Jun
07

Der Ex-Bundespräsident

The President of Germany Horst Köhler. Former ...
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Wenn ich die Berichterstattung überblicke, ist die Republik gespalten in drei Gruppen: Da sind zum einen die Zustimmer, sie glauben Horst Köhler hat vollkommen zu Recht (nämlich, weil er den “Respekt vor seinem Amt” vermisse ) seinen Job als Bundespräsident gekündigt, sie haben Respekt vor seiner Entscheidung. Zum anderen sind da die Kopfschüttler, sie glauben der ehemalige Bundespräsident habe mit seinem Rücktritt überreagiert, womöglich habe er die amerikanische Schelte über den Ölkonzern BP fälschlicherweise auf sein Amt (BundesPräsident) bezogen. Sie argumentieren Köhler sei zu dünnhäutig, also quasi ein Weichei und kam sich in seinem Amt überflüssig vor, zumal ja selbst die Kanzlerin ihn nicht verteidigen mochte. Zumindest das Überflüssig-Sein kann man schwer wegreden, schon Rainald Grebe singt in seiner Hymne auf das Amt:

“Jetzt kommt ein Grußwort für Hartz IV-Empfänger
Ihr Schicksal trifft mich auch persönlich
Sie halten sich für überflüssig
Es geht mir da ganz ähnlich”

Dann gibt es eine dritte Gruppe, die Verschwörungstheoretiker. Sie kamen in den diversen Diskussionsrunden in der letzten Woche ausgiebig zu Wort. Ihnen allen gemein ist die Annahme, dass Köhler seinen Hut aus einem viel bedeutsameren Grund nahm, als den paar kritischen Stimmen ob seines mißglückten Kommentar zum deutschen Afghanistaneinsatz. Diesen Grund kann er freilich nicht nennen, wer weiß also, was tatsächlich auf dem Spiel steht? Was die Politik uns, also dem Souverän dieses Landes, verschweigt? Ich möchte mich letzterer Gruppe anschließen und vermute einfach mal ins Blaue hinein, dass die versammelte Waffenlobby dem Präsidenten mit Waffengewalt den Rücktritt nahegelegt hat, nachdem er mit seiner Aussage angedeutet hatte, es gäbe wirtschaftliche Interessen am Afghanistankonflikt. Noch bis kurz vor der Pressekonferenz hatten sie seine Frau als Geisel genommen und erst nachdem klar war, dass er den für ihn eiligst getippten Abschiedstext auch vor versammelter Presse vorlesen würden durfte Frau Köhler wieder an seine Seite, von welcher sie ja dann auch nicht mehr wich. Denn wirtschaftliche Interessen als Ursache für einen bewaffneten Konflikt, das wäre ja nun wirklich vollkommen unangemessen. Geradezu unvorstellbar!! Und damit das auch so bleibt, spricht man nicht darüber. So, wie man ja auch lange Zeit nicht von einem Krieg in Afghanistan sprach. Upps!

Werbung nervt

Egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, wer fernsieht oder Radio hört, wird lebendig beworben. Manchmal geben sich die Firmen ja durchaus Mühe, in den meisten Fällen aber eben nicht. Da ist die schlanke, optisch gesunde Frau, die sich beklagt, weil sie sich ja so aufgebläht fühle. Und noch bevor man ihr entgegenschreien kann, sie sollte doch mal gepflegt einen fahren lassen, da drückt sie schon die Packung kulturell wertvollen Joghurts gegen das Objektiv, den sie jetzt täglich esse und seitdem offenbar blähungsfrei daherkommt. Dass dieser  Wunderjoghurt nachweislich erstmal nur doppelt so teuer ist wie ‘normaler’ Joghurt aber daran gemessen nicht wesentlich besser für den Darm, dass verschweigt der Spot. Schnipp, da werde ich schon über Pierres BASE aufgeklärt. Das ist ja so flexibel, weil man alles mögliche dazu und wieder weg buchen kann. Toll, tangiert mich aber nicht, weil ich nicht jeden Monat aufs Neue mein Telefonnutzungsverhalten analysiere. Und keiner kann mir erzählen, dass unsere Babies plötzlich alle wahnsinnig Grips ansetzen, weil sie in ihren Mörderpampers die ganze Nacht durchstrullen können ohne davon wach zu werden. Meine Mutter hat meine Stoffwindeln (und die meiner Schwester) noch gewaschen und wiederverwendet! Hat auch nix geschadet, denn wenn man einmal daran gewöhnt ist, die Kacke einfach laufen zu lassen, kommt man nur ganz schwer wieder davon weg.. Wenn überhaupt, dann sollte man die Hightech-Windeln für die um sich greifende Doofheit der Leute verantwortlich machen. Richtig nerven tun auch die diversen Spots mit FIFA WM 2010-Bezug. Insbesondere wenn Michael Ballack, der alte Mit-Attest-zu-Hause-Bleiber, in die Kamera grinst, so als genösse er schon jetzt die Werbemillionen, die er sich trotz seiner WM-Abwesenheit verdient hat. Der gehört verpixelt!
Der Hammer ist aber ein BlendaMed-Spot, bei dem der Zuschauer aufgefordert wird, sich doch bei den tollen Wissenschaftlern zu bedanken, für die tolle Zahnpasta, die sie da ständig neu erfinden. Dazu sage ich nur: GEHT ES NOCH!! Da sitzen offenbar seit Jahrzehnten ausstudierte, vom Staat teuer finanzierte Zahnmediziner und Chemiker in einer Fabrik und basteln nicht anderes als neue Zahnpasten! Diese Menschen könnten Heilmittel für AIDS, Krebs oder Alzheimer suchen, sie könnten kranken Menschen helfen, von denen es ja zweifellos mehr als genug gibt. Stattdessen sitzen sie in der sterilen Umgebung eines Gewerbegebietes, abgeschirmt von der restlichen zivilisierten Welt und brüten über Farb- und Geschmackskombinationen für ZAHNPASTA!! Welche, so gut wie die mittlerweile ist, die Zähne schon blitzeblank reinigen müßte, WENN MAN NUR DIE TUBE MIT DEM KLEINEN ZEH BERÜHRT!

