Vor knapp einem Jahr, am 25 Mai, habe ich ein Review des letzten “Star Trek” Films gepostet, nachdem ich den Film erstmals im Kino gesehen hatte. Letzte Woche hab’ ich mir den Film nochmals auf DVD angesehen, komplett mit Wiederholung für den Audiokommentar. Es war der Versuch einer Versöhnung, weil es halt nun mal Star Trek ist und eine Fortsetzung ja schon in Arbeit ist (die Webbeweise dazu möge jeder selbst ergooglen). Read the rest of this entry »
I made it quite a habit to criticise televison. Mostly german television, which in my opinion does a great job at ignoring the audience most of the time. They cripple movies so they fit the ads, they replicate certain formats like crazy because they’re cheap and to some people at least create a fake impression of mild entertainment. And, for the most part, they import shows from abroad, shows that might actually be great but are put into the most invaluable timeslots. It takes some effort to find the gems on german television and they don’t always get the attention they deserve. Well, today I’d like to recommend a truly good program. And it’s not from Germany. *g*
I recently watched a number of episodes of “Inside the Actors Studio“, a remarkable television show that runs on its 16th season in the US right now and has been broadcasted in 125 countries. Funny enough although it used to be shown in Germany (on EinsFestival, an exclusive digital channel where the show is named “Ungeschminkt”) and it took about 9 years to make its way here, it’s not scheduled at the moment and I’ve never seen it on german tv which – once more – illustrates the state of the german tv cosmos. UPDATE: Just learned that it ran in german free tv as well but it’s not on at the moment.
So, what is it about? Well, during the course of every show one actor or actress, director, musician or comedian is interviewed by James Lipton about their lives and their art in chronological order beginning with birth and covering all mayor events that shaped the person and artist including their most outstanding works. In some cases groups of people visited the show for example the Cast of the Simpsons, the Cast of Family Guy or the members of Bon Jovi. The show typically lasts one hour – cut from a several hour interview – with some episodes being 90 minutes or even 2 hours long.
I understand the Actors Studio Drama school offers Master’s degree programs for actors, playwriters and directors and the interviews conducted by James Lipton, who is also the Dean Emiritus of the school, are considered classes for the students who are therefore the main live audience.
At the end of each interview there is a Q & A session with the students but before that Lipton asks the interviewee a recurring questionaire that was used for many years by Bernard Pivot on French television and is derived from the Proust questionaire. Those questions are:
It is the simplicity of this concept and the purity of the presentation that makes this show extraordinary to me. But it’s hard to explain so I’d like to recommend just giving it a look. A number of episodes are scattered over YouTube in 10 minute clips so you might just have a look here and pick a show that features one of your favourite actors (over 200 guests have already been there). If you consider that too much work let me link you to the great interview with comedian Dave Chapelle (1st of 9 parts) from 2008 and furthermore to the 200th episode in which James Lipton himself is interviewed by Dave Chapelle and some of the greatest moments on the show are collaged together. There are also DVDs of some of the shows but – and I don’t usually recommend this – many more can be found as torrents.
James Lipton himself is a vital part of the phenomenon of the show as he is a respectful host and manages to have the person on the chair next to him open up as most talk shows – and/or host – don’t allow for. He’s famous (maybe even infamous) for thoroughly researching his guest’s life and preparing a huge deck of blue note cards on which quite often he collects the most private or obscure facts, repeatedly to the guest’s astonishment. He also wrote a book on the history of “Inside the Actors Studio” named “Inside Inside“.
So next time when you’re unhappy with the television program I hope you enjoy a few moments from “Inside the Actors Studio”.
Maybe next time, I’ll pick some of our national gems currently available. We’ll see.
“Das Publikum ist träge. Man darf es nicht überfordern. ”
“Wir brauchen möglichst viele bekannte Stars.”
“Es gibt Gewohnheitsregeln der Wahrnehmung und Struktur, die einzuhalten sind.”
“Können wir nicht stattdessen eine Fortsetzung von was Bekanntem machen?”
“Das versteht doch keiner. Geht das nicht simpler?”
“Was ist eigentlich ihr Punkt? Was wollen sie sagen?”
Ich kann’s natürlich nicht beweisen, noch nicht mal aus Erfahrung sprechen, aber so oder so ähnlich stelle ich mir die Kommentare der großen Geldgeber des Film, der Studios und Produzenten, vor, wenn ihnen ein Filmemacher, der vielleicht etwas gegen den Strom schwimmt, begeistert Filmideen unterbreitet. Jeder Filmschaffende wird wohl sagen, dass es im Film Regeln gibt. Und dass man sie kennen muss, bevor man sie brechen kann. Eine solche Regel scheint zu sein, dass man sein Publikum nicht herausfordern darf, weil das so ähnlich klingt wie überfordern. Unterhaltung darf nicht anstrengend sein. Vor allem im deutschen Fernsehen hat man das verstanden. *g*
Aber um TV soll’s gar nicht gehen, sondern um den neuesten Film von Terry Gilliam mit dem herrlichen Titel ” Das Imaginarium des Doktor Parnassus“. Denn Terry Gilliam ist so ein Filmemacher, der nicht oft die Chance bekommt, ein Projekt bis zum Ende durchzubringen. Oft scheitert es am Studio, manchmal auch an höherer Gewalt. So wäre eben dieser Film beinahe am Tod eines seiner Hauptdarsteller – dem Schauspieler Heath Ledger – gescheitert. Offenbar aufgrund mangelnder Faszinativität – die angeborene Fähigkeit genuinen Fasziniertseins - seitens einiger Redakteure, handelt beinahe jeder Artikel über den Film zu großem Teil oder ausschließlich von Ledgers Tod und seinen Auswirkungen, so dass es hier nicht nochmals aufgewärmt werden muss.
