher behindern als fördern. Und das ist in der sogenannten Wissensgesellschaft schon eine vitale Einschränkung. Dabei gibt es durchaus vernünftige Ansätze, wie man beispielsweise bei Larry Lessig oder Cory Doctorow immer wieder nachlesen kann, letzterer veröffentlich seine Romane zum Download unter Creative Commons-Lizenzen mit Derivatrecht und so entstehen Übersetzungen und sogar Hörbuchfassungen durch Dritte und stehen ebenfalls zum Download zur Verfügung. So sollte die Wissensgesellschaft funktionieren. Remixen, also das aufgreifen der Werke anderer in einem eigenständigen Werk, sollte z.B. für den privaten Gebrauch uneingeschränkt möglich sein. Wirkliche kommerzielle Nutzungen und damit verbundene Einschränkungen gibt es doch eigentlich nur zwischen Firmen. Warum muss ich als Privatperson trotzdem meterlangen Nutzungsbedingungen und Lizenzverträgen zustimmen, wenn ich mir ein Computerspiel kaufe oder Mitglied bei MySpace werde? Und auch für die Wissenschaft ist Copyright zunehmend problematisch, es führt beispielsweise dazu “[..], dass Forscher oft nicht genug Geld hätten, um die [Fach-]Zeitschriften zu abonnieren, in denen sie ihre eigenen, öffentlich finanzierten Ergebnisse publizieren.”

Als ein weiteres Problem wird die Einhaltung der Privatheit genannt. Gerade lief im Mittagprogramm der Privaten [ha, zwei Definitionen von privat, wie schön] wieder eine Pseudoreportage, wie leicht es doch wäre ‘private’ Informationen fremder Menschen aus Profilen bei StudiVZ, Facebook oder MySpace zu gewinnen. Alter, Freunde,Fotos, Job, Interessen und mehr kann man meist problemlos herauskriegen, jeder weiß, was du letzten Samstag getan hast. Die Lehre: Wir müssen aufpassen, was wir ins Netz einstellen.
Bullshit!!! Natürlich ist das leicht, das ist die Idee dieser sozialen Netzwerke. Einen der wenigen vernünftigen Beiträge zu diesem Thema liest man auf Spiegel Online unter dem Titel “Warum die Dummheit des Internets ein Segen ist“. Punkt 4: “Wir sollten aufhören, den Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen schamlos und ohne jede Hemmung durchs Wohnzimmerfenster starren“. Und in der Tat, ich kann auch im Café, im Kino und auf der Strasse Menschen belauschen und private Details über sie erfahren. Ich arbeite ja auch in einem Buchladen und selbst dort erzählen die Menschen mir oft unaufgefordert viele private Details. Mich interessieren die eher selten, aber was wenn ich Böses im Schilde führen würde? Und so macht auch der Artikel eindeutig klar:
Wer bei Facebook, StudiVZ oder MySpace Bilder von sich ins Netz stellt, wer von der rauschenden Party am Vorabend berichtet, der ist in der Regel keineswegs “exhibitionistisch”, wie das in den vergangenen Jahren in nahezu jedem Artikel über die Jugend und das Netz zu lesen war. Die Leute, die da kommunizieren (denn nichts anderes geschieht dort), reden ja gar nicht mit Ihnen. Sondern mit ihren eigenen Freunden und Bekannten. Ihrem privaten Umfeld. Wenn im Park jemand auf einer Bank sitzt und seinem besten Freund Fotos von der Party gestern Abend zeigt, setzt man sich ja auch nicht daneben und glotzt.
Exakt. Also, liebe faule Redakteure und liebe neugierige Personalchefs: Finger weg von meinen privaten Profilen, was ihr wissen müßt steht bei xing und wenn das nicht reicht, ich komme gerne zum persönlichen Gespräch vorbei!