Sparpaket

Eigentlich nicht überraschend, sondern lange, lange überfällig. Mich hat schon immer geärgert, dass ein Staat Geld raushaut – mithin sicherlich sinnvoll, aber auch nicht immer – , das er nicht hat. Gerade berichtet das Nachtmagazin, dass man sich in Europa final für einen ‘Rettungsschirm’ des Euro geeinigt hat. Tolle Sache, die allerdings gar nicht nötig wäre, wenn alle ein bisschen vernünftiger mit ihren Budgets umgehen würden. Nun hat heute die Regierung Pläne für umfangreiche Einsparungen vorgelegt, viel im Bereich Arbeit und Soziales, Subventionen abbauen, Atomkraftwerke zahlen für Störfälle. Oder so. Toll dabei: keine Einsparungen für Bildung und Forschung (sehr vernünftig) und keine Steuererhöhungen. Bankensteuer gibt’s leider immer noch keine (international traut man sich auch nicht so recht) und die Reichen besteuern mag man auch nicht, gut, die Jammern ja nun mindestens doppelt so laut, wie die armen Leute. Insgesamt augenscheinlich eine durchdachte Sache, die natürlich noch durch den Praxistest muss. Das hält aber die Opposition (=die Leute, die von Haus aus dagegen sein müssen) nicht davon ab, der Regierung an allen Ecken und Enden versagen vorzuwerfen. DGB-Chef Sommer, der für den ersten Satz seiner Erklärung drei Anläufe brauchte, die live bei Phoenix übertragen wurden. Ganz großes Kino!

Meine Frage an die Meckerpötte: Wäre es zuviel verlangt, bei solch grundlegenden, wichtigen Themen ein wenig Kooperation zu zeigen? Nur ein kleines bisschen?? Natürlich macht Sparen keinen Spaß, aber es muss nun mal sein. Und darauf, dass das alles nicht allzu unsozial wird, kann die Opposition ja konstruktiv einwirken. Wenn sie nicht zu sehr mit sinnlosen Streikforderungen beschäftigt sind. Oder damit ihre Reden auswendig zu lernen. Nah, wohl nicht.

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Mai
10
Filed Under (Allgemein, deutsch, thoughts) by yodahome on 10-05-2010

In meiner anhaltenden Suche nach festen Blogschemata eröffne ich hiermit die Serie Meinungsmontag, in der ich ungefragt meine Meinung zu aktuellen Themen preisgebe. So subtil wie möglich.

1. Landtagswahl NRW

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Image by orarewedancer via Flickr

Kurz ge-zsf’t: CDU ganz groß verloren. Mmh. SPD real verloren, gefühlt gewonnen. Grüne ganz groß gewonnen (r+g), FDP und Linke mit drin und Andere ein bissl gewonnen (basiert auf vorläufigem Endergebnis). Rot-Grün möglich, Schwarz-gelb nicht. Bundesratmehrheit wohl futsch. Ist das ein Fortschritt?
Ohne allzu zynisch wirken zu wollen, für mich zeigt das nur, dass die Menschen unentschlossen sind. Genau so wie die großen Volksparteien, die sich ja schon seit Jahren immer mehr annähern. Wie lange noch bis Fusion zur Christlich-Demokratischen-SozialPädagogischen-Sozialistischen-Partei-Union (CDSPU)? Die Wähler wechseln ihre Meinung munter von einem Jahr auf’s andere und im Endeffekt sind die Parteien relativ hilflos. Sie laufen ihrem Klientel hinterher, wie die Manager ihren Aktionären. Oder die Geeks dem iPad. Oder die Verlage dem iPad. You get the point.
Politik, das heißt derzeit Manager von maroden Ist-Zuständen zu sein, Erhaltung überholter Systeme für ein wankelmütiges Volk. Das Spannungsfeld liegt irgendwo zwischen Arbeiternehmer und Arbeitgeber, Anleger und Kleinsparer, gesetzlich und privat versichert, selbstständig und arbeitslos, katholisch und islamistisch, Hauptschule und Gymnasium, Mac oder PC. Wer wollte da auch nur versuchen, die Masse mitzureißen?
Politik sollte aber sein, Ziele zu definieren und Zukunft zu gestalten. Oder wenigstens Gegenwart verstehen und darauf reagieren. Klappt super, wenn Frau Aigner den Bürgern nahelegt, in den Gemeinden Unterschriftenlisten(!) gegen Google Street View zu sammeln. Warum nicht wenigstens eine Mailingliste? Ein Forum? Ne’ Newsgroup? Ein im Anachronismus geeintes Volk. Nicht immer aber immer öfter.

2. Griechenland Bailout

March 25 - Greece Independence Day
Image by Aster-oid via Flickr

Man stelle sich vor, eine Großfamilie (16 Leute, um viele Ecken verwandt), viele Jahre über die Welt verstreut gelebt, findet zusammen und möchte wieder engere Bande knüpfen. Sie verabreden z.B. gemeinsame Familienfeiern, tauschen Adressen aus und dann, weil sie nach außen Gemeinsamkeit zeigen wollen, gründen sie zusammen, ähm, sagen wir mal: eine gemeinsame Währung. Wir nenne sie den Euro. Olé, Olé, alles Super.