Ein Hauch von Story: Ein turmartiger Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, rollt durch die Straßen des heutigen Londons. Auf der fahrenden Bühne zeigt Dr. Parnassus – ein tausende Jahre alter, zumeist betrunkener, doch unsterblicher Schamane gespielt von Christopher Plummer – eine ebenso gealterte Show, die niemanden zu interessieren scheint. Unterstützt wird er von Anton (Andrew Garfield), einem Zwerg namens Percy (Verne Troyer) und seiner Tochter Valentina (Lily Cole). Das Zentrum dieser Show ist ein magischer Spiegel, durch welchen man in die Fantasiewelt des Doktors wechseln kann. Hier wird der Besucher in einer Begegnung mit sich selbst vor die Wahl zwischen leicht oder anstrengend, eigennützig oder freigiebig, kurz: gut oder böse gestellt.
Parnassus hat die letzten Jahrtausende damit zugebracht mit dem Teufel aka Mr.Nick (Tom Waits) Wetten abzuschließen und diese regelmäßig zu verlieren. So hat er als seinen letzten Wetteinsatz seine Tochter an Mr Nick. verloren, sobald sie 16 Jahre alt wird. Dieser Geburtstag steht kurz bevor, doch der wettsüchtige Teufel schlägt eine weitere Wette vor: Wer als erster fünf Seelen für sich gewinnen kann, bekommt Valentina. Die Karten stehen schlecht, als die Schaustellertruppe den zwielichtigen Tony (Heath Ledger) findet, der halb tot am Strang von einer Brücke baumelt. Sie können ihn jedoch retten und als Dank, hilft er ihnen die Show zu ‘modernisieren’. Allein seine Beweggründe bleiben ein Rätsel, wenn auch nicht für lange…
Gilliam ist kein Freund von linearen Plots und klassischen Dreiaktern, seine vergangene Filme sind von daher oftmals schwer zugänglich. Seine Stärke hingegen ist das Visuelle. Das sagt er selbst, schon für Das Leben des Brian war er deswegen dem Regiestuhl ferngeblieben und hatte sich im Produktionsdesign ausgetobt. Filme wie Jabberwocky, seine Interpretation der Abenteuer des Baron Münchhausen oder Time Bandits zeigen die bildgewaltigen Welten, die nur Gilliam erschaffen kann. Auftragsarbeiten wie König der Fischer oder Twelve Monkeys waren kommerzielle Erfolge, aber seine eigenen Geschichten taten sich immer schwer im Mainstream, obwohl er besonders bei Literaten scheinbar großes Vertrauen genießt. So wollte J.K. Rowling eigentlich Gilliam den Potter verfilmen lassen, auch für Der goldene Kompass und Charlie und die Schokoladenfabrik war er Wunschkandidat, scheiterte jedoch immer an den Studios, die sich nach wie vor schwer tun, Gilliam richtig Geld in die Hand zu geben.
Auch dieses Imaginarium, welches im Grunde eine Parabel auf Gilliam selbst ist, entfaltet sich nur langsam vor den Augen des Zuschauers, aber es ist zugänglicher als viele andere seiner Filme. Diverse Reviews legen nahe, das Gilliam so diszipliniert wie selten vorgeht. Es geht um universelle Ideen, wie der nie endende Kampf von Gut und Böse, den Stellenwert von Fantasie und Vorstellungskraft in unserer Gegenwart und nicht zuletzt wie Menschen dazu im Verhältnis stehen. Mehr als einmal kommentiert der Film sich selbst, beispielsweise wenn Betrunkene zu Beginn Flaschen nach den Schaustellern werfen und sich niemand findet, der bereit ist, sich auf die Wunderwelt einzulassen. Oder am Schluß, wenn Parnassus von einem Jungen gefragt wird, ob es ein Happy End geben wird und er antwortet: “Dafür können wir nicht garantieren.”