Nichtsdestotrotz schadet es natürlich auch nichts, wenn man auch die Privacy Funktionen der diversen Netzwerke kennt und nutzt. Andererseits würde es einem in der physischen Welt durchaus als Verfolgungswahn ausgelegt werden, wenn man keine Gespräche mehr an öffentlichen Orten führt und dafür immer alle Türen und Fenster schließt.
Zurück zum einleitenden Gedanken: Die Demokratie ist in der Krise oder wie Hans-Ulrich Jörges es formuliert: Das entmündigte Volk. Money Quote: “Deutschland hat ein Demokratiedefizit. Es ist nur noch Zuschauerdemokratie.” Und das Gefühl kann man durchaus bekommen, wenn man die im Artikel versammelten Beispiele liest und dann noch ein paar eigene Erinnerungen dazu wirft.
Meine Hoffnung ist darum, durch die Diskussion um das Netz die Karten neu verteilt werden, denn zumindest einige der offenbar schon etabliert geglaubten Regeln kommen wieder auf den Tisch und werden neu verhandelt. Sie mobilisieren sogar eine neue politische Gruppe. Insofern sind die Fragen, die das Internet aufwirft, möglicherweise wichtige Schritte in eine neue Welt mit neuen Regeln. Denn schon Albert Einstein wußte: ” The significant problems we have cannot be solved at the same level of thinking with which we created them.”

Mein allererster Computer war ein Robotron, die DDR-Variante eines C64, wenn man so will. Er konnte im Grunde nur ein rudimentäres BASIC, der Bildschirm war ein alter russischer Schwarz-Weiss-Fernseher und die Daten waren auf normalen Kassetten gespeichert. Wollte man z.B. ein Spiel spielen, legte man eine Kassette ein, tippte ein paar Befehle ein, ließ das Band laufen (das klang so ähnlich wie Modemgeräusche) und dann war das Programm im Speicher. Dann konnte man das Programm nutzen, schaltete man den Rechner ab, war alles wieder weg. Puff.
Später dann kam ein PC, MS DOS 5.0, dann das erste Windows (3.1), das nächste Windows (95), das nächste bessere Windows (98) und etwa zu dieser Zeit mein erster OS-Wechsel zu Linux. Debian auf meinem eigenen kleinen Server, das war eine vollständig neue Welt, denn jedes Betriebssystem benutzt andere Bedienmetaphern, die man erlernen muss. Unter Dos und Linux waren das noch eine teils recht unterschiedliche Sammlung von Textkommandos, die man auswendig lernen mußte. Seit Ende der 90er Jahre und dank der Evolution im Bereich der grafischen Benutzeroberflächen sieht das jetzt anders aus, zumindest teilweise, denn um Nutzerfreundlichkeit auszustrahlen, ist man als Hersteller dazu angehalten, sich an etablierten Standards zu orientieren. Die Fenstermetapher ist zum Beispiel mittlerweile universell auf allen Systemen umgesetzt. Ebenso wie Maussteuerung oder die Schreibtischmetapher (aka Desktop). Erfunden hat das eigentlich in weiten Teilen Apple. Microsoft hat das Konzept aber überzeugender an den Mann gebracht. Und in bunten Schachteln.
Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer eines 13” MacBook Pro, meinem ersten, neuen Laptop seit 2002. Damals hab’ ich mir bei einem Kaffeeanbieter, der nicht genannt werden will, für 1300 € (meinem ersten selbstverdienten Geld) einen Laptop von Medion gekauft, mit dem ich leidlich zufrieden war. Das kann man dem Gerät nicht unbedingt ankreiden, die Technik war wohl einfach noch nicht soweit. Die Laufzeit betrug im Maximum 2-2,5 Stunden, für jede sinnvolle Nutzung beispielsweise an der Uni deutlich zu wenig. (Heute schaffen das selbst billige Geräte mit links)
Die Gewöhnung an die neuen GUI von einem Mac OS X war, trotz einiger gravierender Unterschiede, erschreckend einfach. Beispiel: Programme schließt man mit CMD + Q, denn ein Klick auf das rote X schließt zwar das Fenster, behält aber die Applikation im Speicher. Menüleiste immer am oberen Bildschirmrand, das @-Zeichen auf dem L statt auf dem Q, keine rechte Maustaste bzw. keine Tasten unter dem Trackpad – es sind viele Kleinigkeiten, an die man sich auf den Mac erst gewöhnen muß. Spätestens aber, wenn man weiß, das man das Kontextmenü erreichen kann, wenn man mit zwei Fingern statt mit einem auf das Trackpad tippt, beginnt man sich zu fragen: Warum machen das nicht alle so?
