Feb
15
Filed Under (Allgemein, fun, life, music, nerdy, thoughts) by yodahome on 15-02-2010

Jepp, lange nichts mehr über Musik gebloggt. Das können wir ändern: Ich habe eben eine neue Wiedergabeliste mit dem schönen Titel “building-up”. Die Idee dabei ist, Lieder aus meiner Datenbank zu fischen, die sich von einer minimalistischen-leisen-zurückhaltenden Stimmung in eine breite-multiinstrumentelle-wildeverzweigte Klangfläche hineinsteigern. Dabei nimmt sie den Hörer (meiner Meinung nach) im besten Fall emotional auf eine – möglicherweise kurze – Reise mit. Auf Genres, Stile, Länge oder Qualität wird dabei keine Rücksicht genommen. Es muß noch nicht mal Musik sein. Bislang sind da 14 Stücke drin, die ich gerne auflisten und kurz kommentieren würde. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja ein Kleinod. *g*

1. The Blower’s Daughter (von Damien Rice)

Toller Herzschmerz-Song, der mir im Film “Closer” (zu Deutsch: Hautnah) erstmals aufgefallen ist. Von einem minimalistischen Thema, fast versteckter Gitarre und einer passiven Stimme hin zu subtilen Streichern, einer kontrastierenden Frauenstimme (in der Studioversion). Auch inhaltlich: Während der Protagonist zunächst -nur- seine Augen nicht von ihr lassen kann (“I can’t take my eyes off of you”), ist er am Schluß vollständig in ihrem Bann gefangen (“I can’t take my mind off of you”). Die letzte Zeile bringt allerdings die Wendung (“‘Til I find somebody new”).

2. Heart And Soul (von Gary Go)

Eine dieser Überraschungssongs von einem Album, dass man eigentlich nur aus Neugier gekauft hat. (Oder nicht gekauft hat. *g*) Für mich ein Mutmach-Lied, dass auch unabhängig von seinem Text, der sich wie ein Mantra über die tongebende Melodie legt, super eignet um schlechte Stimmung zu beseitigen. Toller Muntermacher, wenn ich fröhlich Samstags früh um 4.00 zur Arbeit trotte. :-)

3. Mixtape (von Jamie Cullum)

Ich liebe Klavier. Schon allein deswegen ein Favourite. Tolles Tempo zum Wachwerden, kleine Soloeinlagen bauen die Stimmung zum orchestralen Finale auf. Beste Textstelle: “You’re the only angel in headphones”. Hat ein bißchen was von Elton John, finde ich. Den Schluß kann man toll mitsingen (wenn keiner in der Nähe ist, der einen verklagen kann).

4. Central Services / The Office (von Michael Kamen)

Ja, der Klang von Schreibmaschinen… War im Trailer von WALL-E und ich habe ewig danach gesucht, weil es dann im Film und im Soundtrack nicht auftauchte. Kann auch nicht, ist ja schon auf einem anderen Soundtrack! Nämlich dem von “Brazil” aus 1985, Regisseur ist niemand geringerer als Terry Gilliam. Den Film muss ich noch sehen. Die Musik fetzt schon mal. (Warum sagt man das eigentlich nicht mehr?)

5. The Planet Krypton (von John Williams)

Uih, jetzt kommen viele Soundtracks. Dieser Track stammt aus ‘Superman’ von 1976 und besonders mag ich die ersten 90 Sekunden. Williams pirscht sich mit wenigen Instrumenten von hinten an, steigert sich ins ganze Orchester hinein und haut zu. Dann fährt alles wieder zurück, während wir im Film die spannenden Ereignisse auf Kal-Els Heimatplaneten verfolgen. Zum Schluß wird’s dann wieder etwas aufgeregter, aber der erste Teil ist das Beste.

6. Run Forrest Run (von Alan Silvestri)

Eine der tollsten Szenen im Film “Forrest Gump“, nicht nur musikalisch. Die Musik kommt hier verhalten daher und steigert sich relativ fix zu einem Punkt, wo einen die Bläser vom Platz fegen. Da krieg’ ich fast immer Gänsehaut. Kann man nicht beschreiben, muss man hören.