Alles ist klasse, die Familie benutzt die Währung und handelt kräftig, alle stehen scheinbar ziemlich gut da. Jeder hat ein paar Schulden, Kredite, Verpflichtungen, klar, wer hat die nicht? Aber alle haben Jobs, Einkommen größer Ausgaben, sie haben sich gegenseitig natürlich nicht die Kontoauszüge gezeigt, ist ja die Familie. Und es läuft.
8 Jahre später, es ist Krise, Finanzmarkt und so, die Familie trifft sich zum kleinen Fest, kommt ins Plaudern und raus kommt: Der Großonkel Calinichta hat ein paar mehr Schulden, als er verraten wollte. Lebt schon seit Jahren weit über seine Verhältnisse. Alle gucken betroffen und schlucken. Besonders Tanta Sampaio und Neffe Caruso. Allen geht irgendwie die Muffe, weil sie so richtig eigentlich doch nicht mal wissen, wie sie ihre eigenen Schulden zahlen sollen. Und was werden erst die Nachbarn sagen? Der Herr Johnson beispielsweise.
Also geben dem Onkel alle Familienmitglieder von dem Geld, dass sie nicht haben, was ab, damit die gemeinsame Währung vor den Nachbarn nicht schlecht da steht. Geht gar nicht? Richtig! Stattdessen geben die anderen Familienmitglieder das Versprechen ab dem Onkel Geld, das sie nicht haben, zu geben, wenn der es denn braucht. Doppel-Schwör! Außerdem schimpfen sie mit dem Onkel und der verspricht hoch und heilig, dass er mit Sparen anfängt. Auch wenn die Frau rebelliert. Und boa, wie die rebelliert.
Und alle leben glücklich bis an ihr seliges Ende. Hehe.
Noch im letzten Jahr erklärten Experten lang und breit, dass ein Staat nicht bankrott gehen kann. Aber von Staatengemeinschaft war nie die Rede!

3. Apple vs. Flash

The Apple Store on Fifth Avenue
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Steve mag Flash nicht. Weil, ähem, es ist nicht frei! Welch’ edles Motiv! Ja, es ist kein offener Standard. Und es zieht zu viel Strom auf mobilen Geräten. Oho, das ist schlecht für den Konsumenten! Flashapplikationen sind für Mäuse gemacht und nicht so richtig toll zum antouchen. Und obendrein funktioniert es einfach nicht! Jaha!!! Oh, one more thing: Eszerstörtunsunsertolles-abgeschlossenesökosystem-wowireinschweinegeldmitverdienentun. Die ersten sind aber wichtiger. Klar. Denn, wenn Apple etwas ist, dann frei! Die würden nie, beispielsweise, bestimmte Apps aus ihrem AppStore verbannen. Oder dafür sorgen, dass ihre Software nur auf ihrer Hardware läuft. Oder verhindern, dass man gekaufte Inhalte tauscht. Also: Wer im Glashaus sitzt (schon mal einen Apple Store gesehen?), sollte nicht mit iPods werfen.

Hammer ist aber: Flash-Evangelist (=Typ, der wo echt gute Stimmung für Flash machen soll) versucht eine Flash-Beta auf einem Android-Phone zu zeigen. Vor Publikum und so. Öffnet Seite in Browser. Browser stürzt ab. Öffnet Seite erneut, stürzt wieder ab. Fragt Publikum was er öffnen soll. “Hulu” (amerikanische Videoportal Anm. der Red.) Antwort: “Hulu doesn’t work”. Demo Ende. Fail!

Am Ende muss man konstatieren: 0 Punkte beide. Setzen. Sechs.

Anmerkung: Ich mag Apple. Wegen der Produkte und der Konvenienz in der Nutzung. Aber das Apple seine Marktmacht nutzt, um Freiheit zu propagieren, gar ohne Eigennutz zu fordern, sehe ich nicht. Die anderen Kritikpunkte aus Jobs’ Brief treffen aber zu.
Und Flash mochte ich noch nie.

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MSC_1175
Image by USV via Flickr

I’m reading a book  at the moment called “The Element” by Sir Ken Robinson. The subtitle says “How finding your passion changes everything”. I have blogged about Sir Ken Robinson before because of his marvelous talk at the TED conference. Many points he made there are in this book that he kind of announces during the talk.
He has a simple yet powerful message: Everybody is born creative but many of us are educated out of our native creativity. He claims that school systems are predetermined on a certain type of intelligence thereby ignoring other forms and sorting out people who rely on them. According to him three features seem to be similar across school system around the world:

“First, there is the preoccupation with certain sorts of academic ability, I know that academic ability is very important. But school system tend to be preoccupied with certain sorts of critical analysis and reasoning, particularly with words and numbers. Important as those skills are, there is much more to human intelligence than that. [..] The second feature is the hierarchy of subjects. At the top of the hierarchy are mathematics, science, and language skills. In the middle are the humanities. At the bottom are the arts. In the arts, there is another hierarchy: music and visual arts normally have a higher status than theater and dance. In fact, more and more schools are cutting the arts out of the curriculum altogether. A hugh high school might have only one fine arts teacher, and even elementary school children get very little time to simply paint and draw.
The third feature is the growing reliance on particular types of assessment. Children everywhere are under intense pressure to perform at higher and higher levels on a narrow range of standardized tests.”

