Jul
27
Filed Under (Allgemein, Allgemeines, computer, english, thoughts) by yodahome on 27-07-2010
Cover of
Cover of Little Brother

Back from a short vacation to the sea I managed to read a book I had on my list for some time. “Little Brother” is a a hacker novel by Cory Doctorow. I wrote about him before (here (german) and here (german) for example) so I’m not going introduce him again and rather fast forward to the novel itself. It tells the story of protagonist Marcus Yallow aka w1n5t0n who is 17 years old and lives in San Francisco, has a thing for technology and manipulates so-called “security systems” as a hobby so he can get out of school unnoticed. One day after having done just that he and his friend witness a terrorist attack after which they’re taken in by the DHS. At a secret prison they’re interrogated for days but when they’re finally released Marcus’ best friend is missing.

This marks the beginning of a guerilla war against the DHS and an increasingly paranoid world that is willingly trading freedom for what they believe is security while it’s really general suspicion. Marcus fights back by making clever use of the enemy’s technology to turn it against him.

The story is aimed at young adults and it introduces the concept of security and cryptography on a level that is interesting, exciting and hands on. It’s modern science-fiction which for the science means that there are some gizmos that don’t really exist but easily could and most of them in fact do although they may go by a different name. For example there is an operating system called ParanoidLinux described in the book which actually motivated an equally named project to be started but it was abandoned pretty soon. However, many of the features are available in the Privatix linux distro. While SF is always thought to play in the future, “Little Brother’s” future is very much our present plus ten minutes. It describes security and control mechanisms that are already in place all around the planet aggregated in one area and how they may be used. It’s probably one of the coolest hacker books since  Cryptonomicon and it manages to communicate the dangers of the totally connected world we live in today which is especially hard to teach young people because most adults and teachers don’t really understand the subject. “Little Brother” however made me think about my privacy habits and it gives dozens of hints to get you started e.g. how to use The Onion Router to browse anonymously. A warning should be issued that you may get a little paranoid having read the book. But that’s not necessarily a bad thing.

As is usual with Doctorow’s books you can find an electronic version for free online. (Und es gibt auch eine deutsche Übersetzung). But because it’s a great book you may want to buy it.

For the Germans: Hier gibt es einen tollen Artikel der “Zeit” über das Buch.


Those links here take you to Amazon.de where you can buy the different versions of the book in German and English. I’d like to close with a quote by Benjamin Franklin, who famously said:

“They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.”

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Jun
07

Der Ex-Bundespräsident

The President of Germany Horst Köhler. Former ...
Image via Wikipedia

Wenn ich die Berichterstattung überblicke, ist die Republik gespalten in drei Gruppen: Da sind zum einen die Zustimmer, sie glauben Horst Köhler hat vollkommen zu Recht (nämlich, weil er den “Respekt vor seinem Amt” vermisse ) seinen Job als Bundespräsident gekündigt, sie haben Respekt vor seiner Entscheidung. Zum anderen sind da die Kopfschüttler, sie glauben der ehemalige Bundespräsident habe mit seinem Rücktritt überreagiert, womöglich habe er die amerikanische Schelte über den Ölkonzern BP fälschlicherweise auf sein Amt (BundesPräsident) bezogen. Sie argumentieren Köhler sei zu dünnhäutig, also quasi ein Weichei und kam sich in seinem Amt überflüssig vor, zumal ja selbst die Kanzlerin ihn nicht verteidigen mochte. Zumindest das Überflüssig-Sein kann man schwer wegreden, schon Rainald Grebe singt in seiner Hymne auf das Amt:

“Jetzt kommt ein Grußwort für Hartz IV-Empfänger
Ihr Schicksal trifft mich auch persönlich
Sie halten sich für überflüssig
Es geht mir da ganz ähnlich”