Bei Gilliam gibt es kein Schema F und noch immer sucht er mit seinen Filmen ein Publikum, dass eine Herausforderung zu schätzen weiß. Das den Film nicht abspulen und vergessen sondern erleben und mitnehmen will. Während zwei Säale weiter Camerons 3D Ungetüm als der nächste revolutionäre Schritt des Kinos gefeiert wird (mit dem sich zudem vortrefflich Geld scheffeln läßt), wirkt der Fantasmus, die Brillianz und die Weirdness vom Imaginarium des Doktor Parnassus in der Tat hin und wieder wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, ähnlich wie das Wandertheater, welches er zum Inhalt hat. Doch täuschen sie nicht: Großartige Darsteller, berauschende Bilder und tragende Gedankengebäude machen dies zu einem Film “voller halbfertiger und fertiger Ideen, was im Ganzen mehr Ideen sind, als andere Filme auch nur erwägen.” (frei übersetzt Boston Globe)
Fazit: Absolut empfehlenswert! Kein Popcorn nötig. *g*

Jepp, ein letztes Mal vor dem Jahreswechsel möchte ich euch einen tollen Film aus diesem Jahr ans Herz legen. Der Film heißt in Deutschland aus unerfindlichen Gründen Radio Rock Revolution (OT: The Boat that rocked) und ist das letzte Machwerk von Regisseur Richard Curtis (bekannt durch Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Notting Hill, Bridget Jones aber auch Serien wie Mr. Bean und Blackadder). Neben
Der Film spielt Ende der 1960er Jahre auf einem Schiff in der Nordsee wo eine Gruppe verrückter Radiomoderatoren den Piratensender Radio Rock betreibt. Das Phänomen der Piratensender, die beinahe überall von der gesamten Bevölkerung heimlich gehört werden und eine fanatische Fangemeinde haben, stört die Regierungsbehörden, die fieberhaft nach einer Möglichkeit suchen, die Sender zu verbieten und stillzulegen.
Auf dem Boot spielen die Radio-DJs um Manager Quentin (Nill Nighy) die großen Rock-Hits der Sechziger rauf und runter, legen reihenweise Groupies flach und haben auch sonst viel Spaß auf hoher See. Da passt es eigentlich nicht wirklich, dass der 18-jährige Carl (Neffe von Quentin) von seiner Mutter auf das Boot geschickt wird, um einen klaren Kopf zu bekommen. Dort lernt er die farbenfrohen Charaktere wie den Count (Philip Seymour Hoffman) oder David (Nick Frost) kennen. Währenddessen arbeiten Minister Dormandy (Kenneth Branagh) und sein Lakai Titten (Jack Davenport) an einem Gesetz zur Elimierung der Piratensender.
Es handelt sich um eine britische Komödie mit entsprechend schwarzem Humor in kleinen Episoden und viel Musik. Der große Plot ist eigentlich nicht so bedeutsam, außerdem ist der Film zu gut zum Spoilern. *g* Für Freunde und Fans der Serie The IT-Crowd soll erwähnt werden, dass Chris O’Dowd im Film den Radiomoderator ‘Simple’ Simon spielt und Katherine Parkinson die lesbische Köchin Felicity. Der Film lebt von seinem außergewöhnlichen Ensemble und dem britischen Flair der Komik, aber er hat auch seine dramatischen Höhepunkte. Für mich die größte Szene im Film ist, als Simon – nachdem er von einer Frau verlassen wurde – zu Beginn seiner Radiosendung das Lied Stay with me baby mimisch interpretiert. Aber es gibt sicherlich genug andere Höhepunkte für jeden. *g*
Der Film ist mittlerweile schon als DVD verfügbar mit Audiokommentar und nahezu einer Stunde an entfallenen Szenen, die wirklich toll anzuschauen sind. Ebenso lohnt sich meiner Meinung nach auch der Soundtrack (Doppel-CD) mit Klassikern von u.a. The Kinks, Jeff Beck, The Who, Procol Harum und Jimi Hendrix. Wer diese Standardwerke der Rockmusic noch nicht besitzt, hat hier eine gute Möglichkeit einzusteigen. Groovy!
Mein nächster Post wird dann wohl der obligatorische Jahresrückblick.

Well, I just returned from cinema where I watched the latest installment of the Harry Potter series – known as “Harry Potter and the Half-Blood prince” in the original (=non-localized) version. I will first try to say something about the movie itself and then come to two thoughts that crossed my mind after I watched it.
Instead of doing a review-like article – which I usually write – I’d like to try out a more ‘ethnographical’ approach and describe the audiences’ reaction to the movie as I observed it including my own reactions. I try to be as non-spoilerish as possible. First of all, I don’t know the books. That’s probably important to know because the climax of the movie – which really is a low point moodwise – and other information is known to those watching the movie with the book in the back of the head. I didn’t have that but I watched the five movies – in order – during the first halve of this year to prepare for the sixth thereby seeing the fourth and fifth movie for the very first time.
As this picture was featured on several occasions across the media, I knew it would be much darker and dense which is building upon the mood that was created during the last movie. The whole series took a spin to a more serious tone which I like very much as in my opinion the plot scheme became to obviously repetitive and boring with the third movie.
However, there was much laughing during the show, sometimes shortly after very dramativ parts, so the movie manages well to some how linger between this serious tone and humorous relief. Love is a big subject in the movie, as all the main characters are involved in relationship troubles, and it’s the main thing that counters the rather dramatic, even shocking events during the second half of the film enough to still keep the audience from being totally depressed after watching. The movie never really reaches a light or too funny tone or to say it differently, there always is some hint that something dark and evil is coming. All the colours are pretty cold, all the characters are kind of darker, there are no children anymore – although of course there are some because it’s a school but they’re left out – they all have aged and this is also referred to in certain dialogue sentences. The relationship between Harry and Dumbledore is played out very detailed and certainly is the mysterious role of Severes Snape. Jim Broadbent in the role of Professor Slughorn is a great addition to the cast, his character has both a rather funny and a very dramatic side.