Thema Software. Nahezu alle nötigen Programme, die ich schon auf PC nutze, gibt es auch für den Mac und dazu noch einige tolle Programme, die man unter Windows vergeblich sucht. Hier eine kleine Übersicht:

OpenOffice.org gibt es seit einiger Zeit auch für den Mac, NeoOffice ist ein Derivat von OpenOffice, welches auch spezielle Features des Mac ausnutzt und ansonsten voll kompatibel ist.
Evernote benutze ich unter Windows und auf meinem iPhone, es ist für Notizen und Mitschriften jeglicher Art sehr praktisch und darf deshalb natürlich auch auf dem Mac nicht fehlen. Obwohl Apple den wirklich auffallend schnellen Browser Safari mitliefert, ist auch die Nutzung von Firefox kein Problem. Mittels des noch in der Entwicklung befindlichen Weave-Plugins kann ich meine Browser sogar synchronisieren.
Auch andere Open Source Programme wie Gimp, Handbrake, Miro oder ScummVM sind auf dem Mac zuhause, andere wie den IM Klienten Adium, das Softwareaktualisierungstool Appfresh oder auch dem Texteditor Smultron gibt’s nur für Mac. Dazu kommen noch ein paar kommerzielle Programme, über die ich vielleicht später noch berichten werde.
Da Mac OS X auf einer Unixbasis steht, ist auch die Benutzung des Terminal, die man so auch aus Linux kennt, vollkommen unproblematisch. Diverse Softwarepakete gibt’s z.B. beim MacPorts Projekt, wer Pakete unter Debian oder Ubuntu installieren kann, der kriegt das hier auch hin.
Und auch für das kleine Spielchen zwischendurch bieten sich diverse Möglichkeiten an, einige Spiele von EA (Spore und Sims 3 beispielsweise) kommen schon Intel-Mac-kompatibel aus der Presse. Mit Darwine (dem Wine-Port für den Mac) kann man dann auch ohne Emulator Windowssoftware – und damit eine größere Auswahl an Spielen – auf dem Mac laufen lassen, das geht sogar auf dem Macbook recht gut.
Ich werde diesem Thema sicherlich noch einige Artikel widmen, zumal ich gerade erst beginne mir einen Überblick zu verschaffen. Klar scheint mir aber, dass es absolut keinen Grund gibt, dem Apple grundsätzlich den Rücken zuzudrehen, viele Kritikpunkte sind heute nur noch Vorurteile und wenn man das Geld investieren möchte, bietet der Apple gerade dem Computereinsteiger ein befriedigenderes Erlebnis als das Windows je konnte.

Well, I just returned from cinema where I watched the latest installment of the Harry Potter series – known as “Harry Potter and the Half-Blood prince” in the original (=non-localized) version. I will first try to say something about the movie itself and then come to two thoughts that crossed my mind after I watched it.
Instead of doing a review-like article – which I usually write – I’d like to try out a more ‘ethnographical’ approach and describe the audiences’ reaction to the movie as I observed it including my own reactions. I try to be as non-spoilerish as possible. First of all, I don’t know the books. That’s probably important to know because the climax of the movie – which really is a low point moodwise – and other information is known to those watching the movie with the book in the back of the head. I didn’t have that but I watched the five movies – in order – during the first halve of this year to prepare for the sixth thereby seeing the fourth and fifth movie for the very first time.