If you think about this for a second you immediately realise it is true. For example I went to a catholic school that focuses especially on languages and arts (and religion, which is not that important in this context). However, while we always had math, physics, chemistry up to three times a week each, languages, history and geography took place -  as far as I can remember – two times weekly at maximum while we had music and art (and sports) once a week. And in the final ‘Abitur‘ you could only have sciences and languages as primary written exams, humanities and arts were just allowed as secondary or oral exams. Dance and theater were not taught as subjects (although they had brilliant teachers ready to do it) and were rather offered as after-school activities. Same goes for sports. Also, there were much more and more intense formal exams in sciences and languages than in the other subjects. And by the end of school I guess I (and most of the other students) had learned at least unconsciously that those things were simply valued more by society. But already – after being out of school for only 7 years – I realise that this is plain wrong. My advanced level courses were math and chemistry in which I scored 8 out of 15 points in the final exams – obviously a bad choice on my part – , both of which I don’t need today studying media literacy. My basic level courses English (15 points) and Ethics (11 points) were much more relevant, yet the knowledge in computers and media that I rely on today was not formally taught at school, I did it mostly on my own. I was at a pretty good school though and we were offered a great variety of after-school courses by highly motivated teachers, but I know for a fact that this was not common on public schools back then and it probably isn’t today.

Now in the book Ken Robinson collected stories from several people like Gillian Lynne or Matt Groening explaining how they found their “element” or their talent/passion and how it changed their lifes. He also stresses the point that those talents could have been overlooked easily due to the nature of the educational systems and uniform approach to learning. I remember I used to draw a lot when I was small, maybe five or six years old. I wasn’t particularly fond of going outside and so I spend my time drawing, I had a lot of fantasy and made up stuff. When I got into primary school and we started getting drawing lessons I probably noticed for the first time that my drawing was not so good because I started to get bad grades (not really that bad but bad compared what I usually expected). But even more I realised I couldn’t do what we were supposed to do. We were told to draw certain things and I didn’t understand how to do it properly. And I could no longer choose what to draw. Everybody else seemed to get it. I didn’t. And over time I lost interest and joy in drawing which only slightly started to come back two or three years before school was over when I already had found other things I was interested in and was good at doing. Today I’m quite sure drawing is not a particular talent of mine, but then again who knows? Maybe I would have needed another approach to learning to draw.  Maybe I was just not interested in the kind of drawing we practised during the lessons. I will never be able to restore the state of mind I was in when I was a child and drew all day long. Robinson now claims that this is no error in the system but rather that the system is designed to work just that way. It’s the believe that the world consists of essential and non-essential knowledge and that we just need to feed children the essential stuff – and doing that in an uniform way – to prepare them for the future – a future we can’t possibly imagine – and the believe that there is only one relevant form of intelligence. These believes are profoundly wrong. And we start to see the symptoms.

I share this view and although I believe many good teachers know this and try to improve the educational experience  the system they rely on does not give them the freedom and ressources to properly fullfil their profession. It’s a sad fact – facing the national election here in Germany tomorrow – that none of the parties so far have actually made education a core subject in their programmes or have expressed clear ideas on what education should be like apart from the will “to improve” the situation and to raise availability and quality of education. Whatever that means. (Please feel free to prove me wrong  here!!)

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Jul
21
Filed Under (Allgemeines, deutsch, life, thoughts) by yodahome on 21-07-2009

Endlich ein paar Tage Urlaub. Da das Semester durchaus stressig war, glaube ich mir die paar Tage Ruhe durchaus verdient zu haben. Eine der typischen Urlaubstätigkeiten sind Bücher, ich habe meine Zeit in das überaus erleuchtende Buch “Gestatten: Elite” von Julia Friedrichs investiert. Mehr aus Zufall als aus Absicht bin ich bei uns im (Buch-)laden – dort arbeite ich neben der Uni – auf das Buch gestoßen, so wie meistens war das ein absoluter Glücksgriff.

Das Buch begleitet die Journalistin Julia Friedrichs, die mit 25 Jahren ein Jobangebot von McKinsey ausschlägt um herauszufinden, was wir heutzutage unter Elite verstehen, wer das eigentlich ist und warum der Begriff derzeit solch eine fulminante Renaissance erlebt.

Ohne zuviel aus dem Buch vorwegzunehmen, denn ich möchte die Lektüre dem geneigten Leser meines Blogs durchaus ans Herz legen, möchte ich einige Kernpunkte aufgreifen.

Zunächst mal wird versucht den Begriff Elite zu definieren. Dazu besucht die Autorin diverse Bildungseinrichtungen in Deutschland und außerhalb (Internate, Privatunis etc.), die sich selbst vollmundig als Elitezentren bewerben und deren Absolventen demnach wissen sollten, warum sie die Elite stellen. Es zeigt sich schnell, dass es sich um einen höchst diffusen Begriff handelt, der eine weite Ebene aufspannt unter die man nahezu alle gewünschten Kriterien versammeln kann. Zunächst mal wird über die Leistung argumentiert. “Wer mehr leistet, hat mehr verdient. Wer mehr leistet, darf mehr bestimmen.” Die Eliten legitimieren ihre Sonderstellung primär damit, dass sie länger und härter arbeiten, mehr Verantwortung übernehmen. Durch die Gespräche wird aber klar, der Großteil der besuchten Eliteschmieden hat neben der Leistung ein weiteres, häufig nicht weniger bedeutendes Zugangskriterium: Geld. So wird im Verlauf deutlich, dass es eher die Oberschicht ist, die ihre Kinder auf Sprachschulen für Säuglinge, in luxuriöse Schlossinternate und auf private Wirtschaftsschulen fernab der restlichen Welt  schicken kann, weil man von Hartz IV keine 10000 € Schulgeld stemmen kann und weil es kaum Möglichkeiten gibt, die finanziellen Hürden zu umgehen. Mal ganz abgesehen, dass man in einer Gruppe wohlsituierter Jugendlicher eh immer herausstechen wird. Man könnte zunächst annehmen, dies seien alles Klischees, und selbst die Autorin gibt zu, dass sie bis zu ihren Recherchen nicht wirklich an die Existenz dieser Parallelwelt geglaubt hat. Und doch stellt sie fest:

”[..]Mir ist klargeworden, dass in Deutschland eine gewaltige Eliten-Revitalisierungskampagne läuft. Der Satz ‘Wir brauchen wieder Eliten’ ist inzwischen so oft gesagt worden, dass ihn fast niemand mehr hinterfragt. Inzwischen hat man die zweite Phase der Kampagne gestartet. Die Phase der Realisierung. Kindergärten, Schulen und Universitäten versprechen, dass sie diese Eliten, die wir angeblich brauchen, ausbilden. Eltern überweisen Geld, damit ihre Kleinen dazugehören. Gebühren für den Kindergarten, für die Schule, das Internat, den Karrierecoach und die Uni. Wenn man die zusammenzählt, kommt man auf mindestens 300 000 Euro. Die sollte jedes Elternpaar für die Finanzierung eines solchen Elitebildungswegs beiseitelegen. Es wachsen Menschen heran, die vor allem eines lernen: Euer Platz ist unter den Gewinnern. Ihr dürft die wichtigen Posten in der Gesellschaft übernehmen. Ihr seid Elite.”

Den Rest (also beispielsweise mich), der sich nicht den Leistungskriterien unterordnet, keine regelmäßigen 16 Stundentage absitzt und nicht zu McKinsey will, nennen sie Niedrigleister und meinen damit, wenn wir nur wollen würden, könnten wir das auch erreichen, kämen wir auch in den – für mich fragwürdigen – Genuss von höherer Bildung, höherem Einkommen und elitärer Lebenssicherheit. Tatsächlich aber haben sich die meisten Elitisten nicht unbedingt die Position erarbeitet, in der sie sich als Elite sehen. Das widerspräche auch meinem Weltverständnis, denn die Welt halte ich für ein chaotisches System, dass nur sehr eingeschränkt unserer Kontrolle unterliegen kann und letztendlich sind nicht alle, die viel leisten, automatisch auf der Siegerstrasse.

Besonders die Moderne, und darin sind sich Theoretiker wie Sennett, Bauman oder Giddens wohl einigermaßen einig, mit ihren fragmentierten Lebensläufen, Brüchen mit langgehegten Traditionen und der Auflösung beziehungsweise Neuordnung raumzeitlicher Verhältnisse, bietet viel mehr Möglichkeiten und Freiheiten als Menschen jemals gegenüberstanden, viele Abzweigungen auf dem Lebensweg aber eben auch immer weniger Dinge, auf die man vertrauen kann – Verlust der ontologischen Sicherheit – und folglich auch mehr Chancen zu Scheitern. Die Oberschicht konstruiert für ihre Nachfahren etwas, dass die Moderne eigentlich aufgelöst hat: die lineare Biografie über feste Stationen in die anhaltende Vollbeschäftigung und den garantierten Wohlstand. Und einen Führungsanspruch. “Leader” nennt man das heute, und meint dasselbe. Aber der Satz “Natürlich, mein Leader!” ist historisch noch nicht so negativ belegt. Realisiert wird das offenbar durch gezielte Vernetzung. So sind nicht nur die Leistungen sondern die Ehemaligen, Altschüler, Alumni etc. also die Zugehörigkeit zur Gruppe entscheidend für die Zukunftschancen. Und das gilt scheinbar unabhängig vom politischen Lager und in nahezu allen Organisationen, auch den NGOs. Da kann man natürlich sagen: Ja, so ist es halt.

Spätestens seit die Vernetzung vor allem im WWW explizit und sichtbar gemacht wird (Stichwort Soziale Netzwerke) wird wohl vielen klar, wie wichtig diese Netzwerkbildung und -nutzung in vielen gesellschaftlichen Bereichen schon längst ist. Freunde, Kollegen, Geschäftspartner – unser soziales Netz ist ein wichtiger Teil unserer Identität und bestimmt sehr stark unseren Handlungspielraum. Das ein Netzwerk – die selbsternannte Elite eben -, welches sich nur selbst repliziert und ansonsten nach außen abgrenzt, aber eben daraus einen Führungsanspruch ableitet ist ein Gedanke, den wir eigentlich mit der Aufklärung und der französischen Revolution abgelegt haben sollten und der sich mit der Idee der Herrschaft des Volkes so wie ich sie verstehe gar nicht verträgt. Und so kommunizieren auch einige Interviewte sehr klar ihre Überzeugung, dass sie führende Positionen in der Gesellschaft übernehmen wollen und zwar ganz klar außerhalb des geltenden politischen Systems und ohne Rücksicht auf den Rest, weil der sie bei der Weltneuordnung eher behindere. Kaum einer der auftauchende Charaktere stellt sich eine klassische politische Karriere vor. Viel mehr haben Beratungsfirmen wie eben McKinsey und andere, in denen sich die neue Elite längst versammelt und Konzepte für nahezu jeden Bereich der Politik und Verwaltung entwickelt, schon heute direkten Einfluss auf die Politik und damit ganz konkret auf unsere Leben, ohne dass wir sie dazu legitimieren können würden und wohl auch ohne nachvollziehbare und transparente Prozesse. Wäre ich Pessimist, würde ich befürchten, dass unsere Demokratie allmählich unterminiert wird und sich ein neuer Adel (oder Klerus) auf die Herrschaft vorbereitet.