During the movie I could not hear much talking – although there were not that many people in the room – nor eating and drinking which I find a sign that a movie really catches an audience well. I myself nipped on my cola only during the break. In the end when you-know-who is killed there was dead silence in the cinema, although I had been told that it would happen, I still found myself surprised, shocked and – by the end – exhausted. I think it’s a great movie, probably better than certain other episodes from the series, but of course it has the privilege to build upon all the things – characters, story, look, relationships – established during the other five movies. You should watch those before seeing this one. This movie already was quite long – as I mentioned there was a 10-minute break, so i spent about 3 hours in cinema – and you may have already heard that the last book will be made into two movies coming in 2010 and 2011.
This brings me to my first thought which is rooted in a more common observation: Serials are big in the media nowadays! (No, I could not come up with something more obvious!) I’m not sur since when, might be the early days of mass media or even earlier but I find this interesting to see. Be it movies, tv shows, books or computer games – they all are more and more relying on the premise ‘to go on’ or ‘to be continued’. There are of course economic reasons for this but it strikes me as being merely the symptom because those products wouldn’t be commercially successful if people wouldn’t want to see them. I wondered – as I was confronted with the perceived insecurity of our modern world as an academic subject during the past year – whether we actually want our virtual media worlds to deliver a kind of anchor, reliability and continuity that we miss in our real world. My place, my time and my life-parameters in the real world can be changing – and they do – but the patterns in my favourite sitcom(s), soap opera(s), movie(s) or game(s) are always the same or they change quite slowly. Also if they change, the change is controlled and never to overwhelming. Especially with “Harry Potter” it’s pretty obvious. The movies grow with their audience, children who have seen the first movie in 2001 are teenagers or young adults by now and the whole franchise is build to grow with them. This seems to be important. Many older franchises from the 70s or 80s (Star Trek, Star Wars, Battlestar Galactica, just to name a few) were relaunched to connect with old and new audiences raising awareness for the old stuff in young people and continue nurturing the already existing audience. It’s a bit like grandpa telling stories to the young ones at the firesite in the evening but adding new parts to the narration everytime to keep it interesting. There are probably people already analysing this phenomenon, perhaps I should research that a little. Maybe this is a reason why makers of serials become more courageous in truly continuing story arcs over many episodes like the ones found in tv shows like Lost, Heroes and Babylon 5 or movies like Matrix and Lord of the Rings. And maybe it explains why those are so enormously successful.
The second thought came to me because of a certain sentence that was said in the movie – if you’re bored by know please don’t continue – which I can’t recall exactly but it was something like ‘If we don’t make the choices in our lives our fate will be completely lost to chance.’ It probably sounded better than that. However the point is that it reminded me of discussions I had with people whether there is something like fate and our life is determined or whether there’s something like chance and so we have the ability to actually make profound choices and therefore steer our life ourselves. I usually argue that I don’t think chance exists – in form of a law of nature, as most people imagine it – but life’s parameters are just to complex for us to grasp so we can’t know or for the most part explain why things happen the way they do. Just because we don’t know the reasons or the chain of causality it doesn’t mean there is none. Which is basically an argument I borrowed from religion where god exists although we have no proof of that because we can also not prove he’s not there.
I’m not trying to make a point here, I was just wondering about the oddity of the thought that we put so much effort in our choices – so much in fact, that the freedom of choosing is no longer making us happy as Barry Schwartz explains in his book - because we expect them to shape our future and then there is at least the possibility that – maybe – they don’t really matter as much as we believe.
WARNUNG: Dieser Beitrag ist NICHT Spoilerfrei sondern nimmt dezidiert Inhalte des besprochenen Films vorweg, wenn sie den Film also nicht gesehen haben udn sich den Spass nicht verderben wollen, lesen sie einfach nicht weiter.
Mit etwas Verspätung bin ich dann gestern doch einmal ins Tschinema gegangen, um mich mit dem neuen “Star Trek”-Film mit dem unsubtil-offensichtlich-neu-definitorischen Titel “Star Trek” sowohl inhaltlich als auch formal auseinanderzusetzen. Ich bin großer Star Trek – Fan, mit TNG aufgewachsen und war spätestens mit Ende des Teenagerzeitalters komplett im Star Trek – Universum sozialisiert. Insofern war meine Ausgangsmeinung eher kritisch, zumal der letzte Star Trek Streifen (“Nemesis”) zwar gute Momente hatte, mich insgesamt aber doch sehr enttäuscht hatte.
Die Kunde verbreitet sich ja rasend schnell im Internetzeitalter und ich hatte also schon aus diversen Quellen positive Kritiken vernommen, freute mich also durchaus auf den Film und auch darüber, die englische Originalversion zu konsumieren. Synchronisation wirken immer ein bißchen entrückt zumindest wenn man die Möglichkeit hat mit den Original zu vergleichen, weswegen ich bisweile gleich darauf verzichte und mich lieber damit abfinde, dass ich bestimmte Sätze erst beim zweiten Mal komplett verstehe. Manchmal.