Dann gibt es eine dritte Gruppe, die Verschwörungstheoretiker. Sie kamen in den diversen Diskussionsrunden in der letzten Woche ausgiebig zu Wort. Ihnen allen gemein ist die Annahme, dass Köhler seinen Hut aus einem viel bedeutsameren Grund nahm, als den paar kritischen Stimmen ob seines mißglückten Kommentar zum deutschen Afghanistaneinsatz. Diesen Grund kann er freilich nicht nennen, wer weiß also, was tatsächlich auf dem Spiel steht? Was die Politik uns, also dem Souverän dieses Landes, verschweigt? Ich möchte mich letzterer Gruppe anschließen und vermute einfach mal ins Blaue hinein, dass die versammelte Waffenlobby dem Präsidenten mit Waffengewalt den Rücktritt nahegelegt hat, nachdem er mit seiner Aussage angedeutet hatte, es gäbe wirtschaftliche Interessen am Afghanistankonflikt. Noch bis kurz vor der Pressekonferenz hatten sie seine Frau als Geisel genommen und erst nachdem klar war, dass er den für ihn eiligst getippten Abschiedstext auch vor versammelter Presse vorlesen würden durfte Frau Köhler wieder an seine Seite, von welcher sie ja dann auch nicht mehr wich. Denn wirtschaftliche Interessen als Ursache für einen bewaffneten Konflikt, das wäre ja nun wirklich vollkommen unangemessen. Geradezu unvorstellbar!! Und damit das auch so bleibt, spricht man nicht darüber. So, wie man ja auch lange Zeit nicht von einem Krieg in Afghanistan sprach. Upps!

Werbung nervt

Egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, wer fernsieht oder Radio hört, wird lebendig beworben. Manchmal geben sich die Firmen ja durchaus Mühe, in den meisten Fällen aber eben nicht. Da ist die schlanke, optisch gesunde Frau, die sich beklagt, weil sie sich ja so aufgebläht fühle. Und noch bevor man ihr entgegenschreien kann, sie sollte doch mal gepflegt einen fahren lassen, da drückt sie schon die Packung kulturell wertvollen Joghurts gegen das Objektiv, den sie jetzt täglich esse und seitdem offenbar blähungsfrei daherkommt. Dass dieser  Wunderjoghurt nachweislich erstmal nur doppelt so teuer ist wie ‘normaler’ Joghurt aber daran gemessen nicht wesentlich besser für den Darm, dass verschweigt der Spot. Schnipp, da werde ich schon über Pierres BASE aufgeklärt. Das ist ja so flexibel, weil man alles mögliche dazu und wieder weg buchen kann. Toll, tangiert mich aber nicht, weil ich nicht jeden Monat aufs Neue mein Telefonnutzungsverhalten analysiere. Und keiner kann mir erzählen, dass unsere Babies plötzlich alle wahnsinnig Grips ansetzen, weil sie in ihren Mörderpampers die ganze Nacht durchstrullen können ohne davon wach zu werden. Meine Mutter hat meine Stoffwindeln (und die meiner Schwester) noch gewaschen und wiederverwendet! Hat auch nix geschadet, denn wenn man einmal daran gewöhnt ist, die Kacke einfach laufen zu lassen, kommt man nur ganz schwer wieder davon weg.. Wenn überhaupt, dann sollte man die Hightech-Windeln für die um sich greifende Doofheit der Leute verantwortlich machen. Richtig nerven tun auch die diversen Spots mit FIFA WM 2010-Bezug. Insbesondere wenn Michael Ballack, der alte Mit-Attest-zu-Hause-Bleiber, in die Kamera grinst, so als genösse er schon jetzt die Werbemillionen, die er sich trotz seiner WM-Abwesenheit verdient hat. Der gehört verpixelt!
Der Hammer ist aber ein BlendaMed-Spot, bei dem der Zuschauer aufgefordert wird, sich doch bei den tollen Wissenschaftlern zu bedanken, für die tolle Zahnpasta, die sie da ständig neu erfinden. Dazu sage ich nur: GEHT ES NOCH!! Da sitzen offenbar seit Jahrzehnten ausstudierte, vom Staat teuer finanzierte Zahnmediziner und Chemiker in einer Fabrik und basteln nicht anderes als neue Zahnpasten! Diese Menschen könnten Heilmittel für AIDS, Krebs oder Alzheimer suchen, sie könnten kranken Menschen helfen, von denen es ja zweifellos mehr als genug gibt. Stattdessen sitzen sie in der sterilen Umgebung eines Gewerbegebietes, abgeschirmt von der restlichen zivilisierten Welt und brüten über Farb- und Geschmackskombinationen für ZAHNPASTA!! Welche, so gut wie die mittlerweile ist, die Zähne schon blitzeblank reinigen müßte, WENN MAN NUR DIE TUBE MIT DEM KLEINEN ZEH BERÜHRT!