Ich gehe auf eine staatliche Universität, was mich offenbar per Definition aus der Elite aussschließt. Zudem ist die Uni Magdeburg auch keine der neuen Elite-Unis. Zum Glück, wie ich finde. Aber wir beschäftigen uns mit imho wichtigen Fragen, zum Beispiel der Frage, wie die Welt von morgen aussehen könnte und was wir heute tun können, um uns nicht nur darauf vorzubereiten sondern sie mitzugestalten. Ein demokratisches Bildungssystem sollte, schon um die Demokratie selbst zu erhalten, für jeden Menschen die Bildung bereitstellen, die er, unabhängig von sozialem Rang und finanzieller Ausstattung der Eltern, benötigt. Das schließt durchaus besondere Unterstützung für besondere Begabungen ein. Reichtum ist keine solche Begabung, Vitamin B meiner Meinung nach auch nicht.

Es überkommt einen beim Lesen auch hin und wieder ein Unwohlsein ob des Engagements und des Fleißes, den junge Menschen dort offenbaren. Es ist die leise Angst, dass man selbst doch nicht genug leistet, sich zu viele oder zu ausgedehnte Pausen gönnt. Ich halte mich selbst durchaus nicht für außergewöhnlich strebsam und tendenziell wohl eher faul. Ich habe mein Abi mit 2,2 und meinen BA nach 8 statt 6 Semestern mit 1,5 gemacht. Oh, und ich hatte vier Semester Fehlstart. Nebenbei arbeitete ich auch immer (also für Geld). Sicherlich nicht schlecht, aber ein 16-Stunden-Tag oder eine 7-Tage-Woche gehören bei mir – Gott sei Dank – nicht zur Regel. Ich liege auch nicht faul rum, aber nicht alles, was ich tue, dient unmittelbar einer Karriere oder nur einem konkreten Zweck. Und vieles von dem, was ich tue, läßt sich oft eher schwierig monetarisieren. Trotzdem möchte ich dass nicht zum bestimmenden Faktor in meiner Lebensplanung erheben. Muss ich mich fürchten, von einer Gruppe, die sich selbst als das Ultimum begreift, abqualifiziert zu werden?

Das klingt jetzt vorsätzlich sehr überspitzt und genau so wirkt auch der Schluß des Buches, aber trotzdem sollten wir uns fragen. Meine Hoffnung ist, dass bei all den Unvorhersehbarkeiten, die die Zukunft mit sich bringt, auch die selbsternannte Elite irgendwann ins Schwimmen gerät. Das materieller Reichtum, wenn er nicht von der Mehrheit der Erdbevölkerung bessessen wird, schlicht und einfach irgendwann kein Maßstab einer globalen Gesellschaft mehr sein kann. Das man die Leute mit Argumenten überzeugen muß, um die Welt zu verändern, und sie nicht einfach dem Leader folgen.  Das klingt vielleicht utopisch, aber das klang ein Flug zum Mond vor 50 Jahren auch noch und dieser Tage feiern wir dessen 40. Jahrestag.

Das Buch liest sich gut weg, bleibt aber doch im Hinterkopf. Möglicherweise ist das Szenario, welches dort gezeichnet wird, sehr einseitig und auch durch die – unverblümt offen kommunizierte – eher kritische Grundhaltung der Autorin beeinflusst. Aber es soll auch lediglich eine Diskussion anregen, die scheinbar nicht geführt wird. Und letztendlich steht ja allen Widerstreitern frei, eigene Argumente und Definitionen des Begriffes “Elite” einzubringen. Auch in Form eines Bestsellers, wenn’s sein muß.

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Jan
25
Filed Under (computer, games, thoughts) by yodahome on 25-01-2009
{{de|Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutsc...
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Na, da geht doch einiges im Staate Deutschland. Heutiges Thema (auf vielfachen Wunsch, war schon mehrfach dabei, darum bitte nicht wiederwählen): Killerspiele

Als Student der Medienbildung hatte und habe ich die eher zweifelhafte Freude mit der öffentlichen, wissenschaftlichen und medienjournalistischen Diskussion zum Thema Computerspiele eng vertraut zu sein. Ich kenne den Forschungstand, die Position gewisser Medien und einzelner Protagonisten und auch die der Gamer. Ich selbst zähle mich vor allem zur letzten Gruppe (immerhin bin ich schon sehr viel länger Computerspieler als ich Student bin), allerdings hege ich selbst kein großes Interesse an Computerspielen mit Gewaltthematik. Ich habe durchaus Wolfenstein 3D gespielt, Doom, Half Life II, Dark Forces und andere Spiele, in denen Gewalt inszeniert wird und die zum Teil indiziert sind. Allerdings machen mir Adventures, Simulationen und Strategiespiele wie Sim City, Civilization, Super Mario Galaxy, Spore, Monkey Island, Geheimakte Tunguska etc. in der Regel mehr Spaß.

Das vorausgeschickt, ich bin durchaus der Meinung, es gibt zu viele dämliche Egoshooter oder Kriegssimulationen. Dämlich nicht etwa weil sie Gewalt zeigen, sondern weil sie ein hinreichend ausgeschöpftes Spielprinzip zum x-ten Mal ideenlos und unkreativ aufwärmen. Dasselbe kann man aber auch über Filme, Bücher, Fernsehsendungen und alle weiteren Medien sagen.

Die Diskussion um die Medienwirkung, also wie derlei Spiele auf Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, wirken und ob sie ihre Entwicklung beeinflussen können, ist immer wieder dann entflammt, wenn Gewaltverbrechen angeblich eindeutig aus der Nutzung von Computerspielen resultiert haben sollen. Erfurt im Jahre 2002 war das erste medial intensiv aufbereitete Beispiel in Deutschland, es folgten einige weitere. Die öffentliche Diskussion – will man sie so nennen – hält – dank einiger nimmermüder Protagonisten – bis heute an, wird sogar erneut angeheizt von dem jetzt formulierten “Kölner Aufruf”.