Die Sprache sollte sich aber im Verlauf auch gar nicht als so großes Problem erweisen, denn die Dialoge sind durchaus nicht das Herzstück des neuen “Star Trek”s. Die Geschichte ‘kurz’ umrissen:
In der Zukunft (24. Jahrhundert, also zu Zeiten von Picard und Co.) ist Spock Botschafter bei den Romulanern, warnt diese vor dem drohenden Kollaps der Sonne und will zu deren Rettung vulkanische Technologie einsetzen. Große Unterstützung erfährt er dabei nicht, nur ein junger Captain eines Bohrschiffes ist von seinen Absichten überzeugt. Jener Captain (“Nero”) bringt Spock nach Vulkan, der bedient sich eines neuen Schiffes und sogenannter “roter Materie” und macht sich auf, die Supernova aufzuhalten, weil sie auch den Rest des Quadranten bedroht. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf, die Sonne wird zur Nova, Romulus wird zerstört. Nero schwört Rache an Spock, baut sein Schiff um und malt sich das Gesicht an, während Spock seinen Auftrag ausführt, nur eben etwas zu spät. Beide werden durch das Schwarze Loch unabsichtlich in die Vergangenheit versetzt, wo sich dadurch eine alternative Zeitlinie etabliert. - Dieser Teil der Geschichte kann im Star Trek – Countdown Comic detailliert nachgelesen werden, er wird im Film selbst auch eher undeutlich rekonstruiert. -
Nero greift die U.S.S. Kelvin an, auf der George Kirk kurzerhand zum Captain wird und die gesamte Besatzung, unter ihnen seine Frau mit dem noch ungeborenen James T. Kirk, rettet, indem er selbst zurückbleibt und die Kelvin mit dem Feindschiff kollidieren läßt. Wir werden Zeugen wie Kirk auf der Erde und Spock auf Vulkan aufwachsen, beide als Außenseiter in ihren jeweiligen Welten, wie beide zur Sternenflotte kommen und sich dort begegnen. Von Freundschaft kann keine Rede sein. Sprung, schon muß die brandneue Enterprise (unter Captain Pike) ihre Jungfernfahrt zur Verteidigung des Planeten Vulkan antreten, der von Neros Bohrschiff angegriffen wird. Trotz spektakulären Einsatzes von Kirk (erster Offizier nicht Captain) und der restlichen Crew, wird Vulkan mittels der “roten Materie” ebenfalls spektakulär zerstört, Spock (jetzt Captain, weil Pike von Nero gefangen) kann seinen Vater aber nicht seine Mutter retten. Kirk und Spock streiten sich über den Fortgang der Mission, Spock setzt Kirk außer Gefecht und läßt ihn auf einem Eisplaneten zurück(!) wo er erst den Zukunfts-Spock (Leonard Nimoy) und dann Scotty trifft, letzterer beamt ihn und sich nicht aber den alten Spock auf die Enterprise (während Warpgeschwindigkeit!). Kirk provoziert Spock -jung-, der muß daraufhin den Stuhl räumen, Kirk ist Captain und befiehlt das Bohrschiff anzugreifen. In einem furiosem Endkampf sabotieren Kirk, Spock et al das Schiff, verhindern den Untergang der Erde und retten den Tag. Letztendlich begegnen sich noch der alte und der junge Spock, Kirk wird offiziell Captain der Enterprise und das Ende ist offen. Puh.
Ja, das ist echt viel Story für einen einzigen Film und so hetzt man auch von einem Plotpunkt zum nächsten. Die Bildinszenierung unterstützt das auch durch wesentlich hektischere Actionszenen, die den Film weitgehend dominieren. Der Look ist gut, nicht un-trekkisch auf alle Fälle, viele Aspekte der klassischen Serie wurden wenn auch modernisiert übernommen, hier gibt es nichts zu meckern. Anders bei der Story, es gibt immer wieder Situationen die arg konstruiert wirken, man bemerkt unangenehm, wie J.J. Abrams da offenbar eine mentale Strichliste abgearbeitet hat. Viel steckt drin, darum auch einige schöne Momente, und das Filmerlebnis ist überaus atemberaubend, visuell wie akustisch. Doch am Ende des Tages stellen sich dem Zuschauer Fragen: Bei all dem Stress, was ist eigentlich der Payoff? Vulkan zerstört, die Zeitlinie offenbar permanent verändert, alles ist anders, aber heißt das auch besser? Und: Ist das jetzt Star Trek? Um es kurz zumachen, ich denke: Nein. Und das hat man ja auch im Vorhinein kommuniziert, ein Film für alle sollte es werden, für neue Fans, mehr wie Star Wars, massenkompatibler, weniger verkopft und intellektuell. Hmm, aber ist nicht genau das die Essenz von Star Trek?