7. Goodbye Lenin (von Yann Tiersen)

Yann Tiersen ist der Meister im musikalischen Minimalismus, hier ein perfektes Beispiel aus “Goodbye, Lenin”. Er beginnt nur mit dem Klavier hinzu kommen Streicher. Die Spannungskurve der Szene, als Alex’ Mutter erstmals ihr Zimmer verläßt, auf die Straße geht (in einer Welt, die sie noch immer für die DDR hält) und dort der fliegenden Statue von Lenin begegnet ist hier perfekt eingefangen. Die Musik nimmt einen vollkommen in Beschlag und läßt erst 30 Sekunden vor Schluß wieder locker. Und Luftholen. Auch toll und in der Liste: Mother’s Journey (was man nur am Klavier erreichen kann).

8. Ich bin ein Wochenendseminar (von Rainald Grebe)

Unauffällig vom Klavier begleitet handelt es sich weniger um Musik als um untermalte Poesie. Die besten Stücke von Rainald Grebe sind die, wo er ganz unscheinbar ein Thema zusammenhanglos beginnt und dann peu á peu mit immer absurderen Assoziationen um sich wirft, ohne das es wirklich sinnfrei wird. Man kann ihm folgen, wenn man will. Er nimmt den Zuschauer ungefragt mit (“Wir geben unserem Atem einen neuen Namen…”), wirbelt durch die Gegend (“..wir atmen einen Lutz”) und läßt ihn nach drei Minuten irgendwo sitzen. Und man wundert sich nur, wie man da hin gekommen ist. Anderes Beispiel: Dr. Fuchs vom letzten Album, ein Streifzug durch die bunte Werbewelt. Kann ich immer wieder hören. (“Würden sie ihr Kind in Dornkaart baden?”)

9. Everloving (von Moby)

Wieder zurück zur Musik, Moby kennt man vielleicht eher aus der Technoecke (war mal in im letzten Jahrtausend), aber dieser Song vom 98′er Erfolgsalbum “Play” kommt zunächst nur mit einer Gitarre daher. Später gesellen sich eine Beat und diverse Klangfarben hinzu und der Song, der Moby-typisch intrumental ist, nimmt erst richtig Form an.

10. On a Day Like Today (von Keane)

Ein perfektes Beispiel für Einfachheit sowohl was den Text betrifft als auch die Melodie. Es beginnt lediglich mit Beat, Gesang und ein wenig Synthies. Über die 5:27 wächst es sich aber in ein musikalisches Mantra mit diversen Klanglinien aus, über allem steht die Stimme von Tom Chaplin.

11. Exogenesis: Symphony, Part 3 (Redemption) (von Muse)

Zunächst unverfängliches Piano (tolle Melodie), wird dann aber zur Rock Symphonie. Vom aktuellen Album “The Resistance” mein absoluter Lieblingssong.

12. Still (von Ben Folds)

Längster Titel in der Liste! Ein Song über Veränderung, der von einer eher versönlichen Stimmung in nahezu aggressive Tendenzen verfällt. War glaube ich im Soundtrack von “Ab durch die Hecke”. Und wieder ein Klavier. ;-) “Even the things that seems still, are still changing.” Konnte ich nicht in der vollständigen Version auf YouTube finden, hier isses komplett (LastFm).

Wahrscheinlich gibt’s noch Hunderte mehr, aber mit dieser knappen Stunde Musik sei die Klasse entlassen. Was würdet ihr zu dieser Playlist hinzufügen? Kommentare erwünscht!

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Feb
08
Filed Under (english, thoughts, tv) by yodahome on 08-02-2010
Taken before a taping of Inside the Actors Stu...
Image via Wikipedia

I made it quite a habit to criticise televison. Mostly german television, which in my opinion does a great job at ignoring the audience most of the time. They cripple movies so they fit the ads, they replicate certain formats like crazy because they’re cheap and to some people at least create a fake impression of mild entertainment. And, for the most part, they import shows from abroad, shows that might actually be great but are put into the most invaluable timeslots. It takes some effort to find the gems on german television and they don’t always get the attention they deserve. Well, today I’d like to recommend a truly good program. And it’s not from Germany. *g*

I recently watched a number of episodes of “Inside the Actors Studio“, a remarkable television show that runs on its 16th season in the US right now and has been broadcasted in 125 countries. Funny enough although it used to be shown in Germany (on EinsFestival, an exclusive digital channel where the show is named “Ungeschminkt”) and it took about 9 years to make its way here, it’s not scheduled at the moment and I’ve never seen it on german tv which – once more – illustrates the state of the german tv cosmos. UPDATE: Just learned that it ran in german free tv as well but it’s not on at the moment.