As this picture was featured on several occasions across the media, I knew it would be much darker and dense which is building upon the mood that was created during the last movie. The whole series took a spin to a more serious tone which I like very much as in my opinion the plot scheme became to obviously repetitive and boring with the third movie.
However, there was much laughing during the show, sometimes shortly after very dramativ parts, so the movie manages well to some how linger between this serious tone and humorous relief. Love is a big subject in the movie, as all the main characters are involved in relationship troubles, and it’s the main thing that counters the rather dramatic, even shocking events during the second half of the film enough to still keep the audience from being totally depressed after watching. The movie never really reaches a light or too funny tone or to say it differently, there always is some hint that something dark and evil is coming. All the colours are pretty cold, all the characters are kind of darker, there are no children anymore – although of course there are some because it’s a school but they’re left out – they all have aged and this is also referred to in certain dialogue sentences. The relationship between Harry and Dumbledore is played out very detailed and certainly is the mysterious role of Severes Snape. Jim Broadbent in the role of Professor Slughorn is a great addition to the cast, his character has both a rather funny and a very dramatic side.
During the movie I could not hear much talking – although there were not that many people in the room – nor eating and drinking which I find a sign that a movie really catches an audience well. I myself nipped on my cola only during the break. In the end when you-know-who is killed there was dead silence in the cinema, although I had been told that it would happen, I still found myself surprised, shocked and – by the end – exhausted. I think it’s a great movie, probably better than certain other episodes from the series, but of course it has the privilege to build upon all the things – characters, story, look, relationships – established during the other five movies. You should watch those before seeing this one. This movie already was quite long – as I mentioned there was a 10-minute break, so i spent about 3 hours in cinema – and you may have already heard that the last book will be made into two movies coming in 2010 and 2011.
This brings me to my first thought which is rooted in a more common observation: Serials are big in the media nowadays! (No, I could not come up with something more obvious!) I’m not sur since when, might be the early days of mass media or even earlier but I find this interesting to see. Be it movies, tv shows, books or computer games – they all are more and more relying on the premise ‘to go on’ or ‘to be continued’. There are of course economic reasons for this but it strikes me as being merely the symptom because those products wouldn’t be commercially successful if people wouldn’t want to see them. I wondered – as I was confronted with the perceived insecurity of our modern world as an academic subject during the past year – whether we actually want our virtual media worlds to deliver a kind of anchor, reliability and continuity that we miss in our real world. My place, my time and my life-parameters in the real world can be changing – and they do – but the patterns in my favourite sitcom(s), soap opera(s), movie(s) or game(s) are always the same or they change quite slowly. Also if they change, the change is controlled and never to overwhelming. Especially with “Harry Potter” it’s pretty obvious. The movies grow with their audience, children who have seen the first movie in 2001 are teenagers or young adults by now and the whole franchise is build to grow with them. This seems to be important. Many older franchises from the 70s or 80s (Star Trek, Star Wars, Battlestar Galactica, just to name a few) were relaunched to connect with old and new audiences raising awareness for the old stuff in young people and continue nurturing the already existing audience. It’s a bit like grandpa telling stories to the young ones at the firesite in the evening but adding new parts to the narration everytime to keep it interesting. There are probably people already analysing this phenomenon, perhaps I should research that a little. Maybe this is a reason why makers of serials become more courageous in truly continuing story arcs over many episodes like the ones found in tv shows like Lost, Heroes and Babylon 5 or movies like Matrix and Lord of the Rings. And maybe it explains why those are so enormously successful.
The second thought came to me because of a certain sentence that was said in the movie – if you’re bored by know please don’t continue – which I can’t recall exactly but it was something like ‘If we don’t make the choices in our lives our fate will be completely lost to chance.’ It probably sounded better than that. However the point is that it reminded me of discussions I had with people whether there is something like fate and our life is determined or whether there’s something like chance and so we have the ability to actually make profound choices and therefore steer our life ourselves. I usually argue that I don’t think chance exists – in form of a law of nature, as most people imagine it – but life’s parameters are just to complex for us to grasp so we can’t know or for the most part explain why things happen the way they do. Just because we don’t know the reasons or the chain of causality it doesn’t mean there is none. Which is basically an argument I borrowed from religion where god exists although we have no proof of that because we can also not prove he’s not there.