Erfolg ist wichtig, zweifellos, und das eine Neuauflage alter Inhalte großartig klappen kann, hat man bei Ronald D. Moores ‘reimagined’ Battlestar Galactica sehen können. – Moore war übrigens ein wichtiger Autor für Star Trek TNG, DS9 und Voyager. Wer hätte das gedacht… – Ich glaube aber, Star Trek ist eben nicht Star Wars. Star Trek verkörpert die Idee von Gene Roddenberry, dass der Mensch sich in einer nahen, vorstellbaren Zukunft nicht nur technologisch sondern auch als Gesellschaft, Gemeinschaft und Rasse weiterentwickelt. Star Trek ist Hoffnung und hat nicht nur die Welt des Films sondern die ganze Welt entscheidend beeinflusst. Es war immer eine Parabel auf unseren Planeten und seine Mißstände, oft mit deutlichen Verknüpfungen und politischen Auseinandersetzungen. Und Probleme löste man nicht – oder nicht nur – mit dem Phaser, sondern durch Verstehen, Denken, Selbsterkenntnis und, oh welch’ ein Frevel, in dem man Dialoge führte. Auch gerne mal während man sich beschoss. Star Wars hat durchaus auch eine Geschichte zu erzählen, aber im Vergleich zu den meist profunden moralischen Erkenntnissen aus Star Trek, den über Jahrzehnte ausgestalteten Charakteren und den üblicherweise eher sinnbildlichen Kämpfen, ist diese schlicht volkstümlich und simple Unterhaltung. Durchaus wie die vom neuen “Star Trek”-Film.
Der Kunstgriff ist hier in der Tat, alles Bekannte explizit beiseite zu schieben und aus Versatzstücken ein neues Franchise zu kreieren, mit dem man ein neues Publikum erreicht und Geld verdienen kann. Das kann man aber eben, wie BSG zeigt, auch mit intelligenten Geschichten und ohne so durch den Plot zu hetzen. Letztlich ist der -vermutlich- erste Film des neuen Star Trek Universums eine zweistündige Exposition, es geht primär um Kirk und Spock und um die Etablierung einer neuen Basis, einer neuen Bildsprache, eines neuen Kontextes. “Star Trek” wie wir es noch nie gesehen haben, war das Versprechen. Irgendwas-das-entfernt-an-Star-Trek-erinnern-könnte wurde geliefert. Man hat auch durchaus einige Perlen für Fans in den Film eingestreut (z.B. spricht Majel Barett Roddenberry zum letzten Mal den Schiffscomputer der Enterprise), aber das Gefühl der Hoffnung, die positive Idee von einer Zukunft, in der die Menschen besser sind, daran konnte der Film zumindest für mich nicht anknüpfen. Zugegeben, es ist ein schweres Erbe, aber vielleicht hätte man weniger Wert auf die Effekte und mehr Wert auf eine Geschichte legen sollen, die des Franchises würdig ist.
Als letzte Note bleibt auch die Musik von Michael Giacchino (u.a. “Ratatouille”) stark hinter den tollen Soundtracks von Alexander Courage (welcher wenigstens zitiert wird), oder Jerry Goldsmith zurück, mehr Percussion als alles andere, bombastisch wie das visuell omnipräsente Linsenflimmern, aber letztlich nicht markant, erhaben oder irgendwie emotional. Ich hoffe, dass “Star Trek” in Zukunft die neue Dynamik mit der alten Bedeutungshaftigkeit verknüpfen kann, solange scheint mir aber die Arbeit am Franchise noch in der Beta-Phase und das Universum ist, wie die frühen Trailer des Filmes es formulierten, noch “Under Construction”.
Fazit: Toller Sound, tolle Effekte, tolles Popcorn-Kino, wenig Star Trek
Ja, viel Zeit ist schon ins Land gegangen seit meinem letzten Post. Was ist passiert seitdem?
Nun:
Wie schon an anderer Stelle berichtet, war der Magdeburger Open Source Tag recht erfolgreich. Ein Resultat aus den vielen inspirierenden Vorträgen und Gesprächen war die Idee, ein Stadtwiki für Magdeburg und Umgebung ins Leben zu rufen. Dafür gibt es schon relativ viel Vorbilder wie beispielsweise das Stadtwiki Pforzheim Enz, das Karlsruher Stadtwiki oder auch das Rhein-Neckar-Wiki. Relativ schnell fanden sich interessierte Magdeburger und Fans der Stadt, die das Projekt angepackt haben und mittlerweile sind in etwa zwei Wochen schon 150+ Artikel entstanden. Die sind üblicherweise noch relativ kurz, darum sind wir für Unterstützung mehr als offen. Wie in jedem guten Wiki ist der Zugang frei, es ist kein Login nötig um sich als Autor zu betätigen. Geht einfach auf http://www.magdewiki.de. Nahezu jedes Thema, das irgendwie einen regionalen Bezug aufweist, hat einen Artikel bei uns verdient. *g*
Momentan bemühen wir uns einen Verein zu gründen, wir suchen noch nach einem Logo und auch sonst ist reichlich zu tun. Für mich als Forscher im Bereich Web 2.0 ist das natürlich in doppelter Hinsicht spannend zu beobachten, weshalb ich sicherlich an dieser Stelle regelmäßig über unsere Fortschritte berichten werde.