Sparpaket

Eigentlich nicht überraschend, sondern lange, lange überfällig. Mich hat schon immer geärgert, dass ein Staat Geld raushaut – mithin sicherlich sinnvoll, aber auch nicht immer – , das er nicht hat. Gerade berichtet das Nachtmagazin, dass man sich in Europa final für einen ‘Rettungsschirm’ des Euro geeinigt hat. Tolle Sache, die allerdings gar nicht nötig wäre, wenn alle ein bisschen vernünftiger mit ihren Budgets umgehen würden. Nun hat heute die Regierung Pläne für umfangreiche Einsparungen vorgelegt, viel im Bereich Arbeit und Soziales, Subventionen abbauen, Atomkraftwerke zahlen für Störfälle. Oder so. Toll dabei: keine Einsparungen für Bildung und Forschung (sehr vernünftig) und keine Steuererhöhungen. Bankensteuer gibt’s leider immer noch keine (international traut man sich auch nicht so recht) und die Reichen besteuern mag man auch nicht, gut, die Jammern ja nun mindestens doppelt so laut, wie die armen Leute. Insgesamt augenscheinlich eine durchdachte Sache, die natürlich noch durch den Praxistest muss. Das hält aber die Opposition (=die Leute, die von Haus aus dagegen sein müssen) nicht davon ab, der Regierung an allen Ecken und Enden versagen vorzuwerfen. DGB-Chef Sommer, der für den ersten Satz seiner Erklärung drei Anläufe brauchte, die live bei Phoenix übertragen wurden. Ganz großes Kino!

Meine Frage an die Meckerpötte: Wäre es zuviel verlangt, bei solch grundlegenden, wichtigen Themen ein wenig Kooperation zu zeigen? Nur ein kleines bisschen?? Natürlich macht Sparen keinen Spaß, aber es muss nun mal sein. Und darauf, dass das alles nicht allzu unsozial wird, kann die Opposition ja konstruktiv einwirken. Wenn sie nicht zu sehr mit sinnlosen Streikforderungen beschäftigt sind. Oder damit ihre Reden auswendig zu lernen. Nah, wohl nicht.

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Jun
04
Filed Under (Medien, Meinungen, deutsch, thoughts) by yodahome on 04-06-2010
Cover of
Cover of Be Kind Rewind

Ich bin im Grunde ein bissl stolz darauf, immer mal wieder auf bestimmte Filme, Musik oder andere Medien mit Verzögerung aufmerksam zu werden. Wenn etwas neu ist gibt es immer einen – kleinen oder großen – Hype und erst mit etwas Abstand kann man einigermaßen objektiv Tolles und Blödes auseinanderhalten. So war beispielsweise ein Film wie “Blade Runner” trotz Hype in der Presse nur mäßig erfolgreich an den Kinokassen. Mittlerweile wird er aber weithin als Kultfilm verehrt. Was sich auch positiv auf VHS und DVD Verkäufe ausgewirkt hat. :-)