So, what is it about? Well, during the course of every show one actor or actress, director, musician or comedian is interviewed by James Lipton about their lives and their art in chronological order beginning with birth and covering all mayor events that shaped the person and artist including their most outstanding works. In some cases groups of people visited the show for example the Cast of the Simpsons, the Cast of Family Guy or the members of Bon Jovi. The show typically lasts one hour – cut from a several hour interview – with some episodes being 90 minutes or even 2 hours long.

I understand the Actors Studio Drama school offers Master’s degree programs for actors, playwriters and directors and the interviews conducted by James Lipton, who is also the Dean Emiritus of the school, are considered classes for the students who are therefore the main live audience.
At the end of each interview there is a Q & A session with the students but before that Lipton asks the interviewee a recurring questionaire that was used for many years by Bernard Pivot on French television and is derived from the Proust questionaire. Those questions are:

  1. What is your favorite word?
  2. What is your least favorite word?
  3. What turns you on?
  4. What turns you off?
  5. What sound or noise do you love?
  6. What sound or noise do you hate?
  7. What is your favorite curse word?
  8. What profession other than your own would you like to attempt?
  9. What profession would you not like to participate in?
  10. If Heaven exists, what would you like to hear God say when you arrive at the Pearly Gates?
NEW YORK - SEPTEMBER 15:  TV personality James...

Image by Getty Images via Daylife

It is the simplicity of this concept and the purity of the presentation that makes this show extraordinary to me. But it’s hard to explain so I’d like to recommend just giving it a look. A number of episodes are scattered over YouTube in 10 minute clips so you might just have a look here and pick a show that features one of your favourite actors (over 200 guests have already been there). If you consider that too much work let me link you to the great interview with comedian Dave Chapelle (1st of 9 parts) from 2008 and furthermore to the 200th episode in which James Lipton himself is interviewed by Dave Chapelle and some of the greatest moments on the show are collaged together. There are also DVDs of some of the shows but – and I don’t usually recommend this – many more can be found as torrents.

James Lipton himself is a vital part of the phenomenon of the show as he is a respectful host and manages to have the person on the chair next to him open up as most talk shows – and/or host – don’t allow for. He’s famous (maybe even infamous) for thoroughly researching his guest’s life and preparing a huge deck of blue note cards on which quite often he collects the most private or obscure facts, repeatedly to the guest’s astonishment. He also wrote a book on the history of “Inside the Actors Studio” named “Inside Inside“.

So next time when you’re unhappy with the television program I hope you enjoy a few moments from “Inside the Actors Studio”.

Maybe next time, I’ll pick some of our national gems currently available. We’ll see.

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Nov
24
Filed Under (Allgemein, thoughts, video) by viaYouTube on 24-11-2009

via YouTube – Face-Off With a Deadly Predator

Lange nichts gebloggt… und auch heute nur ein kurzes Video von Youtube.
Aber ein Faszinierendes aus dem Fundus von National Geographic.

Sep
13
Filed Under (Allgemein, deutsch, fun, thoughts) by yodahome on 13-09-2009

Sag’ mal Freitag, wenn das keiner sieht, was wir hier machen, für wen mach’ ich’s dann? Für wen denn? Ich mein’, das ist doch gut was wir hier machen, das ist doch gute Arbeit, oder? [..] Freitag, das muss doch jemand sehen, wir müssen’s doch reinstellen, das muß doch nach Youtube, das muß.., das ist doch für alle da. Wenn schon kein Schiff vorbeikommt, wo ist denn jetzt der Mann von Google Earth? Muß man doch mal winken: “Hallo lieber Google-Mann, der Google-Mann, hallo, hier sind wir, hier sind wir, wir machen gute Arbeit! Ich weiß gar nicht Freitag, seit Gott nicht mehr da ist, für wen mach’ ich’s denn?