Ferner war ich am Sonntag ENDLICH im Kino um den letzten Pixar-Film anzugucken. Ich hatte mir lange vorgenommen “Wall-E” zu schauen und mir sind auch nur positive Reviews begegnet. Und tatsächlich, wie eigentlich bei Pixar fast üblich, ist der Film nicht nur ein Augenschmaus (toll gerenderte Trickfilme gibt’s ja nun schon von mehreren Studios) sondern erzählt auch eine wirklich tolle Story. Wall-E ist ein Roboter, eine intelligente Müllpresse und er räumt die Erde auf. Allein wohlgemerkt, denn die Menschen haben den Planeten, den sie Jahrtausende lang vermüllt haben, längst verlassen und planen erst zurückzukehren, wenn hier wieder Leben möglich ist. Bei seiner Arbeit findet und sammelt Wall-E Devotionalien der Menschen, kleine Dinge, Filme, Musik und andere kulturelle Artefakte. Eines Tages kommt eine Sonde (EVE genannt) auf die Erde, in die sich Wall-E verliebt. Wie er ihre Aufmerksamkeit erringt, warum er dann den Planeten verläßt und was das alles für die Menschheit bedeutet, schaue man sich unbedingt im Kino an.
Das tolle an Wall-E ist, dass der Film über weite Strecken nur durch Bilder, Musik und Geräusche kommuniziert, denn Wall-E kann nicht sprechen (bis auf seinen und den Namen der Angebeteten). Damit lassen die Macher erstmals wirklich Raum das Bild sprechen zu lassen, eine Option, die Filmemacher (im populären Film) seit es den Tonfilm gibt ja eher vernachlässigen. Trotzdem ist der Film urkomisch, man verliebt sich nach wenigen Minuten in die Charaktere und darüberhinaus stimmt er auch noch nachdenklich. All die Qualitäten eines guten Pixar-Filmes sind da und ich wage zu behaupten, dass es vielleicht der bislang beste Streifen seiner Art ist. Darum kann ich an dieser Stelle eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, eigentlich müßte es sogar eine Befehlung sein, also: Ab ins Kino! Wer diesen Film nicht sieht, darf diesen Blog einen Monat lang nicht mehr lesen…
In weiteren Lebensfragen:
Amazon hat mir gerade mitgeteilt, dass meine DVD-Box “Der kleine Vampir – Die komplette Serie (4 DVDs)” unterwegs ist. Außerdem hab’ ich hier noch “Garden State” liegen, worüber ich, so glaube ich, noch nicht gebloggt habe, was definitiv nachzuholen ist. Ansonsten reichlich mit Uni-Projekten ausgelastet und das obwohl ich’s doch eigentlich erstmal ruhiger angegen lassen wollte. Finanzkrise macht sich für mich gar nicht bemerkbar (wer nichts hat…), am Bahnhof mehr Kunden als sonst üblich am Ende des Monats, wahrscheinlich weil sie ihr Geld nicht auf die Bank tragen. Aber interessant, wie im Angesicht der Krise (die ich im Baudrillardschen Sinn fast als Simulation wahrnehme) alle sofort wieder bereit sind Freiheiten aufzugeben, vor allem wenn es nicht die eigenen sind. Die Menschen…
Wenn es ein Thema gibt, das zumindest in der breiten Öffentlichkeit immer noch tabuisiert wird, dann ist es der Tod. Womöglich ist der allgemeine Dialog dazu heute schon viel eher möglich als noch vor 50 Jahren – erst vor kurzem hatte ich eine Postwurfsendung meines lokalen Bestattungsunternehmens im Briefkasten -, allerdings ist meine Beobachtung, dass beispielsweise die Ladenfront eines Bestatters in etwa so aussagekräftig neutral ist wie die eines Geschäftes für Erotikartikel. Wenn nicht noch weniger, denn bei Beate Uhse stehen zumindest spärlich bekleidete Frauen im Schaufenster, während beim Bestatter nicht einmal aktuelle Sargmodelle zu sehen sind. Dabei geht es doch eigentlich um ein Thema, das nun wirklich jeden angeht, denn das Ende des Lebens steht uns letztendlich allen bevor.
Filme zum Thema Tod gibt es wahrscheinlich reichlich – was kein Widerspruch zum ersten Absatz darstellt, wenn man sieht, wie verzerrt das Thema häufig dargestellt wird-, aber “Das Beste kommt zum Schluss” (Original: “The Bucket List“) sticht für mich aus dem Hollywoodrepertoire zu diesem Thema heraus, auch weil er das Thema Tod durch Krankheit aufgreift. Zwei älteren Herren erkranken schwer an Krebs und teilen sich unfreiwillig ein Krankenzimmer. Da ist zum einen der Automechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman), der seit langem glücklich verheiratet ist und eine große Familie hat und zum anderen der Milliardär Edward Cole (Jack Nicholson), dem neben diversen Krankenhäusern so ziemlich alles gehört, was man für Geld kaufen kann, der vier Mal verheiratet war und eine Tochter hat. Die beiden begleiten sich gegenseitig auf ihrem Leidensweg während ihrer Behandlung und Chemotherapie, freunden sich dadurch an und erfahren ebenfalls zusammen, dass sie nur noch wenige Monate, vielleicht ein Jahr zu leben haben.