Es geht aber um einen ganz anderen Film und der beschäftigt sich thematisch mit High-Tech aus dem letzten Jahrhundert: VHS!
Der Film heißt zu deutsch “Abgedreht” was sehr uninspiriert erscheint in Anbetracht des Originaltitels: “Be Kind Rewind“. Das heißt übersetzt “Seid nett und spult zurück” und bezieht sich auf die gute alte Videokasette, wie sie jahrzehntelang in den Videotheken leihbar war. Der Film spielt dann auch in einer solchen, sie befindet sich im Örtchen Passaic (New Jersey) und gehört Herr Fletcher (gespielt von Danny Glover). Während der verreist ist soll sein Angestellter Mike (Mos Def) das dahinsiechende Lädchen beaufsichtigen und insbesondere seinen Freund Jerry (Jack Black) fernhalten. Dieser lädt sich prompt magnetisch auf und löscht so im vorbeigehen sämtliche Videobänder. Mike und Jerry stehen nun in Zugzwang und beschließen mit einfachsten Mitteln die Filme nachzudrehen. (Screenshots!) Als erstes drehen sie “Ghostbusters” in wenigen Stunden nach, weil Frau Falewicz (Mia Farrow) den Film bestellt hat. Sie nennen diese spezielle ‘Technik’ “schweden” und begründen damit die Wartezeit auf die Filme. Überraschend kommen die nachgedrehten Filme bei den Kunden an und immer mehr Filme werden bestellt, der Laden läuft auf Hochtouren. Das ist umso erfreulicher, da das Gebäude dringend renoviert werden muß und Fletcher dazu das Geld fehlt. Die Leute zahlen sogar dafür, in den geschwedeten Filmen mitzuspielen. Doch dann schlägt die Filmindustrie gnadenlos zu und alle Filme werden wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht vernichtet. Die Enttäuschung wärt nur kurz, dann entschließen sich Mike und Jerry die Lebensgeschichte der Jazz-Ikone Thomas “Fatts” Waller zu verfilmen und damit das fehlende Geld zu verdienen. Der Film endet unkonventionell und unerwartet, wie genau soll aber noch nicht verraten werden.

Gondry-Mos-Def-Be-Kind
Image via Wikipedia

Regisseur Michel Gondry (Vergiss mein nicht) hat insbesondere mit den kongenialen Filmen-im-Film etwas geschaffen, dass das Zeug zum Klassiker hat, wenn auch durchaus die Handlung insgesamt ein bissl löchrig ist. Seinen Charme entfaltet der Streifen im Grunde dann, wenn sich Mos Def und Jack Black in die selbstgebastelten Kostüme werfen und mit simpelsten visuellen und praktischen Tricks ihre Versionen bekannter Filmklassiker verwirklichen. Dazu gibt es eine geniale schnittfreie Sequenz, die zeigt wie mehrere Filme gleichzeitig “geschwedet” werden. Klar, einige werden Jack Black zu albern oder die Geschichte zu anspruchslos finden. Aber wie der Film es schafft die Remix-Kultur der Gegenwart aufzugreifen und trotzdem in ein organisches, erstaunlicherweise undigitales Setting zu transferieren, hat zweifellos Respekt verdient. Der Trend des “Schwedens” hat auch auf YouTube Niederschlag gefunden. Unabhängig davon hat der Film auch eine rührselige Seite und thematisiert den nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Zugegeben, dass klingt alles ein bißchen nach Anachronismus und vielleicht ist es das sogar, aber es erinnert uns doch daran, das früher halt nicht alles schlecht war.

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Mai
14
Filed Under (computer, games) by yodahome on 14-05-2010

“Decisions were made here recently against my will to change my computer system. [..] I’m switching – I’m being told – from a PC to a Mac. [..] Now here’s what I don’t understand: Is a Mac not a personal computer? “
- David Letterman – 10.05.2010

There are several reasons conventional Non-Mac users don’t like the Mac. Hearing them argue – for the most part – they just don’t get it. That’s fine. Then there are some serious issues that the Mac has or has had. Several of them have been addressed over the past few years. E.g. there was a time when there was not much software for the Mac. No problem anymore. In the past exchanging files or data in general between Mac and Windows was quite hard or nearly impossible. It is no more. And many PC Gamers kept arguing that there were no games on the Mac. Well, that’s about to change. EA and many other publishers started cross-publishing their games (Sims 3, Spore) to the Mac a while ago. Mac versions of games are developed, independent games usually also come to the Mac. Like from Telltale.