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Jan
17
Filed Under (Allgemeines, deutsch, life, news, thoughts) by yodahome on 17-01-2009

.. pflegen wir zu sagen, wenn eine Aufgabe nur langsam vorankommt und sehr mühsam zu sein scheint. Unsere Politiker haben sich offenbar zur Aufgabe gemacht der Herausforderung des Internetzeitalters (oder insgesamt des 21. Jahrhunderts) erstmal mit der Einschränkung der Grundrechte zu begegnen,  zumindest bis sie eines von beiden endlich verstanden haben.
Sie tun das nicht auf einen Schlag, sondern immer schön Schritt -für-Schritt, denn auch die Administration weiß, dass der Frosch wegspringt, wenn man ihn in heißes Wasser setzt, nicht aber wenn man ihn in kaltes Wasser setzt und die Temperatur allmählich erhöht. So war dann vor kurzem bei Spiegel-Online zu lesen:

“Deutsche Serviceprovider werden “noch in dieser Legislaturperiode” damit beginnen, Internet-Adressen mit kinderpornografischen Inhalten zu blockieren. Das gab Familienministerin Ursula von der Leyen in Berlin bekannt. Das BKA wird die täglich aktualisierten Block-Listen führen.”

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,601440,00.html

Zunächst mal will ich hier gar nicht die Inhalte verteidigen, die hier unterbunden werden sollen. Kinderpornographie ist widerlich, unnötig und vollkommen zu Recht verboten, in der realen wie auch in der virtuellen Welt. Punkt aus.

Trotzdem gibt es in unserem Grundgesetz eindeutige Regeln, die darauf abzielen, Zensur zu unterbinden. Weil wir glauben, dass die Grundlage von Demokratie eine gewisse Form von so-gering-wie-möglich-eingeschränkter Freiheit ist, unter anderem der Freiheit der eigenen Meinung, das Recht, diese auch zu äußern und zu veröffentlichen (Artikel 5) und weitere Rechte, die wir als kulturelle Errungenschaften betrachten. Ferner gibt es ein Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das den Schutz der eigenen(=persönlichen) Informationen auch auf diversen Wegen sicherstellen soll (real oder virtuell).

Das Internet ist ein öffentlicher aber kein rechtsfreier Raum und Anbieter von Kinderpornografie sollten zur Verantwortung gezogen und die Angebote entfernt werden (auch durch den ISP, wenn er dazu aufgefordert wird). Wenn jemand solchen Kram auf Bahnhofsklos verkauft, dann wird er festgenommen, so man ihn erwischt.  Was aber hier geschieht ist der erste Schritt zur Einschränkung der Grundrechte: Wir stellen vor jedes Klo einen Türsteher und hindern diese Leute gleich am betreten derselben. Dafür müssen wir natürlich leider alle kontrollieren, Sorry.
Und so möchte ich mit demselben Argument reagieren, dass Neil Gaiman in seinem Blog vor einer Weile formuliert hat:

Wenn wir zulassen, dass die technischen Möglichkeiten eingerichtet werden, um eine bestimmte Gruppe (illegaler) Inhalte zu blockieren (= zensieren), wird es nicht mehr lange dauern, bis die Regierung darüber nachdenkt, andere unliebsame Angebote verschwinden zu lassen. Es wäre nicht einmal mehr Aufwand. Und wer kontrolliert die Kontrolleure? Oder als Zitat:

“Because if you don’t stand up for the stuff you don’t like, when they come for the stuff you do like, you’ve already lost.”

Zugegeben die Inhalte in beiden Sachverhalten sind womöglich nicht vergleichbar, aber auch unser Verbot von Kinderpornografie ist letztendlich nur eine kulturelle Übereinkunft und somit eine -kulturelle- Geschmacksfrage. In anderen Länder dürfte man das, was bei uns ab 18 legal ist erst ab 21 Jahren tun, oder schon ab 16 oder auch gar nicht.
Ich sage auch nicht, dass wir unsere kulturellen Werte nicht verteidigen sollen. Aber wir sollten uns fragen, ob wir bereit sind bestimmte Werte (z.B. Freiheit und Grundrechte) zu verlieren nur um andere zu schützen.

Wir können natürlich abwarten und sehen was passiert, aber wenn wir merken, dass die Temperatur steigt, dann haben wir vielleicht schon ein Problem.

Oh, einen noch: “Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.” – Benjamin Franklin

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Dez
29
Filed Under (life, news, thoughts) by yodahome on 29-12-2008
encore
Image by David M* via Flickr

Wenn Großeltern – beispielsweise meine Omas – von ihrem Leben erzählen, sprechen sie häufig von der Zeit vor, während oder nach “dem Krieg”. ‘Der Krieg’, das bezieht sich üblicherweise auf den 2. Weltkrieg (1939-1945) , hin und wieder auch auf den 1. (1914-1918). Das sind zweifellos die beiden zentralen Zeitmarken des 20. Jahrhunderts, besonders aber in der Jugendzeit der betroffenen Generation.