Sie entschliessen sich kurzer Hand eine Liste zu schreiben mit allen Dingen, die sie in ihrem Leben noch erleben wollen. Angefangen mit einem Fallschirmsprung jetten die beiden durch die Welt um ihre Liste abzuarbeiten, sie gehen auf Safari, erklimmen die Pyramiden von Gizeh und fahren Motorrad auf der chinesischen Mauer. Carters Frau ist von der ‘Flucht’ ihrer Mannes überhaupt nicht erfreut und versucht alles, ihn wieder zur Rückkehr zu bewegen. Letztendlich beendet Carter die Reise dann und kehrt zurück, dabei arrangiert er aber noch ein Treffen zwischen Edward und seiner einzigen Tochter, mit der er sich vor langer Zeit zerstritten hatte. Edward ist davon überhaupt nicht begeistert und sie trennen sich im Streit.
Kaum zuhause angekommen bricht Carter dann wieder zusammen und muß zurück ins Krankenhaus.
Das Ende wird wie üblich hier nicht verraten, der Film ist absolut sehenswert, wie ich finde, auch wenn er vielleicht in Strecken manchmal recht schmalzig wird. Letztendlich ist es eine ruhige Geschichte mit zwei herausragenden Darstellern, denen die Rollen auf den Leib geschrieben sind (oder anders herum, um die man die Story herum geschrieben hat). Nicholson spielt den nervenden, sarkastischen weißen Milliardär mindestens genauso überzeugend wie Freeman den klugen, erfahrenen farbigen Arbeiter. Den Gegensatz der Hautfarbe braucht man so wahrscheinlich nur für das amerikanische Publikum, er hat eigentlich für die Geschichte sonst wenig Bedeutung und das ist auch gut so. Der Hollywoodpathos ist im Film denn auch etwas abgeschwächt, das absehbare Ende wird nicht verborgen und es gibt keinen Versuch, mit einem Twist, das Unvermeidliche vor dem Zuschauer zu verbergen. Die einfache Botschaft macht für mich dann auch die Faszination des Filmes aus: Wie gestalten wir unser Leben und was ändert sich, wenn man definitiv weiß, dass es bald endet? Ich finde das deshalb so wichtig, weil Filme, die sich damit beschäftigen entweder sehr bedrückend und beklemmend sind oder das Thema stark überzeichnen (mir fällt da jetzt als Beispiel “Knockin’ on heavens door” ein) und damit im Grunde überschreiben. Das Gefühl hatte ich bei “Das Beste kommt zum Schluss” nicht, der Film bedient sich einiger sehr eindrucksvoller Bilder ist aber sonst lobenswert zurückhaltend.
In der Realität findet man leider nur selten vergleichbare Denkanstösse, eben weil Tod und Sterben offenbar nicht-öffentlich verhandelt werden. Eine prominente und wirkungsvolle Medienerscheinung war beispielsweise die “Last Lecture” mit dem Titel “Really Achieving Your Childhood Dreams” von Universitätsprofessor Randy Pausch, der die Aufmerksamkeit, die sein Vortrag weltweit erregte, noch miterleben konnte, bevor er im Juli diesen Jahres an seiner Krebserkrankung starb. Oder auch George Carlin (habe ich auch drüber gebloggt), der in seinem letzten Bühnenprogramm -aber auch vorher schon- noch bissig über den Tod philosophiert hat.
Ich finde der Tod sollte nicht unnötig mystifiziert oder abstrahiert werden, wie es häufig in den Medien geschieht, es geht dabei um etwas grundlegend Menschliches und durchaus Persönliches, ein Aspekt, der nur zu gern maskiert wird. Derzeit scheint es einen Hang zu übernatürlichen Ansätzen mit Bezug auf den Tod in TV-Serien zu geben, als da wären “Ghost Whisperer”, “Dead Like Me – So gut wie tot” oder auch “Six feet under” (liegt schon etwas zurück). Auf der anderen Seite wird der – dann richtig – Tote verdinglicht wie in den diversen CSI-Klonen, so dass wiederum überhaupt kein Selbstbezug möglich ist. Der Tod wird in den Medien so oft und so abstrakt simuliert, dass er ein Simulakrum bleibt, bis er einen selbst trifft. Ich denke, dass da gesellschaftlich doch einiges aufgearbeitet werden muss, schon allein, weil das Bewußtsein und der Repekt (nicht Angst, wie so stark verbreitet) vor dem bevorstehenden Tod meiner Meinung nach ein wichtiger Einfluss auf die Art sein kann und sollte, wie wir unser Leben führen. Es ist sicher nicht leicht, sich dem zu nähern aber in kleinen Schritten ja offenbar immer möglicher, siehe “Charlotte Roche unter Bestattern” (lief am 1.10. um 23.14 auf 3SAT). Vielleicht ist das Ziel der gesellschaftlichen Akzeptanz erst dann näher gerückt, wenn es auf Pro Sieben den “Sarg-Report 20XX – so sterben die Deutschen” gibt und in einer Reality-Soap ein Krebskranker 24/7 mit der Kamera begleitet wird. Ich bin mir sicher, dass Pläne für beide Formate schon in irgendwelchen Schreibtischen auf die Produktion warten.