Steam
Image via Wikipedia

Now Valve, creator of games like Half-Life (2) and Portal, brings the Steam platform to the Mac. Steam is not only a games store and download service, it’s also a community platform and offers mainstream games as well as independent work side by side. It’s been available on Windows since 2004 and has developed heavily over the years. Now a Steam client is available for the Mac and it is accompanied by SteamPlay, which basically means that you can buy a game once and play it on PC and Mac (if available). And for introduction the hit game Portal is available for free (on both Platforms)!

When I installed Steam I found 10 games out of 100+  I own to be playable on the Mac. But Valve promises that count is going to rise with new releases every wednesday for the coming weeks. I guess I’ll test Portal on the Macbook, just for fun. *g*
And again, there’s one reason less to not buy a Mac.

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Apr
10
Filed Under (computer, deutsch, thoughts) by yodahome on 10-04-2010
SAN FRANCISCO - JANUARY 27:  An event guest pl...
Image by Getty Images via Daylife

Fürwar, ich entbiete Grüße an die versammelte Geekheit und das verehrte Nerdtum!
Auch die Gilde der Medienbildner sei willkommen geheißen, so dies nicht der Redundanz anheim fällt.

Seher und Schreiber berichten uns, dass also in den Vereinigten Staaten jenseits des großen Wassers das sagenumwobene iPad erschienen sei. Es ersetze die Laute, das Pergament, so manches Kinderspiel gar. Man solle sogar an des Priesters statt in der Lage sein, unsichtbares Wissen aus der Luft zu sehen, so man seine Hand über das magische Glas zu bewegen versteht.
Und es schicken sich Millionen an dem heiligen Jobs zu huldigen, der mit Hundertausenden der Wunderplatten vom ‘Infinite Loop’ stieg und sie seinen Schäfchen im Tausch gegen einen Heidenberg von Talern überlies. In nicht allzu ferner Zukunft vermag das Wunder auch die hiesigen Gefilde zu erreichen. Allerdings wird es nicht die gesammelten Schriften unserer Sprache enthalten. (Die Verhandlungen mit den Verlagen für deutsche eBooks laufen wohl noch.) Schon unlängst predigte ich euch, meinen Jüngern, von den Werken des Einen und äußerte meine bescheidenen Gedanken. Read the rest of this entry »

Feb
27
Filed Under (Allgemein, thoughts) by yodahome on 27-02-2010
Star Trek (film)

Image via Wikipedia

Vor knapp einem Jahr, am 25 Mai, habe ich ein Review des letzten “Star Trek” Films gepostet, nachdem ich den Film erstmals im Kino gesehen hatte. Letzte Woche hab’ ich mir den Film nochmals auf DVD angesehen, komplett mit Wiederholung für den Audiokommentar. Es war der Versuch einer Versöhnung, weil es halt nun mal Star Trek ist und eine Fortsetzung ja schon in Arbeit ist (die Webbeweise dazu möge jeder selbst ergooglen). Read the rest of this entry »

Feb
18
Filed Under (Allgemein, deutsch, games, thoughts) by yodahome on 18-02-2010

Mahlzeit!

Vor fast exakt genau einer Woche startete die TED-Konferenz in Long Beach. Von Mittwoch bis Samstag versammelte sich die TED-Community um inspirierende Vorträge der besten Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten zu sehen und zu hören. Und überall auf der Welt versammelten sich Mitglieder der erweiterten TED-Community um im Web die Konferenz zu verfolgen. Ich hatte als Helfer im TED Translation Projekt ebenfalls die Möglichkeit der Konferenz live im Web beizuwohnen.

TED ist eine überaus exklusive Konferenz, jegliche Form der Mitgliedschaft schlägt mit relativ hohen Beiträgen zu Buche. Hier versammeln sich die einflussreichsten und auch wohlhabendsten Individuen Amerikas und der Welt um Ideen auszutauschen. “Ideas worth spreading.” Das mag vielleicht elitär wirken, tatsächlich bemüht sich TED mehr und mehr über verschiedene Programme (quasi Stipendien) interessanten Mensch den Zugang zu ermöglichen. Insofern ist Ideenreichtum wohl  wichtiger als Wohlstand. Nichtsdestotrotz, die TED Foundation ist eine Non-Profit-Gesellschaft und alle Einnahmen kommen den zahlreichen Projekten zugute.