“Für wen Mach ich das” aus dem Album ‘Das Robinson Konzert’

Rainald Grebe ist ein Vertreter der sehr heterogenen Sparte Musik-Comedy (oder Musikkabarett) und damit insbesondere in den letzten 10 Jahren graduell immer mehr aufgefallen. Rainald Grebe gibt es solo oder zusammen mit der Kapelle der Versöhnung. Seine Präsentation ist eine Mischung aus gesprochenem Wort, musikuntermaltem Rezitativ (vergleichbar mit Hagen Rether) und thematischen Liedern (ähnlich wie Bodo Wartke). Letztere sind sprachlich geschliffen und entfalten ihre Wirkung meist aus assoziativen, gedanklichen Stolpersteinen. Grebe ist nicht nur einfach lustig, er beherrscht eine Bandbreite von kontrolliert nachdenklich albern bis bewußt dem Wahnsinn nachempfunden. Damit steht R. Grebe meiner Meinung nach symptomatisch für ein neues, aufgeklärtes Unterhaltungsbedürfnis des neuen Jahrtausends, wo einfach nur lustige Liedchen wie sie z.B. Maik Krüger oder Otto in den 1980ern bringen konnten, nicht mehr ausreichen. Thematisch beackert Grebe das weite Feld der Gesellschafts- und Gegenwartskritik und entwirft dazu häufig Charaktere wie Dörte, Bengt oder Bernd, an denen er sich gekonnt abreagiert. Berühmt ist er auch ob seiner Hymnen für die Bundesländer Thüringen, Sachsen und Brandenburg,  ein Ausdruck von Grebes Affinität für Ostdeutschland, obwohl er selbst in Köln geboren wurde. Den starren Blick ins Publikum oder die meist überraschenden Wechsel zwischen laut und leise kann man dabei wohl als Markenzeichen verstehen.

Grebe ist regelmäßig mit seinen Programmen in ganz Deutschland unterwegs, wirft jährlich mindestens eine Platte auf den Markt und bleibt auch dem Medium Fernsehen gewogen. Allerdings, Berichten zufolge ist Rainald Grebe als Live-Erlebnis mit nichts zu vergleichen. Auf YouTube kann man seine diversen Machwerke bestaunen, was, wenn man ihn denn noch nicht persönlich erlebt hat, für die Initialzündung schon ausreichend ist. Lange Zeit war Rainald Grebe eine Art Geheimtipp unter den komischen Talenten der Republik, doch mittlerweile hat sich seine Popularität ja schon bis ins öffentlich-rechtliche Fernsehen herumgesprochen und er ist durchaus massenkompatibel.

Was genau das Faszinierende an Rainald Grebes Performanz ist, kann man nur schwer beschreiben, darum kann ich nur jedem nahelegen, einen oder zwei Blicke zu riskieren oder eine der diversen verfügbaren Platten zu erstehen. Für mich ist Rainald Grebe ganz große Kleinkunst. Sein letztes Album “Das Hong Kong Konzert” ist im August 2009 erschienen.

Die folgenden Videos zeigen die Laudatio von Jochen Malmsheimer für Rainald Grebe beim bayerischen Kabarettpreis 2009 sowie dessen Auftritt im Anschluß.


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Aug
15

Das schöne am Web 2.0 ist, dass man sich auf Millionen verschiedene Arten zum Klops machen kann. Dies ist ein EXPERIMENT und zwar in jeglicher Hinsicht. Es ist mit Sicherheit nicht gut, aber ich wollte mal sehen, wie lange so’n Podcast basteln in etwa dauert und ähnlich wie meine ersten Websites kann ich in ein paar Jahren diesen Clip vielleicht als tolles Beispiel irgendwo zeigen. Also, als tolles Negativ-Beispiel natürlich. Anmerkungen und Kritik (insbesondere, aber nicht nur die von der ernsthaften Sorte) gerne hier in den Kommentarbereich.

Achtung: Aufgrund von Problemen mit dem PodPress Plugin, hab’ ich diese Funktion wieder deaktiviert.

Die Bücher, über die ich da quatsche sind:

Barry Schwartz - The Paradox of choice

Anleitung zur Unzufriedenheit (das erste auf deutsch)

Brenda Ueland - If You Want To Write

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