I’m not trying to make a point here, I was just wondering about the oddity of the thought that we put so much effort in our choices – so much in fact, that the freedom of choosing is no longer making us happy as Barry Schwartz explains in his book - because we expect them to shape our future and then there is at least the possibility that – maybe – they don’t really matter as much as we believe.
Nichts auf dieser Welt bleibt für ewig, wie wir wissen, Wissen kommt und geht, Völker wachsen und weichen, Lebewesen leben und sterben.
Besonders in diesen schnelllebigen Zeiten, in diesem Jahrtausend des Konsums, des unreflektierten Ver- und Gebrauchens und der Massenproduktion vergessen wir allzu oft, die Leistungen der viele kleinen Gegenstände anzuerkennen, die uns jeden Tag das Leben erleichtern oder versüßen und bei all dem Überfluss, bemerken wir nach jahrelangem Dienst nicht einmal deren Ableben. Wenn man aber doch davon Notiz nimmt, zeigt sich damit, wie sehr einem bestimmte simple Dinge ans Herz gewachsen sind. Eines meiner Lieblingsgadgets – mein hochgeschätzter iPod photo – ist heute am 1. April von uns gegangen.
Obwohl ich schon zuvor einige MP3-Player besessen hatte, erfüllte es mich mit besonderer Freude und Stolz, als ich mir im Oktober 2005 endlich einen iPod zulegte. Ich kann mich nur an wenige Anschaffungen in meinem Leben erinnern, die mir über so lange Zeit dermaßen viel Freude bereitet haben. Mein iPod begleitete mich auf diverse Reisen und Ausflüge, nach London, an die Ostsee oder in die Berge aber auch an den ereignislosen Tagen, während der Arbeit und des Studiums. Mit einer stetig wachsenden Musiksammlung versorgte er mich in dumpfen Momenten mit Freude, in langweiligen Momenten mit Unterhaltung und in stressigen Momenten mit Ruhe, er war ein Stück zu Hause im Taschenformat und nicht zuletzt ein mobiler Datenträger.
Auch während neue Generationen den Markt überfielen leistete er weiterhin pflichtbewusst seinen Dienst, im Gegenzug achtete ich auf Schutz und Pflege, sorgte für Softwareupdates sowie das neueste iTunes und strafte mögliche Nachfolger – sowohl anderer Firmen als auch von Apple selbst – mit Ignoranz. Trotzdem ich ihn mit Sicherheit ein paar dutzend Male hatte an Kanten anstoßen und auf harte Untergründe fallen lassen, setze er seine Tätigkeit beharrlich fort, nur hin und wieder war ein kurzer Reboot nötig. Lediglich die mitgelieferten Kopfhörer gaben pünktlich nach Ablauf der Garantiezeit den Geist auf, aber eine schnelle Amputation verhinderte größere Schäden.
Heute, nach fast 3 1/2 Jahren, kam das Gerät erstmals hörbar und dauerhaft ins Stottern und trotzdem ich alles in meiner Macht stehende tat und sogar den Apple Support kontaktierte, war offenbar die Zeit gekommen. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos und am späten Abend stellte ich den Tod durch Festplattenversagen fest. Zuletzt zeigte er auf dem Display das traurige iPod-Symbol und die URL des Apple Supports.
Der iPod photo mit der Seriennummer JQ539C2QTDS hinterlässt ein Dock, ein Ladekabel, eine lächerlich orangefarbene Silikonhülle mit Clip, einen USB Photoadapter sowie eine Paar Sennheiser In-Ear Kopfhörer. Ein Termin für die Beisetzung steht noch nicht fest.
Im Gedenken an ein überragendes, in China gefertigtes Convenienceprodukt. Welches tatsächlich den Dienst quittiert hat, auch wenn heute der erste April ist
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