Tatsächlich werden, wie schon seit 2006, die herausragendsten Beiträge in den nächsten Monaten auf der TED Website veröffentlicht und stehen damit allen zur Verfügung. Ich möchte kurz einen Überblick über die Themen geben, die mir persönlich im Gedächtnis geblieben sind.

TED Prize – Jamie Oliver

Der Höhepunkt der Veranstaltung war wohl Jamie Olivers Beitrag, der als TED Prize-Gewinner seinen Wunsch vor allen Anwesenden formulieren konnte. Er sprach über das Ernährungsproblem, das in Amerika (aber im Grunde auch allen anderen Industriestaaten) offensichtlich ist aber scheinbar kaum beachtet wird. Wie auch schon in Großbritannien hat Oliver wieder ein Fernsehsendung gemacht, in der er die Ernährung an einer amerikanische Schule reformieren will. Er plädierte eindrucksvoll für bessere Erziehung zum Thema Ernährung und gesünderes Essen in Mensen und Cafeterien, wo es Schülern, Studenten oder Mitarbeitern tagtäglich angeboten wird. Der Beitrag ist schon online bei TED verfügbar, ich empfehle unbedingt sich das mal anzuschauen.

Jane McGonigal

Jane McGonigal delivers URGENT EVOKE at TED 2010
Image by Avant Game via Flickr

Einer der wenigen Beiträge, der ein der Medienbildung nahestehendes Thema behandelte. McGonigal macht Computerspiele, die Spielern die Möglichkeit geben sollen, Probleme der echten Welt zu lösen. Im ersten Teil ihres Vortrags argumentierte sie, dass Spieler innerhalb der Spielwelt bereit sind komplexe Probleme zu lösen und das es tatsächlich bestimmte Fähigkeiten gezielt fördert. Beispielsweise neigen Computerspieler dazu, ein Problem solange anzugehen, bis es gelöst ist. Sie wissen, dass es lösbar ist, denn ein Spiel bietet nur lösbare Probleme an, oft mit vielen möglichen Lösungswegen. Diesen Problemoptimismus vermisst man im realen Leben oft. Die Frage ist also, wie man diese Kraft aus der Spieltwelt in die reale Welt holen kann, und darauf zielen McGonigals Spiele ab.

So war beispielsweise das Szenario in “World Without Oil” eine globale Ölkrise. Die Spieler waren aufgerufen die ersten 37 Wochen dieser Krise mitzuerleben. Sie konnten im Rahmen des Spieles die Konsequenzen für ihr eigenes Leben feststellen und im Laufe der Zeit sollten sie Beobachtungen, Lösungen und Erfahrungen in das Spiel zurückmelden. Dazu konnten sie jede Medienform nutzen, die sie wollten. Alle Geschichten der Spieler sind noch immer im Archiv vorhanden und man kann, obwohl das Spiel schon beendet ist, nachvollziehen, wie es funktioniert hat.

Interessante Gedanken, vor allem wenn man bedenkt, auf welcher Ebene sich die Diskussion um Computerspiele hierzulande abspielt. Da wird es noch eine Weile dauern, bis man sich fragt, wie man sich das Phänomen Computerspiele nutzbar machen kann.

Technische Demos

Es gab einige spannende Vorführungen neuer Technologien bei TED, unter anderem einige erstaunliche Erweiterungen für Bing Maps, die als Video schon online verfügbar sind.

Darüberhinaus zeigte John Underkoffler ein bewegungssensibles Interface um Computer sogar in 3D zu steuern. Wer sich darunter nichts vorstellen kann erinnere sich bitte an den Film Minority Report und visualisiere kurz das dortige Computersystem. Hier ein Demo-Video.

g-speak overview 1828121108 from john underkoffler on Vimeo.