Große Teile der westlichen Welt haben daraus gelernt und lassen zumindest keine Kriege mehr auf ihrem Territorium stattfinden. Sie verlegen sie einfach, so geschehen im aktuell noch stattfindenden Irakkrieg der Amerikaner. Vietnam, Golfkriege, Grenzkonflikte wie im nahen Osten und allerhand andere militärische Auseinandersetzung, die man durchaus nicht kleinreden sollte, zeigen, dass man an vielen Orten in der Welt die Botschaft der Weltkriege nicht mehr präsent zu haben scheint oder gar niemals verstanden hatte. Und die Tatsache, dass Kriege viel kürzer und wesentlich fragmentierter stattfinden als noch vor 70 Jahren, scheint die Akzeptanz auch noch zu steigern. Für uns, die wir nicht in Kriegsgebieten leben, ist der abendliche 3-Minuten Zusammenschnitt meist entschärfter, autorisierter Bilder in den Nachrichten, offenbar nicht mehr als eine Simulation, eine Inszenierung von vielen, denen wir kaum noch Beachtung und – teilweise mit Recht – auch keinen Glauben mehr schenken und damit ausblenden, dass um uns herum in der Welt jeden Tag sinnlos Menschen sterben.

Two Hamas militants with a Yasin Rocket-propel...
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Momentan können wir medial miterleben, wie Israel mit einem massiven Militäreinsatz gegen die Hamas vorgeht, eine Terrororganisation, die offenbar für Israel eine latente Gefahr darstellt und das schon seit längerer Zeit. Das Problem im nahen Osten ist allerdings schon mehr als 60 Jahre alt (der Wikipedia-Artikel über Israel bietet eine guten Überblick) und wird auch mit dem angestrebten Ende der Hamas wohl kaum gelöst werden. Aber wie so oft im wahren Leben, gibt es keine White-Hats und Black-Hats in diesem Konflikt, denn die Reaktion Israels auf die durchaus nachvollziehbare Bedrohung scheint mir vollkommen unangemessen und es ist wohl deutlich, dass Kräfte auf beiden Seiten die Auseinandersetzung immer wieder anheizen. Israel hat nur aus historischen Gründen das Verständnis und die Unterstützung der Staatengemeinschaft, moralisch ist das Vorgehen höchst zweifelhaft.

Israel hat die beste Armee- und Militäraustattung der Region, sie haben sehr wahrscheinlich sogar Atomwaffen, trotzdem sieht man sich offenbar immer noch in der Opferrolle, stellt die Militäraktion als Verteidigung dar. Ich finde das eigenartig. Kanzlerin Merkel macht die Hamas für die erneute Eskalation des Konfliktes verantwortlich, was mich persönlich schon enttäuscht, aber alles andere wäre womöglich politisch unkorrekt gewesen. Tatsache ist, dass man keiner der beteiligten Parteien eine Schuld absprechen kann oder gar den Sieg wünscht.

Und so bleibt am Ende nur die Feststellung, dass so kurz nach Weihnachten offenbar die Welt schon wieder in ihre alten Verhaltensmuster verfällt und letztendlich unsere Aufmerksamkeit den unschuldigen Zivilisten gelten muß, die die wahren Opfer des Konfliktes sind und noch werden.

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Nov
06
Filed Under (Meinungen, deutsch, thoughts) by yodahome on 06-11-2008
US Senator Barack Obama campaigning in New Ham...

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Ich bin sicher politisch nicht uninteressiert, dennoch finde ich das internationale oder speziell das deutsche Interesse an der Präsidentenwahl in den USA und globale Wichtigkeit, die da – meiner Meinung nach unberechtigt – hineininterpretiert wird, immer noch etwas befremdlich. In diversen Online-Tests hat man mir allerdings eine beträchtliche Nähe zu Barack Obama attestiert, weshalb also auch ich mich durchaus freue, dass er nun auch die Wahl (mit Abstand) gewonnen hat und der arme Präsident wird, der George W. Bush ablösen muss. Andererseits auch eine dankbare Aufgabe, die Erwartungen sind wohl denkbar niedrig, viel mehr falsch machen kann man auch kaum. Auch vor diesem Hintergrund hat  Bush seinem Nachfolger “Viel Spass” gewünscht.
Für die Amis freuen wir uns, aber nur kurz, denn wir selbst haben immer noch Frau Merkel, Herr Steinmeier und den restlichen Clan. Und für dieses Personal kann sich offenbar keiner (ob im In- oder Ausland) so richtig erwärmen. Zumindest nicht so extrovertiert.

Der kleine Vampir DVD-Box bei Amazon.de

In anderen, persönlicheren Nachrichten habe ich heute – einigen technischen Problemen bei der Post zum Trotz – meine DVD Box “Der kleine Vampir” aus der Packstation geholt. Da ich inhaltlich ja schon eine ganze Seite zum Thema produiziert habe und auch schon darüber gebloggt habe, hier nur ein kurzes Review:

Die Box besteht aus 4 DVDs mit allen 13  Folgen, es liegen sowohl die deutsche als auch die originale englische Sprachversion vor. Die Tonqualität der deutschen Tonspur ist deutlich besser, aber da man seit 23 Jahren erstmals das englische Original hören kann, ist das eine verschmerzbarer Einschränkung. Auf der letzten DVD gibt es dann noch die Dokumentation “Der kleine Vampir hat auch eine Mutter” über die Autorin Angela Sommer-Bodenburg. Die Bildqualität ist im Grunde gut, allerdings läßt das Ausgangsmaterial zu wünschen übrig, wobei ich nicht einschätzen kann, wie stark man da hätte noch nachbearbeiten können. Rauschen gibt es nicht, aber eine chronische Unschäre und Verwischtheit. Ich persönlich empfinde das aber als liebenswerte Erinnerung und kann damit gut leben. Insgesamt eben immer noch eine Box, auf die wir – die Fans – viel zu lange gewartet haben, da kann man qualitative Abstriche machen. Schade finde ich nur, dass man auf Untertitel vollständig verzichtet hat.

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