Und der Rest

Es gab noch Dutzende spannende Themen, leider konnte auch ich nicht alle Beiträge sehen. Viel Diskussionen löste wohl der Beitrag von Sarah Silverman aus, leider hab’ ich den verpasst und möglicherweise wird er auch nicht online verfügbar sein. Aber Techcrunch hat die Aufregung ganz gut zusammengefasst. Besonders gefreut hab’ ich mich auf Sir Ken Robinson, der seinen Auftritt von 2006 nahtlos fortgesetzt hat. Wenngleich sein Anliegen noch immer das alte ist, kaum jemand versteht es die Dinge so auf den Punkt zu bringen. Vollkommen überraschend toll war der Vortrag von Adora Svitak (12 Jahre alt) die das Wort für den Ideenreichtum der Kinder ergriff. Ebenso überrascht hat mich der Vortrag von James Cameron, der nur sehr beiläufig über seine unverschämt erfolgreichen Filme sprach sondern erklärte, wo sein eigentliches Interesse liegt.

Wenn nach und nach die Videos dieser Konferenz veröffentlicht werden, komme ich gerne dezidiert auf die einzelnen Themen zurück. Insgesamt muss ich sagen war es ein überwältigendes Erlebnis und eine große Inspiration.

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Feb
04
Terry Gilliam at IFC Center:

Image via Wikipedia

“Das Publikum ist träge. Man darf es nicht überfordern. ”
“Wir brauchen möglichst viele bekannte Stars.”
“Es gibt Gewohnheitsregeln der Wahrnehmung und Struktur, die einzuhalten sind.”
“Können wir nicht stattdessen eine Fortsetzung von was Bekanntem machen?”
“Das versteht doch keiner. Geht das nicht simpler?”
“Was ist eigentlich ihr Punkt? Was wollen sie sagen?”

Ich kann’s natürlich nicht beweisen, noch nicht mal aus Erfahrung sprechen, aber so oder so ähnlich stelle ich mir die Kommentare der großen Geldgeber des Film, der Studios und Produzenten, vor, wenn ihnen ein Filmemacher, der vielleicht etwas gegen den Strom schwimmt, begeistert Filmideen unterbreitet. Jeder Filmschaffende wird wohl sagen, dass es im Film Regeln gibt. Und dass man sie kennen muss, bevor man sie brechen kann. Eine solche Regel scheint zu sein, dass man sein Publikum nicht herausfordern darf, weil das so ähnlich klingt wie überfordern. Unterhaltung darf nicht anstrengend sein. Vor allem im deutschen Fernsehen hat man das verstanden. *g*

Aber um TV soll’s gar nicht gehen, sondern um den neuesten Film von Terry Gilliam mit dem herrlichen Titel ” Das Imaginarium des Doktor Parnassus“. Denn Terry Gilliam ist so ein Filmemacher, der nicht oft die Chance bekommt, ein Projekt bis zum Ende durchzubringen. Oft scheitert es am Studio, manchmal auch an höherer Gewalt. So wäre eben dieser Film beinahe am Tod eines seiner Hauptdarsteller – dem Schauspieler Heath Ledger – gescheitert. Offenbar aufgrund mangelnder Faszinativität – die angeborene Fähigkeit genuinen Fasziniertseins -  seitens einiger Redakteure, handelt beinahe jeder Artikel über den Film zu großem Teil oder ausschließlich von Ledgers Tod und seinen Auswirkungen, so dass es hier nicht nochmals aufgewärmt werden muss.

Ein Hauch von Story: Ein turmartiger Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, rollt durch die Straßen des heutigen Londons. Auf der fahrenden Bühne zeigt Dr. Parnassus – ein tausende Jahre alter, zumeist betrunkener, doch unsterblicher Schamane gespielt von Christopher Plummer – eine ebenso gealterte Show, die niemanden zu interessieren scheint. Unterstützt wird er von Anton (Andrew Garfield), einem Zwerg namens Percy (Verne Troyer) und seiner Tochter Valentina (Lily Cole). Das Zentrum dieser Show ist ein magischer Spiegel, durch welchen man in die Fantasiewelt des Doktors wechseln kann. Hier wird der Besucher in einer Begegnung mit sich selbst vor die Wahl zwischen leicht oder anstrengend, eigennützig oder freigiebig, kurz: gut oder böse gestellt.

The Imaginarium of Doctor Parnassus

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Parnassus hat die letzten Jahrtausende damit zugebracht mit dem Teufel aka  Mr.Nick (Tom Waits) Wetten abzuschließen und diese regelmäßig zu verlieren. So hat er als seinen letzten Wetteinsatz seine Tochter an Mr Nick. verloren, sobald sie 16 Jahre alt wird. Dieser Geburtstag steht kurz bevor, doch der wettsüchtige Teufel schlägt eine weitere Wette vor: Wer als erster fünf Seelen für sich gewinnen kann, bekommt Valentina. Die Karten stehen schlecht,  als die Schaustellertruppe den zwielichtigen Tony (Heath Ledger) findet, der halb tot am Strang von einer Brücke baumelt. Sie können ihn jedoch retten und als Dank, hilft er ihnen die Show zu ‘modernisieren’. Allein seine Beweggründe bleiben ein Rätsel, wenn auch nicht für lange…

Gilliam ist kein Freund von linearen Plots und klassischen Dreiaktern, seine vergangene Filme sind von daher oftmals schwer zugänglich. Seine Stärke hingegen ist das Visuelle. Das sagt er selbst, schon für Das Leben des Brian war er deswegen dem Regiestuhl ferngeblieben und hatte sich im Produktionsdesign ausgetobt. Filme wie Jabberwocky, seine Interpretation der Abenteuer des Baron Münchhausen oder Time Bandits zeigen die bildgewaltigen Welten, die nur Gilliam erschaffen kann. Auftragsarbeiten wie König der Fischer oder Twelve Monkeys waren kommerzielle Erfolge, aber seine eigenen Geschichten taten sich immer schwer im Mainstream, obwohl er besonders bei Literaten scheinbar großes Vertrauen genießt. So wollte J.K. Rowling eigentlich Gilliam den Potter verfilmen lassen, auch für Der goldene Kompass und Charlie und die Schokoladenfabrik war er Wunschkandidat, scheiterte jedoch immer an den Studios, die sich nach wie vor schwer tun, Gilliam richtig Geld in die Hand zu geben.

Auch dieses Imaginarium, welches im Grunde eine Parabel auf Gilliam selbst ist, entfaltet sich nur langsam vor den Augen des Zuschauers, aber es ist zugänglicher als viele andere seiner Filme. Diverse Reviews legen nahe, das Gilliam so diszipliniert wie selten vorgeht. Es geht um universelle Ideen, wie der nie endende Kampf von Gut und Böse, den Stellenwert von Fantasie und Vorstellungskraft in unserer Gegenwart und nicht zuletzt wie Menschen dazu im Verhältnis stehen. Mehr als einmal kommentiert der Film sich selbst, beispielsweise wenn Betrunkene zu Beginn Flaschen nach den Schaustellern werfen und sich niemand findet, der bereit ist, sich auf die Wunderwelt einzulassen. Oder am Schluß, wenn Parnassus von einem Jungen gefragt wird, ob es ein Happy End geben wird und er antwortet: “Dafür können wir nicht garantieren.”

Bei Gilliam gibt es kein Schema F und noch immer sucht er mit seinen Filmen ein Publikum, dass eine Herausforderung zu schätzen weiß. Das den Film nicht abspulen und vergessen sondern erleben und mitnehmen will. Während zwei Säale weiter Camerons 3D Ungetüm als der nächste revolutionäre Schritt des Kinos gefeiert wird (mit dem sich zudem vortrefflich Geld scheffeln läßt), wirkt der Fantasmus, die Brillianz und die Weirdness vom Imaginarium des Doktor Parnassus in der Tat hin und wieder wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, ähnlich wie das Wandertheater, welches er zum Inhalt hat. Doch täuschen sie nicht: Großartige Darsteller, berauschende Bilder und tragende Gedankengebäude machen dies zu einem Film  “voller halbfertiger und fertiger Ideen, was im Ganzen mehr Ideen sind, als andere Filme auch nur erwägen.” (frei übersetzt Boston Globe)

Fazit: Absolut empfehlenswert! Kein Popcorn nötig. *g*

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